Action &Historisch &Mel Gibson Benjamin on 18 Dez 2006
Apocalypto (Mel Gibson, USA 2006)
Mel Gibson ist ein Mann mit cinestischen Visionen und er hat das Glück seine Filme komplett selbst produzieren und damit jede seiner Ideen ohne Einflüsse von außen umsetzen zu können. Und ich bin froh dass er das tut.
Über diesen Film könnte man sehr viel schreiben, er bietet viel mehr als es auf den ersten Blick den Anschein macht.
Dieser Film schafft es als einer von wenigen wirklich den Eindruck zu erwecken, man wird Zeuge einer vollkommen fremden Kultur. Gezeigt werden wörtlich die letzten Tage der Mayas vor dem Eintreffen der Europäer und es wirk einfach alles glaubhaft.
Das fängt mit der Sprache an. Wie schon “Die Passion Christi” reden alle Personen in ihrer Muttersprache, hier also der Mayasprache, was untertitelt wird. Man hat nicht den Eindruck einfach nur Schauspieler und Statisten zu sehen, jedes Gesicht erzählt seine eigene Geschichte.
Den Mayas werden ziemlich brutalen Riten nachgesagt und auch diese werden relativ schonungslos gezeigt. Der Film ist ab 18 freigegeben werden und soll am 18.12 zur Überprüfung erneut der FSK vorgelegt werden, aber der Film wird entweder um 15 Minuten gekürzt oder FSK 18 bleiben. Man bekommt eine Vorstellung, warum die Treppen der Tempel blutrot getränkt waren, und auch so mancher Pfeil landet sehr unschicklich im Kopf von irgendjemanden. Auch der Panther ist nicht gerade zimperlich mit seinen Opfern. Die gezeigten Bilder sind auf jeden Fall sehr brutal und nichts für zarte Gemüter. Aber sie sind nicht brutal der Brutalität wegen sondern weil sie einfach diese Härte haben müssen, um das Geschehen glaubhaft erscheinen zu lassen. Schonungslos realistisch halt.
Die Dschungeljagd am Ende hat man in vielen Filmen schon gesehen. Eigentlich in zuvielen. Aber in dieser Szenerie, diesem Umfeld, dieser Zeit da ist es einfach angebracht und stimmig. Wenn gleich ich mit Dschungelverfolgungsjagden so leichte schwierigkeiten habe, wenn ich eine Minute vorsprung habe renne ich los, bieg rechts ab, dann links, wieder links, dann recht und jemand der erst eine Minute später losläuft hat spätestens bei der zweiten Abbiegung keine Chance mehr zu wissen wo ich langlaufe.
Aber ich habe nie im Dschungel gelebt, vielleicht sind die Spuren die man dort hinterlässt ja doch auffälliger als ich denke.
Das war aber auch so ziemlich das einzige, was mich am Film gestört hat, ansonsten kann ihc nur sagen dass Mel Gibson wieder einmal Mut bewiesen hat und einen wirklich bildgewaltigen Film hervorgebracht der einen 600 Jahre in der Zeit zurückversetzt und einem wirklich das Gefühl gibt Zeuge einer fremden Kultur mit ihren gänzlich anderen Riten, ihren anderen Städen und ihrer anderen Lebensweise zu sein.
Und es ist definitiv mal wieder ein Film für die große Kinoleinwand. Wer überlegt sich den Film anzusehen, sollte nicht zögern und definitiv nicht bis zur DVD warten und sich den Film gar runterladen.
Apocalypto gehört auf die große Kinoleinwand, ich denke nur dort kann er wirklich überzeugen und man wird nur dort gänzlich von der einzigartigen Stimmung und Atmosphäre dieses Films aufgesogen.
Selten wurde man so gerne Zeuge wie eine Kultur untergehen wird.
8.5 / 10