Drama &Penelope Cruz Benjamin on 11 Aug 2006 03:36 pm

Volver (Pedro Almodóvar, Spanien 2006)

Volver zeigt Penelope Cruz in ihrer sicherlich bisher besten Rolle. Zwar sticht sie auch diesmal durch optische Reize hervor (“Mit deinem Ausschnitt und meinen Cocktails können wir ne Million machen”), aber Almodóvar versteht es, sie gekonnt in Szene zu setzen und ihr die Möglichkeit zu geben, was schauspielerisch in ihr steckt. Aber dieser Film gehört nicht Cruz alleine, er hat nicht umsonst in Cannes den Preis für das beste weibliche Ensemble erhalten. Lola Duenas, welche schon in “Das Meer in mir” glänzte, spielt hier Raimundas (Cruz) anfangs eher unscheinbare Schwester, welche einige sehr starke Szenen hat und laut Spiegel.de der eigentliche weibliche Star des Films ist. Yohana Cobo zeigt für ihr recht junges Alter schon sehr viel Haut, und Carmen Maura verkörpert den Fleisch gewordenen Geist der Geschwister Raimunda und Sole, sie hat in jeder ihrer Szenen eine selten zu sehende Präsenz.

Der Film zeigt Frauen, die sich, typisch für Almodóvar mit sehr skurillen Problemen des Alltags herumschlagen müssen, sei es nun die zu beseitigende Leiche des Mannes in der Küche, welche in der Gefriertruhe eines Restaurants gelagert wird, welches eigentlich geschlossen ist und für das Raimunda den Schlüssel hat, um es zu besuchern zu zeigen, welches sie aber kurzerhand wieder in Betrieb nimmt und ein Filmteam bewirtet oder aber die tote Frau Mutter auf einmal hochlebendig im Kofferraum des Autos.

IPB Bild

Der Film spiegelt den Kontrast zwischen dem Dorf, wo die Menschen abergläubisch sind, man sein Grab schon zu lebzeiten kauft und pflegt und putzt, und man den kranken Menschen aus der Nachbarschaft hilft und der großen Stadt, in die Raimunda gezogen ist, wo das Leben hektischer und weniger idyllisch ist.
Der Film ist für Almodóvars Verhätlnisse recht wenig skuril, einges wirkt zwar am Anfang seltsam, aber im Laufe des Filmes stellt es sich dann als weniger skuril heraus als anfangs geglaubt.

IPB Bild

Es macht Spass den Frauen zuschauen wie sie mit eisernem Willen den Widrigkeiten des Alltags und sogar Gevatter Tot begegnen und wie sie ihre eigenen Lebensgeschichten aufarbeiten und verarbeiten. Und in dieser Familie gibt es viel aufzuarbeiten.
Männer spielen in diesem Film quasi gar keine Rolle, entweder sterben sie oder sie verschwinden einfach, trotzdem ist dieser Film auch als Mann sehenswert.
Mir hat er gefallen, es war mein erster Almodóvar Film und demnächst wird sicher “Alles über meine Mutter” folgen. Freunden von guten Filmen und Fans von Penelope Cruz kann man diesen Film nur wärmstens ans Herz legen, mich hat zwei Stunden lang sehr gut unterhalten und darum gibt es von mir auch eine absolute Empfehlung für diesen Film.

9 / 10

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