Biopic admin on 01 Feb 2005 02:59 am
Ray (Taylor Hackford | USA | 2004)
Vor drei Tagen mit meiner Freundin im Kino gesehen. Ich wusste vorher überhaupt nichts über die Person Ray Charles, klar ab und zu mal ein paar Fernsehbilder gesehen, aber ich hätte ihm spontan kein Lied zuordnen können, habe aber bereits vorher viel über Jamie Foxx Leistung und über den Film an sich gehört, bin aber zuletzt von Hautnah enttäuscht worden und habe daher versucht mit gar keiner erwartungshaltung an den Film heranzugehen und ihn vollkommen unbefangen auf mich zukommen zu lassen.
Und was da kam. Gäbe es die eine entsprechende Traumszene nicht, so hätte man wirklich glauben können, dass man den echten Ray Charles vor sich sieht und er nicht “nur” von Foxx dargestellt wird. Was Jamie Foxx da an Schauspielkunst hingelegt hat ist wirklich oscarverdächtig, er sieht nahezu genauso aus wie Ray Charles, er verwendet exakt die Gesten die man von Ray Charles kennt, und ich wünschte mir den Film im O-Ton gesehen zu haben, da er auch sprachlich sehr nahe ans Orginal kommen soll, was natürlich nicht in die Übersetzung zu retten ist..
Der Film an sich bezieht sich vor allem auf die ersten 10 – 15 Jahre von Ray Charles Karriere und von seiner Kindheit, dem Verlust seines Bruders und seiner Erblindung und wie er damit umgeht. Auch die Schattenseiten werden nicht außen vorgelassen, sowohl seine Drogenprobleme werde schonungslos dargestellt, als auch seine beziehungsmäßigen Fehltritte.
Sehr interessant ist auch, dass man von einigen Songs die Entstehungsgeschichte mitbekommt, zumal man ja das wissen hat, dass alles auf wahren Begebenheiten beruht.
Man sieht in diesem Film einen Ausschnitt aus dem Leben eines außergewöhnlichen Mannes, der außergewöhnlich von Jamie Foxx dargestellt wird.
Ein Film, der nahezu keine Schwachpunkte hat.
Viele haben das Ende kritisiert, dass zu aprupt und zu hollywoodtypisch auf happy-end gemacht ist. Ich finde, dass Ende kommt genau zu dem Zeitpunkt wo man die Gefahr sieht dass wenn der Film so weitermacht wie bisher, dass er etwas langweilig werden könnte.
Und wenn einen das alles noch nicht überzeugt hat, den Film zu sehen, so sollte man allein wegen der Musik in den Film gehen. Sie nimmt einen einfach mit und unterstützt den Anspruch Ray Charles’ einer der besten Jazz-Musiker zu sein bzw. gewesen zu sein, Ray Charles verstarb ja leider 2004. Jamie Foxx hat übrigens sämtliche Pianostücke im Film selbst und ohne Playback gespielt, was nicht wundern mag, zumal er ja nicht nur Schauspieler, sondern auch Musiker und Komier ist, der eine eigene Fernehsendung hatte und als Stand-Up Comedian angefangen hat, aber auch für einen Musiker ist es eine Leistung die Stücke blind zu spielen.
Alles in allem ein mehr als sehenswerter Film und ich muss dringend Aviator sehen, da ja überall behauptet wird, dass DiCaprio den Actor-Oscar sicher in der Tasche hat, aber ich kann mir nicht vorstellen dass seine Leistung besser ist als Foxx’ Leistung.
Abschließend meine persönliche Wertung des Film: 10 / 10
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