Monthly Archive for "Oktober 2006"



Tanzfilm Benjamin on 31 Okt 2006

Step Up (Anne Fletcher, USA 2006)

Der Vorteil wenn man im Kino arbeitet ist, dass man jeden Film umsonst sehen kann.
Der Nachteil ist dass man nur in Filme kommt, die mindestens einen zahlenden Gast haben.
Als Fan von Spätvorstellungen ist das unter der Woche allerdings oft problematisch, so wollte heute niemand in der Spätvorstellung “The Guardian – Jede Sekunde zählt” sehen.
Der Vorteil dieses Nachteils ist, dass man dann ja schonmal im Kino ist, und da es ja nichts kostet dann auch mal auf einen Film ausweicht, den man eigentlich nie sehen wollte, so dass ich mir dann auf Wunsch meiner weiblichen Begleitung Step Up angesehen habe. Ein Film den ich sonst sicher nie gesehen hätte.

Aber es war sicher keine verschenkte Zeit. Ein Tanzfilm über zwei Menschen aus unterschiedlichen Welten. Er ist der arme Typ aus der Vorstadt, der Street Dance lebt, aber es im Leben bisher zu nichts gebracht hat und auch noch nie irgendwas zu Ende gebracht. Beim nächtlichen Einbruch in eine Kunstakademie verwüsten er und seine Freunde die Aula, woraufhin er 200 Sozialstunden in dieser Schule ableisten muss.
Sie ist das reiche Mädchen, das auf eben jene Schule geht, die das Tanzen liebt und deren Tanzpartner sich gerade vor dem großen Abschlußabend den Knöchel verstaucht hat.
Klar, dass Tyler den Job übernimmt und ihren Tanzstil erlernt und seine eigenen Einflüsse in ihre Choreographie einbringt. Die beiden kommen sich näher und werden nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat ein Paar. Doch auf einmal steht ihr eigentlicher Tanzpartner wieder fit da und Nora muss eine Entscheidung treffen, die ihr nicht sehr leicht fällt ….

Der Film erzählt die alte bekannte Geschichte von 2 Menschen aus zwei Welten, die zueinander finden. Er sagt aus, dass man sich auf das besinnen soll, was man wirklich möchte und das auch zu einem Ende bringen soll. Schade nur dass die Einsicht bei Tyler erst durch den Tot eines nahestehenden Menschen kommen muss. Wer Tanzfilme und die Musik mag, dem sei dieser Film ans Herz gelegt, er hat eine spielfreudige Besetzung, tolle Tanzszenen und die übliche Liebesgeschichte ist natürlich obligatorisch aber nicht erzwungen, tolle Musik. Der Film weiß zu unterhalten und auf der großen Leinwand erzielt er auch Wirkung. Kino ist und bleibt das Größte. Wer die Chance hat einen Film im Kino zu sehen: Tut es. Zu Hause auf DVD ist jeder Film nur noch halb so schön

7 / 10

Uncategorized Benjamin on 30 Okt 2006

Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders (Tom Tykwer, Deutschland 2006)

Der Weltbestseller aus deutschen Landen, nun nach jahrelangen Verhandlungen endlich im Kino. Der Roman galt wie so viele andere Bücher als unverfilmbar. Wahrlich ist es schon ein Kunststück von Süskind gewesen, die Welt der Gerüche in schriftlicher Form so darzustellen, dass man beim Lesen fast meinte die Gerüche riechen zu können. Um so neugieriger war man, wie es Tom Tykwer gelingen würde, diese Welt ins Kino zu übertragen.
Filme mit so einem literarischen Vorbild haben es immer schwer, da sie selten die Genialität und Tiefe ihres Romans erreichen können. Filme die dies versuchen sind meistens von vornerein zum Scheitern verurteilt.
Eine Romanverfilmung sollte den Film einfach als Vorbild nehmen, aber dann versuchen selbstständig zu sein und nur als Film und nicht als Film zum Buch gesehen zu werden. Auch wenn die Vergleiche natürlich immer da sein werden.

“Das Parfum” ist ein wahrlich bildgewaltiger Film. Die Eröffnungsszene auf dem Fischmarkt ist sehr eindrucksvoll und man vermag den Gestank beinahe zu riechen, der aus diesem Molloch kriechen muss. Die Parfumerie auf der Brücke, die Stadt Grasse, die weiten Landschaften durch die Grenouille wandert sind alle sehr schön in Szene gesetzt und wirken fast so wie man sie sich im Buch vorstellt.
Die Wahl des Hauptdarstellers koennte man einerseits als gelungen bezeichnen. Der junge Ben Whishaw ist unverbraucht, ein neues Gesicht und jemand der die Rolle sicherlich sehr gut ausfüllt und sehr überzeugend darstellt. Auf der anderen Seite sieht er einfach viel zu symphatisch aus, so dass man ihm trotz seiner grausamen Taten das Monster dass er eigentlich darstellen soll nicht wirklich abnehmen mag. Aber alles in allem macht er seine Sache verdammt gut und es war auf jeden Fall eine sehr gute Wahl, ein unverbrauchtes Gesicht für den Film zu wählen.

Manche Dinge in dem Film kommen allerdings zu kurz. So kommt die im Buch sehr zentrale Höhlenszene viel zu kurz und wird in nicht mal fünf Minuten abgehandelt. Hier hätte ein wenig mehr Einblick in die Psyche Grenouilles dem Film mehr als gut getan. Generell setzt sich der erste Teil des Films recht intensiv mit Grenouille selbst auseinander, im zweiten Teil stehen seine Taten und Morde leider sehr im Vordergrund.

Der Film weiß zu unterhalten und ist auch in erster Linie ein Unterhaltungsfilm. Seine Länge merkt man ihm selten an. Bei mir ist es über 10 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, und ähnlich wie beim Da Vinci Code habe ich es als sehr erfrischend empfunden, viele Szenen und Personen so gezeigt zu bekommen wie ich sie mir damals vorgestellt habe, und zu einem guten Buch einen guten Film präsentiert zu bekommen. Sicherlich fehlt dem Film die Genialität des Buches, aber er für sich alleine weiß er dennoch zu überzeugen und vor allem zu Unterhalten. Und das für mich das wichtigste wenn ich ins Kino gehe.

8 / 10

Buddy &Deutsch Benjamin on 30 Okt 2006

Ein Freund von mir (Sebastian Schipper, Deutschland 2006)

Sebastian Schippers Erstlingswerk war “Absolute Giganten”. Ein vielbeachteter, guter deutscher Film, in dem für meinen Geschmack melancholisch drein blickende Gesichter einen etwas zu dominanten Part innehatten. Auch “Ein Freund von mir” ist wieder ein Film über Männerfreundschaften. Doch diesmal sind es statt drei nur noch zwei Freunde.
Karl (Daniel Brühl) ist Aufsteiger in einer Versicherungsgesellschaft. Obwohl noch jung an Jahren hat er gerade den ersten Newcomer-Preis gewonnen und wird als größtes junges Talent gehandelt. Als er den Auftrag bekommt undercover Untersuchungen über das Versicherungsrisikopotentials eines Flufhafenautovermieters anzustellen lernt er den arbeitslosen Hans (Jürgen Vogel) kennen. Beide bekommen einen Job in dem Unternehmen und durch seine ungezwungene Art freundet sich Hans sehr schnell mit Karl an. Eigentlich scheint er ihn primär zu mögen und plappert ihn die ganze Zeit über mit allem möglichen im Grunde sehr banalen Kram voll. Karl ist vom Charakter sehr kopfgesteuert, zurückhaltend, wenig impulsiv und scheint alles dreimal zu überdenken. Hans ist impulsiv, genießt jeden Tag aufs neue, sieht in allem das Gute und sprüht vor Energie über, mit der den intovertierten Karl anzustecken versucht.

Das führt zu allerlei lustigen und interessanten Szenen, etwa Nacktporschefahren durch den Elbtunnel, oder dem guten alten Kampf Mensch gegen Maschine, bei dem die beiden ihre Höchstgeschwindigkeit messen. Hans ist nicht der Intelligenste und wird nie sehr viel aus seinem Leben machen, aber er ist glücklich. Und er ist ein Freund. Doch Karl kann zunächst mit dieser unbeschwertheit nicht viel anfangen und freundet sich zwar unfreiwillig mit Hans an, aber irgendwann besinnt er sich, dass das ganze nur im Rahmen eines Auftrages für seine Firma ist, und stößt Hans ziemlich vor den Kopf.
Doch sehr schnell wird Karl klar, dass ihm Hans trotz der unterschiedlichen Welten in denen die beiden eignetlich Leben ein sehr guter und wichtiger Freund geworden ist. Scheinbar auch der einzige den er hat.

Jürgen Vogel ist in diesem Jahr einfach omnipräsent auf der Leinwand. “Der freie Wille”, “Emmas Glück”, “Wer ist Theo” und “Ein Freund von mir” und bestimmt ncoh 1 – 2 Filme, die mir entgangen sind. Gesehen habe ich bisher nur “Ein Freund von mir” und Jürgen Vogel trägt diesen Film voll und ganz. Daniel Brühl wirkt oft nur wie ein Statist. Man fragt sich ob die Rolle ihm so wenig Möglichkeiten gibt, oder ob dies siene Interpretation diese Rolle ist. Doch oft scheint er sich auf das für Schipperfilme typische “gucken” zu beschränken. Dieser Film möchte leider oft mehr sein als er ist. Viele Szenen und Bilder sind auf bedeutungsschwanger getrimmt, ohne den dafür nötigen Tiefgang zu besitzen.
Man darf auch gar nicht veruschen, mehr in diesem Film zu sehen, als wirklich drin ist.
“Ein Freund von mir” ist ein netter, kleiner, durchaus guter Film über Freundschaft. Mehr nicht. Auch wenn ich ihn mir vermutlich nächste Woche noch einmal ankucken werde :-) Unterhaltsam ist er auf nämlich auf jeden Fall, dazu noch sehr kurzweilig, die perfekte Kombination :-)

8 / 10

Abenteuer &Christian Bale &Collin Farrell &Drama &Historisch Benjamin on 30 Okt 2006

The New World (Terrence Malick, USA 2005)

Acht Jahre nach “The Thin Red Line” der neueste Film von Terence Malick, der in seinen 35 Regiejahre mit “The New World” erst seinen fünften Film hingelegt hat. Er bleibt auch in seinem neuen Werk alten Prinzipien treu. Der Film ist auf 65 mm Filmmaterial gedreht worden. Dieses Format wird nur sehr selten benutzt, zuletzt bei Hamlet im Jahre 1996. Es bietet die Möglichkeit riesige Panoramalandschaften in absoluter Schärfe aufzunehmen. Und so lebt auch dieser Film wieder von seinen opulenten Bildern, die die Landschaften und die Gesichter der Hauptdarsteller in ihrer Gesamtheit zeigen können.

Generell hat Malick einige im Prinzip sehr schöne Ideen zur handwerklichen Grundlage des Films. So wurde in jeder Szene nur natürliches Licht benutzt. Nirgendwo wurde etwas künstlich aus- oder beleuchtet. Weiterhin gibt es keine Kran- oder Luftaufnahmen. Alles wurde mit Handkameras gefilmt, aus der subjektiven Sichtweise. Alles was man sieht ist scharf, es gibt keine Tiefenunschärfe. sowohl Vorder- als auch Hintergrund einer jeden Szene sind absolut scharf. Auch waren die Kameraleute angehalten, einfach draufzuhalten und alles zu filmen, was ihnen filmenswert vorkam.

Auch finden sich in diesem Film wieder die aus “The Thin Red Line” bekannten Voice Overs. In “The Thin Red Line” dienten sie dazu, die Charaktere auszuleuchten und hatten etwas Tranceähnliches, philosophische Ansätze, wirkten sehr hypnotisierend, aber auch sehr passend, sehr treffend zum Thema des Films.

In diesem Film hingegen verliert das alles seine Wirkung. Der Film will die Geschichte Pocahontas, einem amerikanschen Urmythos, erzählen. Doch der Film verliert sich in seinen immer wiederkehrenden, gewaltigen Landschaftsbildern und auch die in The Thin Red Line funktionierenden Voice Overs sind hier nur leere Phrasen, im Film wird allgemein nicht viel geredet, er lebt von seinen Bildern und eigentlich sind es die Voice Overs, die den Charakteren und der Geschichte Leben einhauchen müssen, aber das schaffen sie nicht. Es sind oft sehr belanglose Dinge die dort gesagt werden und sehr oft machen sie nicht mal wirklich Sinn.

Anfangs wird die Geschichte aus Sicht Cpt. Smith’s erzählt, Pocahontas, die im ganzen Film übrigens nicht einmal Pocahontas genannt wird, großer Liebe. Smith und seine Männer sind die erster Kolonisten Virginias und von den Einwohnern nicht gerne gesehen, da diese Angst um ihr Land haben. Von den 100 Kolonisten sind anfang des 1. Winters noch 35 übrig, und auch diese würden kläglich verhungern, wenn Pocahontas, 14 Jahre jung, ihnen nicht Proviant zukommen gelassen hätte. Diese Tat bringt die Kolonisten durch den Winter und die Tochter des Häuptlings bei ihrem Stamm in ungnade. Sie wird verstoßen und ins Exil geschickt, sie landet bei einem Onkel, von welchem sie für einen Kupferkessel an die Engländer verkauft wird. Durch die Anwesenheit Pocahontas vor Angriffen ihres Vaters geschützt, können sich die Briten endgültig in Virginia einnisten und bekommen im Frühling Verstärkung von den wiederkehrenden Schiffen aus Großbritannien.

Smith wird zurück nach England geschickt. Bis hierher funktioniert der Film noch relativ gut, doch Smiths Weggang führt zu einem Wechsel der Erzählperspektive. Durfte man bisher primär an Smiths Gedanken teilhaben, ist nun Pocahontas Sichtweise die Erzählperspektive. Und spätestens ab hier verliert der Film vollends. Die folgende Eingliederung Pocahontas, die mittlerweile christlich auf den Namen Rebacca getauft wurde, in die zivilisierte Gesellschaft, die Überwindung ihrer Trauer, und das Anbandeln an einen Adligen aus England haben nicht mehr viel mit der eigentlichen Geschichte um Pocahontas zu tun und wissen auch nicht mehr zu begeistert. Alles wirkt dröge, gezogen, die Voice Overs lassen einen weiterhin nicht tiefer in die Charaktere blicken und selbst die schönen Landschaften wirken gezwungen um wenigstens ein wenig Ästethik im Film zu behalten.

Collin Farrell hat nicht wirklich viel Spielraum um groß zu schauspielern, weiß aber doch zu überzeugen. Er wirkt auf mich jedenfalls natürlicher als als Alexander. Die junge Q’Orianka Kilcher ist sogar eine deutsche, wenn auch von indigener Abstammung. Sie war zum Zeitpunkt des Drehs wie ihr großes Vorbild Pocahontas erst 14 Jahre alt, was dazu führte, das Malick alles Kussszenen nachdrehen lies, da die Angst vor Jugendschutzorganisationen und dem Klischee der Kinderpornographie groß war. Daher kann die Romanze von Smith und Pocahontas nie voll zur Geltung kommen, man berüht sich mal leicht am Oberarm, umarmt sich ein andern mal herzlich und das wars. Im Gegensatz zum Orginalmythos ist es bei den beiden im Film eine liebe auf den ersten Blick, nur als Zuschauer hat man zu keinem Zeitpunkt eine große Liebe zu sehen. Man sieht keine Leidenschaft, keine Verbundenheit.

Der Film bzw. die Idee dahinter bieten sehr viel Spielraum um einen wirklich großen, sehenswerten Film daraus zu machen und ich könnte noch sehr viel mehr zu seinen Stärken und Schwächen schreiben, aber eigentlich ist das auch nicht weiter nötig. Ein Film den man sich sehr gut anschauen kann, gerade ob der guten Schauspieler und schönen Landschaftsaufnahmen, hat man ihn aber nicht gesehen, hat man nicht viel verpasst.

5 / 10

Deutsch &Fußball Benjamin on 29 Okt 2006

Deutschland. Ein Sommermärchen (Sönke Wortmann, Deutschland 2006)

Aus, Ende, Vorbei. Das Aus im Halbfinale gegen Italien, den späteren Weltmeister. Mit einem Blick in die Kabine, nach diesem tragischen Spiel beginnt das Sommermärchen. Doch nach den Eröffnungstiteln ist man von Anfang an dabei, beim Trainingslager 6 Wochen vor der WM, bis zum Eröffnungsspiel, dem Ausscheiden gegen Italien, dem Spiel um Platz 3 gegen Portugal und der Abscheidsfeier in Berlin.

Sönke Wortmann wurde gestattet, überall zu Filmen wo er wollte. In der Kabine, auf der Trainerbank, im Mannschaftshotel, bei den Spielern im Bett, im Training, beim Taxifahren, er konnte und durfte überall dabei sein. Ein stiller Beobachter, der allen 80 Millionen Fans einen anderen Einblick in das Leben unserer Weltmeister der Herzen gibt.

Man erlebt die WM ncoh einmal, die Erinnerungen kommen wieder, wo man selbst war zum jeweiligen Zeitpunkt, wie man seblbst mitgefiebert und mitgetrauert hat. Diese einmalige Stimmung im Land, die so positiv war, die diese ganze WM mitgetragen hat, man erlebt sie wieder. Man erinnert sich wieder an die Straßen die gesäumt waren von Autos mit Deutschlandfahnen und man ist wieder etwas betrübt, dass es leider wieder nicht gereicht hat. Wobei wir den Titel mehr als verdient hätten. Es hat halt nicht sollen sein. Aber jeder hat gesehen, dass wir in der Lage gewesen wären, und es uns am Ende nicht an der nötigen Klasse, sondern am nötigen Quäntchen Glück gefehlt hat.

Sönke Wortmann hat uns mit diesem Film ein kleines Juwel geschenkt, etwas, was diese einmalige Zeit konserviert und uns wann immer wir wollen die Möglichkeit gibt, wieder in diese Zeit einzutauchen. Ein Taschentuchfilm, gerade für Männer. Jedem, der die WM auch nur halbwegs mitverfolgt hat, und der mit “unseren Jungs” mitgefiebert hat, sei dieser Film ans Herz gelegt.

Für diesen Film gibt es keine Wertung, es gibt nur das Prädikat besonders wertvoll.

Abenteuer &Nicolas Cage Benjamin on 29 Okt 2006

Das Vermächtnis der Tempelritter (Jon Turteltaub, USA 2004)

“Der Film erzählt die Geschichte von Benjamin Franklin Gates (benannt nach Benjamin Franklin), dessen Familie einst von Charles Carroll, dem letzten überlebenden Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, einen Schlüssel zum Geheimnis des legendären Schatzes der Tempelritter anvertraut bekam.

Gates entdeckt, dass auf der Rückseite der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung eine Karte zum Versteck des Schatzes sein muss, welcher von den amerikanischen Gründervätern einst vor den Engländern verborgen wurde.

Damit das Geheimnis nicht in die Hände seines ehemaligen Freundes und Financiers Ian fällt, muss er zusammen mit seinem Freund Riley das Original des Dokuments aus dem Nationalarchiv in Washington stehlen, um in dieser Hinsicht dem geldgierigen zwielichtigen Geschäftsmann Ian zuvorzukommen. Nachdem er erfolgreich das Dokument gestohlen hat, kann er seinen erst zögerlichen Vater und die Historikerin Dr. Chase überzeugen, ihm bei seiner Suche nach dem Schatz zu helfen. Es beginnt eine abenteuerliche Schnitzeljagd durch die Stätten der amerikanischen Revolutionsgeschichte. Dabei müssen Gates und seine Freunde nicht nur Ian und seiner Bande zuvor kommen, sondern sie haben auch stets den FBI-Agenten Sadusky, der den Diebstahl des wichtigsten nationalen Dokuments der USA aufklären soll, auf den Fersen.

Schließlich gelingt es Gates und seinen Freunden, den Schatz zu finden. Gates und Dr. Chase werden ein Paar und können sich zusammen mit Riley an ihrem neuen Reichtum erfreuen. Zwar verteilen die drei Schatzjäger die wertvollen Fundstücke an alle berühmten Museen, behalten aber 1% des Reichtums für sich, was sie zu Multimillionären macht.

Das FBI verhaftet Ian und kann damit der Öffentlichkeit einen Schuldigen für den Diebstahl der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung präsentieren.

Route der Schnitzeljagd

Benjamin Gates erhält von seinem Großvater die Zeile The secret lies with Charlotte (Charlotte kennt das Geheimnis). Diesen Hinweis hatte Thomas Gates, der Großvater des Großvaters des Opas von Charles Carroll, dem letzten lebenden Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten erhalten, als dieser im Sterben lag und es ihm nicht gelungen war, Andrew Jackson zu treffen und sich ihm mitzuteilen.

Diese führt ihn zum Wrack der Charlotte, einem Schiff, das einst zur First Fleet gehörte und im November 1818 bei Neufundland verschollen war.

In einem Pulverfass im Laderaum des Schiffes stoßen die Schatzjäger auf eine Meerschaumpfeife, die durch Einfärben und anschließendes Abrollen auf Papier einen Vers offenbart, der über den Hinweis auf Timothy Matlack und 56 Männer (die Unterzeichner) auf die Rückseite der Unabhängigkeitserklärung verweist.

Dort findet sich dann eine Ottendorf-Verschlüsselung, die mit Geheimtinte auf die Rückseite geschrieben wurde. Als diese in Verbindung mit den Silence Dogood-Leserbriefen entschlüsselt ist, weist sie den Weg zum „House of Pass Stow“, der Independence Hall mit Liberty Bell, die auch auf dem 100-US-Dollar-Schein zu sehen ist. Wenn man sich nun um 14:22, der Uhrzeit auf der Banknote am ehemaligen Platz der Liberty Bell befindet, sieht man den Schatten des Glockenturms auf eine Mauer fallen. Der Ziegelstein an der Stelle, wo sich zu diesem Zeitpunkt der Schatten des Kreuzes auf der Spitze des Turms befindet, ist hohl und offenbart Gates eine Bifokalbrille, die von Benjamin Franklin gebaut worden war.

Blickt man damit auf die Rückseite der Unabhängigkeitserklärung, kann man Heere at the wall lesen, was sich auf die Kreuzung Wall Street und Broadway bezieht, wo die Trinity Church steht, worunter in einigen Stockwerken Tiefe eine Laterne findet. Diese Laterne steht für eine der beiden von Paul Revere, der drei seiner Patrioten angewiesen hatte, diese in den Turm der Old North Church von Boston zu hängen. Die Regel one if by land, and two if by sea („eine für den Landweg, zwei für den Seeweg“) sollte die Marschroute der britischen Truppen vor den Gefechten von Lexington und Concord anzeigen.

Während Benjamin Gates und sein Vater Ian Howe nach Boston schicken, wissen die beiden, ebenso wie Abigail Chase, dass es dort unten, wo sie Howe inzwischen zurückgelassen hat, noch eine zweite Laterne geben muss, da die Briten sich an den Seeweg hielten. So finden sie den Schatz.

Im Film befinden sich noch ein paar weitere Verweise auf die Geschichte der USA: Die Uhrzeit auf dem Geldschein war eine Stunde zu früh angegeben, da seit dem Ersten Weltkrieg die Sommerzeit in den USA eingeführt worden war.

Das Passwort von Abigail Chase, über das Gates Zutritt in den Sicherheitsbereich erhält, lautet Valley Forge. Das Buch, das Benjamin Gates von seinem Vater mitnimmt, weil er Geld darin vermutet ist Common Sense von Thomas Paine.

Auf dem Gelände des Intrepid Sea-Air-Space Museum an Bord der USS Intrepid (CV-11) gelingt Gates die Flucht vor dem FBI.

Was vielen deutschen Kinobesuchern auf Grund der Synchronisation entging, ist die Tatsache, dass Ian Howe und seine Genossen, die Gegenspieler von Gates in einer Schnitzeljagd rund um die Geschichte der US-amerikanischen Revolution, keine US-Amerikaner sind. So sind dessen Komplizen, u.a. gespielt von David Dayan Fisher (wie Howe aus Großbritannien), Stewart Finlay-McLennan (Australien) und Oleg Taktarov (Russland) sind weder im Film noch im realen Leben gebürtige US-Amerikaner.” Wikipedia.de

Ein toller Popcornabenteuerschatzsucherfilm, zu dem man sicherlich viel schreiben kann, mir aber wenig eingefallen ist, daher hier die Wikipediaauszüge. :-)
Einfach gut meiner Meinung nach, mit einem sehr guten Nicolas Cage und einer etwas gewöhnungsbedürftigen Diane Krüger. Einfach guter Unterhaltung, mit hohem Tempo, viel Action und viel amerikanischer Geschichte, voll gespickt mit Rätseln und Verschwörungen.

9/10

Film Noir &Gangster &Polizei &Scarlett Johansson Benjamin on 27 Okt 2006

Black Dahlia (Brian de Palma, USA 2006)

Ok, eigentlich passt dieser Film ein wenig zu Hostel. Schon zwei Wochen her, dass ich ihn gesehen habe, aber ebenfalls ein mieser Film. Ich hatte im Kopf eine Kritik zu dem Film gelesen zu haben, der schrieb, das Brian de Palma mit diesem Film sein vorläufiges Meisterwerk abgeliefert hat, und sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Die Romane, die dem Film zu Grunde liegen, galten auf Grund ihrer komplexen Erzählstruktur und vielschichtig verwobenen Handlungsstränge lange als unverfilmbar galten, bis es mit L.A. Confidential vor 10 Jahren zum ersten Mal gelungen ist. So sollte es auch bei Black Dahlia sein.

Leider musste ich nach dem Film feststellen, dass die Kritik die ich in Erinnerung hatte, aus der CinemaxXfilmzeitschrift stammte … die sind in etwa so kritisch wie Kino.de. Brian de Palma ist genau an dem gescheitert, woran jeder Film laut vorhersagen scheitern musste. Er hat es nicht ansatzweise Geschaft, die vielen Charaktere und Handlungsstränge überzeugend rüberzubringen, nachvollziehbar miteinander zu verknüpfen und die vielen Geschichten in einen Zusammenhang zu bringen. Ständig fragt man sich wer jetzt wieder X ist, und was Y mit Z zu tun hatte, und von welchem Bankraub gerade geredet wird, und warum auf diesem im letzten Fünftel des Films erzählten Ereignis auf einmal der halbe Film basieren soll.
Eigentlich zeichnet sich sehr schnell ab, dass der Film nirgendwo hin führt, weil man ständig nur die beiden Polizisten begleitet, ohne dass sie irgendeinen Gegenspieler haben, oder einen Fall, der wirklich irgendwie nach Haupthandlung des Filmes aussieht. Scheinbar scheint es primär um die beiden Charaktere zu gehen, ohne dass ihre Charakterzeichnungen in irgendeiner Form tiefgehend sind noch irgendwo Identifikationspotential bieten.

Ich habe mir irgendwas in Richtung Gangsterepos erwartet, aber raus kam irgendwie eine seltesame Dreiecksgeschichte rund um zwei Bullen und eine Frau. Der Film hat auch die ganze Zeit über die gleiche angespannte monotone Stimmung die noch auf erschreckend langatmige Weise von der sehr ruhigen Musik unterstützt wird. Ein einziges Mal, beim Abendessen bei den Eltern lockert der Film erfrischend auf und bekommt ein wenig Leben, nur um danach wieder in seine gewohnte Lethargie zu verfallen.

Der einzige Pluspunkt und einer meine eigentlichen Hauptgründe diesen Film zu sehen ist Scarlett Johansson. Hübsch wie immer, kann sie leider nicht voll aufleben, ich hoffe mal dass sie in Scoop wieder bessere Leistungen zeigen kann. Die anderen Schauspieler bleiben leider alle sehr weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und spielen teilweise wie im Fall von Eckhart etwas übertrieben meiner Meinung nach. Hilary Swank ist absolut fehlbesetzt, die Rolle passt rein gar nicht zu ihr.
Sehr schade, ich habe mir sehr viel von dem Film erwartet, aber Brian de Palmas große Jahre sind wohl scheinbar eindeutig vorbei.
Der Film ist eindeutig nicht sehenswert, außer man ist Scarlett Johansson Fan :-)

3 / 10

Horror Benjamin on 27 Okt 2006

Hostel (Eli Roth, USA 2005)

1/10

Der Film ist echt mit Abstand mieseste Film den ich seit langem gesehen habe.
Drei junge Männer die sich scheinbar beim Trampen kennengelernt haben, bekommen in Amsterdam von einem mysteriösen Kerl den Geheimtip eines Hostels in der Nähe von Bratislava, in dem es Frauen gibt die einem Mann alles geben was ein Mann sich wünschen kann.
Natürlich machen sie sich umgehend auf den Weg und finden in dem Hotel wirklich das, wovon sie träumen, bildhübsche, junge Frauen, deren Freude am Leben aus Sex zu bestehen scheint und die ihnen den Urlaub zu einem kleinen Traumurlaub zu machen scheinen.
Doch in Wirklichkeit sind sie nur Handlanger einer ominösen Subkultur. Einer nach dem anderen verschwindet, bis zum Schluß der letzte der Drei den ganzen Hintergründen auf die Spur kommt.
In der Slowakei wird reichen Menschen, die zudem scheinbar noch irgendeiner Sekte angehören die Chance gegeben, noch etwas zu erleben, was man eigentlich für Geld nicht kaufen kann. Schnelle Autos, Sporttauchen, Weltumsegelungen, Großwildjagd, das alles hat irgendwann ausgedient.
Hier bekommen sie die Möglichkeit junge, gekidnappte Menschen bei lebendigem Leib zu quälen, massakrieren, verunstalten, totzuschlagen und zu töten. Jeder kann seine ganz eigene perfide, abartige, morbide Neigung ausleben, ein Leben ist hier scheinbar nichts wert.
So werden auch die Drei Opfer, nur der letzte kann sich Rachen und nachdem seine Flucht gelungen ist, trifft er im Zug, einen Angehörigen dieser Sekte wieder und nimmt blutige Rache.

Ein Film ohne Sinn und Verstand. Wo Saw genial war, ist Hostel unnötig brutal, ohne dass die Geschichte dahinter auch nur Ansatzweise interessant ist oder irgendwie erklärt wird. Der anfängliche Roadtrip ist noch Ok und eigentlich interessant umgesetzt, das letzte drittel des Films hab ich mir dann aber größtenteils im Schnelldurchlauf angekuckt, weil da einfach so viele unnötige absolut gewaltätige und wirklich heftig grausame Szenen sind, dass muss man einfach nicht haben. Und normalerweise habe ich mit solchem Kram keine Probleme, aber es war einfach unnötig und übertrieben, und halt vor allem ohne jegliche Geschichte drumherum.

Für Leute die mit sinnloser, äußerster Brutalität Probleme haben, ist dieser Film wirklich nichts, ebenso nicht für Leute die Filme haben wollen, die wenigstens ein wenig Sinn und Verstand haben. Für wahre Horror und Splatterfans hingegen mögen die ersten zwei drittel des Films etwas langweilig und langatmig sein, im letzten Drittel kommen sie hingegen voll auf ihre Kosten. Ich persönlich werde jedem der mich nach diesem Film fragt, drigend davon abraten. In meinen Augen verschwendete Zeit.

1/10

9/11 &Geheimtipp &Katastrophenfilm &TopFilm Benjamin on 20 Okt 2006

Flug 93 (Paul Greengrass, USA 2006)


Flug 93 (Paul Greengrass, USA 2006)
United 93 DVD OmU

IPB Bild

“United 93″ ist der erste Kinofilm, der sich mit dem 11. September 2001 thematisch auseinandersetzt. Im Kino ist er seinerzeit vollkommen untergegangen und ich bezweifle, dass diesen Film überhaupt jemals wirklich viele Menschen sehen werden.
Es wird sicher noch sehr viele Filme in den nächsten Jahren zum 11. September geben, aktuell läuft mit “World Trade Center” der erste Hollywoodblockbuster zu diesem Thema, doch Flug 93 hat wie ich finde Maßstäbe gesetzt, die schwer zu übertreffen sein werden.
Ich selbst habe den 11. September 2001 komplett live via Fernsehen und Internet mit verfolgt. Ein Freund hat mich online angeschrieben, gerade als das erste Flugzeug ins WTC geflogen ist, und die ersten Livebilder gesendet wurden. Ich habe quasi alles selbst mit erlebt, den Einschlag des zweiten Flugzeuges live am Bildschirm, den Absturz ins Pentagon, das Einstürzen der Twin Towers, die Schließung aller amerikanischen Flughäfen, das Ausrufen des Verteidigungfalls der NATO und es hat mich damals sehr, sehr mitgenommen, ich war an dem Tag tief erschüttert und noch tagelang sehr berührt. Dieser bis dato für unvorstellbar gehaltene Angriff auf Amerika auf amerikanischem Festland, die Erkenntnis, dass der Terrorismus den traditionellen Krieg als primäre zivilisatorische Bedrohung verdrängt und die Einsicht, dass man gegen diese Form des Terrors nahezu machtlos ist, das alles waren Dinge, die mein Weltbild damals sehr bewegt haben, und dieser Tag ist mir, wie wahrscheinlich so vielen, stark im Gedächnis geblieben.

Und all dies erlebt man mit diesem Film noch einmal wieder.
Fast dokumentarisch ist man stiller Beobachter. Man ist dabei, als die Flugkontrolle den ersten Verdacht hegt, dass ein Flugzeug, zum ersten Mal seit über 20 Jahren entführt worden ist und wie die Spur verfolgt und plötzlich verloren wird, man sieht, wie sich der Militärapparat zu bewegen beginnt, man sieht wieder “live” den Einschlag des zweiten Flugzeuges, die Schließung der Flughäfen.
Die ganze Zeit fühlt man sich zurückversetzt an jenen 11. September 2001, wo man selbst gebannt vor’m Fernseher saß. Dieser Film zeigt das Geschehen jedoch aus Sicht der direkt Verantwortlichen, primär ist man Zeuge der Flugkontrolle und der Besetzung und den Passagieren von United 93.
United 93 ist das einzige der fünf entführten Flugzeuge, welches sein Ziel nicht erreicht hat.
Übernommen von 4 Arabern mittels einer Bombe, steuert es auf sein Ziel zu, das Weiße Haus in Washington D.C.. Die Passagiere kommunizieren über Telefon mit ihren Familienangehörigen und bekommen so mit, was mit den anderen entführten Flugzeugen passiert ist.
Bald macht sich die Erkenntnis breit, dass Nichtstun der Weg in den sicheren Tot ist und so beschließt man zu handeln …

Wie schon erwähnt ist der Film dokumentarisch, hält sich genaustens an die realen Geschehnisse, protzt nirgends mit Action, hat keine wirklichen Hauptdarsteller. Gerade dadurch wirkt alles so erschreckend echt und das Erschrecken ist um so größer, da man weiß, dass alles das was dort gezeigt wird, wirklich so geschehen ist. Die Verzweiflung der Menschen, dass alles ist real, das Gefühl der Hilflosigkeit ergreift von einem selbst Besitz.
Man wird direkt in die Stimmung von damals versetzt und hat nachdem man diesen Film gesehen hat, das Gefühl, einen guten, einen wichtigen Film gesehen zu haben.

10/10

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