Drama &Edward Norton &Rassimus Benjamin on 08 Feb 2007 04:18 pm

American History X (Tony Kaye, USA 1998)

American History X ist wohl einer der wichtigsten Filme zum Thema Fremdenhass in den USA. Dank eines absolut überragenden Edward Norton in der Rolle des geläuterten Ex-Nazi Derek Vinyard weiß der Film von der ersten bis zur letzten Sekunde zu fesseln und zieht einen absolut in seinen Bann. Edward Norton ist seitdem ich ihn das erste mal in “Fight Club” gesehen habe mein absoluter Lieblingsschauspieler und diese Spitzenposition hat er mit diesem Film der aus der gleichen Zeit wie “Fight Club” kommt abermals unterstrichen. Dieses mal spielt er keinen Schizophrenen sondern einen Nazi, dem erst im Knast bewußt wird, dass seine Einstellung und Ansichten totaler Blödsinn sind, niemanden weiterhelfen und letztendlich ihm und seiner Familie nur Probleme bereiten.

Sein Bruder Danny (Edward Furlong, bekannt aus T2) hat in der Schule einen Aufsatz mit dem Titel “My Mein Kampf” geschrieben, und bekommt nun Direktor Sweeney die Aufgabe einen Aufsatz über seinen Bruder zu schreiben. Somit spielt ein großer Teils in der in schwarz weiß eingefangenen Vergangenheit und zeigt wie Derek durch Ansichten seines Vaters geprägt, nach dem Mord seines Vaters durch Schwarze zum Nazi wurde, wie er zur Symbolfigur der rechtsradikalen Jugend in seiner Stadt wurde, zeigt die grausame Hinrichtung von drei Schwarzen die Nachts sein Auto aufgebrochen haben und auch schließlich seinen Aufenthalt und seine Wandlung im Knast. Edward Norton zeigt uns in der einen Szene den überzeugten Nazi, der glaubt an das was er sagt und der es weiß andere von seiner Meinung zu überzeugen, und in der nächsten Szene sehen wir den Derek Vinyard vor uns, der erkannt hat, dass er jahrelang nur benutzt wurde und der einfach nur Angst hat, dass seinem Bruder das gleiche wiederfährt wie ihm.

American History X ist ein wahnsinnig intensiver Film, mit brillianten Darstellern der einen nicht loslässt.

So gut der Film auch ist, so gefährlich ist er allerdings auch.
Der Film verlangt allerdings ein gewisses Vorwissen, denn viele rassistische Äußerungen bleiben unreflektiert, so dass ich den Film nicht ohne weiteres einem anfälligen fünfzehnjährigen zeigen würde. Derek wirkt gerade in seiner Zeit als Nazi einfach perfekt und kann eine absolute Identifikationsfigur darstellen. Auch die Wandlung im Knast wird dem Hauptcharakter von vielen nicht abgenommen und es ist schwer vorstellbar, dass ein derart geprägter junger Mann durch die gezeigten Ereignisse so gewandelt wird. Wünschenswert ist es allemal.

Mir gefällt der Film allerdings absolut, ich vergöttere aber auch den Hauptdarsteller, von dem es leider schon viel zu lange (fast ein Jahrzehnt) keinen guten Film mehr gab. Ich hoffe sehr, dass man bald wieder einen Edward Norton in einer Hauptrolle sehen darf.

9 / 10

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