Monthly Archive for "März 2007"



Action &Dakota Fanning &Denzel Washington &Rache Benjamin on 31 Mrz 2007

Mann unter Feuer (Tony Scott, USA 2004)

Denzel Washington ist John Creasy. Ehemaliger US-Militär, der schon viel erlebt hat und zahlreiche Menschen im Einsatz töten musste und heute nach seinem aktiven Dienst Probleme hat klar zu kommen und dem Alkohol verfallen ist. Er nimmt einen Job als Bodyguard für die junge Pita an, deren Eltern im Entführungsparadies Mexiko besorgt um die Sicherheit ihres kleinen Engels sind.

Der Film führt die Freundschaft zwischen den beiden liebevoll ein, Creasy tut zunächst alles um die Nähe zu Pita nicht zuzulassen, zum einen weil er angestellt wurde um sie zu beschüzen, nicht um ihr Freund zu sein, zum anderen möchte er auch einfach niemanden an sich heranlassen.
Doch kleine Kinder können sehr hartnäckig sein und so schafft es die kleine Pita schließlich doch Creasys Herz zu gewinnen und sie findet in ihm eine Vaterfigur die ihr leiblicher Vater ihr mangels Präsenz nie sein kann.

Doch die Bindung liegt unter dem Mantel der Bedrohung, deren Anspannung die ganze Zeit in der Luft liegt, was in einigen Szenen hervorragend in Szene gesetzt wird. Und schließlich passiert was passieren muss. Pita wird trotz des Einsatzes von Creasy entführt, welcher bei dem Einsatz lebensgefährlich verwundet wird.

Creasy hat sein ganzes Leben lang Leute verloren die ihm nahestanden, doch hier ist Schluß. Nachdem die Lösegeldübergabe schief geht wird Pita getötet und Creasy sieht rot. “Ich tue was ich am besten kann – töten” verspricht er Pitas Mutter und beginnt auf eigene Faust die Hintermänner dieser Entführung zu ermitteln und sich an ihnen in hervorragenden Actionsequenzen zu rächen, ein Mann unter Feuer.

Der Film funktioniert. Trotz Denzel Washington und wegen Dakota Fanning. Denzel Washington ist leider immer in den gleichen Rollen zu sehen, er ist immer Cop oder Exmilitär, so auch hier. Dementsprechend gleic Fallen seine Darstellungen auch immer aus, wobei sie sich wie der Oscar für Training Day beweit immer auf einem sehr hohen Niveau befinden. Wünschen wir ihm, dass er es im Alter noch schafft auch ma ein paar andere Charaktere darstellen zu dürfen / können. Der Film ist wirklich gut gemacht. Die Schauspieler sind wie scho erwähnt durchweg solide, auch die Bildkompositionen und Kamereinstellungen wissen zu gefallen. Begleitet wird dies von einem wunderbaren Score der starke Anleihen bei Hans Zimmer und Gladiator gemacht hat, was aber nicht schlechtes ist, lieber man bedient sich bei guten bzw. hervorragenden Vorbildern als bei schlechten. Die Story an sich bietet natürlich wenig Überraschungen. John Creasy ist prinzipiell als Charakter mit Hintergrund angelegt, so dass man ein wenig Tiefgang erwarten könnte, allerdings wird hier drauf im weiteren Filmverlauf nicht weiter eingegangen, wobei das wohl den Rahmen gesprengt hätte, da der Film 142 Minuten geht und eine längere Spieldauer nicht rechtfertigen würde.

Man on Fire ist ein Film, den man sicher nur einmal kucken wird und wohl auch sollte, da der Film nur von der Spannung seiner Geschichte lebt. Kennt man die, gibt einem der Film nicht viel. Kennt man sie noch nicht, erwarten einen mehr als zwei Stunden feinster Bodyguardaction von Actionspezialist Tony Scott.

7.5 / 10

Deutsch &Komödie Benjamin on 31 Mrz 2007

Die Lümmel von der ersten Bank – 5. Teil: Wir haun die Pauker in die Pfanne (Harald Reinl, Deutschland 1970)

Zufällig reingezappt und dann einfach laufengelassen in dieses wunderbare deutsche Komödie aus den 70er Jahren. Ich glaube zu der Zeit hatten Filme mit Schülern die ihre Lehrer in die Pfanne hauen Hochkonjunktur und ich muss zugeben auch nicht wirklich viele davon gesehen zu haben, aber dieser Film sticht wirklich heraus, allen voran natürlich dank Hansi Kraus und Theo Lingen in einer wunderbaren Doppelrolle.

Diesem haben sich die Streiche wirklich gewaschen. Der Gymnasiast und Oberlausbub aus der 12a Pepe trifft in einem Flughafenrestaurant den Zwillingsbruder seines Direktors, der ihm bis aufs Haar gleicht. Durch die Verwechslung kommt man ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass die beiden Brüder sich schon seit fast 40 Jahren aus dem Weg gehen und gemeinsam beschließt man Schuldirektor Gotthilf Taft einen Streich zu spielen.
Sein Bruder Gottholf taft beschließt zu sterben. Allerdings nur auf dem Papier. Das Testament beschert sowohl der Schule Tafts als auch ihm selber ein hübsches Sümmchen Geld, allerdings sind die Bedingungen für die Erfüllung des Testamentes nicht ohne und bringen den ansonsten 100% korrekten und überaus Strengen Taft doch sehr oft in große Verlegenheit.

Lustige Spässchen, nette Geschichte, angenehme kürze und sehr spielfreudige Darsteller machen diesen Film doch auf jeden Fall im Nachmittagsprogramm sehenswert. Ich habe Uschi Glas glaube ich bisher nur live im Fernsehen gesehen in irgendwelchem Talk Show, sprich ich habe sie nur älter als 50 gesehen. In dem Film ist sie gerademal 24 glaube ich und man ist doch überrascht, dass sie wirklich eine bildhübsche junge Frau war, die gar nicht so typisch deutsch ausgesehen hat.

7 / 10

Drama &Mystery &Stephen King &Tom Hanks Benjamin on 31 Mrz 2007

The Green Mile (Frank Darabont, USA 1999)

Lange Zeit habe ich mit “The Green Mile” keine guten Erinnerungen verbunden, was aber wohl letztlich einfach daran lag, dass ich ihn seinerzeit zu oft in zu kurzer Zeit gesehen habe. Heute lief er im Fernsehen auf RTL2 und es war mehr Zufall, dass ich ihn gesehen habe, da ich generell so gut wie gar kein Fernsehen kucke und wenn dann primär Dokus, Reportagen oder Nachrichten, aber so gut wie nie Filme.

Und es war ein durchaus glücklicher Zufall. “The Green Mile” ist einer der Filme, die einen an der Wurzel der eigenen Menschlichkeit packen und einer der Filme, die einen ganz tief in sich hineinziehen und man mit den Hauptcharakateren mitfühlt und absolute Anteilnahme an ihrem Schicksal hat. Getragen wird der Film von einem herausragenden Darstellerensemble aus dem gar nicht mal Tom Hanks so sehr hervorsticht sondern Michael Clarke Duncan zum einen durch seine pure Körpermasse die für den Film nochmals wuchtiger in Szene gesetzt wurde als sie ohne hin schon ist, als auch durch sein sehr eindrucksvolles Spiel, das einen ohne viele Worte gefangen nimmt. Mich hat wirklich sehr gewundert, dass er damals nicht den Oscar für die beste Nebenrolle bekommen hat, aber ich glaub 2000 ging der Oscar an Michael Caine, weil der Oscar für ihn halt einfach überfällig war. Oder ich muss einfach “Gottes Werk und Teufels Beitrag” nochmal kucken um das wirklich beurteilen zu können.

Der Film ist fast 190 Minuten lang aber er ist wirklich einer der sehr wenigen Filme, denen man meiner Meinung nach ihre Länge zu keinem Zeitpunkt anmerkt, was ob des sehr ruhigen und gemächlichen Erzähltempos sehr erstaunlich ist.
Der Film spielt zur Zeit der amerikanischen Depression, im Todestrakt eines Gefängnisses und erzählt von den Wärtern, die bis auf die berühmte Ausnahme alle versuchen so herzlich wie möglich zu den Gefangenen zu sein um ihnen ihre letzten Wochen und Monate so angenehm wie möglich zu gestalten und seinen Insassen, welche zu Filmbeginn durch den mächtigen, imposanten, aber auch zugleich geistig eher minderbemittelten John Coffee verstärkt werden.
Der Film ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King, was aber niemanden auf eine falsche Fährte locken soll, die einzigen Szenen die schockieren sind die, die die Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl zeigen, ansonsten ist der Film frei von jeglichem Horror.

The Green Mile verbindet ein hervorragendes Darstellerensemble mit einer tiefgehenden und bewegenden Geschichte zu einem wunderbaren Film den man sich einfach nicht entgehen lassen sollte. Hier stimmt einfach alles und das bisschen Mystery welches der Film enthält sorgt dafür, dass sich auch jeder seinen eigenen kleinen Teil zu dem Film denken kann.

10 / 10

David Lynch Benjamin on 31 Mrz 2007

Blue Velvet (David Lynch, USA 1986)

Lynch schwankt ja immer ein wenig zwischen Genialität und grobem Umfug. Bei Blue Velvet (zugegeben ich hab ihn nachts um vier erst angemacht) bin ich dann auch glatt eingeschlafen. Und das lag nicht nur an der Uhrzeit, der Film ist einziges Sammelsurium an Langeweile.
Der Film wirkt krampfhaft auf alt und banal gemacht. Vermutlich verbirgt sich hinter dieser Vorstadtbanalität eine ziemlich verwobene, tiefgründige Story die mich aber nicht wirklich erreicht hat und die mich angesicht der Inszenierung auch nicht wirklich interessiert hat.
Neben den vielen banalen Szenen gibt es auch immer wieder welche, die sehr typisch lynchlike sind, bizar aber irgendwo ein gewisses Faszinosum. Eine Laura Dern die weint ist wirklich schon an der Grenze zum Horror, einzig Dennis Hopper weiß als abgedrehter Fucker ein wenig zu begeistern. Worum es geht kann ich noch mit mal wirklich sagen, die Story ist irgendwie auch recht banal und wenn ich sie hier zusammenfassen würde, würde sie vermutlich noch fünfmal banaler klingen als sie eigentlich ist, daher spare ich es mir.

Ein Lynch ist ein Lynch. Bald kommt Inland Empire, auch wieder mit Laura Dern, man darf sehr gespannt sein. The Straight Story war ein sehr guter Film, Lost Highway liegt noch in meinem DVD Fach mit den ungekuckten Filmen und Mullholand Drive hat mich zutiefst beeindruckt. Blue Velvet ist bisher der wohl schwächste Lynch den ich gesehen habe, aber es ist auch einer seiner ersten Filme, es deutet vieles schon darauf hin, was später aus ihm werden wird. Jeder der mit dem Begriff Lynch etwas anfangen kann, weiß so grob was ihn erwartet, wer noch nie einen Lynch gesehen hat, dem würde ich diesen Film nicht unbedingt als Einstiegsfilm empfehlen.

3 / 10

Agenten &Angelina Jolie &Matt Damon Benjamin on 29 Mrz 2007

Der gute Hirte (Robert DiNiro, USA 2006)

Matt Damon ist für mich ein schwieriger Schauspieler. Das erste Mal bewußt wahrgenommen habe ich ihn in der Bourne Identität und fand ihn absolut klasse und überzeugend in der Rolle des gefühlslosen Killers der seiner Identität auf den Grund geht. Aber irgendwie ist das für mich auch die einzige Rolle die er wirklich spielen kann, ich finde ihn viel zu ausdruckslos, er hat immer dieses gefühlslose Ich-kann-nicht-schauspielern-Gesicht was ihn meiner Ansicht nach für eine tragende Hauptrolle in den meisten Rollen disqualifiziert. Aber generell mag ich ihn sehr gerne, nur halt in den richtigen Rollen.

In “Der gute Hirte” spielt er Edward Wilson einen jungen Yale-Studenten der auch Mitglied in der mächtigen “Skulls & Bones”-Verbindung ist, deren Mitglieder oft wichtige politische und wirtschaftliche Positionen besetzt haben. So erregt Wilson das erste mal aufsehen als er seinen Lehrer Fredericks verrät, welcher ein Nazisymphatisant ist. Dies macht die Oberen auf ihn Aufmerksam und er bekommt eine leitenden Stellung in der neu geschaffenen C.I.A., nachdem er aus Pflichtgefühl die von ihm geschwängerte Clover (Angelina Jolie) heiratet. Sein Dienst verschlägt ihn zunächst für mehrere Jahre ins Ausland, so dass er bei der Geburt seines Jungen nicht dabei sein kann und ihn nach über fünf Jahren das erste Mal überhaupt zu sehen bekommt.
Von seiner Familie hat er sich zwischenzeitlich sehr entfremdet und ihm ist sein Pflichtgefühl derart wichtig, dass er die Probleme in seiner Familie vergißt und ausklammert, so dass es zu immer größeren Spannungen und seltsamen ideologischen Auswüchsen seines zum Mann heranwachsenden Sohn kommt-

Der Film ist schlichtweg zu lang. Er geht fast drei Stunden, diese länge wird aber nicht wirklich gerechtfetigt. Die Geschichte die er interessant ist durchaus interessant, aber durch die Länge des Filmes kommt einem vieles sehr langatmig und in die Länge gestreckt vor. 30 Minute weniger hätten dem Film sicherlich gut getan. Matt Damon hat wieder sein altbekanntes und oben angesprochenes Problem, das restliche große und starbesetzte Ensemble weiß aber sehr wohl zu begeistern. Alles in allem kein schlechter Film, wenn einen das Thema Gründungsjahre des C.I.A. und generell Agententhriller mit geschichtlichem Hintergrund interessiert kann man den Film uneingeschränkt empfehlen.

6 / 10

Afrika &Drama Benjamin on 29 Mrz 2007

Der letzte König von Schottland (Kevin Macdonald, Großbritannien 2006)

Hoch waren die Erwartungen nach dem Oscar für Forest Whitaker und den allgemein recht guten Kritiken für den letzten König von Schottland. Nicholas Carrigan hat es nach jahrelangem Studium endlich geschafft, er ist Arzt. Er beschließt in ein zufällig ausgewähltes Land zu reisen und dort mit seinem können Gutes zu tun.
Das Schicksal führt ihn im Jahre 1970 nach Uganda, wo er in einem Dorf zusammen mit Sarah Merrit (Dana Scully aka Gillian Anderson) die Bevölkerung versorgt. Eben zur selben Zeit übernimmt durch einen unblutigen Putsch der General Idin Amin die Macht im Land und verspricht den Menschen ein besseres Uganda.
Zufällig ist Carrigan zur Stelle als Amin sich in der Nähe seines Dorfes verletzt. Amin ist beeindruckt von Carrigans Fähigkeiten und seiner Art und schließt ihn ins Herz, so dass er ihm das Angebot macht, sein Leibarzt zu werden.

Das widerspricht eigentlich den Idealen mit denen er nach Uganda gekommen ist, aber das es zu leichten emotionalen Problemen mit Sarah gekommen ist, nimmt
er das Angebot schließlich doch an und ihm wird die Verantwortung für die Gesundheit Amins und seiner gesamten, recht großen Familie übertragen.
Durch die permanente Nähe zum Präsidenten und seiner offenen Art erwirbt er sich das Vertrauen des Präsidenten wird zu seinem engsten Mitarbeiter, dessen Funktionen über die eines normalen Leibarztes hinausgehen.

Anfangs ein Fan des Präsidenten, erkennt er nach und nach welch Monster Amin in Wirklichkeit ist. Opositionelle werden ermordet, Ugander die nicht seinem Volksstamm angehören werden massenweise ermordet, sogar Leute aus seinem eigenen Kabinett verschwinden von Zeit zu Zeit ohne je wieder aufzutauchen. Er erkennt, dass er dass Land verlassen muss, wenn er nicht ebenfalls ein Ofer Amins allgemeinen Mißtrauens werden will. Doch ohne Paß ist Carrigan auf die Unterstützung einiger britischer Geschäftsleute angwiesen, welche er zunächst verspottet hat. Doch sie wollen eine Gegenleistung. Den Tod des Präsidenten…

Der Film ist sicherlich interessant und auch handwerklich und schauspielerisch grundsolide gemacht, aber ich scheine zu wenig Ahnung von Filmen zu haben, ich habe in dem Film nichts gesehen, was eines Oscar würdig wäre. Sicherlich gut gespielt von Whitaker, aber nicht so überragend wie man es bei einigen anderen Oscarpreisträgern der letzten Jahre gesehen hat.
Allgemein finde ich sackt der Film im Vergleich zu z.B. Blood Diamond, dem anderen aktuellen DIA – Afrikafilm etwas ab. Es fehlt einfach die Bindung an den Film und an die Hauptcharaktere, die Story ist sicherlich interessant aber ich weiß nicht, mir hat einfach das gewiße Etwas gefehlt damit der Funke überspringt und mich an den Film bindet. Manche Kamereinstellungen bzw. Schwenks sind manchal etwas seltsam und von dem wirklichen Grauen, welches Amin verübt hat, zeigt der Film eigentlich auch recht wenig.

Fazit Kann man sehen, muss man aber nicht.

6 / 10

Jim Carrey &Myster Benjamin on 29 Mrz 2007

Nummer 23 (Joel Schumacher, USA 2007)

The Number 23. Der 23. Film von Joel Schumacher. Von solchen Zufälligkeiten handelt die Geschichte dieses Films. Walter Sparrow ist von Beruf Hundefänger und hat am 3.2 oder 2/3 wie die Amerikaner es schreiben würden Geburtstag. Da er immer recht unfreundlich zu seiner Kollegin in der Einsatzzentrale ist, schickt diese ihn fünf Minuten vor Dienstschluß los, einen streunenden Hund einzufangen. Dieser Einsatz dauert so lange, dass er zu seiner eigenen Geburtstagsfeier zu spät und seine Frau recht spät aus ihrem Geschäft abholen kann. Sie hat einen kleinen Buchladen und schenkt ihm das Buch “The `Number 23″. Sparrow ist eigentlich kein großer Fan von Büchern und möchte eigentlich lieber warten bis es als Film herauskommt.
Da auf seiner eigenen Geburtstagsfeier aber fast nur Freunde seiner Frau sind begintt er schließlich doch mit der Lektüre des Romans und wird sofort von ihm aufgesogen. Er entdeckt zahlreiche Ähnlichkeiten der Hauptperson mit sich selbst. Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der von der Zahl 23 besessen ist. Das erste mal kommt er mit ihr in Kontakt als er eine Frau vor einem Selbstmord bewahren will. Sie ist von der 23 besessen und kann mit diesem Fluch nicht mehr leben, so dass sie sich schließlich doch selbst umbringt. Nach ihrem Selbstmord befaßt sich der Cop mehr mit dem Fall und befaßt sich immer mehr mit dem Mysterium 23, bis es auch ihn schließlich in seinen Bann saugt. Überall taucht sie auf. In Daten, geschichtlichen Ereignissen, Quersummen aus Namen, auf Symbolen, Straßenschildern, Kennzeichen, Busliniennummer, überall begegnet ihm die 23, bis sie schließlich dazu führt, dass er seine Freundin umbringt.
Sparrow fühlt sich durch die Ähnlichkeit die er mit der Hauptperson empfindet sehr an das Buch gebunden und bald beginnt er selbst überall in seinem Leben eine 23 zu sehen, was schließlich dazu führt, dass er Träume hat in denen er seine Frau umbringt hat und Angst davor hat, ebenfalls von dieser Zahl besessen zu sein.
Aber er spürt, dass dem Buch eine wahre Geschichte zugrunde liegt und dass sie etwas mit der 23 zu tun hat, und er muss ihr einfach auf den Grund gehen und stößt auch schließlich auf ihr Geheimnis…

Mehr zum weiteren Filmverlauf kann man nicht schreiben, da man ansonsten zu viel vorweg nehmen würde. Für mich waren die Wendungen in der Geschichte sehr überraschend und nicht vorhersehbar und konnten durchaus interessieren. Besonders das Ende ist stimmig und weiß zu gefallen. Zwar “kein Happy End” aber ein richtiges Ende. In jedem Sinne. Vor allem sorgt es dafür dass der Film kein Mysterieunfug wird und man hat auch eigentlich selten im Film dass Gefühl, dass es sich um einen Mysterystreifen handelt, es macht immer alles den Eindruck, als hätte es Hand und Fuß auch wenn man natürlich als Zuschauer eh weiß. dass da nicht viel dran sein kann.

Der Film bekommt zu jedem Zeitpunkt die richtige Wendung und der Regisseur erweist hier auch viel Fingerspitzengefühl für den richtigen Moment in dem die Geschichte eine neue Wendung bekommt. So wird der Film eigentlich nie wirklich langweilig, wenngleich er durch seine insgesamt doch eher ruhige erzählweise an ganz wenigen Stellen etwas zäh gewirkt und es baut sich auch zu recht vielen Momenten Spannung und Dramatik auf. Jim Carrey würde ich sowieso immer einen Wahnsinnigen abnehmen, er weiß zusammen mit den Nebendarstellern zu gefallen.

Für mich ist The Number 23 defintiv kein Mysteryfilm und kein überragender aber immer noch sehr guter Thriller der eigentlich alles richtig macht außer vielleicht grundlegende Maßstäbe im Genre zu setzen.

8 / 10

Biopic &Diane Krüger &Ed Harris &Musik Benjamin on 29 Mrz 2007

Klang der Stille (Agnieszka Holland, USA 2006)

Großartig. Absolut großartig. Selten das ich Lobeshymnen vorwegnehme aber dieser Film hat in etwa so eingeschlagen wie Beethovens 9. bei ihrer Uraufführung. Hätten wir nicht aus einem Jux heraus heute diesen Kinotag mit drei Filmen gemacht hätte ich diesen Film wohl nie gesehen – oh was wäre mir da entgangen. Dieser Film reißt auch jeden Nichtklassikfan (wie mich) vom Hocker und hallt sehr lange nach.

Der Film lebt voll und ganz von der energiegeladenen und grandiosen Darstellung Beethovens durch Ed Harris. Er ist einfach eine Wucht, meist kennt man ihn aus eher düsteren Rollen in denen er den Bösewicht spielt oder zumindest sehr zwielichtige und dubiose Charakter die oftmals einen sehr militärischen Tenor haben, sein letzets Biopic “Pollock” konnte mich nicht wirklich in ihren Bann ziehen, aber was Ed Harris “Klang der Stille abliefert ist wirklich großartig. So hat man (ich zumindest) Ed Harris noch nie gesehen.

Beethoven ist ein Mann voller Energie. Von Musik besessen. Ständig ist sie in seinem Kopf. Für ihn ist es die Stimme Gottes. Die Sprache Gottes, und er hat die Gabe sie umzusetzen. Doch leider spricht Gott nicht zu ihm, er brüllt ihn an, so dass Beethoven im Alter so gut wie taub ist und nichts mehr hört. Es ist ihm unmöglich ein Orchester zu leiten, er bringt es ständig aus dem Takt, er hört die Musik der er schreibt so gut wie gar nicht mehr. Sein Kopf ist voll von Ideen, Kreationen, voll von Melodien doch ihm wurde die Fähigkeit genommen sie zu hören.
Dies hat ihn einerseits verbittert, aber das hält ihn nicht von seiner Arbeit ab. Er befindet sich wenige Tage vor der Premiere seines Lebenswerkes der Symphonie No. 9. Seine Handschrift ist mittlerweile unleserlich geworden und sein alter Kopist ist von Krebs geplagt so dass er schließlich einen neuen Kopisten anfordert. Geschickt wird ihm die 23jährige Anna Holtz.
Sie wird von Beethoven zunächst dafür verspottet eine Frau zu sein, aber sie erträgt sein Temperament und seine zunächst herablassende Art weil ihr die Arbeit mit Beethoven sehr wichtig ist, sie sein Genie kennt und hofft von ihm lernen zu können. So wird sie seine enge Mitarbeiterin, korrigiert sogar Fehler in seinen Werken und erarbeitet sich seinen Respekt und sein Vertrauen.
Als es schließlich soweit ist und seine Symphonie uraufgeführt wird, ist er verzweifelt weil es ihm unmöglich ist, dass Orchester zu dirigieren, aber Anna Holtz nimmt einen Platz verdeckt im Orchester ein und dirigiert so, dass Beethoven sie sehen kann, worauf die Premiere ein voller Erfolg wird.
Die Darstellung und Umsetzung der Uraufführung der 9. Symphonie war zweifelsohne als Höhepunkt des Films zu erwarten. Sie ist zwar nicht sein Ende aber wahrlich ein Höhepunkt geworden. Gänsehautatmosphäre, man wird vollkommen von der Musik und den Protagonisten aufgesogen. Spätestens nach dieser Szene weiß man, dass man sich demnächst irgendwann zu Hause Beethovens 9. mal anhören wird. Wobei sie ohne den Film natürlich die gleiche emotionale Tiefe hervorrufen wird.

Der Film ist leider etwas zu sehr auf Anna Holtz und damit Diane Krüger konzentriert, die zwar eine solide Leistung bietet aber ihr Charakter wirkt irgendwie, ja, er wirkt wie geschrieben. Ich weiß nicht ob sie auf historischen Tatsachen beruht aber sie stört keineswegs in dem Film. Gerade dass Zusammenspiel zwischen Harris und Krueger macht viel von der Faszination des Films aus, aber neben Harris’ überragender und preisverdächtiger Darstellung kann man nur blaß wirken. Nach diesem Film möchte man ihn fast in einer Reihe mit DiNiro und Pacino nennen, er geht einfach voll und ganz in seinem Charakter auf und tritt vollkommen hinter diesem zurück. Man fühlt sich zu keinem Zeitpunkt an einen Charakter aus einem anderen Film erinnert oder hat wie es bei vielen anderen Schauspielern oft der Fall ist das Gefühl hier nicht den Filmcharakter sondern den Schauspieler zu sehen, nein man ist jederzeit davon überzeugt dass dieser Mann Beethoven ist. Ein weiterer Höhepunkt ist die Szene in der Anna Holtz Beethoven ein eigenes Werk vorstellt und er sich sehr darüber lustig macht und es als einen Furz betitelt und ihr gratuliert dass sie Furzmusik erschaffen hätte und dann ihr Stück spielend Furze immitierend am Klavier sitzt. Man konnte seinen Tränen kaum halten vor lachen.

Leider, leider wird es diesem Film so ergehen dass er als Programmfilm einfach untergehen wird und viele Leute nie in den Genuß dieses Films kommen werden, weil sie einfach gar nicht wissen, dass es ihn gibt oder sie ihn sich einfach nicht anschauen werden weil sie sich nicht viel davon versprechen. Ich kann nur den Tipp geben: Schaut diesen Film! Wenn möglich im Kino. Man wird es unter gar keinen Umständen bereuen, allein Ed Harris Darstellung ist das Eintrittsgeld mehr als Wert und Filme mit Musik haben die Eigenschaft dass sie oft schon allein durch die Musik ein gutes Gefühl hinterlassen. Ich kann nur hoffen dass dieser Film durch Mundpropaganda einem größeren Publikum zuteil wird, ich zumindest bin mehr als froh ihn gesehen zu haben. In unserem heutigen Filmtriumverat war er der absolute Höhepunkt und auch bei den Filmen die ich 2007 bisher gesehen habe nimmt er sicherlich eine Stellung unter den Top 3 ein.
Wer gute Filme mag, und dass tut eigentlich jeder, muss diesen Film einfach sehen. Es lohnt sich!

10 / 10

Deutsch &KZ &Nazis &Weltkrieg Benjamin on 29 Mrz 2007

Die Fälscher (Stefan Ruzowitky, Deutschland / Österreich 2006)

Heute standen drei Filme auf unserer Liste: Die Fälscher, Klang der Stille gefolgt von The Number 23. Es versprach ein langer und hoffentlich guter Kinotag zu werden.

Der erste Film, Die Fälscher, erzählt die Geschichte von Salomon Sorowitsch. Sorowitsch ist seines Zeichens Jude und Geldfälscher. Im Jahre 1936 eine besonders brisante Kombination. Er wird inhaftiert und zunächst in ein Strafgefangenenlager gesteckt. Dort kann er sich mit seinen künstlerischen Fähigkeiten einige Priviligien erarbeiten in dem er die wenig eitlen Nazioffiziere stilvoll portraitiert. So bleibt er verschont von harten Arbeitseinsätzen und sorgt dafür dass sein Name zumindest auffällt. Und dies rettet ihm das Leben denn die Nazis wollen die Operation Bernhard starten und die Wirtschaft des Feindes mit Falschgeld schwächen.

Sorowitsch wird in das KZ Sachsenhausen verlegt, wo er sofort zum Leiter bzw. Verantwortlichen für die dort ausschließlich von Juden betriebene Geldfälschungswerkstatt. Das erste Ziel ist es, das britische Pfund zu fälschen, danach ist das nächste Ziel der Dollar, beide Währungen konnten bis dato noch nicht wirklich sicher gefälscht werden.
Zu dieser Abteilung gehören 144 Juden, die zwar im KZ Sachsenhausen inhaftiert sind, aber ihre beiden Blocks sind vom übrigen KZ abgetrennt, eine Wand trennt sie von dem Grauen der im übrigen KZ stattfindet und so leben sie in ihrer eigenen kleinen Welt. Sie haben Betten mit Matratzen, Decken, dürfen einmal die Woche Duschen, vernünftige sanitäre Anlagen und ausreichend und gutes Essen. Auch müssen sie sich nicht wirklich vor der Willkür der Nazis fürchten, da sie alle Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet sind und somit sehr schwer ersetzbar sind. Ein aus willkür erschossener Druckspezialist hätte die ganze Operation gefährdet.
Die meisten von ihnen sind froh, überhaupt noch am Leben zu sein und gehen ihrer Aufgabe mit bestem Wissen und gewissen nach, einige, wie z.B. Adolf Burger können die Aufgabe nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren.
Durch die Geldfälschungen wird den Nazis geholfen, ihren Krieg weiter zu finanzieren und je länger der Krieg dauert, desto mehr Menschen und insbesondere Juden finden den Tot. So befinden sich alle im Konflikt mit ihrem Gewissen ob sie nun den Nazis helfen um ihr eigenes Überleben so lange wie möglich zu sichern oder sabotiert man die Aktion und risikiert somit sein Leben, leistet aber sein Teil den Krieg zu beenden.
Burger und Sorowitsch sind in diesem Konflikt die Hauptkontrohanten, Sorowitsch liebt sein Leben und kämpft für jeden weiteren Tag der ihm ermöglicht wird, währrend Burger lieber den Heldentot sterben möchte statt Mitverantwortung für den weiteren tot von hundertausenden von Menschen zu tragen.
So gelingt es zunächst das Pfund zu fälschen, die Bemühungen den Dollar zu fälschen werden von Burger allerdings in so großem Umfang sabotiert, dass es bis ans Kriegsende nicht möglich ist Blüten in größerem Umfang herzustellen.

Dieser Film hat leider wenig was einen Kinofilm rechtfertigt. Er erzählt eine sehr interessante aber die wäre in einer zweistündigen Doku über die Operation Bernhard wesentlich besser untergebracht. Emotionen hätte diese Doku sicherlich ebensoviele transportiert wie dieser Film, aber man hätte noch wesentlich mehr Informationen bekommen. Der Film erzählt seine Geschichte und das wars. Die ist sicherlich gut umgesetzt, die Schauspieler sind alle absolut hervorrangend, aber dadurch dass die Fälscher vom übrigen KZ Grauen abgeschottet sind schafft es die Geschichte nicht wirklich Dramatik zu erzeugen.
Es gibt viele nette Ansätze. So haben die Fälscher das Prvileg einmal in der Woche zu duschen. Aber eine Dusche und KZ in Kombination mit Juden … ein seltsames Privileg bei dem man jedesmal wenn man es nutzt bange Sekunden ausstehen muss ob aus den Duschköpfen auch wirklich Wasser kommt ….

Auch der oben erwähnte Konflikt, eigenes Überleben vs. den Nazis beim Krieg helfen schafft es nicht wirklich Spannung oder Dramatik zu erzeugen. Alles in allem ein Film, den man sich durchaus ansehen kann, mit 98 Minuten ist er auch nicht allzulang. Interessant ist die Geschichte allemal, allein die Tatsache, dass dort über 130 Millionen Pfund gefälscht wurden, was dreimal mehr war als die Bank of England selbst überhaupt an Reserven besaß, was dazu führte dass die Bank nach Kriegsende alle 50 Pfund-Noten einzog und eine komplette neue Serie auf den Markt brachte.

6 / 10

Edward Norton Benjamin on 22 Mrz 2007

Down the Valley (USA, 2005 David Jacobson)

Ich konnte meinen Augen nicht so recht trauen als ich neulich durch die Videothek geschlendert bin. Edward Norton, mein absoluter Schauspielgott prangerte dort auf einem Cover eines Films von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Es stand natürlich außer Frage dass dieser Film sofort geliehen und gesehen werden musste.
Nach der Sichtung musste ich feststellen dass es wohl seinen Grund hatte, dass ich von diesem Film noch nie etwas gehört habe.
Er ist einfach nur grottenschlecht.
Norton spielt hier einen “Cowboy”, Harlan, ende 20, der sich so durchs Leben schlägt und an einer Tankstelle wo er jobbt die junge Tobe, die noch zur Schule geht kennenlernt. Sie lädt ihn ein sie mit ihren Freunden zum Strand zu begleiten. Er schmeißt kurzerhand seinen Job hin und verbringt einen wunderschönen Tag und eine sicherlich noch schönere Nacht mit Tobe. Aus den beiden wird ein Liebespaar.
Tobe kommt aus einer nicht ganz einfachen Familie, die Mutter gibt es nicht mehr, ob sie gestorben ist und die Familie einfach verlassen hat ist unklar und Tobe gerät desöfteren mit ihrem Vater, einem Polizeiofficer aneinander, so dass sie sehr dankbar ist, sich in Harlans Arme flüchten zu können, wohingegen Wade, ihr Vater dem undurchsichtigen Harlan nicht traut und mehr als skeptisch ist.
Und tatsächlich ist Harlan sehr eigenbrötlerisch und scheint in seiner eigenen Welt zu nehmen, was auch Tobe erst nach und nach erkennt. Nachdem die beiden aneinander geraten verschwindet Harlan für einige Zeit. Nach seiner Rückkehr will er mit Tobe durchbrennen. Als diese sich weigert schießt er ihr in den Bauch. Er hat Glück dass ihr Bruder die Waffe findet und sich somit seine Fingerabdrücke an der Waffe befinden. Tobe liegt im Koma und Harlan brennt mit dem Pferd mit ihrem Bruder Lonnie durch, dem er erzählt ihr Vater Wade hätte Tobe erschossen und will nun auch ihn töten, weswegen er ihn in Sicherheit bringen will.
Als es zu einer ersten Konfrontration zwischen Wade und Harlan kommt werden mehrere Menschen erschoßen.
Ich weiß gar nicht mehr ob Harlan am Ende auch stirbt oder ob er überlebt und in den Knast kommt, Tobe erwacht schließlich aus dem Koma und überlebt.

Wie gesagt, der Film ist einfach nur grottig oder ich hab ihn nciht verstanden bzw. verschlafen. Das mit Harlan etwas nicht stimmt wird relativ schnell klar, aber es wird nirgends eine Erklärung gegeben warum er so ist wie er ist bzw. wird auch gar nicht klar wie er denn nun ist. Komisch … lebt in seiner eigenen Welt … aber man möchte doch als Zuschauer wissen warum dass so ist, und woher seine komischen Anwandlungen kommen. Falls jemand irgendeinen Sinn in diesem Film sieht, darf er gerne in meinen Kommentarthread einige Erläuterungen oder Verweise geben, mir bleibt der Film ein Rätsel, es bleibt mir vor allem unverständlich warum ein Schauspieler vom Format eines Edward Nortons in so einen absolut überschlüssigem Streifen mitspielt. Er kann hier nicht ansatzweise etwas von seiner zweifelslos vorhandenen Schauspielkunst zeigen, die mancherorts schon mit der von Robert de Niro oder Al Pacino verglichen wurde. Nach den wirklich guten Filmen Zwielicht, American History X und dem alles überstrahlenden Fight Club hat Norton allerdings nichts dergleichen mehr abgeliefert. Und das ist mittlerweile auch schon acht Jahre her. Hoffentlich kann der für nächstes Jahr angekündigte Film Motherless Brooklyn daran wieder anschließen. Für dieses Jahr sind auch noch zwe Filme eingeplant, lassen wir uns überraschen was uns der liebe her Norton da noch beschert.

Für diesen komischen Film gibts 2 / 10 fragt mich aber nicht wofür.

Frankreich &Ridley Scott &Russel Crowe Benjamin on 22 Mrz 2007

Ein gutes Jahr (Ridley Scott, USA 2006)

Ein gutes Jahr (Ridley Scott, USA 2006)
DVD

Ridley Scott versucht nach Tricks mal wieder einen Ausflug in die Welt der Komödien. Wie heißt es doch so schön: Schuster bleib bei deinen Leisten.
Der Trailer an sich hat mich eigentlich überhaupt nicht gereizt den Film zu sehen, aber nachdem Scott und Crowe mit Gladiator einen fantastischen Film abgeliefert haben war ich bereit mich überraschen zu lassen, was bei der neuerlichen Zusammenarbeit der beiden wohl so rauskommen würde.

Scott versucht ein Porträt der Franzosen zu zeigen, ein Gefühl des französischen “Way of life” zu zeigen und ihn als Gegenstück zu dem hektischen Londoner Börsenalltag zu setzen. Max Skinner ist ein solcher Börsenspekulant, höchst erfolgreich, höchst rücksichtslos. Nicht wirklich beliebt bei irgendwem, aber erfolgreich im Job und ein dickes Bankkonto, und darauf kommt es ja schließlich an. Dieser erbt ein Anwesen in Frankreich von seinem Onkel Henry zu dem er seit über zehn Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Große Haus, großes Anwesen, Weinberg inklusive Angestellter.
Der Rest kommt genau so wie man es sich denken kann. Der Grobian entdeckt seine Vergangenheit wieder und es leben alte Beziehungen aus seiner Jugend wieder auf. Die französische Lebensart nimmt ihn für sich ein und er verliebt sich in eine Jugendfreundin. Die drei Wochen Aufenthalt in seinem neuen Anwesen läutern ihn, so dass er nach seiner Rückkehr schließlich das Angebot seines Chefs, Partner der Firma zu werden ablehnt und nach Frankreich zurückkehrt und kehrt zu Fanny zurück um mit ihr ein Leben in der Provence zu führen.

Die Geschichte ist genau dass was man von ihr erwartet, es gibt keine wesentlichen Überraschungen, weder im Verlauf der Handlung noch bei der Entwicklung der Personen, wobei sich natürlich nur Max in sehr beschränktem Umfang überhaupt entwickelt. Man wird auch keineswegs von der Stimmung und den Landschaftsaufnahmen so eingenommen dass sie einen ganz für sich einnehmen. Das interessanteste sind eigentlich noch die kleinen Anspielungen auf Gladiator, als Max sich im Pool hinkniet, Erde in seine Hand nimmt, etwas davon durch die Finger rieseln lässt, daran riecht, nur um dann festzustellen dass es sich um Kuhmist handelt.

Durchaus ein Film den man nicht zwingend gesehen haben muss, sowohl Ridley Scott als auch Russle Crowe haben schon deutlich bessere Streifen gedreht. Hier haben sich beide scheinbar eine kleine Auszeit gegönnt und sich dem Müßiggang der Provence hingegeben.

5 / 10

Action &Agenten &Bond &Daniel Craig Benjamin on 22 Mrz 2007

Casino Royale (Martin Campbell, USA 2006)

Die Entwicklung momentan ist echt krass. Vor nichtmal vier Monaten saßen wir im Kino und haben den neuesten Bond gesehen und heute konnte ich ihn mir aus der Videothek leihen. Kein Wunder das die Kinos da Existenzängste haben. Für uns als Kunden natürlich gut, für uns als Kinomitarbeiter eher bedenklich. Aber nun gut.

Damals nach dem Kinobesuch waren unsere Reaktionen sehr einhellig: Wunderbar, großartig, actiongeladen, bester Bond seit langem. Unsere (männlichen) Lobeshymnen waren sehr laut, sicher auch etwas vom Bier getrieben :-)

Heute bei der zweiten Sichtung auf DVD offenbarte der Film dann doch einige Schwachstellen. Die grobe Geschichte ist schnell erzählt.
Der Bösewicht des Film “Le Chiffre” ist ein skrupeloser Börsenspekulant, der das Geld von Terroristen anvertraut bekommt und verwaltet und es gewinnbringend investiert. Le Chiffre investiert in Put-Options gegen den Börsenkurs des Unternehmens „Skyfleet“ und nutzt seine terroristischen Kontakte, um unter dem Codewort „Ellipsis“ einen Anschlag auf den Skyfleet-Flugzeugprototyp am Miami International Airport zu verüben.
James Bond gelingt es diesen Anschlag zu vereiteln so dass sich Le Chiffre gezwungen sieht in der Spielbank Casino Royale um 150 Millionen Dollar zu spielen um das verlorene Geld wieder reinzuholen. Der MI:6 bekommt davon Wind und Bond wird beauftragt gegen Le Chiffre anzutreten und ihn zu besiegen, so dass dieser gezwungen ist mit dem MI:6 zusammenzuarbeiten und die Terroristen auszuliefern, wenn er nicht Gefahr laufen will von seinen ehemaligen Auftraggeber getötet zu werden. Doch nachdem Chiffre bezwungen ist, passieren einige unvorhergesehen Ereignisse…

Das Szenario ist zunächst für Bondfilme befremdlich. Kein übergroßer Gangster mit Plänen die Welt zu erobern oder ganze Staaten zu vernichten, sondern ein “einfacher” Geldschieber mit Kontakten zu einflußreichen Terroristen. Das ist ungewöhnlich, aber bezeichnend für den Neustart der Bondserie und ein Sprung her zu mehr Realität bei der Story. Das stört im Film selbst absolut gar nicht, hinterher ist es aber etwas befremdlich.

Ein sehr großer Schwachpunkt des Films ist in meinen Augen das Bondgirl, dargestellt von Eva Green. Sie wirkt etwas deplaziert, überheblich, arrogant, so wie es vielleicht ihrer Figur entspricht, allerdings fällt es sehr schwer Symphathien für sie zu entwickeln und mit einem Bond Girl wie etwa Halle Berry oder Sophie Marceau kann sie nicht wirklich mithalten. Sicherlich Geschmackssache, meinen Geschmack hat sie nicht getroffen.

Aber ansonsten gibt es nicht wirklich viel ernsthaft negatives über Bond zu sagen. Das man bei einem Bondstreifen keinen tiefgehenden Agenthriller mit sich entwickelden Charakteren und einer handfesten Story erwarten darf ist denke ich jedem klar. Wer in einen Bond geht möche tvor allem eins sehen: Action vom feinsten, flotte Sprüche und einen coolen Bond
Und das bietet Casino Royal alles.
Viel Action, gerade zu Anfang, jede Menge wirklich sehr gelungene Sprüche die teilweise in Widerspruch zu den bisherigen Bondfilmen / -traditionen stehen und einen Bond wie er von Ian Flemming eigentlich gedacht war: Ein Schweinehund der es erst noch lernen wird sich als Gentleman zu geben.
Doch er wird es sicher werden wobei wir alle hoffen dass er seine Kaltschnäuzigkeit nicht so schnell wieder verlieren wird und das Daniel Craig uns noch zahlreiche weitere Bondabenteuer bescheren wird.

Und so endet der Film letztlich doc hmit den allseits bekannten Worten: Mein Name ist Bond, James Bond.

7.5 / 10

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