Historisch &Ridley Scott &Russel Crowe &Sandalenfilm &TopFilm Benjamin on 14 Feb 2007 04:37 am

Gladiator S.E. (Ridley Scott, USA 2000)

Ridley Scott auf dem Höhepunkt seines filmerischen Schaffens. Für mich zählt Gladiator zu den wenigen “Überfilmen” die es gibt. Diese Film zieht einen von Anfang bis Ende voll in seinen Bann und man hat am Ende das Gefühl Teil eines wirklichen Filmerlebnisses gewsen zu sein. Ich weiß noch als ich den Film damals das erste Mal im Kino gesehen habe und wie wir nach dem Abspann da saßen und alle gar nicht glauben konnten was wir da gerade gesehen haben. Dieses Gefühl stellt sich jedesmal wenn man die Film aufmerksam sieht wieder ein. Es passt einfach alles. Die Darsteller, die Regie, die Story, die Schauplätze, die wirklich in Erinnerung bleibende Musik von Hanz Zimmer.

Der Film hat keinerlei historische Authenzität. Er würfelt die vielen Jahrhunderte Roms wild durcheinander und bringt ein beeindruckendes Kinoerlebnis hervor. Russel Crowe spielt Maximus den obersten Feldherrn von Kaiser Aurelius (Richard Harris). Nach der gewonnenen finalen Schlacht gegen die Germanen eröffnet Aurelius Maximus dass er ihn statt seines Sohnes als Tronfolger benennen wird. Als Aurelius dieses seinem Sohn eröffnet ermordert Commodus (Joaquin Phoenix) seinen Vater um ihm als Imperator zu folgen und so gibt er als neuer Caeser den Befehl Maximus töten zu lassen um seine Macht zu festigen.
Maximus kann seine Häscher überwältigen und fliehen, landet jedoch in der Sklaverei, wo er vom Gladiatorentrainer Proximo (Oliver Reed) gekauft und bis ins Kolosseum nach Rom geführt wird. Der Film zeigt im weiteren Maximus’ Weg durch die Sklaverei, bis nach Rom wo er in seiner Rolle als Sklave und Gladiator durch seine Beliebtheit beim Volk so viel Macht erlangt, dass es schließlich zum finalen Showdown zwischen Kaiser und Gladiator kommen muss.

Der Film lebt in erster Linie von einem genial spielenden Russel Crowe. Die Rolle des Maximus ist an sich keine typische Charakterrolle aber Crowe schafft es ihr eine unglaubliche Tiefe zu verleihen, wofür er schließlich auch den Oscar bekommen hat. Die Figur des Maximus wirkt einfach ehrlich. Kein Siegestoller Feldherr der nach immer mehr Macht strebt, nein Maximus würde sein Leben für Rom geben aber sein größter Wunsch ist am nächsten Morgen die Soldatenuniform ausziehen zu können und nach Hause zu seinem Bauernhof und seiner Familie zurückzukehren.

Auch das Angebot Caesar zu werden lehnt er ohne zu zögern ab. Seine Familie wurde getötet und somit ist er ein Mann, der nichts mehr zu verlieren hat. Der Tot ist ihm egal, je schneller er stirbt, um so eher ist wieder bei seiner Frau und seinem Sohn. Doch vor diesem Wiedersehen steht die Rache an Commodus.
Dessen Darstellung durch Joaquin Phoenix ist der Leistung von Crowe zumindest ebenbürtig. Der Wahnsinn der von Commodus ausgeht wirkt nie gespielt, er ist der enttäuschte Sohn und der wahnsinnige Imperator. Die Szenen mit seiner Schwester Lucilla (Connie Nielsen) haben eine ungeheure Intensität und erzeuge beinahe Gänsehaut vor so viel Irrsinn, der nicht aufgesetzt sondern einfach natürlich wirkt.

Der Konflikt zwischen den beiden bestimmt den Film zum Ende hin. Auf der eine Seite der allmächtige Imperator Commodus, der nur den Daumen nach unten Neigen müsste um Maximus töten zu lassen. Aber dadurch würde er ihn zum Märtyer machen, da seine Popularität beim Volk durch seine Siege in der Arena unglaublich gestiegen ist und ihm somit gewissermaßen Macht über den Kaiser und Rom verleiht. Eine ganz große Stärke des Films die ihn von so vielen anderen unterscheidet. Hier entscheiden keine Armeen über Sieg oder Niederlage, keine epochale Schlacht (diese wird ganz zu Beginn des Films gegen die Germanen gezeigt) sondern ein einzelner Mann, ein Gladiator bietet dem Kaiser die Stirn.

Die Bilder, die Schauplätze des Filmes sind allesamt gut gewählt und gerade Rom und das Kolloseum sind wirklich beeindruckend. Gerade die anfänglichen Arenakämpfe in der Wüste Marokkos sind sehr bildgewaltig umgesetzt. Die Kampfszenen gehen wirklich ans eingemachte, hier werden auch schonmal abgetrennte Köpfe gezeigt. Das alles zusammen mit der genialen Musik von Hans Zimmer versetzt einen in einen fast tranceähnlichen Zustand, gerade nach den letzten Szenen des Films in der das wohl stärkste Lied kommt ist man einfach nur noch gebannt von dem Geschehen.

Es ist ein Film, den man trotz so vielen Textes kaum beschreiben kann, man muss ihn einfach erleben und sich von einem beeindruckendem Duo Crowe / Scott zweieinhalb Stunden in ein filmisches Erlebniss der Extraklasse versetzten lassen

10 / 10

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