Action &Thriller Benjamin on 01 Mai 2005
Hostage – Entführt (Florent Emilio Siri, USA Deutschland 2005)
Nach “Anatomie einer Entführung” jetzt der zweite Entführungsfilm binnen 24 Stunden. AeE hatte wirklich das Zeug gut zu sein, er hätte so viel Ansätze für Tiefgang, aber es sind alles leider nur Ansätze geblieben.
Hostage versucht erst gar nicht großartig auf Psychologie oder besonderen Anspruch zu setzen. Man sieht Bruce Willis in dem Genre das ihn groß gemacht hat – Action.
Und das vom Feinsten. Generell stehe ich Actionfilmen direkt nach Komödien am skeptischsten gegenüber, aber dieser Film hat mich bestens unterhalten.
Am Anfang sieht man einen bärtigen und Haare tragenden Bruce Willis, der als Unterhändler bei Entführungen für eine Spezialeinheit der Polizei von Los Angeles arbeitet. Doch als ein Einsatz fehlschlägt und ein kleiner Junge in seinen Armen stirbt hängt er den Job an den Nagel. Er wechselt zu einer kleinere Polizeiwache im County Los Angeles und versieht dort als gewöhnlicher Streifenpolizist seinen Dienst.

Dort haben sich gerade drei Jugendliche überlegt mal bei ein paar Reichen einzusteigen und ne schicke Karre zu stehlen. Doch als sie entdecken dass eine Tür ins Haus auf ist, gehen sie in selbiges, wo sie in eine Streßsituation geraten, als sie auf die dort wohnende Familie stoßen und sie erstmal bedrohen. Der kleine Sohn löst einen stillen Alarm aus, woraufhin eine Polizeikontrolle nach dem Rechten sieht. Der Vater versucht sie abzuwimmeln, aber die Situation gerät außer Kontrolle und die Polizistin wird erschossen und die Familie als Geiseln genommen.
Die Jugendlichen haben keine Ahnung, wen sie da in ihre Gewalt gebracht haben, denn der Vater ist der Buchmacher einiger sehr einflußreicher Krimineller und hat einen Datenträger welchen diese binnen neun Stunden zurück haben müssen.
So entführen sie Willis Familie und drohen damit sie umzubringen, wenn er ihnen den Datenträger nicht schnellstmöglich besorgt oder wenn er sich ihren Anweisungen widersetzen sollte. So kommt Willis in den Konflikt sich allen Regeln zu widersetzen um seine eigene Familie wiederzubekommen und gleichzeitig zu vermeiden, dass die Entführten getötet werden … und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die eigenen Kollegen.
Freunden von 24 wird der Plot sicherlich bekannt vorkommen, ich weiß nicht in wievielen anderen Filmen er schon zum Einsatz gekommen ist, aber ich habe die “Wir-haben-deine-Familie-also-tu-was-wir-sagen”-Geschichte mit einem Polizisten zum ersten mal bewußt wahrgenommen. Nur das Bruce Willis kein mit allen möglichen Sonderrechten ausgestatteter Supercop ist, dem die modernste Einrichtung zur Antiterrorbekämpfung sowie der amerikanische Präsident persönlich zur Seite steht, er ist absolut auf sich selbst gestellt..

Der Film kommt nach ca. 5 Minuten schon voll in Fahrt und behält sein hohes Tempo die gesamte Spielzeit über bei, ohne einen dabei zu überfordern. Es gibt viele spannende und überraschende Momente, auch die Schockmomente zünden. Stellenweise ist es etwas zu viel des ganzen, etwa am Schluß als Marshall halb tot mit den Molotovcocktails durchs brennende Haus rennt, oder die Musik zum Ende hin, aber der Film unterhält so wunderbar, da seien diese kleinen Schwächen verziehen. Zum Thema Anspruch: Wer in einen Bruce Willis Film geht und Anspruch erwartet, der hat irgendwas falsch gemacht.
Dieser Film ist einfach Actionkino vom feinsten und zeigt, das Bruce noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Die Klischees fangen zwar schon in der Eröffnungssequenz an, aber auch das stört nicht, es passt im Endeffekt einfach alles zusammen. Hat mir um Welten besser gefallen als Anatomie einer Entführung.
Fazit: 1A Action Kino mit Bruce Willis, dieser Film weiß perfekt zu unterhalten und man ist quasi die ganze Zeit auf seinen Sitz gefesselt. Action, Überraschung, Spannung, alles drin.
Meine Persönliche Wertung 7.5 / 10













