Monthly Archive for "März 2005"



Boxen &Drama &Geheimtipp &TopFilm Benjamin on 31 Mrz 2005

Million Dollar Baby (Clint Eastwood, USA 2004)

Gestern nun bin ich endlich nach langem Warten endlich in den genuß von Eastwoods oscarprämierten Werk gekommen. Oscars für den besten Film, beste Regie, beste weibliche Hauptdarstellerin und bester männlicher Nebendarsteller – da geht man natürlich mit hohen Erwartungen in diesen Film der in 30 Tagen abgedreht wurde und in den 10 Wochen vor seiner Oscarnominierung eine Million Dollar eingespielt hat, um nach der Oscarnominierung bis heute 50 Mio $ eingespielt zu haben.

Klischee ist ein Wort dass ich in letzer Zeit in Zusammenhang mit aktuellen Filmen sehr oft gehört habe. Hostage wimmelt vor Klischees heißt es es, die Geschichte in M$B sei von Klischees durchzogen. Da fragt man sich natürlich was Klischee eigentlich bedeutet. Das Lexikon sagt “Klischee (v. französ.: cliché Abklatsch, billige Nachahmung)”. Trifft dies zu? Ich würde sagen nein. Menschliche Schicksale gehen nunmal bestimmte Wege und das Leben wiederholt sich oft. Doch selten geschehen Dinge aus dem gleichen Grund, selten führen sie zum selben Ergebnis. Genauso ist es in M$B.

Frankie Dunn (Clint Eastwood) ist ein alternder Boxtrainer, der eine eigene Boxhalle betreibt. Sein Kumpel und Ex-Preisboxer Eddie (Morgan Freeman) arbeitet dort und hält die Halle sauber und kümmert sich um die Boxer die dort trainieren. Er wohnt in einem Zimmer in der Boxhalle. Frankie hat schon einige Talente kommen und gehen sehen. Er hat sie hochgebracht, sie so weit gebracht, dass sie um einen Titel kämpfen können, doch er hat nicht die richtigen Kontakte für die große Kohle, so dass ihn alle seine Schützlinge vor ihrem großen Kampf verlassen haben. Die meisten war zu ungeduldig, denn Frankie lässt seine Schützlinge lieber zwei, drei Kämpfe mehr kämpfen, damit sie auch wirklich fit sind und den Sieg holen können, da jeder nur eine Chance hat, um den Titel zu kämpfen. Und er möchte seine Boxer davor bewahren, sich diese Chance zu verbauen. Er hat diesen Beschützerinstinkt seit dem er Cutman bei einem Kampf von Eddie war, seinem 109. Kampf. Eddie hat nach diesem Kampf ein Auge verloren und Frank gibt sich dafür seitdem die Schuld.

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Eines Tages taucht dann Maggie Fitzgerald (Hillary Swank) bei Frank auf und will von ihm trainiert werden. Frank weigert sich, er trainiert keine Frauen. Schon gar keine Frauen anfang 30. Er will sie kurzerhand wieder rauswerfen, doch sie hat schon die Gebühren für 6 Monate im voraus bezahlt, worauf Frank natürlich nicht verzichten will.

Sie trainiert unermüdlich allein, ohne große Fortschritte zu machen. Nachdem sie zunächst einige Tipps von Eddie bekommt, schafft sie es irgendwann Frank zu überreden sie doch zu trainieren. Wenn sie alles tut was er sagt, keine Fragen stellt, kein Warum, kein Wieso und unerbittlich trainieren wird, sei er bereit zu vergessen dass sie eine Frau sei. So beginnt das Training und Maggie macht schnell Fortschritte und Frank denkt sie sei bereit für einen ersten Kampf. Allerdings möchte er damit nichts zu tun haben, und sucht einen neuen Manager für Maggie. Dieser organisiert ihr auch schnell einen Kampf doch er benutzt sie nur als Kanonenfutter um für eine anderer seiner Boxerinnen einen Kampf zu bekommen. Ihre Nase wird gebrochen und sie droht den Kampf zu verlieren, als Frank eingreift und kurzerhand wieder den Trainerjob übernimmt und sie dank ein paar Tipps von ihr den Kampf doch noch gewinnt.

Fortan organisiert Frank Kämpfe für Maggie und trainiert sie auch wieder. Maggie ist sehr erfolgreich und nockt ihre Gegnerinnen reihenweise in der ersten Runde aus und verliert keinen einzigen Kampf. Schließlich bekommt sie einige Kämpfe in Europa und schließlich handelt Frank nachdem er bereits einige Angebote ausgeschlagen hat, einen Titelkampf für Maggie aus, ausgerechnet Gegen die unfairste Boxerin im Geschäft, die jede Gelegenheit für Unfairnisse im Ring nutzt um sich einen Vorteil zu verschaffen.

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Es passiert, was passieren muss, die zweite Runde ist vorbei, Maggie unkonzentriert und wendet sich ab, der Ringrichter sieht gerade woanders hin, als ihre Gegnerin ihr einen Schlag versetzt worauf Maggie stürzt und mit dem Kopf auf den Hocker in ihrer Ecke prallt.

Sie kommt im Krankenhaus wieder zu sich, an eine Beatmungsmaschine angeschlossen und halsabwärts gelähmt. Frank versucht zwar alles, aber es gibt für Maggie keine Heilung, sie wird ihr Lebenlang ans Bett gefesselt bleiben. Da sie sich nicht bewegen kann, bekommt sie Druckgeschwüre und ihr muss sogar ein Bein amputiert werden. Sie will so nicht weiterleben. Sie bittet Frank ihr beim Sterben zu helfen, doch dieser weigert sich. Schließlich zerbeißt sich Maggie die Zunge um zu verbluten, doch zweimal kann sie in letzter Sekunde gerettet werden und ihr wird die Zunge fixiert. Schließlich kann Frank Maggie nicht mehr so daliegen sehen und erfüllt ihr ihren letzten Wunsch…

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Dieser Film hat zwar das Boxgeschäft als Letifaden, doch es ist nicht wirklich ein Boxfilm. Es geht viel mehr um die Charaktere, ihre Beziehung untereinander und ihre Geschichten.
Da ist zum einen Frank, der wie oben schon beschrieben mehr oder weniger erfolgreich eine Boxhalle betreibt, und der seit über 20 Jahren Woche für Woche seiner Tochter schreibt, und Woche für Woche kommen die Briefe wieder zurück. Seine Schuldgefühle gegenüber Eddie, weswegen er es vermeiden will, jegliches Riskio einzugehen. Als er schließlich doch wieder ein Risiko eingeht, kommt es wie es kommen muss und passiert wieder was und Frank hat erneut große Schuldgefühle.

Dann ist da Maggie. Seitdem sie 13 ist arbeitet sie als Kellnerin und muss sich oft übriggebliebene Reste ihrer Kundschaft “für ihren Hund” einpacken und mit nach Hause nehmen um überhaupt etwas zu Essen zu haben. Sie träumt von ihrer großen Chance und ist bereit alles dafür zu geben. In Frank sieht sie nicht nur einen Trainer sondern auch eine Vaterfigur und die Beziehung die die beiden zueinander entwickeln kommt einer Vater Tochter Beziehung mit der Zeit auch immer näher, als sie im Krankenhaus liegt, ist Frank jeden Tag bei ihr.

Alle Charaktere in diesem Film sind Underdogs. Die Boxhallte ist alt und in einem desolaten Zustand, Eddie kann sich sicher sein, dass er seinen Job als Hausmeister und Putzfrau wohl nie verlieren wird, da es immer etwa zu tun gibt. Viele Szene haben ein sehr ausgewogenes Licht und Schattenspiel und die Bilder sind stellenweise sehr dunkel gehalten, ganz so als wolle man die Bedrückung der Charaktere bildlich darstellen.
In so einem Film ist eine Portion Witz und Ironie sehr wichtig. Diese wird wunderbar durch Frank und Eddie abgeliefert die sich in bester Lemon – Matthau Art ständig kabbeln und schonmal eine Minute über Eddies Socken debattieren.
Der Umgang der drei Hauptakteure miteinander ist das was den Film ausmacht. Die Beziehungen die sich entwickeln und verändern.

Gerade in der Schlußphase in der es um das Thema Sterbehilfe geht kommt das exzellente Mienenspiel der Darsteller voll zur Geltung. Oft bedarf es nicht vieler Worte um etwas auszudrücken und Sympathien für die Charaktere zu entwickeln
Das Ende ist sehr schwer, sehr erdrückend, aber es gefällt das Eastwood kein typisches Hollywoodende gewählt hat. Ich habe selten so für einen Charakter im Kino mitgefühlt wie für Maggie Fitzgerald.

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Clint Eastwood hat hier sicherlich ein Meisterwerk abgeliefert, dass mir besser gefallen hat als Mystic River, bei dem mich vor allem die letzte Szene sehr gestört hat. Man darf schon sehr auf “Flags of Our Fathers” gespannt sein, Eastwoods nächster Film der für 2006 angesetzt ist.

Man kann zu diesem Film eigentlich garnicht viel schreiben, man sollte ihn einfach gesehen haben. Sämtliche Oscars gehen vollkommen in Ordnung und prinzipiell hätte das gesamte Trio einen Darstelleroscar verdient doch an Jamie Foxx führtein diesem Jahr kein Weg vorbei.

Dass sich das Voice Over von Morgan Freeman letzlich als Brief an Franks Tochter, nachdem Frank verschwunden ist herausstellt fand ich übrigens ziemlich überraschend und genial.

Fazit: Clint Eastwood hat ein Meisterwerk, mit großartigen Darstellern und einer mehr als überzeugenden Geschichte abgeliefert. Solche Filmperlen gibt es leider viel zu selten. Prädikat “Besonders Empfehlenswert”

Persönliche Wertung: 10 / 10

P.S.: Rechtschreib- oder Satzbaufehler bitte ich zu entschuldigen.

Thriller Benjamin on 30 Mrz 2005

Anatomie einer Entführung (Pieter Jan Brugge, USA Deutschland 2004)

Man mag sich ja oft über die Übersetzung englischer Titel ins deutsche Ärgern. Doch diese Übersetzung passt wie ich finde perfekt. Der Film zeigt einfach nur eine Entführung. Man sieht, wie es der Frau ergeht, anfangs, wenn sie nicht weiß ob ihr Mann sie vielleicht verlassen hat oder ob er entführt wurde, die Gewissheit dass er entführt wurde. Auf der anderen Seite den Täter und den Entführten, wie sie einige Zeit miteinander verbringen und Gespräche führen, die zwar an der Oberfläche kratzen, denen aber wie dem gesamten Film jeglicher Tiefgang fehlt, schlußendlich dass Aufspüren des Täters und seine Festnahme, das Motiv und schlussendlich Gewissheit und ein wenig Kitsch.

Man wartet die ganze Zeit auf die überraschende Wendung, auf Erkenntnisse in den Gesprächen, die ein neues Licht auf die ganze Sache werfen, auf Spannung, darauf dass irgendwas passiert. Aber es plätschert alles ohne großen Tiefgang und Sinn vor sich hin.
Ein einziges Mal, bei der Übergabeszene kommt Spannung auf, doch das kann den Film nicht wirklich retten.

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Den Trailer zu diesem Film fand ich sehr interessant, er ließ vermuten, dass die ganzen Sachen auf die ich den ganzen Film gewartet habe auch in irgendeiner Art und Weise in ihm vorkommen, aber leider hat man nach dem den Trailer gesehen hat auch schon alles von dem Film gesehen, was man gesehen haben muss.

Es gibt so viele andere, gute Filme, nutzt also eure Zeit sinnvoll und kuckt sie. Anatomie einer Entführung ist pure Zeitverschwendung. Da fand ich sogar Mad Max sogar besser. 1.5 Punkte gibt es allenfalls für die Schauspielerleistungen, die allesamt in Ordnung sind.

Persönliche Wertung: 1.5 / 10

P.S.: Das Mädchen mit dem Perlenohrring habe ich gestern Nacht, nachdem ich unterwegs war noch angefangen, bin dann aber dabei eingeschlafen. Von daher werde ich ihn in den nächsten Tagen oder Wochen wohl erneut sehen müssen. Der Film ist sicher gut, die Freundin mit der ich ihn gesehen habe, fand ich auch gut und vor allem die Darstellungsweise der Entstehungsgeschichte des Bildes sehr interessant, doch leider ist der Film sehr, sehr ruhig. Das war gestern Nacht das Fatale smile.gif

Heute Nacht haben wir außerdem noch “Elling” gekuckt, aber ich bin zu müde, um da jetzt noch etwas zu zu schreiben, zumal es sehr viel mehr zu schreiben gibt als bei AeE, da Elling wirklich gut und unterhaltsam war.

Antikrieg &Deutsch Benjamin on 28 Mrz 2005

Der Untergang (Oliver Hirschbiegel, Deutschland, Italien, Österreich 2004)

Lange, lange wollte ich “Der Untergang” sehen. Damals als er im Kino lief habe ich es nicht geschafft und auch in letzter Zeit wo ich ihn auf DVD sehen wollte kam immer etwas dazwischen. Heute Nacht habe ich mir dann endlich mal die Zeit genommen.
Es ist ja viel geredet worden über diesen Film. Von diesem Gerede habe ich allerdings oft nur die Hälfte mitbekommen. Viele in meinem Bekanntenkreis fanden den Film sehr gelungen und gut, viele andere wiederum fanden ihn einfach nur schlecht und belanglos. Von grausamer brutaler Realitätsdarstellung war da die Rede und von dem Nogo Hitler als Menschen darzustellen.

Genau da liegt glaube ich auch mein Problem mit dem Film. Bruno Ganz bietet sicherlich eine erstklassige Leistung. Aber das Problem, welches Ganz bei der Vorbereitung hatte, ist auch das was mir den Film so fremd macht. Es gibt von Hitler viele Aufnahmen, Proganda durch Medien kam ja quasi durch die Nazis erst so richtig in Mode. Trotzdem gibt es fast ausschließlich Aufnahmen von Hitler in denen er entweder Reden hält oder aber Aufnahmen in denen er gar nichts sagt. Den Privatmann Hitler, den dieser Film darstellen will kennt man nicht. Seine Reden und seine Taten bezeugen seinen Wahnsinn und bauen automatisch eine Distanz zu ihm auf und mit dieser Distanz geht man auch in den Film hinein. Tatsachen wie Hitlers Parkinsonerkrankung oder seine (im Film nicht gezeigte) Medikamentenabhängigkeit sind den meisten gar nicht bekannt. Bekommt man sie vor Augen geführt, macht dies die ganze Sache noch befremdlicher.

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Natürlich. Das ist einerseits das was der Film möchte. Er möchte eine Seite Hitlers zeigen, die der breiten Masse nicht bekannt ist. Andererseits ist dass eine Seite die man auch gar nicht kennen möchte.

Ansonsten kann man dem Film eigentlich keine Vorwürfe machen. Es wirkt zwar vieles sehr absurd, etwa das niemand wagt etwas gegen den Führer zu unternehmen, ihn einfach abzusetzen und die Zivilbevölkerung vor dem Schlimmsten zu schützen. Oder der Wille der Offiziere sich zu töten, anstatt in einem Deutschland nach dem Nationalsozialismus weiterzuleben. Oder das Töten der Goebbelskinder aus dem gleichen Grund. Man denkt sich die ganze Zeit, das kann nicht sein, dass ist absolut dämlich. Aber das sind nunmal historische Begebenheiten, auch wenn sie größtenteils heute für uns nicht ansatzweise nachvollziehbar sind.

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Der Schrecken des Krieges wird nur bedingt dargestellt. Der Artilleriebeschuß Berlins ist quasi den ganzen Film über zu vernehmen. Die Kaltblütigkeit mit der Frau Goebbels ihre Kinder vergiftet ist sicherlich erschreckend, wobei sie ihnen vorher ein starkes Schlafmittel gibt, damit sie von dem Ganzen gar nichts mitbekommen. Diese Szene ist sicherlich nichts für Mütter, mich selbst hat sie allerdings selten unberührt gelassen, wobei ich sonst auf solche Szenen, gerade mit Kindern eigentlich auch relativ emotional reagiere. Genauso abstoßend sind die Szenen in denen einem Soldaten ein Bein abgesägt wird und man sieht wie dieses Bein in eine Kiste fällt in der schon andere Arme und Beine liegen, oder aber andere Szenen in denen man dieses Absägen an sich dann auch sieht.
Doch solche Grausamkeiten werden nie in den Vordergrund gestellt, sie passieren einfach wie selbstverständlich und drängen sich nicht auf.

Man fragt sich eigentlich die ganze Zeit ob die Menschen damals, allen voran Adolf Hitler wirklich so dämlich waren und sich selbst etwas vorgemacht haben, und das Ganze dann auch noch wirklich geglaubt haben. Wobei man bei Hitler eher von Wahnsinn sprechen muss, seine Offiziere und Generell werden in dem Film aber sehr aufgeweckt und vor allem noch bei Sinnen dargestellt. Doch auch von vielen von ihnen kommt immer wieder die Aussage, dass das deutsche Volk sich dieses Schicksal ja selbst ausgesucht habe, und deshalb auch kein Mitleid erwarten dürfe. “In diesem Krieg gibt es keine Zivilisten”

An und für sich ist der Film ein großartiges Porträt deutschen Unvermögens zu der Zeit und zugleich auch eine Mahnung und Warnung dass so ein Wahnsinn nicht wieder geschehen darf. “Soll uns unser Eid hindern, selbstständig zu denken” Dieses Zitat sollte eigentlich die zentrale Aussage des Films sein.

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Abschließend bleibt mir nach dieser ersten Sichtung zu sagen, dass “Der Untergang” ein guter Film ist. Ein sehr guter deutscher Film. Ob der Versuch Hitler als Mensch dazustellen gelungen ist oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden, wobei Hitlers Tot schon eine Dreiviertelstunde vor Filmende erfolgt, eigentlich zeigt der Film eher die Geschichte Traudl Junges oder eher ihre Sicht auf die Geschehnisse damals, wobei der Film auch sowohl auf dem Buch “Der Untergang” als auch auf Traudl Junges persönlichen Erinnerungen basiert.

Filme über den zweiten Weltkrieg gibt es viele. Deutsche Filme über dieses Thema nicht wirklich viele, gute deutsche Filme noch viel seltener. Wobei er mich doch relativ unberührt gelassen hat. Das führt zu einer

Persönlichen Wertung von 7.5 / 10

Geheimtipp &Skuril Benjamin on 27 Mrz 2005

Coffee and Cigarettes (Jim Jarmusch, USA 2003)

Coffee and Cigarettes ist ein Episodenfilm. Er besteht aus 11 Episoden, die sich sowohl von der Länge und der Qualität unterscheiden, wobei auch die eher schlechteren Szenen (wobei das immer vom persönlichen Geschmack abhängt) noch weit über Durchschnitt sind.

Die Szenen stehen untereinander eigentlich in keinem Zusammenhang, weder von den Darstellern, noch vom Inhalt her.
Das einzige was die Szenen augenscheinlich verbindet sind Kaffee und Zigaretten. Überall wird geraucht und Kaffee getrunken, was das Zeug hält. Eine weitere Verbindung ist das schachbrettartige Muster dass ein Tisch in jeder Szene hat. Jede Szene spielt in einer Bar, einem Café, immer sind nur die zwei Protagonisten zu sehen (zu denen sich gelegentlich noch eine dritter Person hinzugesellt).
Man könnte den Film auch als absurdes Theaterstück umsetzen. Unter der Oberfläche geht es um menschliche Kommunikationsformen, sowohl verbal als auch non-verbal.

Man verabredet sich zum Kaffee und nicht zum Abendessen. Beim Kaffeetrinken behält man die Kontrolle. Möchte man irgendwann weg, schiebt man einen vergessenen Termin vor und geht einfach, ohne schäbig zu wirken. Genießt man die Gesellschaft, raucht man einfach noch eine oder zwei Zigaretten zusammen und trinkt noch etwas Kaffee. Würde man sich zum Essen verabreden hätte man diese Freiheiten nicht. Man kann die Zeit des Zusammenseins auch verlängern, ohne sie mit Inhalt füllen zu müssen, etwa durch das kunstvolle Anzünden einer Zigarette oder durch das Herbeiführen des idealen Mischungsverhältnisses von Milch und Zucker im Kaffee. Alles auf non-verbaler Ebene.

Die Gespräche in den einzelnen Szenen sind zumeist eher trivial, man ist aber doch gespannt wie es weitergeht.
Etwa wenn in der ersten Szene “Strange to meet you” Steven Wright Roberto Benigi erzählt, dass er vor dem Schlafengehen immer viel Kaffee trinkt um in Formel 1 Geschwindigkeit träumen zu können. Beide sind absolut kaffesüchtig und es ist ein Wunder das sie beim Trinken vor lauter zittern nicht alles verschütten. Nebenbei erzählt Wright Benigi dass er keine Lust hat zum Zahnarzt zu gehen, worauf Benigi anbietet, dass er ja für ihn gehen könnte. Die Szene ist lustig und absurd und eine perfekte Einstimmung auf das was noch kommt.

In „Twins“ streiten sich die beiden Zwillingsgeschwister von Spike Lee darüber wer die sinnlose Idee hatte nach Memphis zu fahren und Steve Buscemi als Kellner mit einer Elvisverschwörungstheorie beschallt werden, dass Elvis einen Zwillingsbruder hatte, der am Karriereende des Kings schuld sei.

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Was folgt ist der erste Höhepunkt des Films “Somewhere in california” in dem Tom Waits Iggy Pop erzählt dass er gerade am Straßenrand eine NotOP durchgeführt hat, und dass er als Arzt und Musiker versucht seine Musik mit der Medizin zu verbinden. Beide stellen fest, dass sie dass Rauchen aufgegeben haben und dass das schöne am Nichtrauchen die Tatsache ist, dass man sich jederzeit wieder eine anzünden kann, weil man ja aufgehört hat. Im Grunde mustern sie sich gegenseitig und duellieren sich mit ihren Musikeregos, um im Endeffekt festzustellen, dass der eine nicht erfolgreicher ist als der andere und keiner von beiden in der Jukebox im Café zu finden ist.

Diese ersten drei Episoden zählen zu den Szenen die Jarmusch schon vor über 10 Jahren gedreht hat. Die erste neuere Episode ist „Those things’ll kill ya“ in der zwei ziemliche alte Freunde gegeneinander wettern. Der eine regt sich über den Zigarettenkonsum des anderen auf, worauf dieser in darauf aufmerksam macht, das er selbst kaffeesüchtig sei und dass sich das im Grunde nicht groß voneinander unterscheidet. Ein tolles, kurzes Wortgefecht.

In “Renée” sehen wir Renée French in ihrer ersten Rolle. Der Kellern schüttet ihr ungefragt Kaffee nach, wovon sie gar nciht begeistert ist, da der Kaffee gerade die richtige Farbe und Temperatur hatte, doch sie lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht als der Kellner anfängt sie zu belästigen, sondern hält einfach nur locker ihre Hand über ihre Kaffeetasse ;-)

In “No Problem“ treffen sich die alten Freunde Alex und Isaach nach langer Zeit einmal wieder. Isaach ist davon überzeugt dass Alex ihn angerufen hat um mit ihm über ein Problem zu reden, doch Alex hat keines was Isaach nicht wahrhaben will und weiter bohrt.

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In „Cousine“ sehen wir Cate Blanchett in einer Doppelrolle. Zum einen spielt sie eine erfolgreiche Schauspielerin die sich mit ihrer neidischen Cousine trifft, die ihren Neid auch mit vielen Spitzen ziemlich deutlich raushängen lässt.

In „Jack shows Meg his Telsa Coil” sitzen Jack und Meg White von den Whitestripes sich gegenüber und schlürfen Kaffee und rauchen genüßlich. Jack hat seine Teslaspule dabei von der er Meg erzählen will, doch er denkt, sie würde sich nicht dafür interessieren. Als sie dann sagt sie möchte gerne mehr darüber hören, erzählt Jack Meg von Tesla und was er für die Menschen erreicht hat und führt seine Teslaspule vor. Als diese aber kaputt geht zeigt sich, dass Meg doch mehr Ahnung von Physik und Teslaspulen hat, als Jack denkt.

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Was folgt ist eine der tollsten Szenen des Films “Cousin?”.
Alfred Molina hat sich mit Steve Coogan zum Tee verabredet (was ein echter Britte ist, trinkt Tee und keinen Kaffee) und ziemlich aufgedreht, da er “tolle”Neugikeiten für Steve hat. Molina betreibt hobbymässig Ahnenforschung hat dabei festgestellt, dass die beiden Cousins sind. Steve Coogan war zu dem Zeitpunkt als der Film gedreht wurde, ziemlich angesagt und Alfred Molina eher noch unbekannt. Molina meint, dass man auf Grund der verwandtschaftlichen Beziehung ja mal ein Projekt zusammen entwickeln könnte, ein Stück schreiben oder gar einen Film machen. Coogan ist davon gar nicht angetan und hegt gar die Vermutung das Molina schwul sei. Als dieser schließlich noch die Privatnummer Coogans haben möchte, schiebt dieser eine angebliche feste Regel vor, nach der noch nicht mal sein Produzent seine Privatnummer bekommen würde.
Wie es der Zufall so will bekommt Molina in dem Moment einen Anruf von Spike Jonze, einem sehr bekannten Regisseur (z.B. Being John Malkovich), mit dem er gut befreundet ist. Steve ist davon recht beeindruckt und sieht seine Chance vielleciht Kontakt zu Spike Jonze herstellen zu können und überlegt sich auf einmal, dass er seinen Grundsatz ja einfach mal vergessen könnte, und Molina seine Nummer geben könnte, doch dieser möchte sie jetzt gar nicht mehr und geht einfach. Geniale Szene!

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Die vorletzte Szene “Delirium” ist eine der besten und lustigsten des ganzen Films. GZA und RZA vom Wu-Tang Clan sitzen Tee schlürfend in einer Bar und unterhalten sich über alternative Medizin und darüber wie schädlich Kaffee doch sei als, Bill “ghost-bustin-ass” Murray auftritt. Er ist absolut kaffeesüchtig und da die beiden keinen Kaffee wollen trinkt er ihn einfach gleich aus der Kanne. GZA und RZA scheinen Fans zu sein und geben Murray Tipps, wie er seinen Raucherhusten in den Griff bekommen kann, etwa mit H2O2 zu gurgeln, oder wenn das auch nichts hilft Ofenreiniger zu nehmen und sowieso mit seinem Kaffeekonsum aufhören, da dieser eh nur Wahnvorstellungen verursacht. Ganz klar einer der Höhepunkte des Films!

Die letzte Szene “Campagne” ist die melancholischste Szene. Sie zeigt zwei alte Mänenr bei ihrer Mittagspause, in einer Lokalität, die am ehesten an ein Gefägnis erinnert, aber eine Rüstungskammer darstellen soll. Während Taylor sich vorstellt, dass der Kaffee Champagner sei und auf die alten Zeiten, das Pairs der 20er und Josephine Baker anstoßen will, ist Bill eher Realist und möchte seinen Kaffee der Arbeiter trinken. Sie lauschen dem Lied “Ich bin der Welt abhanden gekommen”. Taylor will die letzten zwei Minuten seiner Mittagspause nutzen um noch ein kurzes Nickerchen zu halten und schläft ein … oder stirbt er …?

Soweit zum Inhalt der einzelnen Szenen. Es ist interessant mitanzusehen, wie sehr sich die Szenen doch unterscheiden, aber einzelen Elemente immer wieder aufgegriffen werden. Es wird mehrmals erwähnt dass Kaffee und Zigaretten kein gesundes Mittagsessen sind und auch von Tesla hört man desöfteren etwas.
Die Schauspieler spielen oft sich selbst, zumindest aber haben ihre Charaktere den gleichen Vornamen wie selbst.

Je mehr man über Hollywood und den ShowBiz weiß, desto mehr kann einen der Film unterhalten. Wer nicht weiß, wer Spike Jonze ist, dem entgeht worum es in der “Cousin?” Szene eigentlich geht, und was sie stark macht. Die Szene mit Iggy Pop und Tom Waits unterhält 1a wenn man mit den beiden nicht näher vertraut ist, doch wenn man mehr über die beiden weiß, gibt einem die Szene mehr. Auch in der ersten Szene hat Bengini Probleme mit dem Namen seines Gegenübers, eine Anspielung auf einen früheren Film von ihm.

Der Film unterhält wunderbar und man kann eigentlich nur dankbar sein, dass es gar keine deutsche Synchro gibt. Ärgerlich ist nur, dass man gezwungen ist, ihn entweder mit deutschen Untertiteln zu kucken oder komplett ohne. Ich kucke Filme am liebsten auf englisch mit englischen Untertiteln, das bleibt einem lieder verwehrt.

Abschließend bleibt noch die exzellente Musik anzumerken, die in den meisten Szenen vorhanden ist, jedesmal total die Stimmung einfängt und passt wie die Faust aufs Auge doch dabei immer sehr dezent im Hintergrund bleibt.

Jedem der Filme mag und den das Wörtchen “Anspruch” nicht abschreckt sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt.

Die Struktur des Films macht eine Bewertung eigentlich fast unmöglich.
Er bekommt von mir trotzdem eine 9 / 10 und zusätzlich noch das Prädikat “Geheimtipp”

Romanze Benjamin on 20 Mrz 2005

Weil es dich gibt (Peter Chelsom, USA 2001)

Nicht noch ein Liebesfilm …
Was soll man zu diesem Film groß sagen … Ein Liebesfilm, ein Film über das Schicksal, Vorherbestimmung, etc. Das ganze ist natürlich nicht ansatzweise tiefgründig, der Film weiß aber dennoch zu unterhalten.

Ich mag John Cusack sehr, aber natürlich ist High Fidelity der wesentlich bessere Cusack-Liebesfilm. Kate Beckinsale ist natürlich eine Augenweide und auch in diesem Film wieder sehr hübsch anzuschauen.

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Liebesfilme sind generell nicht wirklich mein Fall und wenn ich diesen Film mit meinem persönlichen Liebesfilm Nummer 1 Before Sunrise vergleiche kommt er natürlich nicht ansatzweise mit. Weil es Dich gibt ist ein Liebesfilm sein, allerdings eine Komödie, weswegen ein Vergleich mit 50 erste Dates ebenfalls unangebracht wäre, aber auch dieser sagt mir deutlich mehr zu, obwohl ich die Hauptdarsteller von 50ED beide nicht sonderlich mag.
Alles in allem aber ein Film der sich sehr gut eignet, wenn man mit einer Frau einen Film kucken möchte und die Vorgabe “Kein Action sondern Komödie oder Liebesfilm” ist.

Fazit: Ein netter Film, über zwei Leute die sich treffen, absichtlich aus den Augen verlieren und den Rest des Films damit verbringen sich wiederzufinden. Zweisamkeit gibt es relativ wenig. Kann man sehen, muss man nicht.

Persönliche Wertung: 6.5 / 10

Drama &Musical Benjamin on 06 Mrz 2005

Dancer in the Dark (Lars von Trier, Dänemark/Schweden/Niederlande/Deutschland/USA Großbritannien/Frankreich/Finnland/Norwegen/Island 2000)

Die Kino.de-Beschreibung:
“In einer kleinen Siedlung am Rande Washingtons arbeitet die tschechische Einwanderin Selma (BJÖRK) an der Stanzmaschine einer Fabrik, um für sich und ihren 10-jährigen Sohn Gene (VLADICA KOSTIC) ein Auskommen zu suchen. Auch nach der Arbeit verdient sie sich mit kleinen Nebentätigkeiten Geld dazu, wenn sie nicht gerade mit ihrer Freundin Kathy (Catherine Deneuve) bei den Proben für eine Amateuraufführung von “The Sound of Music” ist. Denn Selma liebt amerikanische Musicals, und eine der wenigen Freuden, die sie sich gönnt, sind Kinobesuche mit Kathy. Nur Kathy weiß von ihrem traurigen Geheimnis: Selma leidet an einer angeborenen Sehschwäche und verliert langsam ihr Augenlicht

Davon allerdings ahnen Selmas Nachbarn, der Polizist Bill (David Morse) und dessen Frau Linda (CARA SEYMOUR), nichts. Liebenswürdig kümmern sie sich um die alleinerziehende Mutter und um Gene. Linda gibt an mit dem Geld, das Bill vor einiger Zeit geerbt hat, und von dem sie sich gerne schöne Dinge kauft. Doch eines Abends besucht Bill Selma in ihrem Wohnwagen auf seinem Grundstück und gesteht ihr in seiner Verzweiflung, dass von seinem Erbe schon längst nichts mehr übrig sei und dass die Bank bereits gedroht habe, ihm das Haus wegzunehmen. Selma teilt daraufhin auch ihr Geheimnis mit Bill.
Sie erzählt, dass sie ihren Lohn nicht nach Tschechien zu ihrem angeblichen Vater “Oldrich Novy” schicke, sondern spare, damit Gene an seinem 13. Geburtstag durch eine Augenoperation vor ihrem Schicksal bewahrt werde. Allerdings dürfe Gene auf keinen Fall vorher davon erfahren, sonst verschlechtere der Schock seinen Zustand so schnell, dass auch die Operation nichts mehr helfe. Bill und Selma versprechen sich gegenseitig, niemand von diesen Dingen zu erzählen.

In der Fabrik tut Selma alles, um den Anschein zu wahren. Sie betrügt beim Sehtest des Betriebsarztes (STELLAN SKARSGARD), indem sie die Reihenfolge der Buchstaben auf der Zeigetafel vorher auswendig lernt. Obwohl sie beinahe die Stanzmaschine ruiniert hätte, übernimmt Selma eine Sonderschicht nach der anderen: Sie weiß, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit, um das Geld für Genes Operation zusammenzubringen. Auch bei den Musical-Proben fällt es Samuel (VINCENT PATERSON), dem Regisseur, allmählich auf, dass Selma kaum noch ihre Markierungen trifft.

Schließlich macht Selma bei der Nachtschicht einen Fehler und zerstört damit die Maschine, so dass der ganze Produktionsablauf unterbrochen ist. Norman (Jean-Marc Barr), der Vorarbeiter, ist außer sich. Bedrückt geht Selma nach Hause. Dort wartet abermals Bill auf sie, der ihr erzählt, er wolle Linda nun die Wahrheit sagen. Doch heimlich beobachtet er Selma, wie sie ihren Lohn in einer Keksdose versteckt.

Am nächsten Tag wird Selma wegen der kaputten Maschine entlassen. Traurig geht sie nach Hause, an den Bahngleisen entlang. Jeff kommt ihr nachgelaufen. Auch er merkt nun, dass Selma nicht mehr sehen kann. Selma bittet ihn, sie am Nachmittag abzuholen, sie habe etwas zu erledigen. Daheim will sie das Ersparte holen, um es in der Augenklinik für Gene zu hinterlegen – doch die Keksdose ist leer. Selma geht hinüber zu Bill. Sie weiß, nur er kann das Geld genommen haben. Sie trifft auf Linda, die sie mit Vorwürfen überhäuft. Bill habe ihr erzählt, dass Selma versucht habe, ihn zu verführen, doch er habe sie zurückgewiesen und nun wolle sie sich rächen. Aber Selma hat Bill versprochen, die Wahrheit nicht zu erzählen, und geht nur schweigend in sein Zimmer hinauf. Dort sitzt Bill mit ihrem Geld, das er in seine leere Bankschatulle gelegt hat. Erneut bittet er sie, ihm es nur für diesen einen Monat zu leihen. Doch Selma weiß, sie muss den Arzt bezahlen und will das Geld an sich nehmen. Bill zieht seine Waffe. Linda eilt herbei, und Bill ruft, Selma wolle das Geld stehlen. Linda läuft hinaus, um Bills Handschellen zu holen. Da löst sich ein Schuss und trifft Bill in den Bauch. Linda flieht, um Hilfe zu holen. Bill fleht Selma an, ihm die Schande zu ersparen und ihn zu töten.

Es kommt zum Prozess und auf einmal spricht alles gegen Selma: Der Betriebsarzt bestätigt, dass sie beim Sehtest bestens abgeschnitten hat. Linda erzählt, wie Bill sie angefleht habe, als sie mit der Pistole über ihm stand. Auch die Tatsache, dass sie aus einem kommunistischen Land nach Amerika gekommen ist, spricht plötzlich gegen sie. Und als letzten Trumpf ruft der Staatsanwalt (ZELJKO IVANEK) Oldrich Novy (Joel Grey) als Zeugen auf, den alten Musicalstar aus Selmas Heimat, den sie als ihren Vater ausgegeben hatte, um Gene die Wahrheit über den Zustand seiner Augen zu ersparen. Nein, er habe diese Frau noch nie in seinem Leben gesehen, sagt Novy. Selma selbst schweigt zu all dem. Sie wird das Versprechen, das sie Bill gegeben hat, auch jetzt nicht brechen. Das Gericht verurteilt sie zum Tode.

Im Gefängnis bekommt sie Besuch von Kathy und von Jeff, die ihren Fall noch einmal neu aufrollen wollen, nachdem sie herausgefunden haben, wofür Selma das Geld wirklich brauchte. Die Chancen stünden gut für einen Freispruch. Doch als Selmas neuer Verteidiger sagt, sein Honorar belaufe sich auf genau die Summe, die sie in der Klinik eingezahlt hatte, verzichtet Selma endgültig auf ein Wiederaufnahmeverfahren…”

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Meine Meinung zum Film
Diesen Film hat mir vor ein paar Jahren mal meine beste Freundin empfohlen, allerdings als schwere Kost, sie selbst musste nach dem Film erstmal ne Runde weinen meinte sei damals. Auch von anderen Leuten habe ich gehört dass sie von diese Film sehr erschüttert bzw. bewegt waren.
Nun habe ich ihn mir gestern Nacht zusammen mit nem Kumpel angesehen und kann nicht nachvollziehen, was genau diese starken Emotionen hervorgerufen haben soll.

Der Film ist ein sehr seltsames Musical. Wobei er nicht wirklich ein Musical ist.
Die Aussage dahinter lautet “man solle mit dem Herzen sehen”.
Ich kann den Film hier nur in sehr groben zügen inhaltlich darstellen und vermutlich auch noch völlig falsch und ohne das wesentliche.

Es ist ein Film über Vertrauen. Über Schuld. Über Menschlichkeit und über Muttergefühle. Über richtig oder falsch. Über falschen Stolz. Auch über Blindheit.
Die Kamerafahrten sind sehr anstrengend, dass “normale Leben” (also der Großteil des Films) ist mit einer Handkamera gefilmt, und die Kamerfahrten und -einstellungen sind sehr anstrengend. Auch die Schauspieler sind blass und wenig geschminkt, die Farben alle sehr blass.
In einzelnen Passagen flüchtet Selma sich in ihre Traumusikalwelt in der die Menschen “auf einmal anfangen auf der Straße zu singen und zu tanzen”, wo man dann normale Kameraeinstellungen hat und auch die Farben viel satter Wirken.
Ich weiß allerdings nicht ob diese gezwungene Trennung zwischen realer und Traumwelt so hätte sein müssen, da die Schauspieler schon ihren Teil dazu beitragen, dass es entsprechend rüberkommt.
Alles in allem weiß ich nicht wirklich was ich von dem Film halten soll… Björk ist schon seltsam.
Vermutlich muss ich den Film, noch zwei, dreimal sehen um ihn wirklich bewerten zu können.
Das Problem ist nur, dass es zig andere Filme gibt die ich lieber sehen würde und dieser Film für mich auch kein Film ist, den ich mit Freude ein zweites Mal sehen möchte.
Von daher wird dieser Film von mir wohl längere Zeit ewig unterbewertet bleiben.
All dies führt zu einer abschließenden
Persönlichen Wertung von 4.5 / 10

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