Monthly Archive for "August 2006"



Abenteuer &Bill Murray &Komödie Benjamin on 11 Aug 2006

Die Tiefseetaucher (Wes Anderson, USA/Italien, 2004)

Komischer Film. Wirkt irgendwie sehr comichaft. Und Bill Murray wirkt in diesem Film sehr passend. Auf imdb.com findet man eignetlich durchweg nur gute und positive Kritiken zu dem Film. Nun schlecht ist er nicht. Aber irgendwie doch relativ belanglos. Vielleicht lags auch an der deutschen Synchro aber ich glaube nicht, dass der Film auf englisch groß anders gewirkt hätte.
Owen Wilson spielt man nicht ganz deppert wie sonst immer, er bleibt eigentlich ziemlich im Hintergrund, die Vater-Sohn-Geschichte, die beide die gleiche Frau begehren wirkt auch ziemlich belanglos. Ich hab den Film auch nur als lückenfüller zwischendurch gesehen.
Der Film hat Atmosphäre, der comicartige-phantasie-Stil weiß durchaus zu fesseln. Aber große Begeisterungsstürme hat er nicht wirklich ausgelöst und wird er denke ich auch in Zukunft nicht auslösen

5 / 10

Drama &Steven Spielberg Benjamin on 04 Aug 2006

München (Steven Spielberg, USA 2005)

Während der Olympischen Spiele 1974 nimmt eine palästinensische Terrorgruppe die israelischen Sportler als Geisel. Bei der Befreiungsaktion auf dem Flughafen kommen alle Geiseln, sowie ein großteil der Attentäter ums Leben. Das sind die realen Grundlagen, die den Stoff für den Film bieten und die während der ersten 10 Minuten dargestellt werden. Keine lange Vorgeschichte, man ist sofort mitten drin im Geschehen.
Ab hier beginnt Spielberg die Geschichte weiterzuspinnen. Der Mossad schickt, natürlich inoffiziell, eine Reihe nicht voneinanderwissender Spezialtrupps aus, welche die Attentäter eleminieren sollen, um ein Zeichen zu setzen.

Man bekommt hier ein 2 1/2 Stunden langes Rachedrama vorgesetzt, welches es schafft, zu keiner Zeit langweilig zu werden. Der Film schafft es packende und spannenden Atmosphäre zu schaffen. Das israelische Team besteht aus 5 Menschen, die im Prinzip alle einfache Bürger sind, die zwar ihre Spezialfähigkeiten haben, aber keineswegs auf solche Einsätze trainiert sind. So spielen auch moralische Bedenken immer wieder eine Rolle und man durchlebt mit der Gruppe ihr zusammenwachsen.
Nach und nach wird einer der elf Attentatsplaner nach dem anderen ausgeschaltet, doch schließlich werden die Jäger selbst zu gejagten. Spielberg zeigt hier deutlich auf, welchen Sinn und Zweck des Bekämpfen von Terrorismus mit Hilfe von Terror hat und zu welchem Ziel es führt, nämlich zu keinem. Der Grad zwischen Recht und Unrecht, Rache und Moral ist sehr schmal und eignetlich fast gar nicht vorhanden. Je nach Standpunkt kann jeder als Attentäter oder Heimatverteidiger angesehen werden, es kommt immer auf den persönlichen Standpunkt an.

Der Cast kommt komplett ohne Superstar aus, Eric Bana und Daniel Craig sind sicher Stars, aber der Film kommt vollkommen ohne aus. Natürlich bleiben die Charaktere dünn und eindimensional aber man erwartet bei einem Spielbergfilm auch selten Charakterstudien.
Für mich ist der Film allerdings trotzdem einer der besten Spielbergs seit Schindlers Liste. Das einzige, was man dem Film vielleciht wirklich vorwerfen kann, ist dass er das Münchener Attentat nur als Aufhänger nimmt. Zwar wird immer wieder im Laufe des Films auf das Attentat in Form von Avners Träumen darauf eingangen, aber man hat den Eindruck, dass dies nur der Vollständigkeit dient. Ansonsten dreht sich der Film wirklich komplett auf die Jagd nach den Attentäter und letzendlich um die Auswirkungen dieser Jagd auf die Jäger, die zum Ende selbst zu gejagten werden, wobei es weniger ein Rachefilm ist, sondern hier vielmehr die Anfänge des modernen Terrorismus gezeigt werden, Spielbergisch inspiriert.

Handwerklich ist der Film, wie man es von Spielberg erwartet natürlich perfekt umgesetzt, gute Ausstattung, guter Sound, 1a Kamera und auch die Länge merkt man ihm beim ersten sehen nicht an. Durchaus also das richtige für einen gemütlichen Videoabend.

8.5 / 10

Drama Benjamin on 04 Aug 2006

Haus aus Sand und Nebel (Vadim Perelman, USA, 2003)

Ein komischer Film. Seit gut zwei Jahren habe ich darauf gewartet ihn zu sehen. Das erste mal bin ich bei der Oscarverleihung 2004 auf ihn aufmerksam geworden, wo er für zahlreiche, durchaus wichtige Oscars nominiert war, etwa für die beste männliche Haupt- sowie die beste weibliche Nebenrolle, und ich glaube auch für den besten Film, bestes Drehbuch und einige andere. Auch wenn man ja immer sagt, dass die Oscars nicht so viel zu sagen haben, seitdem ich die Oscars verfolge, also seit gut fünf Jahren, waren doch immer sehr gute Filme dabei und eine Oscarnominierung spricht meistens für einen Film.
So wollte ich dann diesen Film auch sehr bald sehen, doch er kam und kam nicht. Den Kinostart hier habe ich wohl vollkommen verpasst, so er denn überhaupt lief und vor einem guten dreiviertel Jahr ist er dann endlich auf DVD erschienen und ich habe ihn mir natürlich auch gleich geholt, doch war nie wirklich in der Stimmung ihn zu sehen, da ich wusste, dass mich voraussichtlich ein eher ruhiger Darstellerfilm erwartet.
So bin ich nach all der langen Zeit dann heute endlich dazu gekommen ihn zu sehen und ich muss sagen, es ist ein sehr merkwürdiger Film.
Ein Film, der sehr lange braucht um seinen “Charme” zu entfalten. Charme in Anführungszeichen weil der Film eigentlich keinen hat. Es gibt keinen Helden, keinen direkten Sympathieträger, es gibt kein gut, kein Böse und eignetlich wenig was eine Verbindung zu den Charakteren herstellt.

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Die Rahmenhandlung gibt ein Haus vor.
Dieses Haus hat Kathy (Jennifer Connelly) von ihrem Vater geerbt, der es 30 Jahre lang abbezahlt hat. Kathy war Alkoholikerin und wie sie dieses Problem überwunden hat, ob durch Therapie oder in Eigenarbeit wird nicht ganz deutlich, doch sie scheint die letzten Monate in einer Art Winterschlaf in ihrem eigenen Haus verbracht zu haben.
Dadurch, dass sie ihre Post nicht geöffnet hat, ist ihr entgangen, dass der Staat ihr Haus zwangsversteigern will, da sie die Gewerbesteuer nicht gezahlt hat. Was sich allerdings als juristischer Irrtum herausstellt, da Kathy gar kein Haus hat. Doch die Fristen zum Einspruch sind längst verstrichen und so wird das Haus zwangsversteigert und Kathy wird zwangsgeräumt.
Behrani ersteigert es für einen Schnäppchenpreis. Er ist ein ca. 50 jähriger Familienvater einer vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchteten Familie. Dort war er Colonel unter der Shah und musste nach Absetzung des Regimes aus dem Land flüchten. In den USA fristet er ein eher erbärmliches Unterschichtendasein, als Straßenarbeiter tagsüber und als Snackverkäufer in der Nacht.
Doch er tut alles, um den Schein zu wahren einen gepflegten Lebenstil zu hegen und so wird nach der Arbeit erstmal der Anzug angelegt und man kehrt zur Familie im teuren Appartment zurück.
Dieses neue Haus ist für ihn ein Glücksgriff. Er will es renovieren, seinen Wert durch einige umbauarbeiten erhöhen und dann mit 400 – 500 % Gewinnsteigerung wieder verkaufen und so seiner Familie endgültig ein standesgemäßes Leben bieten.

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So entwickelt sich ein Kampf um das Haus, Kathy möchte um jeden Preis das Erbe ihres Vaters, dass ihr zu unrecht genommen wurde wieder zurückhaben, wobei sie tatkräftige Unterstützung des Deputies des Counties erhält mit dem sich eine Liebesaffäre entwickelt, auf der anderen Seite der stolze Behrani, der in diesem Haus die Chance für seine Famile sieht, die er auf jeden Fall nutzen möchte. Anfangs gibt es noch die Versuche, dass ganze auf normalen Wege zu lösen, nimmt die Geschichte bald einen höchst dramatischem Verlauf, der zu einem mehr als tragischen Ende führt …

Die ganze Geschichte zieht einen irgendwann in ihren Bann, aber der Film braucht ewig, um seine Wirkung zu entfalten. Es dauert über eine Stunde, bis sich die beiden Hauptdarsteller das erste Mal sehen. Vor dem sehen des Filmes dachte ich es würde um die Beziehung zwischen Kathy und Behrani gehen, aber die beiden kommen erst gegen Ende mehr miteinander in Kontakt doch es ist immer eine eiserne Distanz zwischen beiden. Anfangs ist der Film wirklich sehr langatmig und weiß nicht wirklich zu fesseln. Nach einer Stunde Film fragt man sich ernsthaft, was in der nächsten Stunde noch passieren soll. Hält man durch, wird man mit einem guten Ende belohnt, ein Ende bei dem Ben Kingsley voll aufblüht.

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Was dem Film auch fehlt ist wie eingangs schon erwähnt ein Symphathieträger. Bei Kathy versucht man, die Symphathien über die Tote-Vater-Story zu wecken, aber leider reicht dass nicht aus um eine Bindung aufzubauen und mit Behrani kann man erst ganz gegen Ende aus nachvollziebahren Gründe Gefühle aufbauen. Ansonsten gibt es in diesem Film keinen guten und keinen bösen, kein schwarz und kein weiß.
Das ist vielleicht auch ganz gut so, denn im Leben gibt es auch kein wirkliches gut und kein wirkliches böse. Aber die ganze Psychologie hinter der Geschichte wirkt leider nicht sehr aus dem Leben gegriffen. Zumindest nicht hinter dem Leben des durchschnittlichen Kinogängers. Wegen dem Ende gibt es aber dennoch eine

7 / 10

Biopic Benjamin on 03 Aug 2006

Capote (Bennett Miller, USA, 2005)

Für die Darstellung des Trueman Capote erhielt Philip Seymour Hoffman, den man bisher eher als blassen Nebendarsteller in zahlreichen bekannten Filmen kennengelernt hat, den Oscar für die beste männliche Hauptrolle 2006. Und dies wahrhaft zurecht. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und Hoffman schafft es in einer überzeugenden Darstellung den Zuschauer glauben zu lassen, dass er wahrlich Capote sei.

Capote ist ein Homosexueller, der als Autor für die New York Times arbeitet. Er soll einen Artikel über einen Mord einer Familie in einem Dorf in Kansas verfassen.
Bei den Recherchen zu dem Artikel geht er so in dem Fall auf, dass er bald erkennt, dass der Stoff nicht für einen kurzen Artikel reicht, er nimmt sich vor, ein Buch über diesen Fall zu schreiben. Dieser Roman wäre einer der ersten nicht-fiktionalen Romane, die überhaupt geschrieben wurden.
Durch seine sehr eigenwillige, exentrische Art hat er Schwierigkeiten direkt mit den Bewohnern des Dorfes in Kontakt zu treten, dafür hat er eine Vetraute, Catherine Keener dabei.
Er selbst knüpft sehr schnell Kontakt zu den beiden in der Todeszelle sitzenden Mördern. Capote möchte mehr über die Charaktere und Hintergründe der beiden in Erfahrung bringen und den Menschen hinter dem Mörder zeigen. Dadurch entwickelt sich sehr schnell eine Freundschaft zwischen Capote und den beiden.
Er hilft ihnen, gute Anwälte zu finden in der Hoffnung auf erfolgreiche Berufungsverfahren. So bekommt er weiterhin Zeit, sein Buch zu schreiben und weiter zu recherchieren.
Sein Buch wird jedoch kein Ende finden, wenn die beiden nicht tatsächlich hingerichtet werden. So sitzt Capote in einer Zwickmühle in der sich zeigt, ob er eine wirkliche Freundschaft zu den beiden aufgebaut hat, oder ob ihm der Erfolg seines Buches wichtiger ist ….

8/10

DDR &Deutsch &Drama Benjamin on 03 Aug 2006

Das Leben der Anderen (Florian Henckel von Donnersmarck, Deutschland, 2006)

Die DDR im Jahre 1984. Vom nahen Ende der Republik scheint keiner der beteiligten Personen etwas zu ahnen. Georg Dreyman ist Schriftsteller, schreibt Bücher und Theaterstücke und ist mit der attraktiven Schauspielerin Christa-Maria Sieland liiert. Er ist einer der Autoren, von denen es in der DDR wenige gibt, dessen Werke bisher absolut linienkonform waren, ein Vorzeigeautor des Ostregimes.
Georg Wiesler ist Stasi-Hauptmann, seines Zeichens Ver- und Abhörspezialist. Er bekommt von seinem Jugendfreund und Vorgesetzten, Oberstleutnant Anton Gubritz den Auftrag Dreyman zu bespitzeln, da seine Makelosigkeit in der Parteispitze bezweifelt wird.
So wird die Wohnung Dreymanns komplett verwanzt und Wiesler persönlich übernimmt und überwacht die Abhöraktion. Somit wird er Bestandteil des Lebens von Dreyman und Sieland. Und dieses Leben nimmt zunehmend Einfluß auf ihn.

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Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, das Sieland eine Affäre mit dem Kulturminister Bruno Hempf hat. Es ist viel weniger eine Affäre, als das Hempf Sieland begehrt und es in seiner Macht liegt zu bestimmen, wer auf Ostdeutschen Bühnen spielt und wer nicht. Und diese Macht nutzt er aus, um Sieland zu einer Affäre mit ihm zu zwingen. Wiesler erkennt dass sein Auftrag nicht höheren ideologischen Staatsmotiven dient sondern dass er lediglich benutzt wird um Material gegen Dreyman zu finden, damit Hempf sich seines lästigen Konkurrenten entledigen kann.

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Diese Ereginisse beginnen, Wiesler zu verändern. Auf der einen Seite ist er fasziniert von den Persönlichkeiten und Ansichten Dreymans und Sielands. Er selbst ist seit Jahren Single und von dieser Liebe und den Ansichten der beiden fasziniert. Auf der anderen Seite zerstört der niedere Hintergrund seines Auftrages viele seiner politischen Überzeugungen. Er beginnt Symphathien für Dreymann zu empfinden und als dieser schließlich unter anonymen Namen einen Artikel über Selbstmorde in der DDR im Spiegel veröffentlichen will sorgt Wiesler dafür, dass der an der Observierung beteiligte Kollege abgezogen, und Wiesler allein die Überwachung übernimmt. Von nun an deckt er Dreyman, schreibt in seine Berichte belanglose Dinge und tarnt die konspirative Arbeit am Selbstmordartikel als Theaterstück anlässlich des 40. Jahrestages der DDR und erfindet, mangels realer Vorlage, eigene Akte dieses Stückes.
Da Wieslers Arbeit keine Ergebnisse vorweist, beginnt Hempf ungeduldig zu werden, zumal Wiesler dafür gesorgt hat, dass Sieland Hempf eine Abfuhr erteilt. Sieland wird inhaftiert und es droht alles aufzufliegen: Der wahre Autor des Spiegelartikels, sowie Wieslers Vertuschungsaktionen ….

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Filme wie Goodbye, Lenin und Sonnenallee haben der Ostalgie mit Humor gefrönt, Das “Leben der Anderen” hingegen ist ein Thriller erster Güte. Man mag es fast nicht glauben dass ein Film der in sich so stimmig ist und der es vermag eine solche Atmosphäre und Spannung zu erzeugen aus deutscher Produktion stammt. Bei “Das Leben der Anderen” handelt es sich sicher um einen der besten deutschen Filme seit “Das Experiment”.

Wieslers Wandlung wird dem Zuschauer sehr subtil übermittel. Wiesler ist ein Einzelgänger, ein Mensch ohne Frau, ohne Kinder, ohne viele Freunde außerhalb seines Arbeitsfeldes. Über die Veränderungen die die Observation, genauer der Operative Vorgang (OV) in ihm auslöst kann er mit niemanden reden. Seine neuen Sichtweisen spiegeln sich primär in seinem veränderten Verhalten seinen Mitmenschen gegenüber wieder. Das ist es, wovon der Film lebt. Seine großartigen Schauspieler, die es schaffen Emotionen, Stimmungen und ganze Wesenswandlungen nur über Blicke und Mimik darzustellen. Es muss nicht viel geredet werden, in den Gesichtern der Beteiligten kann man alles wesentliche ablesen.

Von mir gibt es für diesen Film eine klare

9/10

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