Monthly Archive for "August 2006"



Gangster &Kultfilm &Quentin Tarantino Benjamin on 30 Aug 2006

Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, USA 1991)

Ein nettes Zitat von Tarantino: “Natürlich sind meine Filme brutal, sie sind halt echte Tarantino-Werke. Man geht ja auch nicht auf ein Metallica-Konzert und verlangt, dass die Idioten auf der Bühne die Musik leiser machen.”

Spoilerwarnung !
In seinem Erstlingswerk bedient er sich des Heist-Genres, also eines Raubfilmes, ohne dabei den eigentlich Heist selbst darzustellen. Heist-Filme beschäftigen sich intensiv mit der Vorbereitung, Planung und Durchführung eines spektakulären Raubzuges. Dieser Film beginnt direkt mit dem Ende. Der Überfall ist komplett schiefgegangen. Durchgeführt hat ihn eine Gruppe von sechs Profis, die sich alle nicht kennen und nur für diesen Auftrag zusammengeführt wurden und auch nur ihre Decknamen kennen, Mr. Orange, Mr. White, Mr. Pink, etc..
Zwei von ihnen wurden direkt vor Ort erschossen, die anderen vier finden sich nach und nach in ihrem Versteck ein. Mr. Orange wurde angeschossen und droht an seiner Bauchwunde zu verbluten. Sie alle sind sich sicher, dass sie einer von ihnen sie verraten hat. Die Verdächtigungen und Unterstellungen beginnen und man versucht herauszufinden, wer der Verräter ist.

Der Film bedient sich, wie bei Tarantino üblich sehr vieler Stilmittel aus sehr vielen Genres. Bei Kill Bill wird dies dem Zuschauer sehr deutlich aufgedrängt, bei Reservoir Dogs geschieht dies eher sehr subtil. Er ist einerseits eine Tragödie, andererseits ein Thriller und es werden Rückrückrückblenden benutzt. Die eigentliche Handlung außerhalb der Rückblenden beschränkt sich auf einen einzigen Ort. Die Rückblenden haben alle eine unterschiedliche Intensität. Die erste dauert 70 Sekunden, die zweite 8 Min und die letzte gute 30 min, was fast ein drittel der Filmgesamtspielzeit ausmacht.
In diesen Rückblenden werden die Charaktere ausgeleuchtet, man erfährt mehr über ihre Motive und Hintergründe und gewinnt einen Einblick in ihre Psycho.
Und der Film ist wie für Tarantinofilme üblich, geprägt von sehr intensiven, subversiven. Allein die ungewöhnlich lange Eröffnungssequenz hat zwei recht interessante Dialoge zum Einen über die wahren Hintergründe von Madonnas “Like a virgin” andererseits werden die amerikanischen Trinkgeldgewohnheiten analysiert und die Bedeutung von Kellnerjobs für arme amerikanische Frauen ohne Hochschulabschluß.

Die Wortwechsel sind dabei auf sehr unterschiedliche Arten komisch. Einer der mir besonders hängengeblieben ist: “Ich hab vier, fünf Bullen umgelegt” – “Auch richtige Menschen?” – “Nein, nur Bullen”.
Steve Buscemi ist mal wieder herrlich “Am I the only professional here?”, und die Folterungsszene ist recht intensiv obwohl das meiste im Kopf des Zuschauers abläuft.
Alles in allem ein klassischer Kultfilm, wobei das auf fast alle Filme von Tarantino zutrifft, wobei ich ihn bei dieser Sichtung nicht als überaus genial oder als Überfilm empfunden haben. Einfach gut gemacht, sehr unterhaltsam, sehr komisch, sehr gute Dialoge und gute Schauspieler. Prädikat: sehenswert

7 / 10

Action &Jamie Foxx &Michael Mann &Thriller &Tom Cruise Benjamin on 29 Aug 2006

Collateral (Michael Mann, USA 2004)

Der Film hat mir viel besser gefallen als bei der ersten Sichtung damals im Kino. Ein Film mit zwei Superstars. Einem ganz großen, Tom Cruise, und einem der es ein wenig später werden sollte, Jammie Foxx. Doch der wahre, heimliche Star dieses Films bleibt die ganze Zeit im Hintergrund und erhebt sich heimlich über alles andere: Das gigantische Los Angeles.
Der Film ist sicher auch eine Homage an diese Stadt. Das Lichtermeer ist allgegenwärtig. Der Score bleibt selten dezent im Hintergrund sondern drängt sich gerade in den Stadtszenen immer sehr deutlich in den Vordergrund. Man wird oft fast in eine Art Trance versetzt. Der Film schafft durch seine digitalen Handkamerabilder eine ganz eigene Atmosphäre von der man förmlich aufgesogen wird.
Michael Mann hat hier einen außergewöhnlichen und sicher oftmals wenig beachteten Film gedreht. Die beiden Stars des Films ordnen sich dem Film vollkommen unter. Cruise spielt erstklassig einen rücksichtslosen, aber doch irgendwo stilvollen Killer, der kalt und unberechenbar ist, aber auch Tiefsinn hat. Dieser wird immer wieder deutlich in dem Dialogen zwischen Cruise und Foxx. Collateral ist kein Actionfilm im eigentlichen Sinne. Er lebt von seinen Bildern und von seinen Dialogen. Und die sind wirklich gut und hochklassig.
Ein Film der einfach schon des Sehens wegen sehenswert ist.

8.5 / 10

George Clooney &Politthriller &Thriller Benjamin on 27 Aug 2006

Syriana (Stephen Gaghan, USA 2005)

Syriana ist ein Wort des US-Geheimdienstes. Es steht für die Neuordnung östlicher Gesellschaften nach westlichem Vorbild, etwa die Einführung von Demokratie, Parlamenten, Wahlen. Das soll natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe geschehen, sondern primär um den Zugang zum Erdöl dieser Länder zu erleichtern.
Und darum geht es auch in Syriana: Erdöl.

Der Film wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, die einen durch ihre Vielzahl anfangs sehr verwirren. Ständig springt die Handlung von einem Erdteil zum anderen und ständig steht ein neuer Charakter im Mittelpunkt. Der Film bleibt so weit es geht der Realität treu, wo arabisch gesprochen werden muss, wird arabisch gesprochen, auf englisch ist sicher nur 1/3 des Films, ansonsten muss man sich mit Untertiteln behelfen, was aber nichts schlechtes heißen muss. Aber es ist definitiv ein Film, den man mit voller Aufmerksamkeit kucken muss, sonst verliert man sich in der vielzahl der Handlungen.
Am Ende fügt sich das meiste recht eindrucksvoll zusammen.
Syriana gehört wieder zu der Gattung Film, zu der man sicher viel schreiben könnte, aber irgendwie hat er mich bei der erstmaligen Betrachtung nicht so berührt als dass ich wirklich viel zu schreiben hätte. Wenn ich so andere Rezensionen über den Film lesen klingt das alles sicherlich spannend, interessant und sehenswert, doch nachdem ich das ganze nun in zwei Teilen, weil ich gestern nacht dann doch zu müde war, gesehen habe, finde ich nicht so viel schreibenswertes. Wobei Syriana durch seine Komplexität und Episodenhaftigkeit sicher ein Film ist, den man noch ein zweites Mal sehen muss. Was ich definitiv auch noch tun werde. Die Frage ist nur wann.
Was hängen bleibt ist ein starker, sehr vielschichtiger Politthriller, mit Stars, die sehr zurückhaltend spielen und nie in den Vordergrund treten, ein herausragender George Clooney, und einige sicherlich nicht neue Erkenntnisse um die Auswirkungen des Kampfs ums Öl für die Sichtweisen der US-Außenpolitik und dessen Einfluß auf die Arbeit des CIA.

7/10

Apokalypse &Charlton Heston &ScienceFiction Benjamin on 26 Aug 2006

Jahr 2022 … die überleben wollen (Richard Fleischer, USA 1973)

Soylent Green rückt immer näher. Sowohl das Jahr in dem der Film spielt, als auch inhaltlich. Überbevölkerung wird immer mehr zu einem Problem, allerdings mehr in den Entwicklungsländern als in den Industrienationen, und in eben jenen wird auch der Zugang zu Wasser und Nahrung immer knapper. Soylent Green spielt im New York im Jahre 2022. Bevölkerungszahl: 40.000.000 Menschen. Die Menschen haben die Umwelt zerstört und ernähren sich nur noch synthetischer Nahrung dem Soylent, welches es in verschiedenen Farben gibt, das neueste ist Soylent Green, welches aber rationiert ist, so dass nicht genug für jeden da ist, und es an Dienstagen, dem Soylent Green Tag, regelmäßig zu Aufständen kommt, bei dem die Polizei einschreitet und die Menschen einfach mit Baggerschaufeln auf Lastwagen gekarrt und weggeschafft werden.
Inmitten all dieser beinahe Anarchie ist der Polizist Thorn mit der Ermittlung in dem Mordfall William R. Simonson beauftragt. Simonson gehört zur Oberschicht, zu den wenigen Menschen, welche fließend Wasser zur Verfügung haben, in geräumigen großen Wohnungen wohnen und denen echte Lebensmittel zur Verfügung stehen. Bei seinen Ermittlungen findet Thorn heraus, das Simonson zur Führung der Firma Soylent gehörte, welche die Hälfte des Weltnahrungsmarktes kontrolliert. Personen mit denen Simonson in letzter Zeit Kontakt hatte, werden ermordert und schließlich bekommt Thorn den Befehl, seine Ermittlungen einzustellen. Thorns Mitbewohner und Partner Sol hilft ihm bei seinen Ermittlungen und erfährt bei seinen Nachforschungen das schreckliche Geheimnis des Soylent Greens, worauf er sich in eines der vielgenutzten Suizidzentren begibt, da er mit dieser Wahrheit nicht leben kann.
Im Sterben erzählt er Thorn das Geheimnis des Soylents, worauf dieser sich zur städtischen Müllverwertung begibt, um die Wahrheit mit eigenen Augen zu sehen …

Charlton Heston als Schauspieler ist glaube ich Geschmackssache. Ich mag seine Filme, ihn selbst mag ich nicht wirklich. Sein Partner Robinson, welcher zwei Wochen nach den Dreharbeiten verstarb, spielt dagegen ausgezeichnet. Das Bild das hier voin der Zukunft gezeichnet wird scheint gar nicht so realitätsfern, wenn man sich Phänomene wie den Treibhauseffekt und die wachsende Umweltverschmutzung ansieht. Angesichts der realen gegenwärtigen Ereignisse kann man sich schon ganz gut vorstellen dass in 50 Jahren der Genuß eines Apfels einem Festmahl gleichkommen könnte und es ist durchaus amüsant den beiden zuzukucken wie sie ungeübt mit Besteck die bei den Ermittlungen “sichergestellten” Nahrungsmittel versuchen zu sich zu nehmen (“I have never eaten like this”). Immer wieder erzählt Sol Thorn wie es in seiner Jugend war, wie es ist, sich in der freien Natur zu befinden und reine Landluft zu atmen, etwas, was sich Thorn nicht wirklich vorstellen kann. Er kennt nur die überbevölkerte Stadt in der die Menschen in Treppenhäusern schlafen müssen, weil es einfach zu wenig Platz für alle gibt.
Am Ende hat Thorn zwar unangenehme Wahrheiten aufgedeckt, doch er geht einfach in der Masse unter.
Soylent Green war damals sicherlich ein visionärer Film, der auch heute noch als zeitloser Klassiker angesehen werden kann, wenn gleich die Ausstattung nicht wirklich überzeugt, so hat das ganze Setting doch einen gewißen Charme. Ein Film, den man durchaus gesehen haben sollte, zumal auch zahlreiche heutige Filme / Serien / Musikstücke immer wieder auf ihn anspielen.

7 / 10

High Society &Scarlett Johansson &Woddy Allen Benjamin on 26 Aug 2006

Match Point (Woody Ellen, Großbritannien 2005)

Wieder ein der Filme die ich nur nebenbei gesehen habe. Das mag aber auch primär daran gelegen haben, dass er mich von Anfang an wenig berührt hat. Woody Ellens neuesten Film würde ich am ehesten als eine Satire der britischen Oberschicht bezeichnen.
Zu dem Film könnte man sicherlich eine Menge schreiben, aber ich werde ihn einfach nochmal sehen und ihm ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen müssen. Scarlett Johansson weiß zu gefallen wenn gleich auch nicht so sehr wie in ihrem Durchbruchsfilm “Lost in Translation”.
Die Geschichte ist an und für sich problemloszusammenzufassen. Chris ist Extennisprofi, dem immer nur ein Quentchen Glück gefehlt hat, um ganz oben dabei zu sein. Diesen Traum hat er aufgegeben und so wird er schon in jungen Jahren Tennislehrer in einem renomierten Londoner Tennisclub. Hier lernt er Tom Ewett kennen, welcher aus allerbester Familie kennen, sowie seine Freundin und zukünftige Frau Nola Rice, in die er sich im ersten Moment verliebt. Weil diese Liebe aber nicht sein darf, fängt er eine Beziehung mit Toms Schwester Chloe an, aus dem primären Grund in Nolas Nähe zu sein.
Chris heiratet schließlich Chloe, doch kurz vor der Heirat von Nola und Tom trennen sich die beiden. Tom macht Schluß, doch eigentlich hat Toms Mutter Schluß gemacht, für die Nola nie die passende Schwiegertochter war. So kommt es wie es kommen muss, Chris und Nola fangen eine Affäre an und natürlich ist Verhütung oft gewährleistet aber nicht immer …

Wie eingangs geschrieben hat mich der Film wenig berührt, bietet wenig Identifizierungsmerkmale, man fieber eigentlich mit niemandem so wirklich mit und um den Film als Gesamtkunstwerk schätzen zu können, fehlte mir ein wenig die Aufmerksamkeit.

5 / 10

Keanu Reeves &Romanze Benjamin on 25 Aug 2006

Das Haus am See (Alejandro Agresti, USA 2006)

Zunächst mal muss man diesen Film, um ihn voll genießen zu können, als dass sehen was er ist: Ein fiktionaler Film. Filme die mit Zeit / Zeitreisen zu tun haben, weisen zwangsweise immer Logiklöcher auf, und einiges was geschieht ist nicht rational erklärbar. Das möchte dieser Film aber auch nicht. “Das Haus am See” möchte einfach eine schöne Geschichte erzählen.

Alex zieht in das Haus am See. Es ist etwas außerhalb von Chicago die Küste hoch gelegen und liegt einsam an einem See, ist auf Stelzen in den See gebaut und voll verglast. Für manche ein Traumhaus, für andere viel zu wenig Privatsphäre. Im Briefkasten findet er einen Brief seiner Vormieterin Kate, die ihn in ihrem Brief zu dem neuen hübschen Haus beglückwunscht und sich für die Hundefußspuren vor der Haustür und für die Kiste auf dem Dachboden entschuldigt, beide waren schon da, als sie eingezogen sei. Verwundert über diesen Brief, denn weder Fußspuren sind zu sehen, noch ein Karton auf dem Dachboden, antwortet Alex auf Kates Brief.
Es entsteht ein reger Briefwechsel in dem sie feststellen, dass sie sehr viel gemein haben, beides sind sehr einsame Menschen, die sehr auf sich selbst gestellt sind und beide bisher noch nicht das im Leben gefunden haben, wonach sie suchen. Und sie stellen fest, das Kate im Jahr 2006 lebt und Alex im Jahr 2004. Anfangs noch skeptisch, verlieren sich die beiden schließlich trotz des Zeitunterschiedes ineinander und verlieben sich schließlich…

Die Briefwechsel in diesem Film werden teilweise wie Dialoge dargestellt, was auch fast zutrifft, denn sobald einer von beiden einen Brief in den Briefkasten im Haus am See legt, kann der andere ihn in seiner Zeit herausnehmen. Da der Film von den Briefen bestimmt wird, wird vieles als Voiceover vermittelt.
Der Film hat viele schöne Szenen, etwa ein gemeinsamer Spaziergang durch die Stadt. Alex ist Architekt und führt Kate zu den schönsten Gebäuden Chicagos. An der letzten Station ist dann mit einem Graffity ein “Dankeschön für den schönen Nachmittag” an eine Wand gesprüht. Natürlich ist dieses Graffity schon zwei Jahre alt.
Man sucht nach Wegen den Zeitunterschied zu überbrücken, primär durch ein Date zu einem festen Termin, für Kate am nächsten Tag, für Alex in zwei Jahren und einem Tag. Doch jedesmal mißlingt es, so dass Kate irgendwann aufgibt und sich in ihr reales Leben zurückzieht. Bis sie eines Tages den Grund für die verpassten Dates herausfindet und erkennt, dass sie auf tragische Art indirekt dafür verantwortlich ist und jetzt alles tun muss, um den Grund dafür zu verhindern.

Ein schönes Haus, zwei gute Schauspieler, eine herzerwärmende Geschichte, ein gutes Ende, kurz ein stimmiger Film, der sicher eine gute Auswahl für einen schönen gemütlichen Winterabend zu zwei unter der warmen Kuscheldecke ist.

7 / 10

Action &Afrika &Nicolas Cage &Satire Benjamin on 12 Aug 2006

Lord of War (Andrew Niccol, USA 2005)

Nicolas Caege als einer der bedeutensten Waffenhändler der Welt. Ein Film, der in der Videothek unter Action steht, aber der eindeutig eine Actionsatire ist.
Weil sie so toll ist, hier die Wikipediainhaltsangabe:

Zu Beginn des Films bemerkt die Hauptfigur, Yuri Orlov (Nicolas Cage), nüchtern, es gebe über 550 Millionen Schusswaffen auf der Welt, was bedeute, dass jeder zwölfte Mensch auf der Welt eine besäße. Die Frage sei nur: „Wie bewaffnet man die anderen elf?“ Der Vorspann zeigt als Nächstes, wie die Kamera einer Gewehrkugel von der Fabrik bis in die Stirn eines afrikanischen Jungen folgt.

Der restliche Film wird von Yuri Orlov rückblickend erzählt, wobei er in den 1980er Jahren beginnt.

Aus dem Off beschreibt Yuri, wie er Waffenhändler wurde. Er und seine Familie wanderten aus der Ukraine in die USA ein, als er noch ein Kind war. Seine Familie unterhält ein Restaurant und befriedigt das menschliche Grundbedürfnis zu essen. Nachdem ein russischer Mafioso zwei auf ihn angesetzte Männer in Notwehr erschießt – das Ganze direkt vor Yuris Augen –, beschließt er, ein „anderes menschliches Grundbedürfnis zu befriedigen“.

Zusammen mit seinem Bruder Vitaly (Jared Leto) beginnt er, Schusswaffen zu verkaufen. Er fängt klein an, indem er israelische Uzis und amerikanische M-16-Gewehre aus dem Libanonkrieg 1982 verkauft. Später begegnet er zum ersten mal Jack Valentine (Ethan Hawke), einem verbissenen, unbestechlichen Interpol-Agenten, auf dem Schiff Kristol, auf dem er Waffen schmuggelt. Von seinen Informanten erfährt er, dass die Behörden darüber informiert wurden. Daraufhin lässt er den Schiffsnamen kurzerhand in Kono umlackieren und hisst als niederländische Flagge eine französische, die um 90 Grad gedreht ist. Das Öffnen des Containers zeigt nicht die gewünschten Waffen und Valentine kann ihm nichts nachweisen. Zudem wird er von einem bestochenen Kollegen zurückgerufen.

Bevor er jedoch in großem Stil Waffenhandel betreibt, schlägt er dem renommierten Waffenhändler Simeon Weisz auf einer Waffenmesse in West-Berlin eine Zusammenarbeit vor, die dieser jedoch ablehnt, indem er ihn als einen Amateur abtut.
Orlov verkauft 1984 das erste Mal im großen Stil Waffen nach den Selbstmordattentaten im libanesischem Beirut oder z. B. an den brutalen afrikanischen Diktator von Liberia, André Baptiste, dessen Figur auf Charles Taylor basiert und dessen Land – diesem Schauspielfilm nach – die höchste Aidsrate aufweist. Orlovs Entrüstung beim Tod von Menschen, die vor seinen Augen umgebracht werden, aber auch seine Gewandtheit und Gefühlskälte werden deutlich, als Baptiste einen Leibwächter, der mit seiner Tochter flirtet, erschießt, um die Waffe, um die verhandelt wird, zu testen. Orlov schreit: „Wieso tun sie das?!“, um schnell hinzuzufügen: „Jetzt müssen Sie sie kaufen! Sie ist jetzt gebraucht!“ Noch gefährlicher als Baptiste Sr. ist jedoch sein kannibalischer Sohn, der vorzugsweise aus dem Auto heraus mit seinem Maschinengewehr Jagd auf die Bürger Liberias macht.

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Nach einem Geschäft mit einem kolumbianischen Drogenboss, der darauf bestand Orlov in Kokain zu bezahlen, beginnen die Brüder zu schniefen. Nach zwei Wochen Abgeschiedenheit und 150 Gramm Kokainkonsum wird Vitaly jedoch abhängig, weshalb Yuri ihn in eine Entziehungsanstalt gibt und von nun an Alleinunternehmer wird. Er beginnt, das von ihm schon lange begehrte Model Ava Fontaine (Bridget Moynahan) zu umwerben und erreicht mit viel Geld, Schein, Lügen und Betrug (denn wenn „so Beziehungen normalerweise enden kann man doch auch gleich so beginnen“), dass sie ihn heiratet und ihm einen Sohn gebiert. Sie ahnt von seiner Kriminalität, bittet ihn aber, ihr nichts davon zu erzählen.

Das Ende des Kalten Krieges und der Zusammenbruch der Sowjetunion stellen den Wendepunkt in Orlovs Karriere dar. Er setzt sich mit seinem Onkel Dimitri, einem ukrainischen Armeegeneral, in Verbindung, und deckt sich dort günstig und umfangreich mit Panzern und hauptsächlich Kalaschnikows ein. Dem Interpol-Agenten Valentine gelingt es fast Orlov zu verhaften, als dieser einen Militärhubschrauber nach Burkina Faso verschiffen möchte. Orlov hat jedoch die Raketen abmontiert und den Hubschrauber als zu humanitären Zwecken umfunktioniert erklärt. Die Raketen liegen noch daneben, um getrennt verschifft zu werden. Dreist klärt Orlov Valentine über dieses juristische Schlupfloch auf – Valentine muss ihn laufen lassen.

Kurz darauf stirbt Dimitri bei einer Autobombe, mit der Orlovs Konkurrent Weisz eigentlich ihn selber töten wollte. Bei der Durchsuchung von Orlovs Hausmüll entdeckt Valentine nach dem Zusammensetzen von geschredderter Dokumente Orlovs nächstes Ziel: Sierra Leone.

Dort wird sein Flugzeug von einem Abfangjäger der Luftwaffe aufgefordert den nächsten Flughafen anzusteuern. Orlov und sein Pilot notlanden daraufhin mitten in der Savanne. Damit die Behörden bei ihrer Ankunft nichts mehr vorfinden, verschenkt Orlov die gesamte Ladung an die Bevölkerung, die schnell herbeieilt. Als Valentine schließlich ankommt, findet er keinen Beweis für Waffenschmuggel. Sein liberianischer Begleiter bietet ihm an, Orlov unbemerkt die Kehle durchzuschneiden, doch er lehnt ab. Stattdessen legt er ihm Handschellen an und lässt ihn 24 Stunden unter freiem Himmel sitzen – so lange, wie es ohne Anklage erlaubt ist. Valentine argumentiert, er schenke damit den Menschen, die durch Orlovs Waffen getötet werden, einen weiteren Tag vor ihrem Tod. Während dieser 24 Stunden zerlegt die Bevölkerung das Flugzeug, eine 40 Tonnen schwere Antonow, in seine Einzelteile.

Liberias Diktator Baptiste macht seinem „guten Freund“ Orlov ein „Geschenk“: den gefesselten Simeon Weisz, den Orlov als Revanche für seinen getöteten Onkel erschießen darf. Doch er kann sich nicht entschließen, dies zu tun, weshalb Baptista die Waffe führt und abdrückt. Orlov solle dabei jederzeit Stopp sagen und Weisz die Freiheit schenken, wenn er wolle, was ihm Kopfzerbrechen bereitet. Er sagt Stopp, nachdem Baptiste den Abzug betätigt hat. Orlov nimmt daraufhin starke Drogen (er wird von einem Gefolgsmann Baptistes zu einem „Brown-Brown“ eingeladen, einer Mischung aus Kokain und Schiesspulver, was laut dem Barkeeper den Soldaten vor dem Kampf gegeben wird, wodurch sie willenlos werden und jeden Befehl ausführen) und hat ungeschützten Sex mit einer Prostituierten, die durchaus wahrscheinlich Aids hat – ein Grund, warum er zuvor stets darauf achtete, in Afrika nicht mit Prostituierten zu schlafen.

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Inzwischen offenbart Valentine Orlovs Frau Ava dessen Beruf. Sie konfrontiert Yuri damit, worauf dieser verspricht, mit der Waffenschieberei aufzuhören. Doch als nach einem halben Jahr harter legaler Arbeit Baptiste und sein Sohn bei einem Besuch der Vereinten Nationen Orlov zuhause besuchen, gelingt es ihnen mittels eines riesigen Diamanten (vgl. Orlow-Diamant), ihn für weitere Geschäfte zu gewinnen. Ava folgt ihm eines Tages heimlich und findet in seinem Container-Büro Beweise, dass er wieder kriminell ist. Das und die Tatsache, dass Orlov für das Zahlenschloss ausgerechnet den Geburtstag seines Sohnes benutzt hat, ist zu viel für sie. Gemeinsam mit ihrem Sohn verlässt sie ihn.

Yuri überredet Vitaly, ihn nach Liberia und schließlich nach Sierra Leone zu begleiten. Letzter bekommt jedoch Gewissensbisse, als er sieht, wie die Verhandlungspartner wie Wölfe das Zeltdorf von Zivilisten umkreisen, die mit den Waffen massakriert werden sollen. Vitaly sieht, wie die Soldaten einen flüchtenden Jungen und dessen Mutter, die versucht ihn aufzuhalten, mit Macheten brutal ermorden. Vergeblich versucht er, Yuri dazu zu bringen, den Handel abzubrechen, doch Yuri ist wie immer von solchen Bedenken nicht zu beeindrucken. Daher beginnt Vitaly mit Handgranaten die gelieferten Waffen zu zerstören, wodurch auch der Sohn von Andre Baptiste umkommt. Er wird jedoch nach halbvollendeter Verrichtung dieser Tat erschossen. Das Dorf wird anschließend massakriert, laut Orlov aber auch nur ein Massaker von sechs in jener Woche.

Eine bei der Entfernung der Gewehrkugeln übersehene Kugel in Vitalys Brustkorb führt in New York zu Yuris Festnahme. Zusammen mit den Beweisen aus Orlovs Büro meint Valentine genug gegen ihn in der Hand zu haben. Tatsächlich eröffnet ihm dieser aber, nachdem er von seiner Familie verlassen und von seinen Eltern verstoßen wurde, dass auf Intervention des US-Präsidenten seine Freilassung kurz bevorstehe, denn dieser unterstütze ihn indirekt, weil Orlov mit der Folge der Destabilisierung der betroffenen Regionen die Handel abschließt, die die Vereinigten Staaten nicht offen abschließen können. In der Tat wird Valentine als nächstes von einem hochrangigen Armeeoffizier aufgefordert, Orlov gehen zu lassen.

Dieser fährt nach seinem Tag in Haft fort wie zuvor. In der Schlussszene besticht er bei einer Waffenlieferung Zollbeamte in der Sahara. Der Film endet mit der Information, dass die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Russland und China, die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, die größten Waffenhändler der Welt sind sowie dass der Film auf aktuellen Ereignissen beruht.

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Die Figur von Yuri Orlov ist mehreren echten Waffenschiebern nachempfunden, unter anderem Viktor Bout und Karlheinz Schreiber. Der deutsche und der israelische Geheimdienst hatten auch schon einen Kampfpanzer-Schmuggel nach Israel eingefädelt, die in den Frachtpapieren als „landwirtschaftliche Maschinen“ ausgewiesen wurden [1]. Auch die Methoden der Waffenschieber, wie zum Beispiel Kampfhubschrauber als Rettungshelikopter zu tarnen, stammen zum großen Teil aus der Realität.

Orlov teilt seinen Namen zudem mit einem Menschenrechtsaktivisten aus der ehemaligen Sowjetunion (Yuri Orlov; en:Yuri Orlov) der auf diese Weise geehrt wird. Die vielen Diamanten aus Liberia, die im Film vorkommen, darunter ein unwahrscheinlich großer, erinnern an einen der größten geschliffenen Diamanten mit 189,6 Karat, der im Moskauer Kreml-Museum aufbewahrt wird und nach Graf G. Gigori Grigorjewitsch Orlow benannt wurde, der ihn 1755 Katharina II. schenkte, die ihn in das Zepter der russischen Zaren einsetzte. Einige Quellen geben an, der Orlow-Diamant sei ein Teilstück des Großmoguls, der ebenfalls im klassischen indischen Rosenschliff gearbeitet ist.

Der politische Hintergrund ist realitätsnah. Alle im Film gezeigten Lieferungen finden in tatsächliche Krisengebiete statt. Von dem drogenfinanzierten Contra-Krieg, über die Unterstützung des Bürgerkriegs im Libanon (die Erschießung der Palästinenser lässt auf Seitennahme zugunsten der Christen schließen), bis zu den westafrikanischen Konflikten, die über Blutdiamanten abgewickelt werden, sind auch die Zahlungsmittel weitestgehend glaubwürdig. Der gewaltige Ausverkauf und Diebstahl der ukrainischen Restposten mutet unreal an, doch bis heute fehlen der ukrainischen Flotte Atom-U-Boote. Der Verkauf der U.S. Restposten ist hingegen ein bekannter Fakt (so kann man in den USA billig gebrauchte Granatwerfer erwerben). Des Weiteren steht im Mittelpunkt des Films auch André Baptiste, der Präsident Liberias. Die Ähnlichkeiten mit dem nun auf internationalen Druck hin verdrängten Charles Taylor sind nicht nur optisch mehr als deutlich. Sein streng autoritärer Kurs, sowie seine zahlreichen Verletzungen von Menschenrechten werden angemessen dargestellt. Insbesondere ist seine Unterstützung der barbarischen Revolutionary United Front historisch richtig eingeordnet, und auch die Parteinahme der Amerikaner (Weisz wird wohl bei einer Waffenlieferung an die Rebellen gefasst) für Taylors Gegenspieler. Im Film ist Taylor zuerst als selbsternannter Präsident an die Macht gekommen. Die durchgeführten Wahlen werden im Film stark angezweifelt und Taylor wird Wahlbetrug nachgesagt. Auch ist Taylors Sohn im Gegensatz zu Baptiste nicht bei einer Waffenlieferung zu Tode gekommen, sondern ist momentan in Miami inhaftiert.

Die 3.000 AK-47, die im Film zu sehen sind, sind tatsächlich echte Gewehre. Kalashnikows sind so billig zu kaufen, dass es teurer gewesen wäre, Nachbauten oder Requisiten zu kaufen.

Die Panzer, die in dem Film aneinandergereiht waren, sind echte Exemplare und gehören einem tschechischen Waffenhändler. Dieser drang auf einen schnellen Dreh der Szenen, da er die rund 50 Panzer später an Libyen verkaufen wollte. Vor dem Dreh musste die Produktionsfirma die NATO informieren, damit diese nicht aufgrund von Satellitenaufnahmen des Sets eine reale Kriegssituation vermutete.

Ich persönliche finde den Film so unterhaltsam wie er hier dargestellt wurde. Zwei Stunden Unterhaltung vom feinsten die man jedem Caege-Fan nur ans Herz legen kann

9 / 10

Abenteuer &Johnny Depp &Keira Knightley &Orlando Bloom &Pirat Benjamin on 12 Aug 2006

Fluch der Karibik 2 (Gore Verbinski, USA 2006)

Vor drei Jahren segelte Fluch der Karibik in unsere Kinos und hauchte einem totgeglaubten Genre neues Leben ein. Natürlich nicht auf althergebrachte Weise. Revivalversuche dieser Art sind in den letzten Jahren und Jahrzehten desöfteren gescheitert. Fluch der Karibik ist skuril, abgedreht, witzig, orginell und lebt vor allem von einem: Jack Sparrow, sorry, Captain Jack Sparrow. Ein Hit an den Kinokassen und nach Herr der Ringe III und Nemo der erfolgreichste Film 2003. Was folgen muss ist natürlich klar: Eine Fortsetzung.

So hat es dann drei Jahre später Fluch der Karibik II oder Pirates of the Carribean: Dead Man’s Chest in unsere Kinos geschafft. Und er erlebt das gleiche Phänomen wie der erste Teil, von den Kritikern niedergemacht, beim Zuschauern und an den Kinokassen feiert er Erfolge um Erfolge.

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Und das vollkommen zurecht. Die Story des Films ist zwar manchmal verwirrend und manchmal rätselt man, warum irgendwer was tut und waurm er sich gerade so verhält und vieles wirkt sehr an der Haaren herbeigezogen, aber von einem Piratenfilm erwartet man, dass Seemannsgarn gesponnen wird.
So darf man wieder zwei Stunden lang Jack, Elizabeth und Will dabei zusehen, wie sie von einem Abenteuer ins nächste rutschen und auch sonst treten so gut wie alle Charaktere aus dem ersten Teil wieder ins Rampenlicht.
Seeschlachten, Degengefechte, Tortuga, Verfolgungsjagten auf hoher See, Meeresungeheuer, eine verfluchte Piratencrew, ein Schatz, der Film bietet einfach alles was man sich wünscht. Und das alles mit dem so frischen und belebenden Humor aus dem ersten Teil, auch wenn diesmal das Verhältnis Action – Humor ein wenig mehr in Richtung Action geht.
Der Film fängt, wie der erste Teil, verhältnismäßig ruhig an, gewinnt dann aber immer mehr Tempo, bis sich die Ereignisse überschlagen.

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Zeitgleich mit Fluch der Karibik 3 gedreht, kommt der dritte Teil schon im Mai in die Kinos, etwas, was sich von selbst erklärt, sobald man den zweiten Teil gesehen hat.
Fluch der Karibik 2 ist in allem größer als der erste Teil, mehr Action, mehr CGI, mehr Abenteuer, mehr mehr mehr. Doch er schafft es trotzdem genausoviel Herz zu behalten wie der erste Teil.
Jonny Depps Darstellung des Cpt. Jack Sparrow war nicht ohne Grund für den Oscar nominiert, doch diesmal basiert der Film nich tmehr nur auf ihm. Er steht nicht mehr so sehr im Mittelpunkt des Filmes und meines erarchtens nach hat er auch ein bisschen weniger Screentime. Aber es ist wieder eine Wonne ihm zusehen zu dürfen, wie er Jack darstellt, und in den ersten Szenen hat man wieder die Befürchtung dass Knightley und Bloom wieder Meilen hinter Depps Darstellung zurückbleiben, aber diesmal schaffen es alle Darsteller eine sehr gute bis hervorragende Leistung abzuliefern.
Fluch der Karibik 2 macht Spass, weiß zu unterhalten und erfüllt alle Erwartungen, die man nach dem ersten Teil in ihn gesteckt hat – natürlich nur wenn man ihn auch als Popcorn-Abenteuer-Piratenfilm betrachtet, was er durch und durch ist.

Jack is back – und wir freuen uns alle schon auf den Frühling 2007

9 / 10

Kevin Smith &Komödie Benjamin on 12 Aug 2006

Mallrats (Kevin Smith, USA 1995)

Kevin Smiths zweiter Film, der direkte Vorgänger von Chasing Amy.
Smiths Filme haben sehr viele Elemente die sie verbinden.
Da sind zum einen die immer wiederkehrenden Schauspieler, so z.B. Ben Affleck, Jason Lee, Jason Mewes, Kevin Smith himself und viele andere.
Sie alle treten hier wieder auf, und Gott sei Dank haben Jay und Silent Bob deutlich mehr Screentime als in Chasing Amy.
Kevin Smith ist großer Comic Fan, besitzt selbst einen Comicbuchladen, und sein Charakter Silent Bob ist in diesem Film eine einzige Homage an Comics und an Smith Lieblingsfilme wie z.b. Star Wars und Star Trek. Die Geschichte selbst ist bei diesem Film eher belanglos. Zwei Typen werden von ihren Freundinnen verlassen und hängen jetzt in der Mall rum, um sich abzulenken, stellen dann aber fest, dass abends in der Mall eine Gameshow aufgezeicnet werden soll, die mit ein Trennungsgrund für einen von beiden war, und seine Ex dort auftreten soll, da durch sein mißgeschick die eigentlich für den Platz vorgesehen Dame verstorben ist und nun seine Ex die TV-Show seines Vaters retten soll. Also fassen sie den Plan die Show zu sabotieren und bekommen dabei tatkräftige unterstützung von zahlreichen Freunden wie z.B. Jay und Silent Bob.

Der Film lebt von seinen Dialogen und Anspielungen, welche man von mal zu mal mehr gewichten und wertschätzen kann. Es ist defintiv ein gute Launefilm, zum immer wieder sehen und mit jedem sehen entdeckt man mehr und mehr Szenen die einem gefallen. Vor allem empfehlenswert ist es, sich alle veröffentlichten Smith Filme zeitlich nah hintereinander anzuschauen, da sie ständig auf sich selbst anspielen und sich selbst Parodieren und gewisse Elemente immer wieder vorkommen, und dadurch oftmals erst lustig werden. Dafür muss man natürlich Smith Humor mögen.
Ich mag ihn. Fürs gute Gefühl gibts

7 / 10

Horror Benjamin on 12 Aug 2006

Saw 2 (Darren Lynn Bousman USA 2005)

Ich hab überall gelesen und gehört dass der zweite Saw Teil ebensogut oder besser als der erste sein soll. Leider ist er aus meiner Sicht ein typischer zweiter Teil, der an den ersten nicht wirklich herankommt. Dabei macht die Story zuerst einen sehr intelligenten Eindruck.
Jigsaw hat wieder zugeschlagen. Die Spur des Opfers führt Ermittler Matthews direkt zum Täter und er stellt ihn. Doch er muss feststellen dass Jigsaw seinen Sohn zusammen mit neun anderen Menschen in einem Haus gefangen hält, das mit einem Nervengas durchströmt wird, dass nach drei Stunden beginnt zu wirken.
Und wieder bietet der Ort viele Fallen, aber auch Möglichkeiten dem ganzen zu entkommen. Ein Spiel gegen die Zeit für alle beteiligten beginnt.

Man ist zunächst wirklich gespannt, gerade auf das, was im Haus so vor sich geht, welche Fallen dort warten und welche selbstgeißelungen die Beteiligten diesmal wohl auf sich nehmen müssen. Und allein die erste Sequenz des Films steht voll in der Tradition des ersten, man kann fast gar nicht hinschauen so brutal ist dass, was der arme Mensch dort durchmachen muss. Doch leider sind die Fallen im Haus selbst nicht halb so intelligent, sie sind nicht schockierend. Fast schon zu gewöhnlich, ein Ofen in dem ein Mensch bei lebendigem Leibe verbrennt, wie orginell und beängstigend.

Am meisten nervt der Exknasti Xavier, der einfach nur ein großer Muskelberg ohne Hirn ist und einfach streotypisch durch den Film marschiert und jeden umlegt, der ihm gerade nicht in den Kram passt. Und so plump wie Xavier ist, so plump ist auch die tatsächliche Handlung um das Haus selbst. Er stört wirklich am meisten in dem Film. Man denkt die ganze Zeit, wenn er nicht wäre, könnten die anderen die für sie gestellten Fallen und Rätsel selbst lösen, aber nein, er muss sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten.

Das Ende an sich ist dann wieder relativ intelligent gemacht. Zwar nicht schockierend, aber man hat zumindest die Hoffnung auf einen guten dritten Teil :-)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Film sehr gute Ansätze hat, es aber leider verpasst, diese auch genausogut weiterzuverfolgen. An den Horror und die Spannung des ersten Teils kommt er nicht ansatzweise heran und ist auch nicht halb so schockierend. Für mich ein klassisches Beispiel für einen Horrorfilm wie er nicht sein sollte. Für die guten Ansätze und Ideen und die doch durchaus solide Gestaltung des Dargebotenen gibt es immer noch

5 / 10

Kevin Smith &Komödie Benjamin on 12 Aug 2006

Chasing Amy (Kevin Smith, USA 1996)

Holden und Banky sind Comiczeichner. Ihr neuester Comic ist ein Wahnsinnserfolg. Auf einem Con lernen sie Alyssa kennen. Beide verlieben sich in sie aber beim ersten richtigen Date der drei stellt sich heraus, dass Alyssa Lesbe ist.
Holden und Alyssa verbringen viel Zeit miteinander und kommen sich immer näher, so dass Holden ihr trotzdem seine Liebe gesteht und zu seiner Überraschung stellt sich heraus, dass Alyssa ebenso empfindet.
Als Banky die beiden dann auf seiner Couch erwischt, beginnt der Ärger und Banky’s Eifersucht. Er kramt in ihrer Vergangenheit und findet heraus dass sie mit 37 Männern, einschließlich eines Dreiers in der High School und außerdem mit so ziemlich jeder Lesbe in New Jersey Sex hatte.
Holden hat damit echte Probleme und somit wird ihre noch frische Beziehung auf die Zerreißprobe gestellt.

Kevin Smith ist ja bekannt für seine sehr unterhaltsamen Dialoge, aber so offen und intensiv wurde wohl in noch keinem anderen Film über Oralverkehr und Jungfräulichkeit diskutiert. Die Dialoge erstrecken sich über Minunten und werden dabei zu keiner Zeit langweilig. Der Film lebt im Gegensatz zu früheren Smithfilmen aber nicht nur von seinen Dialogen, die Story wird geschickt in Gang gebracht und an der Liebesgeschichte nimmt man durchaus anteil.
Das einzig ärgerliche ist, dass die beiden heimlichen Helden der Smith Filme, Jay und Silent Bob viel zu kurz kommen und nur einen kurzen Auftritt haben, in den Silent Bob nicht wirklich Silent ist. Von den beiden hätte man sich allerdings viel mehr in dem Film gewünscht,

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Der Film hat auch eine klare Botschaft. Es ist nicht wichtig was die Person die man liebt in seinem Leben vorher getan und getrieben hat, wichtig ist dass was man in dem moment für die Person empfindet. Alte Liebschaften und Beziehungen sollten in einer neuen Beziehung keine Rolle spielen kann und wer nicht akzeptieren, dass Vergangenes vergangen ist, der macht sich seine Beziehung unnötig schwer. Jeder hat Leichen im Keller und in seiner Vergangenheit Dinge getan, die er seinerzeit aus Gründen getan hat, die ihm selbst heute als sinnlos erscheinen würden, aber dass muss man akzeptieren können. Das war Holdens Problem, da Alyssa ein sehr experementierfreudiges Mädchen war und Holdens eigenes Leben im Vergleich dazu eher langweilig war, wodurch Holden Komplexe entwickelt.

Ben Affleck spielt irgendwie wie immer. Ich mag ihn nicht und halte ihn nicht für einen guten Schauspieler. Lediglich wenn er wie hier oder in “Good Will Hunting” den Buddy aus der Mittel/Unterschicht spielt kann man ihn ins Herz schließen. Joey Lauren Adams schafft es auf jeden Fall in jeder Szene ihn an die Wand zu spielen und obwohl ich ihren Typ Frau eigentlich nicht mag, so hat sie doch jede ihrer Szenen fest im Griff und spielt mit sehr viel Einsatz und Hingabe.

Einer der wenigen Filmge die ich gleich zweimal hintereinander gesehen habe und wo das zweite Mal sehen noch genauso unterhaltsam war, wie das erste. Ich muss dringend die anderen Smith Filme der New Jersey-Serie sehen. Für Chasing Amy gibt es eine

8 / 10


Action Benjamin on 12 Aug 2006

Running Scared (Wayne Kramer, USA 2006)

Heute mal wieder durch die Videothek geschlendert auf der Suche nach dem unbekannten Geheimtipp der mir bisher entgangen ist, habe ich diesen Film bei den Neuheiten in der Thrillerabteilung gesehen. Eine Empfehlung von Quentin Tarantino auf dem Cover verleitet mich dazu mir die Beschreibung durchzulesen und die klang durchaus interessant.

Joey ist ein kleines Licht in der großen Mafia, er bekommt den Auftrag eine Waffe zu entsorgen mit der ein paar korrupte Polizisten umgelegt wurden. Beim Verstecken der Waffe in seinem Keller wird er von seinem Sohn und dessen russichen Nachbarsfreund Oleg beobachtet, welche sich ihrerseits im Keller versteckt haben. Oleg nimmt die Waffe heimlich an sich.
Sein Vater ist überaus brutal, sowohl zu ihm, als auch zu seiner Mutter und er behandelt sie beide ziemlich respektlos und in seiner Vorstellung ist der Mann immer noch König und die Frau hat zu folgen. Als der Vater den beiden am Abend zusetzt, schießt Oleg ihn mit der Waffe an und läuft

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Für Joey wird die Lage brenzlig, da die Polizei natürlich anfängt zu ermitteln und wenn rauskommt, welchen Ursprung die Waffe hat werden Joey und seine Mafia Kollegen richtig ärger bekommen, also beginnt die Suche nach Oleg, wobei Joey immer tiefer in den Mafiasumpf hineingezogen wird.

“Running Scared” hat ein angemessenes Erzähltempo und Actionszenen vom Feinsten, wie man sie in so einem Gangstermovie erwartet. Auch die Story macht in der ersten Hälfte des Filmes noch Sinn und lässt einen mitfiebern, aber ab der zweiten Hälfte des Filmes, wo der Film eignetlich auch hätte vorbei sein können, wird alles etwas verwirrend und im Grunde überflüssig.
Für Genrefans ist dieser Film sicher eine Bereicherung, ich fand ihn anfangs packend nach einiger Zeit habe ich aber das Interesse an der Story verloren. Kann man sich durchaus ankucken, man hat aber keine Offenbarung keinen Magic Moment der Kinogeschichte verpasst, wenn man ihn nicht gesehen hat.

Horror &TopFilm Benjamin on 12 Aug 2006

Saw (James Wan, USA 2004)

Was für ein krasser Film. Richtig, richtig krass. Meine Erwartungen an ihn waren ja nicht sehr hoch, aber er ist wirklich krass. Und defintiv nichts für schwache Gemüter, der Film ist absolut einer der härtesten die ich kenne. Aber gut. Ziemlich gut gemacht, Spannung ist die ganze Zeit vorhanden, die Geschichte wird durch Rückblenden und Zwischensequenzen “aufgelockert” spannend erzählt.
Saw ist wohl der orginellste und am intelligentesten gemachte Horror-Thriller der letzten Jahre. Ein wahrer Schocker. Und wie ich nochmal betonen möchte, definitiv nichts für schwache nerven. Und was das eigentlich absurde dabei ist, dieser Film ist im Prinzip eine einzige Hommage an das Leben:
Ein Serienkiller hat eine ziemlich perfide Art des Tötens. Er bringt seine Opfer in Situationen in denen sie sich selbst extremste unmenschliche Schmerzen zufügen müssen, oder eine andere Person in ihrer Nähe auf primitivste Weise töten zu müssen, um einen Ausweg aus ihrerer Situation zu finden. Bringen sie es in einer mal kürzeren, mal länger bemessenen Zeitspanne übers Herz, dieses unsägliche Leid zuzufügen, sterben sie selbst auf brutalste Art und Weise. Die Opfer sind nach Ansicht des Täters Menschen, die das Leben nicht zu schätzen wissen, er wählt sie aus, damit sie das Leben zu schätzen lernen.

 

So auch Adam und Gordon. Die beiden wachen in einem alten mordierten heruntergekommenen Badezimmer auf und sind jeder in einer Ecke mit Eisenketten an Rohre gebunden. Zwischen ihnen liegt ein Mann in einer Blutlache mit einem Revolver und einem Abspielgerät in der Hand, offenbar hat er Selbstmord begangen. In ihren Hosentaschen finden sie Tonbänder. Gordon bekommt die Anweisung Adam binnen 8 Stunden zu töten, anderfalls wird seine Familie ermordet, außerdem gibt es im Raum Hilfsmittel versteckt. So finden sie in einem Versteck Sägen … Knochensägen, gänzlich ungeeignet Ketten zu zersägen, aber bestens geeignet den Fuß an dem die Kette befestigt ist abzusägen….

In Rückblenden und Zwischensequenzen wird die Geschichte der Polizisten Tapp und Sing erzählt, welche sich auf der Spur des Mörders befinden. Sie sind im gefährlich nahe, doch es gelingt ihm, den beiden zu entwischen. Bei der Flucht kommt Sing ums Leben, woraufhin sich Tapp immer weiter in die Verfolung reinsteigert…

Der Film hat mich gerade Anfangs sehr an Cube erinnert. Menschen sind auf begrenzten Raum in einer auswegslos scheinenden Situation gefangen zu sein, ohne zu wissen wie sie dort hineingekommen sind. Der Film verliert zu keiner Minute an Spannung und auch das Ende bietet nochmals einige überraschende Wendungen.
Saw ist wirklich Horror vom feinsten und sei jedem Horrorfan nur wärmstens ans Herz gelegt. Das Horrorgenre ist eigentlich nicht so meins, aber dieser Film erfüllt alles, was ich mir von einem Horrorfilm erwarte. Und das scheint nicht nur mir so zu gehen, bei einem Budget von 1,2 Mio $ hat der Film weltweit 106 Mio$ an den Kinokassen eingespielt … und Saw 2 soll noch krasser sein …

10 / 10

Reese Witherspoon &Romanze Benjamin on 11 Aug 2006

Solange du da bist (Mark S. Waters, USA 2005)

David zieht in sein neues Appartment doch auf einmal steht nachts Elizabeth vor ihm, die ihn aus ihrem Appartement vertreiben will. Nach zahlreichen Streitereien über die Besitzverhältnisse der Wohnung stellt sich heraus dass Elizabeth nicht wirklich stofflich ist und nur Dave sie sehen kann.
Elizabeth weiß über sich selbst leider auch nichts mehr, ihre Erinnerungen beschränken sich an die Wohnung. Also beginnen die beiden herauszufinden, wer Elizabeth wirklich ist oder war, und mache dabei eine erschreckende Entdeckung und sie stellen fest, dass ihnen die Zeit davonläuft…

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Eine süße kleine Liebesromanze, in der die ganz großen Gefühle leider ausbleiben. Reese Witherspoon die zuletzt in “Walk The Line” zu bezaubern wusste wirkt in diesem Film etwas distanziert. Mark Ruffalo bekommt auch keine wirkliche Gelegenheit zu zeigen was ihn ihm steckt, dazu bietet der Film einfach von der Story hier zu wenig. Fans von Liebesromanzen werden sicher ihre Freude an diesem Film haben, mich hat er auch bei erstmaligem sehen 90 Minuten lang gut unterhalten, aber eine Offenbarung ist dieser Film wahrlich nicht. Kein Vergleich zu Before Sunrise / Sunset oder High Fidelity.

5 / 10

Drama &Penelope Cruz Benjamin on 11 Aug 2006

Volver (Pedro Almodóvar, Spanien 2006)

Volver zeigt Penelope Cruz in ihrer sicherlich bisher besten Rolle. Zwar sticht sie auch diesmal durch optische Reize hervor (“Mit deinem Ausschnitt und meinen Cocktails können wir ne Million machen”), aber Almodóvar versteht es, sie gekonnt in Szene zu setzen und ihr die Möglichkeit zu geben, was schauspielerisch in ihr steckt. Aber dieser Film gehört nicht Cruz alleine, er hat nicht umsonst in Cannes den Preis für das beste weibliche Ensemble erhalten. Lola Duenas, welche schon in “Das Meer in mir” glänzte, spielt hier Raimundas (Cruz) anfangs eher unscheinbare Schwester, welche einige sehr starke Szenen hat und laut Spiegel.de der eigentliche weibliche Star des Films ist. Yohana Cobo zeigt für ihr recht junges Alter schon sehr viel Haut, und Carmen Maura verkörpert den Fleisch gewordenen Geist der Geschwister Raimunda und Sole, sie hat in jeder ihrer Szenen eine selten zu sehende Präsenz.

Der Film zeigt Frauen, die sich, typisch für Almodóvar mit sehr skurillen Problemen des Alltags herumschlagen müssen, sei es nun die zu beseitigende Leiche des Mannes in der Küche, welche in der Gefriertruhe eines Restaurants gelagert wird, welches eigentlich geschlossen ist und für das Raimunda den Schlüssel hat, um es zu besuchern zu zeigen, welches sie aber kurzerhand wieder in Betrieb nimmt und ein Filmteam bewirtet oder aber die tote Frau Mutter auf einmal hochlebendig im Kofferraum des Autos.

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Der Film spiegelt den Kontrast zwischen dem Dorf, wo die Menschen abergläubisch sind, man sein Grab schon zu lebzeiten kauft und pflegt und putzt, und man den kranken Menschen aus der Nachbarschaft hilft und der großen Stadt, in die Raimunda gezogen ist, wo das Leben hektischer und weniger idyllisch ist.
Der Film ist für Almodóvars Verhätlnisse recht wenig skuril, einges wirkt zwar am Anfang seltsam, aber im Laufe des Filmes stellt es sich dann als weniger skuril heraus als anfangs geglaubt.

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Es macht Spass den Frauen zuschauen wie sie mit eisernem Willen den Widrigkeiten des Alltags und sogar Gevatter Tot begegnen und wie sie ihre eigenen Lebensgeschichten aufarbeiten und verarbeiten. Und in dieser Familie gibt es viel aufzuarbeiten.
Männer spielen in diesem Film quasi gar keine Rolle, entweder sterben sie oder sie verschwinden einfach, trotzdem ist dieser Film auch als Mann sehenswert.
Mir hat er gefallen, es war mein erster Almodóvar Film und demnächst wird sicher “Alles über meine Mutter” folgen. Freunden von guten Filmen und Fans von Penelope Cruz kann man diesen Film nur wärmstens ans Herz legen, mich hat zwei Stunden lang sehr gut unterhalten und darum gibt es von mir auch eine absolute Empfehlung für diesen Film.

9 / 10

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