Drama Benjamin on 22 Feb 2005
Grüne Tomaten (Jon Avnet, USA 1991)
Grüne Tomaten ist sicherlich ein guter Film. Sicher ein großer Film. Vor allem aber ist er ein Film der durch wiederholtes sehen sicherlich noch dazugewinnt. Ich habe ihn vorgestern zum ersten Mal gesehen und fand ich gut. Es ist sicher nicht der beste Film aller Zeiten, wie man immer wieder hört, aber es ist ein guter Film. Und ich bin mir sicher, dass er mir besser gefallen wird, je öfter ich ihn sehe. Denn diesen Film kann man im Gegensatz zu Dancer In The Dark auch häufiger sehen.
Worum geht es in dem Film? In erster Linie um Freundschaft. Die übergewichtige Hausfrau Evelyn besucht zusammen mit ihrem Mann seine Tante im Altenheim. Die Tante kann Evelyn nicht ausstehen, also wartet sie außerhalb des Zimmers, währrend ihr Mann seine Tante besucht. Dort läuft ihr die 82jährige Ninny über den Weg, die geistig noch topfit ist und auch körperlich noch einen ganz guten Eindruck macht, auch wenn man ihr das Alter deutlich ansieht. Ninny erzählt Evelyn die Geschichte über die Freundschaft von Idgie und Ruth in den 30er Jahren.
Diese Freundschaft ist durch viele Schicksalschläge geprägt, in jungen Jahren stirbt ein Geliebter, Ruth wird von ihrem Mann geschlagen und er will ihr ihr Kind wegnehmen, Idgie und Ruth bekommen Probleme mit dem Ku-Klux-Clan, da sie in ihrem Restaurant, in dem es gebratene grüne Tomaten gibt, auch Schwarze bedienen, doch immer halten sie zusammen und ihre Freundschaft hilft ihnen durch jede Lebenslage.

Motiviert durch die Geschichte beginnt Evelyn selbst wieder neuen Mut zu fassen. Sie besucht Kurse um ihre Ehe zu beleben, denn ihr Mann kommt von der Arbeit heim, nimmt sich sein Essen und hockt sich vor den Fernseher um Baseball, Eishockey, Football, Baskettball, etc. etc. zu kucken, beide sind übergewichtig und ihre Ehe ist eigentlich nur ein Nebenher statt ein Miteinander. Evelyn beginnt Sport zu treiben, Abzunehmen und sich beruflich neu zu orientieren.
Dies sind die zwei grundsätzlichen Geschichten um die es geht, wobei die Geschichte von Idgie und Ruth eindeutig den Hauptteil des Filmes einnimmt und immer wieder in Episoden erzählt wird, wenn Evelyn Ninny besucht.
Die Geschichte von Idgie und Ruth ist sehr bewegend, eine Geschichte über Liebe, Tod, Freundschaft, Rassismus, sogar einen Mord, in deren Zentrum das kleines Cafe von Idgie und Ruth in Alabahma steht.

Ich möchte oder kann gar nicht so wirklich viel zu diesem Film sagen. Ich denke um wirklich etwas zu diesem Film sagen zu können, muss ich ihn nocheinmal sehen.
Das schöne an diesem Film ist aber, dass man ihn auch noch ein zweites Mal sehen möchte. Allein Jessica Tandy ist ein erneutes sehen schon wert, aber alle anderen Schauspieler legen eine erstklassige Leistung ab und bringen ihre Charaktere glaubhaft zur Geltung und man ist sofort gefangen in der Welt von Idgie und Ruth und man möchte manchmal aufspringen und einschreiten, man fiebert mit und freut sich mit den beiden. Aber auch Kathy Bates spielt absolut toll und obwohl sie überhaupt nicht dem gängigen Hollywoodideal, welches Masterson und Parker sehr wohl darstellen, entspricht, entwickelt man sehr rasch Sympathien für sie.
Man rätselt auch den ganzen Film ob Ninny eine von beiden, Ruth oder Idgie, selbst ist, oder ob die Geschichte nur ausgedacht ist (zumindest haben alle gerätselt mit denen ich gekuckt habe, mir war das eigentlich nach 10 Minuten relativ klar), aber die Frage an sich ist offen.
Währrend des Film kommen einem manchmal ziemlich verrückte Ideen, diese Ideen sollte man für’s Ende des Films mal im Hinterkopf behalten, meine haben sich alle als wahr herausgestellt.
Und nicht vergessen : Es kommt nur auf die Sauce an
Fazit: Alles in allem ein Film den man gesehen haben sollte.
Sofort lieben muss man ihn sicher nicht.
Aber ich freue mich schon, wenn mir das nächste Mal gebratene grüne Tomaten serviert werden
Persönliche Wertung: 7.5 / 10




















