Ein komischer Film. Seit gut zwei Jahren habe ich darauf gewartet ihn zu sehen. Das erste mal bin ich bei der Oscarverleihung 2004 auf ihn aufmerksam geworden, wo er für zahlreiche, durchaus wichtige Oscars nominiert war, etwa für die beste männliche Haupt- sowie die beste weibliche Nebenrolle, und ich glaube auch für den besten Film, bestes Drehbuch und einige andere. Auch wenn man ja immer sagt, dass die Oscars nicht so viel zu sagen haben, seitdem ich die Oscars verfolge, also seit gut fünf Jahren, waren doch immer sehr gute Filme dabei und eine Oscarnominierung spricht meistens für einen Film.
So wollte ich dann diesen Film auch sehr bald sehen, doch er kam und kam nicht. Den Kinostart hier habe ich wohl vollkommen verpasst, so er denn überhaupt lief und vor einem guten dreiviertel Jahr ist er dann endlich auf DVD erschienen und ich habe ihn mir natürlich auch gleich geholt, doch war nie wirklich in der Stimmung ihn zu sehen, da ich wusste, dass mich voraussichtlich ein eher ruhiger Darstellerfilm erwartet.
So bin ich nach all der langen Zeit dann heute endlich dazu gekommen ihn zu sehen und ich muss sagen, es ist ein sehr merkwürdiger Film.
Ein Film, der sehr lange braucht um seinen “Charme” zu entfalten. Charme in Anführungszeichen weil der Film eigentlich keinen hat. Es gibt keinen Helden, keinen direkten Sympathieträger, es gibt kein gut, kein Böse und eignetlich wenig was eine Verbindung zu den Charakteren herstellt.

Die Rahmenhandlung gibt ein Haus vor.
Dieses Haus hat Kathy (Jennifer Connelly) von ihrem Vater geerbt, der es 30 Jahre lang abbezahlt hat. Kathy war Alkoholikerin und wie sie dieses Problem überwunden hat, ob durch Therapie oder in Eigenarbeit wird nicht ganz deutlich, doch sie scheint die letzten Monate in einer Art Winterschlaf in ihrem eigenen Haus verbracht zu haben.
Dadurch, dass sie ihre Post nicht geöffnet hat, ist ihr entgangen, dass der Staat ihr Haus zwangsversteigern will, da sie die Gewerbesteuer nicht gezahlt hat. Was sich allerdings als juristischer Irrtum herausstellt, da Kathy gar kein Haus hat. Doch die Fristen zum Einspruch sind längst verstrichen und so wird das Haus zwangsversteigert und Kathy wird zwangsgeräumt.
Behrani ersteigert es für einen Schnäppchenpreis. Er ist ein ca. 50 jähriger Familienvater einer vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchteten Familie. Dort war er Colonel unter der Shah und musste nach Absetzung des Regimes aus dem Land flüchten. In den USA fristet er ein eher erbärmliches Unterschichtendasein, als Straßenarbeiter tagsüber und als Snackverkäufer in der Nacht.
Doch er tut alles, um den Schein zu wahren einen gepflegten Lebenstil zu hegen und so wird nach der Arbeit erstmal der Anzug angelegt und man kehrt zur Familie im teuren Appartment zurück.
Dieses neue Haus ist für ihn ein Glücksgriff. Er will es renovieren, seinen Wert durch einige umbauarbeiten erhöhen und dann mit 400 – 500 % Gewinnsteigerung wieder verkaufen und so seiner Familie endgültig ein standesgemäßes Leben bieten.

So entwickelt sich ein Kampf um das Haus, Kathy möchte um jeden Preis das Erbe ihres Vaters, dass ihr zu unrecht genommen wurde wieder zurückhaben, wobei sie tatkräftige Unterstützung des Deputies des Counties erhält mit dem sich eine Liebesaffäre entwickelt, auf der anderen Seite der stolze Behrani, der in diesem Haus die Chance für seine Famile sieht, die er auf jeden Fall nutzen möchte. Anfangs gibt es noch die Versuche, dass ganze auf normalen Wege zu lösen, nimmt die Geschichte bald einen höchst dramatischem Verlauf, der zu einem mehr als tragischen Ende führt …
Die ganze Geschichte zieht einen irgendwann in ihren Bann, aber der Film braucht ewig, um seine Wirkung zu entfalten. Es dauert über eine Stunde, bis sich die beiden Hauptdarsteller das erste Mal sehen. Vor dem sehen des Filmes dachte ich es würde um die Beziehung zwischen Kathy und Behrani gehen, aber die beiden kommen erst gegen Ende mehr miteinander in Kontakt doch es ist immer eine eiserne Distanz zwischen beiden. Anfangs ist der Film wirklich sehr langatmig und weiß nicht wirklich zu fesseln. Nach einer Stunde Film fragt man sich ernsthaft, was in der nächsten Stunde noch passieren soll. Hält man durch, wird man mit einem guten Ende belohnt, ein Ende bei dem Ben Kingsley voll aufblüht.

Was dem Film auch fehlt ist wie eingangs schon erwähnt ein Symphathieträger. Bei Kathy versucht man, die Symphathien über die Tote-Vater-Story zu wecken, aber leider reicht dass nicht aus um eine Bindung aufzubauen und mit Behrani kann man erst ganz gegen Ende aus nachvollziebahren Gründe Gefühle aufbauen. Ansonsten gibt es in diesem Film keinen guten und keinen bösen, kein schwarz und kein weiß.
Das ist vielleicht auch ganz gut so, denn im Leben gibt es auch kein wirkliches gut und kein wirkliches böse. Aber die ganze Psychologie hinter der Geschichte wirkt leider nicht sehr aus dem Leben gegriffen. Zumindest nicht hinter dem Leben des durchschnittlichen Kinogängers. Wegen dem Ende gibt es aber dennoch eine
7 / 10