Monthly Archive for "Februar 2007"



Blockbuster &Steven Spielberg Benjamin on 27 Feb 2007

Jurassic Park (Steven Spielberg, USA 1993)

Es ist selten dass ein ganzer Film ein einziger Magic Moment ist, Jurassic Park ist es. Das wird sich in erster Linie auf die Dinos an sich zurückführen lassen. So real und realistisch wie in diesem Film wurde sie in noch keinem Film zum Leben erweckt und jeder Moment mit den Dinosauriern ist faszinierend. Leider sieht man dem Film in vielen Szenen ziemlich deutlich an, dass er im Studio gedreht wurde, aber er hat mittlerweile auch schon 14 Jahre auf dem Buckel. Das interessante ist, dass es nicht die Szenen mit den Dinos sind die ans Studio erinnern sondern eher die Außenaufnahmen ohne Dinosaurier.

Die Bilder des Films, der meisterliche und sehr lange im Gedächtnis bleiben Score, die Dinoasaurier an sich, der Park in dem man gerne selbst mal zu besuch wäre, das alles ist Hollywoodblockbusterunterhaltung vom Feinsten und es ist für mich persönlich der erste Blockbuster, den ich als junger Teenager bewußt im Kino gesehen habe. Storytechnisch oder in Bezug auf Charakterentwicklungen bietet der Film einem natürlich gar nichts, aber ich denke dass weiß man vorher.

Mir ist heute auch zum ersten Mal aufgefallen dass Samuel L. Jackson eine Nebenrolle in dem Film spielt. Sehr interessant zu beobachten wo er überall mitgespielt hat.
Ein Blockbusterklassiker den man immer wieder sehen kann und der zu den Höhepunkten von Spielbergs wohl erfolgreichstem Jahrzehnt, den 90er Jahren gehört

8 / 10

Action &Agenten &Tom Cruise Benjamin on 19 Feb 2007

Mission: Impossible III (Jeffrey Abrams, USA 2006)

Wunderbarer Film. Genau das was man erwartet hat. Action vom feinsten, spektakuläre Stunts, viel Zeug was explodiert und eine Geschichte die zwar natürlich an und für sich herrlich belanglos ist aber doch zu fesseln weiß da man doch mit Ethan mitfiebern kann. Wobei es mal wieder sehr typisch ist, auf dem Weg die Ehefrau das Protagonisten zu retten sterben zahlreiche seiner Kollegen. Da rechnet man irgendwann zwangsläufig gegeneinander auf. Schon sehr abstrus zumal man Ende gar nicht erfährt worum es eigentlich die ganze Zeit geht.
Aber egal. Es geht die ganze Zeit zur Sache, der Film ist die ganze Zeit in Fahrt und es weiß alles mitzureißen, man ist selten gelangweilt, die Story bietet auch ein wenig abwechslung vom üblichen und der Film ist mit Tom Cruise, P.S. Hoffmann, Lawrence Fishburn und Billy Cudrup auch bestens besetzt.
Die guten alten Latexmasken und Stimmenfaker kommen auch wieder zum Einsatz aber diesem deutlich, sagen wir mal glaubwürdiger als im zweiten Teil. Der Film hat einfach Power und macht Spass.

7 / 10

Horror Benjamin on 18 Feb 2007

Saw III (Darren Lynn Bousman, USA 2006)

Bei Saw III war mir nach 10 Minuten dermaßen übel dass ich kurzzeitig den Saal verlassen musste um wieder etwas Farbe im Gesicht zu bekommen und etwas zu essen. Sehr erstaunlich, da ich so etwas bisher noch nie bei einem Film hatte, egal wie heftig oder krass er war. Aber die erste Szene ist wieder mal ein typischer Saw-Mord und das Problem bei ihm ist dass er vollkommen losgelöst von der Geschichte ist. Man weiß nichts über den Charakter, über den Hintergrund über den Bezug des Mordes zur Story. Er ist im Grunde nur eine Zurschaustellung, wahrscheinlich hat er mich deswegen so mitgenommen, ebenso wie es bei Hostel war, wo die Gewalt für mich keinen Kontext hatte.
Aber ich kann schonmal sagen, nachdem ich dann wieder im Saal saß und den Film zu Ende gekuckt habe wurde ich doch recht gut Unterhalten.

Saw II war ein ziemlicher Rückschritt. Ich habe hier ja schon etwas dazu geschrieben, in meiner heutigen Erinnerung bietet der Film viele interessante Ansätze die allerdings eher auf die spektakulären Morde abzielten, aber die zunichte gemacht wurden, durch diese halbstarken Idioten der einfach alle Leute aus Dummheit gekillt hat.
Saw III dagegen ist wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Es wird nicht versucht ein komplett neues Szenario aufzubauen und sich eine neue Geschichte aus den Fingern zu saugen. Vielmehr bringt Saw III die Geschichte mit den bekannten Personen zu einem Abschluß und verknüft eine neue Geschichte mit einem Rückblick auf die ersten beiden Teile wobei primär Bezug auf den ersten Teil genommen wird.
Die Morde sind mal wieder ziemlich, sagen wir mal, interessant und mit viel Phantasie gestaltet, leider hat man zu den Personen und auch dem Hauptopfer keine wirklich emotionale Bindung und fiebert irgendwie auch nicht wirklich mit. Die Morde werden wieder deutlich in den Vordergrund gestellt, wobei sie am wenigsten Interessieren, vielmehr interessiert die Geschichte die der Film primär in der zweiten Hälfte erzählt.
Im Vergleich zum ersten Fim ist dass natürlich das größte Hauptmanko der Sawnachfolgefilme. Der erste Teil lebte von dem unbekannten und dem Szenario der zwei eingesperrten die um ihr Leben und das Leben ihrer Familie kämpften. Interessanter Plot, interessantes Setting und Charaktere mit denen man mitgefühlt hat und auf deren Seite man stand. Das fehlt leider auch diesem Teil wieder.
Man sollte auch nach den ersten 10 Minunten noch gut was wegstecken können, wobei es nie wieder so heftig wird, an und für sich ist der Anfang auch nicht wirklich heftig. Kommt wohl immer auf die Tagesform an.
Ich habe mich im folgenden auf jeden Fall bestens unterhalten gefühlt und fand auch die Geschichte die der Film erzählt realtiv interessant. Leider fehlt die Genialität des wohl unschlagbaren ersten Teils aber man ist auf jeden Fall gewillt sich den vierten Teil ebenfalls anzukucken.

7 / 10

Historisch &Ridley Scott &Russel Crowe &Sandalenfilm &TopFilm Benjamin on 14 Feb 2007

Gladiator S.E. (Ridley Scott, USA 2000)

Ridley Scott auf dem Höhepunkt seines filmerischen Schaffens. Für mich zählt Gladiator zu den wenigen “Überfilmen” die es gibt. Diese Film zieht einen von Anfang bis Ende voll in seinen Bann und man hat am Ende das Gefühl Teil eines wirklichen Filmerlebnisses gewsen zu sein. Ich weiß noch als ich den Film damals das erste Mal im Kino gesehen habe und wie wir nach dem Abspann da saßen und alle gar nicht glauben konnten was wir da gerade gesehen haben. Dieses Gefühl stellt sich jedesmal wenn man die Film aufmerksam sieht wieder ein. Es passt einfach alles. Die Darsteller, die Regie, die Story, die Schauplätze, die wirklich in Erinnerung bleibende Musik von Hanz Zimmer.

Der Film hat keinerlei historische Authenzität. Er würfelt die vielen Jahrhunderte Roms wild durcheinander und bringt ein beeindruckendes Kinoerlebnis hervor. Russel Crowe spielt Maximus den obersten Feldherrn von Kaiser Aurelius (Richard Harris). Nach der gewonnenen finalen Schlacht gegen die Germanen eröffnet Aurelius Maximus dass er ihn statt seines Sohnes als Tronfolger benennen wird. Als Aurelius dieses seinem Sohn eröffnet ermordert Commodus (Joaquin Phoenix) seinen Vater um ihm als Imperator zu folgen und so gibt er als neuer Caeser den Befehl Maximus töten zu lassen um seine Macht zu festigen.
Maximus kann seine Häscher überwältigen und fliehen, landet jedoch in der Sklaverei, wo er vom Gladiatorentrainer Proximo (Oliver Reed) gekauft und bis ins Kolosseum nach Rom geführt wird. Der Film zeigt im weiteren Maximus’ Weg durch die Sklaverei, bis nach Rom wo er in seiner Rolle als Sklave und Gladiator durch seine Beliebtheit beim Volk so viel Macht erlangt, dass es schließlich zum finalen Showdown zwischen Kaiser und Gladiator kommen muss.

Der Film lebt in erster Linie von einem genial spielenden Russel Crowe. Die Rolle des Maximus ist an sich keine typische Charakterrolle aber Crowe schafft es ihr eine unglaubliche Tiefe zu verleihen, wofür er schließlich auch den Oscar bekommen hat. Die Figur des Maximus wirkt einfach ehrlich. Kein Siegestoller Feldherr der nach immer mehr Macht strebt, nein Maximus würde sein Leben für Rom geben aber sein größter Wunsch ist am nächsten Morgen die Soldatenuniform ausziehen zu können und nach Hause zu seinem Bauernhof und seiner Familie zurückzukehren.

Auch das Angebot Caesar zu werden lehnt er ohne zu zögern ab. Seine Familie wurde getötet und somit ist er ein Mann, der nichts mehr zu verlieren hat. Der Tot ist ihm egal, je schneller er stirbt, um so eher ist wieder bei seiner Frau und seinem Sohn. Doch vor diesem Wiedersehen steht die Rache an Commodus.
Dessen Darstellung durch Joaquin Phoenix ist der Leistung von Crowe zumindest ebenbürtig. Der Wahnsinn der von Commodus ausgeht wirkt nie gespielt, er ist der enttäuschte Sohn und der wahnsinnige Imperator. Die Szenen mit seiner Schwester Lucilla (Connie Nielsen) haben eine ungeheure Intensität und erzeuge beinahe Gänsehaut vor so viel Irrsinn, der nicht aufgesetzt sondern einfach natürlich wirkt.

Der Konflikt zwischen den beiden bestimmt den Film zum Ende hin. Auf der eine Seite der allmächtige Imperator Commodus, der nur den Daumen nach unten Neigen müsste um Maximus töten zu lassen. Aber dadurch würde er ihn zum Märtyer machen, da seine Popularität beim Volk durch seine Siege in der Arena unglaublich gestiegen ist und ihm somit gewissermaßen Macht über den Kaiser und Rom verleiht. Eine ganz große Stärke des Films die ihn von so vielen anderen unterscheidet. Hier entscheiden keine Armeen über Sieg oder Niederlage, keine epochale Schlacht (diese wird ganz zu Beginn des Films gegen die Germanen gezeigt) sondern ein einzelner Mann, ein Gladiator bietet dem Kaiser die Stirn.

Die Bilder, die Schauplätze des Filmes sind allesamt gut gewählt und gerade Rom und das Kolloseum sind wirklich beeindruckend. Gerade die anfänglichen Arenakämpfe in der Wüste Marokkos sind sehr bildgewaltig umgesetzt. Die Kampfszenen gehen wirklich ans eingemachte, hier werden auch schonmal abgetrennte Köpfe gezeigt. Das alles zusammen mit der genialen Musik von Hans Zimmer versetzt einen in einen fast tranceähnlichen Zustand, gerade nach den letzten Szenen des Films in der das wohl stärkste Lied kommt ist man einfach nur noch gebannt von dem Geschehen.

Es ist ein Film, den man trotz so vielen Textes kaum beschreiben kann, man muss ihn einfach erleben und sich von einem beeindruckendem Duo Crowe / Scott zweieinhalb Stunden in ein filmisches Erlebniss der Extraklasse versetzten lassen

10 / 10

Deutsch &Drama &Romanze Benjamin on 14 Feb 2007

Erbsen auf halb 6 (Lars Büchel, Deutschland 2003)

Infolge eines Autounfalls verliert Jakob sein Augenlicht. Mitte dreißig erblindet er, was seine Welt zusammenbrechen lässt. Er ist Regisseur aus Leidenschaft und bringt zwar sein aktuelles Projekt noch zu Ende aber er sieht einfach in seinem ganzen Leben keinen Sinn mehr. Seine Freundin möchte ihm zwar beistehen aber Jakob denkt dass sie zu gut ist um sich von einem blinden Freund trennen zu können und darum beendet er die Beziehung. Er kann sich nicht an seinen Zustand gewöhnen und verweigert jegliche Hilfe die ihm angeboten wird. Er beschließt sogar Selbstmord begehen und stürzt sich von einem Aussichtsturm. Dumm nur, dass man als blinder nicht sieht, dass 10 Meter tiefer eine Aussichtsplattform eines Restaurant ist, wo er sich dann statt in den Tot mitten ins Essen von zwei Rentnerinnen stürzt.
Darauf hin wird er in die Psychatrie eingewiesen, aus der er nur entlassen wird, wenn er sich helfen lässt. So nimmt er schließlich die schon einmal abgeschlagene Hilfe von Lilly an. Lilly ist seit ihrer Geburt blind und arbeitet in einem Rehazentrum für Blinde.
Aber kaum aus der Psychatrie entlassen hat Jakob nur noch eines im Sinn: Nach Rußland zu seiner totkranken Mutter reisen, die Krebs hat und im Sterben liegt. So macht er sich selbstständig auf den Weg, hat allerdings keinen Plan wie man sich als Blinder in der Welt allein zurecht findet und so heftet sich Lilly an seine Fersen und ein Roadtrip der anderen Art durch halb Europa beginnt.

Erbsen auf halb 6 erzählt eine sehr bewegende Geschichte über Selbstaufgabe und Hoffnung, Liebe und menschliche Nähe. Durch die Blindheit der Hauptcharaktere werden die Eindrücke noch verstärkt. Interessant ist, dass sie sich ständig in visuell sehr eindrucksvollen Landschaften bewegen, die dem Zuschauer sehr einprägsam in Erinnerung bleiben, welche sie selbst aber nicht wahrnehmen können. Die Geschichte wandert zwischen Komödie, Drama und Liebesgeschichte und schafft es aus jedem Bereich genau so viel zu nehmen, dass die Geschichte funktioniert und einen bewegt und amüsiert, ohne kitschig, übertrieben oder insziniert zu wirken. Die Hauptdarsteller spielen ihre Rollen auf den Punkt, sehr gefühlvoll und eingänglich, man nimmt ihnen die Wandlungen die sie durchmachen ab.
Alles in allem eine kleine deutsche Filmperle, die leider viel zu wenig beachtet wurde, die man aber Freunden von Filmen bei denen die Charaktere im Vordergrund stehen uneingeschränkt empfehlen kann.

7 / 10

Deutsch &Komödie Benjamin on 11 Feb 2007

Herr Lehmann (Leander Haußmann, Deutschland 2003)

Deutsche Großstädte sind fast immer Handlungsort deutscher Komödien die etwas vom kurzweiligen Bullyslapstickhumor abweichen. So ist der Humor von “Herr Lehmann” ein ganz anderer und sicher nicht jedermans Geschmack. Diejenigen, deren Geschmack betroffen wird bekommen einen erstklassigen Ulmen geboten in einem Film der eigentlich gar keine wirkliche Handlung hat. Vielmehr erzählt er aus dem Leben von Herrn Lehmann und seinen Freunden, allesamt Anhänger der Berliner Kneipenkultur und somit immer für ein Bierchen zu haben.

Der Film hat etwas ganz eigenes, was einen gefangen nimmt. Die Art und der Humor von Herrn Lehmann sind sehr speziell und man muss sie mögen. Wenn man sie mag, schließt man ihn sehr schnell ins Herz obwohl er dafür eigentlich gar nicht ausgelegt ist. Man erlebt mit ihm die Zeit kurz vor seinem und um seinen 30. Geburtstag herum, ein Tag, der zufällig mit dem Fall der Berliner Mauer kollidiert. Herr Lehmann ist ein Kneipenfilm und man bekommt schon nach kurzer Zeit, spätestens aber wenn Herr Lehmann seine sieben Biere am Stück trinkt, Lust sich auch ein Becks zu holen. Oder ein Weizen :-)
Ich mag den Film, ich mag aber auch Ulmens Art von Humor, welchen ich in “Mein neuer Freund” kennen und lieben gelernt habe. To your heart, baby.

8 / 10

Biopic &Deutsch Benjamin on 10 Feb 2007

Das wilde Leben (Achim Bornhak, Deutschland 2007)

Sex, Drug’s & Rock’n'Roll. Auf wohl niemanden scheint dieses Leitmotiv besser zuzutreffen als auf Uschi Obermaier. Der Film “Das wilde Leben” zeigt ihre wilden Jahre, vom Auszug der 20 jährigen aus ihrem Münchener Elternhaus, über den Einzug in die Kommune I, ihre Zeit mit den Rolling Stones und ihre Weltreise mit Dieter Bockhorn.

Natalia Avelon ist sicherlich die größte Stärke des Films. Sie verkörpert Uschi Obermaier viel mehr als dass sie sie spielt, die Ähnlichkeit zwischen den beiden ist ziemlich bemerkenswert, wie man auch wenn man eher der jüngeren Generation angehört anhand der Orginalfotos welche im Abspann gezeigt werden erkennen kann. Eigens für den Film lernte die in Polen geborene Avelon einen rotzig, trotzigen bayrischen Dialekt vom feinsten.
Ihre Darstellung ist sehr körperbetont, man hat den Eindruck sie die meiste Zeit des Films nackt zu sehen, was aber nicht wirklich stört.
Der Film basiert auf den Erinnerungen Uschi Obermaiers aber die gezeigten Szenen sind frei erfunden. So heißt es im Vorspann und somit lässt sich der Film viel Spielraum und man sollte ihn auch nicht in erster Linie als Biopic sehen sondern eher als Unterhaltungsfilm.

Man begleitet Obermaier auf ihrem Weg “das Leben zu erleben”, sie lebt in der Kommune I, ist aber politisch überhaupt nicht interessiert, tourt mit den Stones ist aber kein Groupie, nimmt Drogen ist aber kein Junkie – Obermaier scheint volle Widersprüche zu sein. Im Film macht sie auch nicht den wirklich intelligentesten Eindruck, das einzige was für sie zählt ist die Welt zu sehen und etwas zu erleben.

Das ist auch der Grund warum sie Richards verlässt und wieder zu Bockhorn, einem Hamburger Kiezprinzen zurückkehrt. Dieses ständig abgeschottete Leben in Hotelzimmern ist nichts für sie, sie will raus und die Welt sehen. Und so begibt sie sich schließlich mit Bockhorn in einem umgebauten Luxusbus auf Weltreise durch Südostasien und Südamerika, wo sie genau das geboten bekommt, was sie immer sehen wollte. Mit dem tragischen Tod Bockhorns endet der Film und enden zugleich auch Obermaiers wilden Jahre. In der Realtität lässt sich Obermaier als Schmuckdesingerin in Kalifornien nieder.

Der Film geht nicht wirklich tief, man bekommt selten Antworten und ist nur stummer Zeuge des geschehens. Untermalt wird dies alles von einigen recht ironischen und witzigen Sprüchen, tollen Landschaftsaufnahmen und einer wunderschönen Hauptdarstellerin. Der Film funktioniert und lädt dazu ein sich vielleicht einmal die Biographie dieses faszinierenden Frau durchzulesen, die in Deutschland das Leitbild einer ganzen Generation wurde.

7 / 10

Uncategorized Benjamin on 09 Feb 2007

Memento (Christopher Nolan, USA 2000)

Christopher Nolans Memento, zu dem er selbst mit seinem Bruder zusammen das Drehbuch geschrieben hat, wofür die beiden für den Oscar nominiert waren, kommt dem was man sich unter einem perfekten Film vorstellt sehr nahe.
Die Erzählstruktur des Films ist etwas gänzlich neues im Kinogenre, vielleicht mag es Vorgänger gegeben haben, die Ähnlichkeiten aufgezeigt haben, aber so umgesetzt wurde sie sicherlich noch nie. Dazu kommt noch ein perfektes Drehbuch, eine Geschichte über das Motiv der Rache, die auf subtile Art und weise deutlich die Sinnlosigkeit selbiger Zeigt, handwerklich perfekt umgesetzt mit guten Schauspielern besetzt. Für mich einer der innovativsten Filme der letzten Jahre.

Zumal strukturbedingt der Film kein Ende hat, da er mitten in sich selbst endet, man im Grunde weiß wie die Geschichte weiter- und ausgeht, aber man ist als Zuschauer nach dem Filmkucken selbst die Ereignisse richtig zu deuten und dieser Film hat keine feste Intention, es gibt zahlreiche Möglichkeiten ihn zu deuten und seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen.

Erzählt wie die Geschichte von Leonard, der bei einem Raubüberfall zu hause niedergeschlagen wird und eine schwere Kopfverletztung erleidet, die dazu führt, dass Leonard sein Kurzzeitgedächnis verliert. Er kann sich an alles bis zu diesem Ereignis genaustens erinnern, jede Information die er danach aufnimmt geht verloren. Bei dem Überfall wurde seine Frau vergewaltigt und ermordet, somit ist die letzte feste Erinnerung die ihn sein Leben lang begleiten wird seine sterbende Frau.
Dieser Verlust des Kurzzeitgedächnisses hat weitreichende Folgen. Er vergißt wenn er sich nicht konzentriert Dinge binnen Sekunden und ist nicht mehr in der Lage Informationen dauerhaft zu speichern. So kann er zukucken wie die Kellnerin in das Bier spuckt dass er bestellt hat, und währrend sie ihm das Bier bringt vergißt er diesen Vorgang und trinkt genüßlich sein Bier. Er hat zwei Mittel sein Leben zu ordnen: Die Polariodkamera ist sein ständiger Begleiter. Er macht sich Fotos von seinem Zuhause, dem Hotel in dem er gerade wohnt, seinem Auto und seinen Freunden und kann sie nur anhand dieser Fotos und Notizen einschätzen. Das zweite Mittel sind Tatoos. Alle elemantaren, wichtigen Dinge tatöwiert er sich auf den Körper. So hat er sich auf seine Hand “remember Sammy Jenkins” tätowiert, ein Fall den er in seiner Zeit vor dem Unfall als Versicherungsagent behandelt hat.
Sammy Jenkins hat ebenfalls sein Kurzzeitgedächnis verloren, und Leonards Aufgabe war es nachzuweisen, dass dieses leiden psychischer Natur ist und nicht physischer, da seine Versicherung nur für physische haftet. Dieses Tatoo erinnert ihn jederzeit an seinen eigenen Zustand, welchen er sonst auch schlicht vergessen würde.

Den Rest seines Körpers hat er mit Fakten über den Mord an seiner Frau tatowiert. Die Polizei hat die Suche nach dem Täter eingestellt, so begibt sich Leonard selbst auf Tätersuche um seine Frau zu retten und orientiert sich dabei an diesen Tatoos. Der Film macht auf das Problem von Erinnerungen aufmerksam, ein Auto kann in der Erinnerung seine Farbe wechseln und ein Raum eine andere gestalt annehmen und Leonard sagt auf Erinnerungen könne man sich nicht verlassen, nur auf Fakten. Doch wir werden Zeuge wie Leonard selbst zeigt, dass auch auf Fakten kein Verlass und das die Glaubwürdigkeit eines Fakts davon abhängt ob man solchen “Fakten” blind vertraut oder ob man sie weiter hinterfragt.

Memento nimmt einen von Anfang an durch seine zunächst verwirrende und komplexe Erzählstruktur ein, zu der hier nichts verraten werden soll, da es ein Teil des Erlebens des Films ist, rauszufinden wie diese aufgebaut ist und die Ereignisse richtig geordnet werden können. Nachdem man das ganze gegen Mitte des Filmes dann verstanden hat, gönnt der Film einem eine kurze Erholungspause in dem er ein wenig hängt und an Tempo verliert währrend sich am Ende die Ereignisse überschlagen und sich vieles aufdeckt. Wobei das Ende gar nicht das Ende sondern die Mitte ist.

Wie Eingangs erwähnt ist Memento einer der innovativsten Filme der letzten Jahre und er lädt zum mehrmaligen sehen ein, da man dann auf neue Dinge achten kann, die einem beim ersten Mal nicht wirklich aufgefallen sind, die aber zum endgültig Filmverständis durchaus relevant sein können. In dem Film sind es gerade die Details, die einen auf den richtigen Weg bringen.
Auf der DVD gibt es noch eine Sonderfunktion mittels der man den Film “richtig” sehen kann, dies sollte man über nur tun, wenn man den Film wirklich intensiv analysieren und interpretieren will, da das Erlebnis Memento zu einem großen Teil von dieser Erzählweise beeinflußt wird

10 / 10


Drama &Edward Norton &Rassimus Benjamin on 08 Feb 2007

American History X (Tony Kaye, USA 1998)

American History X ist wohl einer der wichtigsten Filme zum Thema Fremdenhass in den USA. Dank eines absolut überragenden Edward Norton in der Rolle des geläuterten Ex-Nazi Derek Vinyard weiß der Film von der ersten bis zur letzten Sekunde zu fesseln und zieht einen absolut in seinen Bann. Edward Norton ist seitdem ich ihn das erste mal in “Fight Club” gesehen habe mein absoluter Lieblingsschauspieler und diese Spitzenposition hat er mit diesem Film der aus der gleichen Zeit wie “Fight Club” kommt abermals unterstrichen. Dieses mal spielt er keinen Schizophrenen sondern einen Nazi, dem erst im Knast bewußt wird, dass seine Einstellung und Ansichten totaler Blödsinn sind, niemanden weiterhelfen und letztendlich ihm und seiner Familie nur Probleme bereiten.

Sein Bruder Danny (Edward Furlong, bekannt aus T2) hat in der Schule einen Aufsatz mit dem Titel “My Mein Kampf” geschrieben, und bekommt nun Direktor Sweeney die Aufgabe einen Aufsatz über seinen Bruder zu schreiben. Somit spielt ein großer Teils in der in schwarz weiß eingefangenen Vergangenheit und zeigt wie Derek durch Ansichten seines Vaters geprägt, nach dem Mord seines Vaters durch Schwarze zum Nazi wurde, wie er zur Symbolfigur der rechtsradikalen Jugend in seiner Stadt wurde, zeigt die grausame Hinrichtung von drei Schwarzen die Nachts sein Auto aufgebrochen haben und auch schließlich seinen Aufenthalt und seine Wandlung im Knast. Edward Norton zeigt uns in der einen Szene den überzeugten Nazi, der glaubt an das was er sagt und der es weiß andere von seiner Meinung zu überzeugen, und in der nächsten Szene sehen wir den Derek Vinyard vor uns, der erkannt hat, dass er jahrelang nur benutzt wurde und der einfach nur Angst hat, dass seinem Bruder das gleiche wiederfährt wie ihm.

American History X ist ein wahnsinnig intensiver Film, mit brillianten Darstellern der einen nicht loslässt.

So gut der Film auch ist, so gefährlich ist er allerdings auch.
Der Film verlangt allerdings ein gewisses Vorwissen, denn viele rassistische Äußerungen bleiben unreflektiert, so dass ich den Film nicht ohne weiteres einem anfälligen fünfzehnjährigen zeigen würde. Derek wirkt gerade in seiner Zeit als Nazi einfach perfekt und kann eine absolute Identifikationsfigur darstellen. Auch die Wandlung im Knast wird dem Hauptcharakter von vielen nicht abgenommen und es ist schwer vorstellbar, dass ein derart geprägter junger Mann durch die gezeigten Ereignisse so gewandelt wird. Wünschenswert ist es allemal.

Mir gefällt der Film allerdings absolut, ich vergöttere aber auch den Hauptdarsteller, von dem es leider schon viel zu lange (fast ein Jahrzehnt) keinen guten Film mehr gab. Ich hoffe sehr, dass man bald wieder einen Edward Norton in einer Hauptrolle sehen darf.

9 / 10

Abenteuer &Fantasy Benjamin on 07 Feb 2007

Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Stefen Fangmeier, USA 2006)


Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Stefen Fangmeier, USA 2006)
Eragon CinemaxX Göttingen

Der Film hätte mir als ich 12 Jahre alt war sicherlich mehr als gut gefallen. Heute wo ich doch mehr als doppelt so alt bin hält sich die Begeisterung wahrlich in Grenzen da, ich in nächster Zeit nicht vorhabe, mit meinen Freunen Drachenreiter zu spielen. Eigentlich hat der Film alles was man sich wünscht, mysteriöse, große, eindrucksvolle Drachen, interessen Nebendarsteller, allen voran Jeremy Irons als Brom aber irgendwo merkt man dem Autor des Buches das als Grundlage dient sein junges Alter doch an und man merkt auch wie sehr er von Fantasyfilmen wie Herr der Ringe beeinflußt wurde.

An die deutsche Synchronstimme von Saphira, Nena, kann man sich ja noch gewöhnen, aber der Hauptdarsteller wirkt als wäre er ein 12 jähriger im Körper eines 17 jährigen. John Malkovich wird irgendwie an jeder Ecke gelobt aber irgendwie ist er für mich in nahezu jedem Film den ich bisher gesehen habe ein Fehlkörper, er wirkt einfach deplaziert und immer irgendwie karikaturenhaft. Es ist nun auch schon über acht Wochen her, dass ich diesen Film gesehen habe, aber kurz erwähnen wollte ich ihn hier dennoch. So wirklich viel dazu schreiben lässt sich eigentlich nicht, die Schlachten wissen einen nicht mitzureißen, die ominösen Rebellen wirken wie aus 1000 und einer Nacht, sind pseudoarabisch eingekleidet und passen so überhaupt nicht zum Setting, und es bleibt zu hoffen dass es mit den Filmen wie mit den Büchern ist. Denn da war der zweite Teil ebenfalls deutlich besser als der erste. Für meine Begriffe ein nicht wirklich sehenswerterfilm, außer für Kinder. Erwachsenen gibt er denke ich nicht wirklich viel. Uns an dem Abend zumindest nicht wirklich

3 / 10

Al Pacino &Gangster &Krimi &Michael Mann &Polizei &Robert deNiro Benjamin on 07 Feb 2007

Heat (Thomas Mann, USA 1995)


Heat (Thomas Mann, USA 1995)
DVD

Heat. Die Krönung des Actionkrimigenres wenn man den überall erklingenden Lobeshymnen glauben schenken mag.
Und tatsächlich bietet Heat dem Zuschauer eine Menge. Allen voran ein erstklassiges Ensemble, allen voran Robert de Niro und Al Pacino, die in diesem Film das erste Mal gemeinsame Szenen haben, aber auch die Nebenrollen sind alle hochkarätig besetzt.
In knapp drei Stunden Filmlänge zeigt Regisseur Thomas Mann viel mehr als einen gewöhnlichen Actionkrimi. Im Gegensatz zu vielen anderen Krimis, beschränkt sich dieser Film nicht nur auf die direkte auseinandersetzung zwischen Gangstern und Cops, ihr ewiges Katz und Mausspiel, die beiden Hauptcharaktere werden intensiv ausgearbeitet und man kann Symphathien für beide entwickeln, sowohl für den Cop als auch für den Gangster.
Der Film hat typische Mann bilder, sie wirken distanziert, was den Einzelgängercharakter der beiden Hauptfiguren unterstreicht, aber dadurch auch sehr kühl und “cool”, was einem den Zugang zu dem Film ein wenig erschwert.
Die Actionszenen sind vom feinsten, allen voran die Wahnsinnsschießerei auf offener Straße. Außergewöhnlich gut gemacht, alles in allem sind solche Actionszenen aber rar gesät. Auch haben DeNiro und Pacino nur zwei gemeinsame Szenen, die aber gleichzeitig zu den stärksten Szenen des Films gehören.
Für mich ist Heat ein guter Film, aber durch die sehr tiefgehende Charakterentwicklung fehlt mir ironischerweise zu sehr der Bezug zum Film und mir fehlt ein wenig Tempo. Das gleiche Gefühl hatte ich nach der ersten Sichtung des Filsm auf einem Videoabend bei mir vor gut drei Jahren und ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass sich bei der zweiten Sichtung daran etwas ändert, aber der wirkliche Zugang zu dem Film fehlt immer noch. Ein Meisterwerk? Für mich nicht. Aber allemal ein sehenswerter Film.

7.5 / 10

Horror Benjamin on 06 Feb 2007

Der Fluch – The Grudge (Takashi Shimizu, USA / Japan 2004)

Das einzige was ich heute morgen um 04:00 gefunden habe, was filmisch meinem Wachheitsgrad entsprach war The Grudge den ich irgendwann schonmal angefangen habe, aber mangels Interesse auch sehr schnell wieder ausgemacht habe. Und sehr viel größer war das Interesse heute morgen auch nicht. Der Film schafft es gerade am Anfang nicht wirklich Atmosphäre aufzubauen, alles wirkt steril, distanziert, kalt. Man kommt nicht rein und in den Film und irgendwie weiß man gar nicht so recht wo rum es geht.
Aber da stellt man sich natürlich die Frage was man sich von einem Horrorfilm erwartet. Eine gute packende Geschichte oder einfach viele zahlreiche Schockmomente, bei denen man am liebsten wegschauen möchte, aber dennoch hinkuckt, mitfiebert was wohl die nächsten Sekunden passiert und wenn das erwartete eintritt dennoch schockiert ist. Letzteres bietet dieser Film durchaus. Die Schockmomente sind zwar alle mit einfachsten Mitteln herbeigeführt, einige wenige die sehr subtil sind aber auch sehr gut, aber die meisten zünden und erzielen ihre Wirkung. So kann man diesem Film gegenüber sehr zwiegespalten sein. Für Genrefans sicherlich ein guter Film und auch bei Leuten die gerne schockiert werden und einen Film dann gut finden, wenn sie danach erstmal lieber doch das Licht im Flur anmachen, anstatt einfach wie sonst im Dunkeln durchzugehen. Von den Fratzen kann man sicherlich auch gut nachts träumen, wenn man für so etwas anfällig ist.
Mich persönlich hat der Film nicht wirklich angesprochen, aber wenn man möchte kann man ihm durchaus eine Chance geben. Mal schaun ob ich mir den zweiten Teil auch irgendwann anschaue. Ich denke aber mal eher nicht.

4 / 10

Biopic Benjamin on 04 Feb 2007

Die Queen (Stephen Frears, Großbritannien 2006)

Eigentlich hatte ich gar nicht unbedingt beabsichtigt diesen Film zusehen, wobei seine Kritiken ja überall recht gut waren und er nun ja sogar für die Oscars als bester Film und beste Hauptdarstellerin nominiert war. Aber da ich neulich Vorführen musste und einige Zeit im Vorführraum bleiben musste, um das Bild zu kontrollieren bin ich bei dem Film hängen geblieben und hab ihn mir dann aus dem Vorführraum aus komplett angesehen :-)

Wobei eben dieses sinnbildlich für den Film ist. Die Geschichte um Lady Diana und ihren tragischen tot ist eigentlich allen, die zu dem Zeitpunkt mindestens 16 waren denke ich noch sehr gut in Erinnerung. Ich selbst habe damals die Trauerfeier live im Fernsehen mitverfolgt und in meinem jugendlichen Alter doch sehr an den ganzen Geschehnissen interessiert, wobei meine Anteilnahme an 9/11 doch weitaus höher war, als an diesem ebenfalls tragischen Ereignis. Aber man verfolgt den ganzen Film, weiß im Grunde was passiert, aber es macht doch einfach Spass, den beteiligten zuzuschauen.

Als “Aufhänger” für diesen ernsthaften, filmischen Einblick in das britische Königshaus, welcher sonst primär in Form von Komödien stattgefunden hat, dienen wie oben schon angedeutet die Ereignisse um Lady Dianas Tod, vom Tag ihres Unglücks in Paris, bis zu ihrer Trauerfeier in der Westminster Abbey.

Man bekommt ein wenig Einblicke in das Seelenleben und in das Selbstverständnis der Queen, wobei natürlich fraglich ist, in wie fern dies alles in der Realität auch zutrifft. Besondere Höhepunkte des Films sind die Zusammentreffen der Königin mit den frisch gewählten Tony Blair, dem die Queen bei seiner Vereidigung mitteilt dass er bereits ihr 10. Premierminster ist, ihr erster war Winston Churchill, und dass er auch sicher nicht ihr letzter sein wird.
Hellen Miller nimmt man die Queen voll und ganz ab, und auch wenn man die Geschichte schon kennt weil sie eine sehr reale Vorlage hat, so macht doch der veränderte Blickwinkel aus Sicht des Könighauses Lust darauf, sich das ganze bis zum Ende anzusehen und da mich die Ereignisse damals schon sehr interessiert haben, fand ich diese neuerliche Darstellung abermals sehr interessant und man fühlte sich nochmal in die Ereignisse von damals zurückversetzt, welche man eigentlich schon fast wieder verdrängt hatte, obwohl sie seinerzeit doch einen großen Eindruck hinterlassen haben.

8 / 10

9/11 &Drama &Katastrophenfilm &Nicolas Cage Benjamin on 04 Feb 2007

World Trade Center (Oliver Stone, USA 2006)

Nach United 93 der zweite Film der sich mit dem 11. September auseinander setzt, fünf Jahre nach den dramatischen Ereignissen.
Erzählt wird die Geschichte zweier New Yorker Hafenpolizisten, die zum Unglücksort abkommandiert werden, und bei ihren Bemühungen Personen aus dem WTC zu evakuieren direkt selbst zu Opfern werden.

Der Film basiert fast ausschließlich auf den Erinnerungen der beiden unter den Twin Tower verschütteten Poliziste McLoughlin und Jimeno und wurde von niemandem weniger als Skandalregisseur Oliver Stone umgesetzt.
Doch dieser hält sich bei diesem Film sehr zurück. Der Film ist deutlich hollywoodlastiger als U93, aber bleibt doch sehr menschlich. Selbst das amerikanische Selbstverständnis, welches oft in Form von übertriebenem Pathos dargestellt wird, wird ehrlich und nachvollziehbar gezeigt. Man erlebt das ausgeprägte Wir-Gefühl der Amerikaner mit und man empfindet es nicht übertrieben nationalistisch sondern einfach ehrlich und nachvollziehbar.

Der Film will nicht aufdecken nicht entschlüsseln oder haarklein die Ereignisse diesen Tages nacherzählen.
Er will die Geschichte zweier Männer erzählen. Zwei von 20 Menschen, die aus den Trümmern des WTC gerettet werden konnten, währrend dies bei über zweieinhalbtausend Menschen nicht möglich war.

Auch der Hollywoodstar Nicolas Cage tritt in diesem Film hinter seinem eigenen Glanz zurück und ist einfach nur unter Trümmern begrabene Familienvater John McLoughin.
WTC ist sicherlich ein Film der Einblick in das Seelenleben der Amerikaner an jenem tragischen Tag im September 2001 geben kann, ein Film der eine Geschichte zu einem der wohl tragischsten Tage der amerikanischen Geschichte erzählt.

8.5 / 10

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