Nach Hotel Ruanda wieder ein Film der einem den täglich stattfindenden Wahnsinn in Afrika vor Augen führt. Das erschreckende nach solchen Filmen ist einfach das Wissen, dass die wahren Gegebenheiten denen im Film sehr, sehr nahe kommen wenn sie sie nicht sogar in der Realität noch übertreffen.
Blood Diamond macht auf die Problematik der Blutdiamanten aufmerksam. Das sind solche Diamanten die in Konfliktgebieten meistens heimlich geschürft und verkauft werden um Bürgerkriege in Form von Rebellen oder Invasionskriegen zu finanzieren. Ihr Erlös geht meistens direkt in den Erwerb von Waffen. Ihr Anteil am weltweiten Diamantenmarkt macht ca. 15% aus. Zwar nur ein relativ geringer Teil, aber dennoch sind es Millionen bis Milliarden an US Dollar. Die Diamanten werden meistens einfach in Nachbarländern, die zwar keine eigenen großen Diamantvorkommen haben, aber sie problemlos exportieren dürfen, zertifiziert und somit auf den Weltmarkt gebracht. Einmal dort angelangt kann keinem Diamanten mehr nachgewiesen werden wo er herkommt.

Und so erzählt dieser Film die Geschichte von Solomon Vandy einem Einheimischen Sierra Leones, der bei einem Überfall auf sein Dorf verschleppt wird und fortan in den Diamatenschürfstätten der Rebellen arbeiten muss. Dabei stößt er auf einen blutroten Diamanten von mindestens 100 Karat und es gelingt ihm, diesen zu verstecken, doch landet er deswegen im Gefängnis. Von diesem Fund erfährt der ebenfalls im selben Gefängnis einsitzende Danny Archer (Leonard Di Caprio) und die beiden schließen einen lebensgefährlichen Pakt, Archer hilft Salomon seine Familie zu finden und im Gegenzug verrät Solomon Archer das Versteck des Blutdiamanten.

Die Geschichte an sich ist sehr gut aufbereitet und weiß die ganze Länge des Films über zu packen. Auch das Ende des Filmes ist sehr stark und recht unerwartet. Zum Glück spielt Di Caprio die ganze Zeit über mit Bart, so dass dieser Film für mich nach Aviator und Gilbert Grape seine dritte schauspielerisch wirklich gute Leistung ist.

Aber was wirklich hängen bleibt ist dass Elend und der Wahnsinns Afrikas. DIA – Das ist Afrika. Mit diesen Buchstaben nehmen die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent den dort vorherrschenden Horror fast schon selbstverständlich hin. Gemeinhin denkt man, Bodenschätze wären ein Segen für Länder im armen Afrika, aber dieser Film macht deutlich, dass für die einheimische Lokalbevölkerung das Gegenteil oft der Fall ist. So führt der Fund von Bodenschätzen zu Kämpfen um eben jene und dazu, dass sich ein Volk in zwei Lage spaltet und um die von diesen Rohstoffen ausgehende Macht kämpft und hundertausenden bis millionen unschuldiger Menschen in diesen Konflikt mit hineingezogen werden.
Auch die heranführung junger Kinder an die Rebellengruppen wird gezeigt und wie barbarisch die Rebellentruppen Kinder zu Kindersoldaten machen und sie ihre ersten Menschen töten lassen, sie unter Drogen setzen und abhängig machen, und sie schließlich soweit indoktrinieren, dass ihnen ihre eigene Familie egal ist und sie sich gegen ihre Väter stellen im Alter von teilweise unter zehn Jahren.

Dieser Film ist immer wieder sehr brutal, aber leider ist diese Brutalität nur ein Spiegelbild der Wirklichkeit und wahrscheinlich noch auf ein erträgliches Maß reduziert. Wenn man damit umgehen kann stimmt an diesem Film einfach alles. Die Botschaft ist sehr gut in eine packenden Geschichte eingepackt und wird von den Darstellern glaubhaft und überzeugend rübergebracht. Die vier Oscarnominierungen hat sich der Film absolut verdient, auch wenn es schade ist, dass einige wichtige Kategorieren fehlen, in denen der Film sicher auch gute Chance gehabt hätte.

Zusammen mit Lord of War bekommt dieser Film auf jeden Fall eine absolute Empfehlung.

9.5 / 10