Afrika &Drama Benjamin on 25 Apr 2005 09:21 pm
Hotel Ruanda (Terry George, Großbritannien, Italien, Südafrika 2004)
Lange wollte ich diesen Film sehen, viel gutes hatte ich von ihm gehört. Dazu noch die Oscarnominierung für Don Cheadle.
Man schreibt das Jahr 1994. Extremisten vom Stamm der Hutu ermorden den Präsidenten Ruandas und ermorden bestialisch jeden Tutsi der ihnen in den Weg kommt. Paul Rusesabagina (Don Cheadle) ist Manager eines sehr angesehen belgischen Hotels in der Hauptstadt Kigari. Als es zum Aufstand der Hutu kommt kann er nur mit Mühe und viel Geld seine Nachbarn und seine Frau, die Tutsi sind freikaufen und mit ihnen in sein Hotel flüchten, dass momentan noch viele weiße Touristen beherbergt und von UN-Blauhelmen beschützt wird. Sein Hotel wird nach und nach zur Zufluchtstätte für immer mehr verfolgte Tutsi. Doch dann kommt die erschreckende Nachricht: Die Blauhelme evakuieren alle Weißen aus dem Land, die Einwohner werden im Stich gelassen und die Blauhelme dürfen nur schießen, wenn sie selbst angegriffen werden.

Man kann eigentlich über den Inhalt des Films gar nicht so viel schreiben. Er ist einfach erschütternd. Zunächst Leben Hutu und Tutsi ganz normal nebenbeiander, gewiss brodelt es zwar ziemlich stark zwischen beiden, aber von einem Genozid ist noch nicht viel zu spühren. Doch als der Aufstand der Hutu dann losbricht ist man zunächst einmal absolut erdrückt. Die Situation ist vergleichbar damit dass man in Deutschland lebt und auf einmal alle Protestanten Angst um ihr Leben haben müssten, weil die Katholiken beschlossen haben, alle Protestanten zu ermorden. Wobei es im Grunde noch viel schlimmer ist, denn für des genannte Beispiel gäbe es wenigsten einen Hintergrund, den Glaubenskonflikt, doch der Unterschied zwischen Hutu und Tutsi besteht, zumindest dem Film nach, außschließlich auf einem Aufdruck im Pass. Im Film kommt die Frage einmal auf, worin denn der Unterschied zwischen Tutsi und Hutu bestehen würd, und wie gesagt, es gibt keinen. Die Einteilung beruht auf bloßer Willkür der belgischen Kolonialzeit. Wobei ich nochmal nachschlagen muss, ob dem wirklich so ist, denn das ist absolut krass.

Als wir aus dem Kino gegangen sind war es komisch, dass nicht überall Leichen rumlagen. Paul Rusesabagina ist eine ruandischer Schindler. Und eben wie diese Geschichte beruht auch die Geschichte um Hotel Ruanda auf einer wahren Begebenheit. Und das ist es was die Geschichte noch zusätzlich erschütternd macht. Auch schafft es der Film die Distanz abzubauen die man normalerweise zu Geschichten aus Amerika hat. Tote in Somalia, im Sudan, das ist bedauerlich aber doch meistens einfach zu weit weg um uns wirklich zu bewegen. Doch dieser Film versetzt einen ohne großes Pathos mitetn rein. Das liegt vermutlich daran, dass als der Film losgeht die Verhältnisse noch realtiv normal sind, zwar afrikanisch, aber allein der anzugtragende Manager schafft gleich eine Bindung.

Ein sehr bewegender Film, ein sehr guter Film. Ein Film der es schafft reales Grauen und absoluten Wahnsinn zu zeigen ohne selbst grausig oder übermäßig brutal zu sein. Absolut Empfehlenswert
Persönliche Wertung: 9 / 10
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