Monthly Archive for "April 2007"



Apokalypse &Danny Boyle Benjamin on 21 Apr 2007

28 Days Later (Danny Boyle, Großbritannien/USA 2002)

Nachdem ich ja nun neulich Sunshine gesehen habe und auch vor Urzeiten, zuletzt vor fünf Jahren glaub ich Trainspotting auch schonmal gesehen habe musste nun 28 Days Later folgen um Boyle etwas einschätzen zu können. Im Vorfeld wurde mir desöfteren geraten nicht zwei Stunden meines Lebens mit diesem Film zu vergeuden.
Dementsprechend konnte ich mich vollkommen unbelassen auf diesen Film einlassen, in dem Boyle mal wieder ein neues Genre angeht. Welches das ist, scheint diskussionswürdig zu sein. In der Videothek und auf Kino.de steht er unter Horror aber im Grunde müsste dann auch Children of Men da stehen. Denn bis auf dass die Regierung durch Zombies ausgetauscht wurde geben sich die beiden Filme eigentlich nicht viel, wobei ich jetzt schon sagen muss dass mir 28 Days Later um Längen besser gefällt.
Die beiden Filme haben sogar das gleiche Setting, London bzw. England in einem postapokalyptischen Szenario.
Hier ist es ein Supervirus, der aus einem Forschungslabor ausgebrochen ist. Der Träger wird Wahnsinnig und überträgt den Virus durch Biß oder bei Aufnahme von Blut über die Schleimhäute.
28 Tage nach der Befreiung des Virus’ wacht Jim in einem Krankenhaus aus dem Koma auf. Schnell erkennt er, dass die Masse der Bevölkerung zu Zombies mutiert ist. Er schließt sich ein paar überlebenden Nichtinfizierten an und flüchtet zu einem übriggebliebenen Militärstützpunkt, wobei hier die Bedrohung sowohl von außen als auch von innen zu kommen scheint.

Ich weiß nicht wirklich warum mir der Film so gut gefällt. Es gibt keine klare Handlungseben außer dem Drang zu überleben. An einen Sieg ist angesichts der schieren Übermacht der geistlosen Zombies nicht wirklich zu glauben. Aber der Film weiß einfach mit seinen Bilder und seiner Musik eine Stimmung aufzubauen die einen Stellenweise von der Atmosphäre her an ähnliche Filme aus den 70er Jahren erinnert. Keine wirkliche Mainstreamwahre, sondern ein sehr atmosphärisches postapokalyptisches Szenario, das für mich zu keiner Zeit ein wirklicher Horrorschocker war, wobei er wirklich drei, vier Momente hat in denen ein plötzlicher Zombieüberfall aus der absoluten Ruhe heraus die Nerven strapaziert. Macht man allerdings den Fehler in jedem ruhigen Moment darauf zu warten, dass es gleich wieder soweit ist, dürften die Nerven tatsächlich sehr beansprucht werden, da ein Großteil des Films relativ ruhig erzählt wird ohne das etwas passiert. Die einsamen Abende in einer Hütte in den Wäldern von England, die erbitterte dringlichkeit der Tötung eines infizierten Kindes dass eine Bedrohung für das eigene Leben darstellt, die erzeugte Vorstellung den eigenen Vater töten zu müssen, welcher infiziert ist und einen selbst infizieren möchte, riesige brennende Großstädte am Horizont die niemand mehr löschen und dazu die allseits präsente, ganz seichte unterschwellige Musik. Das mag vielleicht alles mal wieder aus anderen Filmen zusammengeklaut sein, geht aber deutlich besser auf als in Sunshine. Sogar Cillian Murphy spielt ihr auf ohne auf irgendeine Art unsymphatisch zu wirken.
Eigentlich habe ich ja an jedem Film irgendwas zu meckern. Aber bei 28 Days Later gibt es so gut wie gar nichts was mich stört. Man darf halt nur vorher keinen Horrorfilm erwarten, denn dass ist er nun wirklich nicht wobei ich ja mit der Definition von Horror immer so meine Probleme habe. Für mich ist 28 Days Later einfach ein sehr sehr stimmiger Film ohne dabei zu einem Meisterwerk zu sein. Auch kein Film der einem ein gutes Gefühl vermittelt, aber das ist gar nicht schlimm. Es passt einfach irgendwie alles.
Der Satz des Stützpunktkommandanten beim Essen gibt eigentlich den Tenor des Films gut wieder:

“Nun ich habe folgendes in den vier Wochen der Infektion gesehen: Menschen töten Menschen. Was in etwa dem entspricht was ich in den vier Wochen vor dem Ausbruch der Infektion gesehen habe, in den vier Wochen davor und in den vier Wochen davor. Menschen töten Menschen, was uns demzufolge in den Zustand der Normalität versetzt.”

Action &Politthriller &Thriller Benjamin on 20 Apr 2007

Shooter (Antoine Fuqua, USA 2007)

I don’t think you understand – these people killed my dog

Handlung (Achtung Spoiler)
Zu Beginn des Films befindet sich der Hauptdarsteller Gunnery Sergeant Bob Lee Swagger (gespielt von Mark Wahlberg) in einer Kampfhandlung in Äthiopien:

Als Scharfschütze ist er mit seinem Freund und Späher Donny Fenn auf einer Anhöhe in Äthiopien positioniert und beobachtet einen etwa 1000 Meter entfernten Straßenverlauf und soll diesen für die eigenen Truppen frei halten. Hier stellt Swagger seinem Begleiter bereits die Frage: “Bist du sicher, dass es sich um einen Friedenseinsatz handelt?”

Als ein LKW die Straße passiert, gibt sein Begleiter den Schuss auf den ein schweres Maschinengewehr bedienenden dunkelhäutigen Soldaten frei. Swagger gelingt ein Kopfschuss bei dem beweglichen Ziel und zwar trifft er den Soldaten und auch den Fahrer des LKWs.

Unerwartet tauchen jedoch weitere feindliche Truppen auf, die das Gebiet in dem sich Swagger versteckt hält mit Mörsergranaten beschießen. Als ein Kampfhubschrauber das Gebiet abfliegt, gelingt es Swagger zunächst nicht, diesen mit seinem Präzisionsgewehr abzuschießen. Der Hubschrauber überfliegt die beiden Soldaten und feuert eine Salve Maschinengewehrkugeln ab, durch die der Vorgesetzte und Freund von Swagger getötet wird. Schließlich schafft es Swagger mit einem gezielten Schuss auf die Aufhängung der Rotorblätter, den Hubschrauber auszuschalten.

Wieder in den USA bekommt Swagger Besuch von einem Regierungsmitarbeiter der ihm offenbart, dass der Präsident in konkreter Gefahr sei durch einen Scharfschützen ermordet zu werden und er helfen solle. Swagger geht zunächst nicht darauf ein, sagt dann aber doch zu. Bei einer öffentlichen Veranstaltung wird dann wie von Swagger vorhergesehen ein Schuss auf den Präsidenten abgefeuert, der jedoch statt diesem den äthiopischen Bischof tötet.

Swagger soll vor Ort noch erschossen werden, ihm gelingt jedoch mit zwei Schusswunden die Flucht. Bei der Flucht überwältigt er einen FBI-Agenten und nimmt dessen Fahrzeug, sagt ihm dabei noch, dass er nicht auf den Präsidenten geschossen hat.

Er versucht während seiner Flucht die Blutung der Schusswunden zu stoppen. In einem Laden, in welchem er zuerst absichtlich einen Stromausfall verursacht um nicht erkannt zu werden, kauft Bob Wasser, Zucker, Salz und eine Spritze um Doughnuts zu füllen. Er injiziert sich das Salzwasser. (Nick Mempis sagt später zu seinem Vorgesetzten dass Swagger den Zucker wohl zur Wundversorgung gebraucht hatte, genauso wie man es früher während der Napoleonischen Kriegen tat.) Schliesslich fährt er zur Witwe seines in Äthiopien verstorbenen Kameraden. Diese versorgt seine Wunden. Zwischen beiden entwickelt sich eine kurze Liebesbeziehung. Danach nimmt er Kontakt zu dem FBI Agenten Nick Memphis auf und gibt diesem einige Daten, darunter auch ein Foto, auf dem sich die Motornummer des PKW des Regierungsbeamten befand, der ihn angeworben hatte. Swagger merkt jedoch bald, dass nicht nur das halbe Land ihn wegen des Schusses auf den Präsidenten sucht, sondern auch die Gruppierung aus Regierungsmitarbeitern, die das Attentat auf den Präsidenten versucht hat, ihn töten will. Als der FBI-Mitarbeiter die Motornummer in einen PC eingibt, für den er nicht autorisiert ist, wird er in einem schwarzen Van entführt und soll in einem nachgestellten Selbstmord erschossen werden. Swagger gelingt es jedoch, die Entführer von einem See aus zu erschießen und befreit den FBI-Beamten, der sich mit Swagger verbündet.

Swagger ermittelt den Scharfschützen der den Schuss auf den Präsidenten abgefeuert hat und macht ihn ausfindig. Dort hat die Gruppierung bereits eine vier Mann starke Bewachung und weitere 24 Soldaten positioniert, die Swagger töten sollen. Hier kommt es zu einem Gespräch zwischen dem Attentäter und Swagger, in dem der Attentäter Swagger mitteilt, dass er ähnlich wie dieser selbst von der Gruppierung angeworben wurde. Er teilt Swagger dabei auch mit, dass es keinen Sinn mache jemanden aus der Gruppierung zu töten, da diese Gruppierung keinen “Kopf” hat sondern nur aus denen besteht “die haben” und sich von denen abgrenzt “die nichts haben”. Bevor die Soldaten anrücken begeht der Attentäter Selbstmord. Swagger gelingt es zusammen mit dem FBI-Agenten mit einigen zuvor gelegten Brand- und Rohrbomben und Schusswaffen in einem Gefecht alle Soldaten und auch einen Hubschrauber durch einen explodierenden Gasbehälter auszuschalten.

Als letztes Druckmittel lässt die Gruppierung Swaggers Freundin gewaltsam entführen. Er vereinbart auf einem verschneiten Berg eine Übergabe. Es gelingt ihm dort aus einiger Entfernung alle versteckten Schützen zu erschießen. Mit einem gezielten Schuss zerstört er auch die Waffe des Entführers mit der dieser seine Freundin bedroht und schießt ihm mit einem weiteren Schuss den ganzen Arm ab.

Danach zeigt sich Swagger. Die Regierungsmitarbeiter reden mit ihm unverblümt was Swagger mit seinem Handy als Beweismittel aufnimmt. Als dann zwei Hubschrauber vom FBI dazukommen vernichtet Swagger sein Handy um sein Leben zu retten.

Er wird inhaftiert, kommt aber wieder frei weil er seine Unschuld beweisen kann. Denn seine Waffe, aus welcher er angeblich den tödlichen Schuss abgefeuert hat, war nie schiesstauglich weil Bob Lee Swagger die Waffe manipuliert hatte. Bezüglich einiger Verbrechen in Äthiopien sieht der Staatsanwalt keine Handlungsmöglichkeiten, da diese Verbrechen außerhalb der USA stattfanden und für ihn dadurch nicht justitiabel sind.

In einem 4-Augengespräch teilt der Staatsanwalt Swagger jedoch sinngemäß mit, dass manche Menschen Waffengewalt bevorzugen und das manchmal auch der einzige Weg sei.

Swagger fährt daraufhin zu einem Haus in dem sich die Gruppierung getroffen hat um den Ausgang als Sieg zu feiern. Er tötet nacheinander alle Anwesenden und sprengt das Haus. Es scheint, als sei Swaggers letzten Tötungen erstmals nicht durch Notwehr gerechtfertigt und auch nicht durch Rache sondern allein politisch und moralisch motiviert.

Meinung
Klasse Film. Kleine Logikfehler und Drehbuchschwächen sind natürlich vorhanden, aber das bleibt bei Actionpolitthrillern wohl kaum aus. Swagger ist eine Mischung aus McGyver, Jack Bauer und Jason Bourne und wird von Mark Wahlberg gekonnt dargestellt. Er handelt nach für jeden nachvollziehbaren Motiven und wirkt dadurch sehr menschlich und bietet hohes Identifikationspotential. Der Film lebt in erster Linie von seinen großartigen Actionsequenzen, die Sniperszenen von Markwahlberg lassen jedem Egoshooter-Fan das Herz höher schlagen, aber auch der sozialkritische Unteron trifft vieles auf den Punkt. Geld regiert die Welt und es ist egal, ob man Republikaner, Demokrat oder Kommunist ist, am Ende geht es für alle in wichtigen Positionen nur um Macht und das mit der Macht verbundene Geld. Es geht natürlich wie immer irgendwo auch ums Öl, aber das ist ja nunmal auch die Realität der gesamten US-Außenpolitik, wo humanitäre Aspekte hinter dem Öl zurücktreten. Und auch die Machtlosigkeit des Einzelnen dagegen. Schafft man einen der Machthaber aus dem Weg, tritt ein anderer an seine Stelle, hebt man eine Organisation aus so ist sie zwei Jahre später unter anderem Namen wieder da. So ist auch das Ende zwar eine persönliche Befriedigung für Swagger, der seinen Hund letztlich gerächt hat, geändert am System aus Intrigen und Machtgier hat er aber rein gar nichts. Auf alle Fälle sehenswert. Mehr Inhalt als die Bourne-Serie und weniger verworren als Syrana ist Shooter für mich einer der besseren Actionpolitthriller der letzten Jahre.

Danny Boyle &ScienceFiction Benjamin on 19 Apr 2007

Sunshine (Danny Boyle, Großbritannien 2007)

Bildgewaltiger Overflow. Die Sonne als Zentrum unseres Sonnensystems ist auch Zentrum von Sunshine und wurde wirklich eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Schauspieler haben mir auch ziemlich gut gefallen, sogar Cillian Murphy, gegen den ich eigentlich seit Batman begins eine Abneigung entwickelt habe. Leider können sowohl Charaktere als auch das Drehbuch nicht mit den Bildern mithalten. Die Schauspieler wirken nahezu allesamt viel zu jung, wie mitzwanziger die man auf einer Wochenendparty aufgegabelt hat, aber keinesfalls wie erfahrene Wissenschaftler und Astronauten. Scheinbar möchte Hollywood hier die Zielgruppe mit Schauspielern im Alter der Zielgruppe erreichen.
Das Drehbuch bietet leider ebenfalls wenig neues, es wirkt wie ein Mix aus vielen altbekannten. Raumschiff fliegt zum Zielort, unterwegs passiert etwas, eine Außenmission wird erforderlich, ein paar Leute sterben unterwegs, was dem ausgehenden Sauerstoffvorrat natürlich zugute kommt; das kennt man alles und das überrascht einen nicht. Philosophische Fragen wirft der Film nicht auf und auch der religiöse Bezug besteht lediglich aus einem Irren der dreimal sagt dass er mit Gott gesprochen hat, wobei man nichtmal erfährt warum er Irre geworden ist. Naturwissenschaftlich ist der Film sicherlich nicht ansatzweise haltbar, was manchmal ganz schön nervt. Dabei kann man die großen Dinge an denen die Story, die ja nunmal Science-Fiction ist gerne verzeihen, es sind vielmehr die kleinen Details die einen stören.

Es ist wirklich sehr schade dass der Film von der Story her nicht mit seinen Bilder mithalten kann. Der gigantische Hitzeschild und auch die schwächelnde Sonne sind wirklich sehr eindrucksvoll, die Ikarus macht sowohl von Innen als auch von Außen gut was her und wirkt glaubhaft. Sunshine ist defintiv ein Film für die große Leinwand. Diese imposanten Bilder zusammen mit einem hervorragenden Score machen schon etwas her und sorgen auf jeden Fall dafür dass der Film auf der großen Kinoleinwand zu einem Erlebnis wird.

Bruce Willis &Halle Berry &Thriller Benjamin on 18 Apr 2007

Verführung einer Fremden (James Foley, USA 2007)

Wenn man Halle Berry sieht dann mag man gar nicht glauben, dass die Frau schon 41 Jahre alt ist. Wahnsinn wie sexy man in so einem Alter noch sein kann. Bin mal gespannt wie lange sie sich noch so gut hält, wäre echt schade, wenn diese Schönheit in ein paar Jahren schon verblassen würde. In meinen Augen ist sie zusammen mit Scarlett Johansson eine der momentan attraktivsten Schauspielerinnen Hollywoods. In diesem Film werden ihre Reize nicht ganz so zur Geltung gebracht wie in Monster’s Ball aber sie ist defintiv das absolute Highlight und allein schon Grund genug den Film zu kucken. :-)
Bruce Willis gibt den reichen Playboy der trotz Ehe auf junge attraktive Mitarbeiterinnen und Chatbekanntschaften steht und gibt diesen auch relativ gekonnt. Man fühlt zwar keine romantische Verbindung zwischen Willis und Berry aber im Film ist sein Charakter ja auch ein geiler Bock der auf ausgefallene sexuelle Dinge steht – und das nimmt man ihm defnitiv ab.

Der Plot entwickelt sich ziemlich dynamisch. Anfangs denkt man dass man irgendwie doch alles aus dem Trailer schon kennt und da wohl nix mehr kommen wird was einem neu ist. Doch dann stößt man relativ schnell an die Grenzen des Trailerwissens und die Ereignisse beginnen sich weiter zu entwickeln und man erfährt neue Hintergründe. Doch als der Film scheinbar aufgeklärt ist, kommt erst das richtig dicke Ende. Wobei anzumerken ist, dass drei alternative Enden gedreht wurden, in denen jeweils drei verschiedene Charaktere der Täter war. Das erklärt auch warum die endgültige Auflösung auch lange Zeit nicht vorhersehbar ist, aber gerade das erhöht die Spannung, da man nie weiß was passiert. Nach Filmende wundert man sich doch ein wenig, dass der Film nur 109 Minuten ging, irgendwie war dann doch ziemlich viel drin für so eine kurze Spielzeit.

Mir hat der Film überaus gut gefallen, die ganzen negativen Kritiken kann ich nicht nachvollziehen. Mag vielleicht wieder am Kino selbst liegen, die große Leinwand macht jeden Film zu einem Erlebniss, Kino ist nunmal das größte :-) Wenn ich so für mich die letzten aktuellen Thriller miteinander vergleiche hatte The Number 23 meiner Meinung nach ein leicht stärkeres Ende, dafür hat Verführung einer Fremden den durchaus spannenderen Verlauf. The Number 23 kam mir stellenweise etwas gestreckt und lang vor, dieses Gefühl gabs bei Perfect Stranger nie.
Bin schon sehr gespannt auf ihren nächsten Film “Things We Lost in the Fire” und ihr Zusammenspiel mit Benicio Del Toro.

Komödie Benjamin on 16 Apr 2007

Fantastic Movie (Jason Friedberg, Aaron Seltzer, USA 2007)

Ich empfehle dringend mindestens drei Bier vor dem Film zu konsumieren (halbe Liter!) und mindestens zwei bis drei für die 85 Minuten Filmdauer mit einzupacken. Für Frauen alternativ Sekt. Der Film parodiert alle wesentlichen Blockbuster der letzten Jahre: Harry Potter, X-Men, Narnia, Borat, Fluch der Karibik, Da Vinci, Charlie und die Schokoladenfabrik, Nacho Libe, Snakes on Plane, Casino Royal, Star Wars, MTV, Superman returns, und bestimmt noch zahlreiche andere. Solche Parodien gewinnen ja oft besonders an Humor wenn man die dazugehörigen orginale kennt, die meisten Witze zünden ja auch nur in dem Fall, und bei Austin Powers funktioniert das ja auch wunderbar. Bei Fantastic Movie leider nicht. Die meisten Parodien orientieren sich 1:1 an den Szenen werden dadurch oft ziemlich plump. Wirklich lachen konnten wir (und wir hatten nur ein Bier pro Person konsumiert) meistens nur wenns unter die Gürtellinie ging bzw. ekelig wurde, die Witze die an sich witzig sein wollten ohne auf so ein niedriges Niveau zu sinken zünden selten und sind einfach nur plump.
Bei solchen Filmen bin ich immer wieder froh keinen Eintritt fürs Kino zahlen zu müssen, anderfalls würde ich sie mir von vornerein nicht anschauen. Ich hatte Hoffnung, hab dem Film ne Chance gegeben, er hat sie nicht genutzt. Setzen sechs.

Action &Christian Bale &Comicverfilmung &Drama Benjamin on 15 Apr 2007

Batman begins (Christopher Nolan, USA 2005)

Die erste Rezension findet sich hier: http://www.filmforen.de/index.php?showtopi…mp;#entry167872

Batman und Spiderman waren schon in Kindertagen meine Lieblingshelden, zusammen mit He-Man. Obs von dem wohl auch demnächst mal eine gute Verfilmung geben wird? Zu wünschen wäre es ihm. Die Begeisterung für die beiden Heroen wurde dank erstklassiger Verfilmungen wieder geweckt und ich kann nur schwer etnscheiden welcher Verfilmung mir mehr gefällt. Spiderman ist auch als Realfilm comichaft gehalten, bunt, lebhaft, mit einem überaus symphatischen Tobey Maguire als Spider Man und einer erstklassigen Charakterentwicklung. Batman ist ingesamt dunkler gehalten, böser, Bruce Wayne / Batman erscheint als dunkler Rächer und Christian Bale wird mir von Film zu Film den ich sehe immer symphatischer. Er ist einfach die perfekte Besetzung für Charaktere die über das übliche schwarz weiß schema hinausgehen wobei er es versteht seine Charaktere vom Grundschema her eher düster zu gestalten.

Das macht auch diesen Batmanfilm immer wieder sehenswert, sowohl Christian Bale als auch seine generelle Aufmachung. Action spielt klar eine Rolle, steht aber nicht im Vordergrund. Die Entwicklung hin zu Batman zu verfolgen nimmt einen großteil des Films an und Christopher Nolan schafft zu jedem Zeitpunkt dies spannend zu gestalten.
Spannend zu wissen ist auch, dass das gesamte dargestellte Equipment auf tatsächlicher US-Army Ausrüstung beruht bzw. auf Prototypen. Das Forbesmagazin hat errechnet dass man c.a. 3,5 Mio$ investieren müssten, um selbst zu Batman zu werden, gewisses Glück beim Auffinden geologischer Beschaffenheiten natürlich eingeschlossen.
Ich bin sehr betrübt dass in der IMDB noch nicht einmal ein Eintrag zum Nachfolger zu finden ist, auf einen zweiten Batmanteil freue ich mich mindestens eben so sehr wenn nicht gar noch mehr wie auf den dritten Batmanteil.

Action &Bruce Willis &ScienceFiction &Steve Buscemi Benjamin on 15 Apr 2007

Armageddon (Michael Bay, USA 1998)

Rockhound: Guess what guys, it’s time to embrace the horror! Look, we’ve got front row tickets to the end of the earth!

Mein ultimativer Lieblingsactionkatastrophenfilm. Grandiose Endzeistimmung, fantastisch fotografiert. Vieles im Film entbehrt zwar jeder naturgesetzlichen Grundlage und es wird oft die Logik zu Gunst einer guten Einstellung über den Haufen geworfen, aber das stört einen nur unwesentlich. Genau wie der fast überschäumende Patriotismus der immer wieder durchscheint. Der Film möchte gar kein Drama sein, er möchte nur gut aussehen und unterhalten. Das schaffen die nahezu comichaft gestalteten Charaktere bestens, immer die passenden Sprüche zur rechten Zeit und eine nette improvisierte Szene mit teils unmöglichen Forderungen an die Regierung. :-)
Armageddon wird oft kritisiert, wie ich finde zu unrecht. Und mit einem Einspielergebnis von 500 Mio. US-$ hat er Godzilla und Saving Private Ryan die im gleichen Sommer starteten locker abgehängt und kann dementsprechend nicht so langweilig gewesen sein.
Für mich ist es ein Film zum immer wieder mal zwischendurch oder zum Einschlafen kucken, wobei ich ihn dann doch recht oft trotz seiner Länge von 2 1/2 stunden bis zum Ende kucke. Die Choreographie der Szenen fasziniert mich einfach immer wieder, ich mag generell Actionfilme mit Bruce Willis, dazu noch Steve Buscemi, und ein doch recht interessantes Szenario – fertig ist der Actionblockbuster. Der Titelsong “I don’t wanna miss a thing” ist wohl einer der meistgespielten Songs des Jahres gewesen und auch mein persönlicher Lieblingssong des Jahres gewesen. Für mich persönlich passt in diesem Film einfach alles um im Actiongenre gut unterhalten zu werden.

Comicverfilmung &Komödie Benjamin on 13 Apr 2007

South Park (Trey Parker, USA 1999)

Chef: Haven’t you heard of the Emancipation Proclamation?
General: I don’t listen to hip-hop.

Der Southparkfilm war seinerzeit meine erste Begegnung mit South Park und ich muss zugeben ich war mehr als positiv überrascht. Der Humor ist zwar mehr als bitterböse und tiefschwarz, aber wenn man diese Art von Humor mag und versteht. Eine Milieustudie über die Auswirkungen ungezügelten Fernsehkonsums durch amerikanische Kinder, sowie eine Parabel die besagt, dass man aufhören soll die Schuld immer bei anderen zu suchen. Tiefgründige Botschaften verpackt in einem tiefschwarzen Musical, auch für Nichtsouthparkkenner absolut konsumierbar. Mit 82 Minuten ist der Film auch angenehm kurz und nicht überladen. Die Idee den Film als Musical zu gestalten ist überaus gelungen. Die Figuren sind natürlich schlecht wie eh und je gezeichnet aber South Park wollte noch nie einen Schönheitspreis gewinnen. Der Film ist sicherlich Geschmackssache aber im Endeffekt als durchaus gelungen zu bezeichnen.

Action &Comicverfilmung Benjamin on 11 Apr 2007

Spiderman (Sam Raimi, USA 2002)

Peter Parker: I want you to know, that I will always be there for you; I will always be there to take care of you. I promise you that. I will always be your friend.
Mary Jane: Only a friend, Peter Parker?
Peter Parker: That’s all I have to give…

Wie soll man diesen Film nur beschreiben? Für mich eine der besten, wenn nicht die beste Comicverfilmung überhaupt. Tobey Maguire spielt den jungen Peter Parker. Ein lieber, netter junge Collegeboy, der aber ein Außenseiter an seine Schule ist und von allen verlacht wird. Seine große Liebe Mary-Jane Parker hat ihn noch nicht einmal wahrgenommen obwohl die beiden seit Jahren direkt nebeneinander wohnen. Auf einem Schulausflug wird er von einer mutierten Spinne gebissen und entwickelt auf Grund dessen Superfähigkeiten.

Diese Auswirkungen seine Superfähigkeiten sind sehr schön dargestellt. Anfangs verschwendet er keinen Gedanken an eine Rolle als Superheld, er überlegt nur wie er sie am besten nutzen kann, um Mary-Jane zu imponieren. Doch es kommt zu Verwicklungen in denen sein Onkel ermordet wird, dessen Mörder er bei einem Überfall auf einen Wrestlingausrichter hätte stellen können. Da ihn der Veranstalter aber um 2.900$ betrogen hat, lässt Peter den Überfall nicht sein Problem sein – und gibt sich damit hinterher indirekt die Schuld am Tod seines Onkels. Er beginnt zu erkennen, dass seine neuen Kräfte ihm auch eine gewisse Verantwortung übertragen und er beschließt diese Verantwortung anzunehmen und bekämpft schließlich aktiv die Kriminalität auf den Straßen New Yorks.

Tobey Maguire ist die perfekte Besetzung für Spiderman. Absolut charismatisch schafft er es gekonnt die Wandlung vom jungen, unbeholfenen Peter Parker hin zum verantwortungsbewußten Superhelden der seine wahre Bestimmung sucht und versucht sein Superhelden Dasein mit seinem Privatleben und vor allem seiner Liebe zu Mary-Jane zu vereinen.
Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Willem Dafoe nimmt man den Wahnsinn des Grünen Goblins voll ab, die Szenen vor dem Spiegel, wenn Dafoe mal böse gekuckt, bekommt man wirklich Angst, Gott kann der Mann böse kucken. Auch Kirsten Dunst als Mary-Jane wirkt anfangs etwas plump, spielt sich aber nach und nach in die Herzen des Zuschauers, immerhin spielt sie kein dummes kleines Dummchen. Das Zusammenspiel zwischen ihr und Tobey klappt einfach hervorragend und die Szenen der beiden gewinnen mit zunehmender Filmdauer an Intensität. Allein der Dia- bzw. Monolog im Krankenhaus *schwärm*
Heraus sticht auch J.K. Simmons als J. Jonah Jameson der für die überaus witzigen Momente im Film zuständig ist, und ohne den in seiner kleinen aber feinen Nebenrolle dem Film einiges von seinem Charme fehlen würde.

Tragisch wird der Film, als Peter einsehen muss, dass seine Liebe zu Mary-Jane keine Chance hat, solange er ein Doppelleben als Spiderman / Peter Parker führen muss. Man gönnt es den beiden so sehr und wünscht sich dass sie zusammen sein können, aber Peter muss seine Liebe leugnen, auch um Mary-Jane zu schützen. Gerade die letzten Szenen sind überaus gelungen sorgen für ein starkes Ende zu dem man sich dringend eine Forsetzung wünscht und hofft dass auch diese es wieder schafft wie der erste Teil nicht nur Action im Vordergrund stehen zu lassen sondern sich weiterhin so intensiv um die Charaktere zu kümmern und Action nur als Begleiterscheinung der Story beinhaltet und nicht wie in zahlreichen anderen Actiostreifen die coolen Actionszenen im Vordergrund stehen.

Interessant finde ich die Farbgestaltung in diesem Film. Die Farben wirken alle sehr satt und kräftig, so dass man obwohl alles realen Look hat sich ein wenig an einen Comic erinnert fühlt. Spidermans Kostüm ist hervorragend gelungen, wobei die Entwicklung von seinen anfänglichen diletantischen Schneiderversuchen hin zu seinem finalen Spidy-Outfit recht nett zu beobachten ist. Auch die CGI Effekte in denen sich Spiderman durch die Straßenschluchten New York Cities schwingt fügen sich perfekt in den gelungenen Look des Films ein, kombiniert mit einem Score der in Mark und Bein übergeht.

Irgendwie hab ichs mal wieder geschafft viel zu dem Film zu schreiben ohne wirklich was zu sagen…
Leider kann man sich an den Filmen, obwohl sie extrem gut gemacht sind satt sehen, daher bin ich sehr froh über und sehr gespannt auf den in drei Wochen erscheinenden dritten Teil und kann hoffen dass er an die große Klasse seiner beiden Vorgänger anknüpfen kann. Generell haben die Spidermanfilme eine emotionale Bedeutung für mich, was auch der Grund ist, warum ich den zweiten Teil noch besser als den ersten finde. Eine Sichtung wird sicher noch vor dem dritten Teil stattfinden :-)

David Fincher &Michael Douglas &Thriller Benjamin on 10 Apr 2007

The Game (David Fincher, USA 1997)

Discovering the object of the game *is* the object of the game.

Ich habe schon lange keinen Film mehr mit Michael Douglas gesehen. Ist er wirklich so ein Arsch oder spielt er es einfach nur verdammt gut? Egal ob man ihn nun liebt oder hasst, er macht seine Sache in diesem Film verdammt gut. Er spielt Nicholas van Orton, einen erfolgreichen Investmentbanker, der absolut erfolgsorientiert und zurückgezogen ist. Soziale Kontakte scheint er recht wenig zu haben, er wirkt im umgang mit seinen Mitmenschen sehr arrogant und hochnäsig.
An seinem 48. Geburtstag, in eben jenem Alter als sein Vater sich mit einem Sprung vom Hochaus umgebracht hat, schenkt sein Bruder ihm “Das Spiel” ohne näher darauf einzugehen, was das Spiel überhaupt ist. Er muss nur eine Nummer anrufen und dann beginnt es.
Nach kurzem zögern lässt er sich schließlich darauf ein, und dass Spiel beginnt…

Der Film ist ein absolut gelungener Thriller. Der Spannungsbogen wird gut aufgebaut und bleibt konstant erhalten. Man ist immer gespannt was wohl als nächstes passiert und natürlich fragt sich auch der Zuschauer permanent was nun Spiel ist und was Realität. Die Tatsache, dass das Spiel einfach viel zu perfekt choreographiert ist, und vieles von dem, was dort passiert in der Realität niemals so im Leben geplant und vorausgesehen werden kann stört einen eigentlich nicht wirklich. Viel eher fragt man sich wie es wäre, wenn man selbst an so einem Spiel teilnehmen würde. Wobei anzumerken ist, dass der Film von einem realen “Game” inspiriert wurde, welches wiederum von einem Film aus dem Jahre 1980 mit Michael J. Fox inspiriert wurde. Gerade mal 25.000$ kostet der Spass.
David Fincher beweißt mit diesem Film wieder einmal dass er in zu den wohl besten Regisseuren Hollywoods gehört, Seven hat bereits neue Maßstäbe gesetzt und meine Lobpreisungen zu Fight Club kann man ein paar Beiträge weiter oben nachlesen. Schade nur, dass er seinen schönen Zweijahresrhythmus von hervorragenden Filmen nach Fight Club unterbrochen hat, und mit Panic Room leider nur einen mäßigen Film abgeliefert hat. Um so gespannter darf man auf den diesen Monat startenden Thriller Zodiac sein. The Game ist auf jeden Fall ein absoluter sehenswerter Film, der auch nachdem man die Story schon kennt noch seinen Spannungsbogen aufrechterhalten kann, wobei natürlich jeder zu beneiden ist, der ihn zum ersten Mal sieht.

Christian Bale &Nicolas Cage &Penelope Cruz &Weltkrieg Benjamin on 10 Apr 2007

Corellis Mandoline (John Madden, USA 2001)


Corellis Mandoline (John Madden, USA 2001)
Captain Corelli’s Mandolin ZDF

Corelli: I have always found something in life worth singing about and for that I cannot apologize.

Das Corellis Mandoline, den ich direkt vor dem eben gesehen Shakespeare in Love geseheh haben, ebenfalls von John Madden ist, ist schon ein lustiger Zufall. Leider kann der Film nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, wobei ich nur reingezappt habe, und dadurch leider den Anfang verpasst habe.
Der Film spielt auf einer griechischen Insel, die im zweiten Weltkrieg von den Italienern besetzt wurde. Die schöne Arzttochter Pelagia (Penelope Cruz) ist eigentlich mit dem Soldaten Madras (Christian Bale) verlobt, der sich aber den Rebellen anschließt und somit vorläufig aus ihrem Leben verschwindet. Sie lernt den Hauptmann der Italiener kennen, Cpt. Corellis (Nicolas Cage) der sich sofort in sie verliebt. Anfangs lehnt sie seine Liebe ab, da er der Feind ist, mit der Zeit kann er aber ihr Herz gewinnen.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr ruhig und behutsam, es geht viel über Blicke und vor allem Musik. Musik ist es was jeder von beiden in seinem Herzen trägt und Musik ist es schließlich, was die beiden verbindet.
Dass es sich bei Mandoline um ein Zupfinstrument handelt wurde mir erst beim Sehen des Films klar, ich habe mich immer gewundert, was hinter dem seltsamen Titel wohl stehen mag.

Geboten bekommen wir einen Nicolas Cage, der sich zur Abwechslung mal nicht im Actiongenre tümmelt, dem ich persönlich aber ans Herz legen würde, schleunigst da hin zurückzukehren. In World Trade Center konnte er zwar in einer Charakterrolle überzeugen, hier wäre eine andere Besetzung denke ich besser gewesen.
Penelope Cruz schafft es hingegen zu überzeugen und ihre Rolle auf den Punkt zu spielen, sie ist für die Rolle perfekt besetzt.
Insgesamt leidet der Film etwas unter seinem sehr ruhigen Erzähltempo, die gezeigten Kampfszenen können dafür aber entschädigen, sie sind wirklich hervorragend umgesetzt, wobei es sich bei diesem Film zu keinem Zeitpunkt wirklich um einen Actionfilm handelt, die Action wird nur benötigt um die auf einem realen Weltkriegsszenario basierende Geschichte zu erzählen. Christian Bale hat leider nur sehr wenig Screentime, was ich etwas bedaure zählt er doch zu meinen Lieblingsschauspielern. Nun gut, diesen Film kann ich jetzt auch unter gesehen abhaken, weiterempfehlen würde ich ihn nur sehr bedingt.

Kostümfilm Benjamin on 10 Apr 2007

Shakespeare in Love (John Madden, USA 1998)

Philip Henslowe: Mr. Fennyman, allow me to explain about the theatre business. The natural condition is one of insurmountable obstacles on the road to imminent disaster.
Hugh Fennyman: So what do we do?
Philip Henslowe: Nothing. Strangely enough, it all turns out well.
Hugh Fennyman: How?
Philip Henslowe: I don’t know. It’s a mystery.

Ja wahrlich dieser Film ist Zauberei. Er verzaubert die Sinne und das Herz. Er hat alles was eben jenes begehrt, Komödie, Liebe und etwas mit einem Hund. Man sollte sich vom Shakespeare im Titel nicht irritieren lassen. Er ist hier kein alternder, todeslangweiliger Poet sondern wird als junger dynamischer Kerl von Jospeh Fiennes dargestellt, der sich noch vor seinem Durchbruch befindet. Der Film wirkt gerade und vor allem durch seinen Score absolut erfrischend und lebendig. Selten hat die Musik einem Film so viel Dynamik verliehen und dank seines Scores wirkt dieses 400 Jahre alte England mit seinen alten Kostümen nie langweilig, man hat immer das Gefühl an einem lebendigen, pulsierenden Ort zu sein. Zu recht bekam der Film neben einigen anderen Oscars auch den für den besten Soundtrack. Er ist wirklich außergewöhnlich und trägt viel zur positiven Stimmung des Films bei, die sich auch auf den Zuschauer ausbreitet.

Dazu kommen die hervorragend gecasteten Schauspieler und ein absolut hervorragendes Drehbuch was uns alles in allem den besten Film des Jahres 1998 liefert. Judi Dench hat es geschafft mit einer Screentime von gerade mal sechs Minuten ihren ersten Oscar für die beste weibliche Nebelrolle verliehen zu bekommen.
Die Idee das Shakespeares Romeo & Julia autobiographische Züge hat ist wirklich erfrischend und hervorragend umgesetzt. Einige flotte Sprüche, zwei großartige Hauptdarsteller, ein Ensemble dem man die Spielfreude wirklich anmerkt und ein dramatisches Ende, was erwartet man sich mehr von einem Film? Ich liebe diesen Film seit ich ihn bei einer Schulaufführung vor acht Jahren das erste mal gesehen habe und es ist ein wunderbarer Film zum immer wieder kucken, nicht nur für Shakespeare Fans, nein gerade Leute die mit ihm nur Langeweile verbinden sollten sich diesen Film dringend ansehen.

Disney &Zeichentrick Benjamin on 09 Apr 2007

Der König der Löwen (Roger Allers Rob Minkoff, USA 1994)

Disneys Version von Hamlet ist für mich der wohl schönste und perfekteste Disney Zeichentrickfilm, dicht gefolgt von Tarzan und Aladdin steht er doch an der Spitze was wohl auch mit dem dazugehörigen Musical zu tun hat, welches es sogar schafft den Film nochmal zu übertreffen.
Wenn ich heute Disneyfilme sehe dann frage ich mich immer warum sie im allgemeinen als Kinderfilme gelten. Die meisten Witze und Anspielungen, gerade wenn sie sich auf das ewige hin und her zwischen Männlein und Weiblein beziehen können Kinder noch gar nicht wirklich verstehen. Diese Elemente machen Disneyfilme auch für Erwachsene noch überaus sehenswert. Überaus schade dass solche Filme heute nicht mehr produziert werden. Es war bezeichnenderweise der erste Disneyfilm der CGI Elemente enthält, die Stampedeszene hat drei Jahre Entwicklungsarbeit benötigt. Ironischerweise wurde gerade damit das Ende des klassischen Zeichentrickfilms eingeleitet dessen Höhepunkt der Film selbst ist.
Die Geschichte ist so unglaublich süß erzählt, sehr emotional und bewegend, die Charaktere überaus niedlich und die Musik einfach grandios wobei ich mich erinnere dass es mich als Kind immer sehr genervt hat, wenn in Filmen, gerade in Zeichentrickfilmen gesungen wurde, wie sehr sich manches doch ändern kann. Sicherlich der perfekte Familienfilm und ein Film den ich noch meinen Kindern zeigen werde.

Antikrieg &Vietnam Benjamin on 09 Apr 2007

Platoon (Oliver Stone, 1986)

Sgt. Elias: What happened today was just the beginning. We’re gonna loose this war.
Chris Taylor: Come on! You really think so? Us?
Sgt. Elias: We’ve been kicking other peoples asses for so long I figured it’s time we got ours kicked.

Irgendwie hatte ich diesen Film anders in Erinnerung, als er letztendlich ist. Es ist schon interessant zu sehen, wie sehr sich die Antikriegsfilme der letzten Zeit (Ryan, Apocalypse Now) inhaltlich doch unterscheiden. Alle haben den Krieg und den Wahnsinn des Krieges als zentralen Mittelpunkt, aber jeder packt das Thema auf eine vollkommen unterschiedliche Art an.
So zeigt auch Platoon die negativen Seiten des Vietnamkrieges an, bezieht sich dabei aber auf die Mißstände die innerhalb der US Army herrschen.
Die einzelnen Batallione sind keine Einheiten bestehend aus Freunden, zwischen denen sich ein tiefes Band gebildete hat. Dafür fehlen allein die Voraussetzungen. Jeder hier hat ein Jahr Dienstzeit. Der eine hat noch 35 Tage, der andere 160 und der Neuling darf noch 330 Tage absitzen. So kommt es immer zu einem Austausch, binnen kürzester Zeit wird der Frischling zum alten Haudegen mit Erfahrung und es kommt ein Neuer der noch grün hinter den Ohren ist. So kann keine wirklich Einheit und Freundschaft enstehen. Und so kann auch kein Krieg gewonnen werden. Amateure, die sich teils freiwillig gemeldet haben, teils als Bestandteil der Army nach Vietnam geschickt wurden, die im learning-by-doing Verfahren zu Profis werden. Kaum sind sie soweit, dass sie überhaupt begreifen, was um sie herumpassiert sind ihre 365 Tage auch schon um, und sie kehren heim.
Elias sagt es voraus “Wir werden diesen Krieg verlieren.”

Der Krieg wird mehr gegen sich selbst geführt als gegen den Vietcong, der unsichtbar im Dschungel verborgen ist. Zwischen den Führungspersönlichkeiten kommt es zu Kompentenzgerangeln, in Gestalt von Barnes, der seinen eigenen Krieg führen will und jeden Vietnamesen bezichtigt ein Vietcong zu sein und gerne auch mal ein ganzes Dorf mitsamt Alten, Frauen und Kindern auslöschen will, und in Person von Elias, der wenigstens noch einen letzten Rest Menschlichkeit aufrecht erhalten will. Schwarze werden gerne diskriminiert und gepisakt, obwohl sie doch das eigentliche Rückgradt der Streitkräfte sind und für ein Land in den Krieg ziehen, dass es ihnen nicht dankt.
Oliver Stone verarbeitet in diesem Film seine ganz persönlichen Vietnameindrücke, die Szene im Dorf etwa hat er in seiner Zeit in Vietnam so ähnlich erlebt. Gedreht wurde im gegensatz zu AN wirklich in Vietnam, was dem Film ein kleines Stück mehr Authenzität verleiht und auch hier mussten die Schauspieler in ein Trainigscamp für Soldaten, wo sie die ganze Zeit über in ihrer Rolle bleiben mussten. Einige der Schauspieler sagten hinterher, dass dies die schlimmste Zeit ihres Lebens war. Direkt im Anschluß an das Trainingslager wurden die Dreharbeiten begonnen, damit die Schauspieler ihre Form nicht verlieren und der Film wurde nahezu chronologisch gedreht. Wer erschossen wurde im Film durfte heimfliegen, da er nicht mehr gebraucht wurde und auch die Freude Sheens am Ende auf die Heimkehr wirkt so ein Stück realer, da nach diesem Drehtag wirklich Schluß war.
Sicherlich einer der besten Filme der 80er Jahre, zurecht mit dem Oscar für den besten Film bedacht.

Action &Historisch Benjamin on 09 Apr 2007

300 (Zack Snyder, USA 2006)

An 300 führt wenn man im Kino arbeitet und eh die Filme umsonst sehen kann wohl kein Weg vorbei. Je häufiger man den Trailer gesehen hat, desto mehr möchte man den Film sehen.
Bei der Optik wurden erst keine Kompromisse eingegangen und alles direkt vor dem Blue-Screen gedreht, das einzige was in diesem Film echt ist, sind die Schauspieler. 60 Drehtage hatte der Film wovon 58 vor Blue und Green Screens stattfanden, auf gerade mal drei kleinen Sets. Das führt zu einer nahezu perfekten Optik, sowohl die Settings an sich als auch die Farbspiele im Film passen in jedem Moment perfekt zur Stimmung.
Dazu passend die wie aus Stein gemeißelt aussehenden Spartaner, die den verkrüpelten und hässlichen, zahlenmäßig zwar um das 10.000 fache überlegene, aber kriegstechnisch vollkommen unausgebildeten Persern gegenüberstehen. Das der Film aus dem PC kommt ist einem zwar bewußt aber die Verschmelzung zwischen CGI und Wirklichkeit ist nahezu perfekt.

So wurden auch bei den Kampfszenen auf realitätsgetreue Darstellungen verzichtet so dass die dargestellten Kämpfe möglichst cool rüberkommen und optisch gut in Szene zu setzen sind. Der Film hält sich nicht lange mit Vorgeplenkel auf, geschätze 20 Minuten dauert es, bis die Schlacht an den Thermopylen losgeht und von da an bis Filmende das Geschehen auf der Leinwand bestimmt. Gelegentliche Ausflüge nach Sparte versuchen eine Nebenhandlung aufzubauen, die auch wirklich ein wenig Handlung hat, aber der Plot um den bestechlichen Ratsvorsitzenden langweilt eher und man wünscht sich doch wieder einen schnellen Schnitt zu den Thermopylen, wobei auch hier klar ist, das Angriffswelle um Angriffswelle abgewehrt werden kann und leider weiß man schon bei seiner Einführung dass Ephialtes auf Grund seiner Verschmähung zum Verräter werden wird und somit die Niederlage der Spartaner erst ermöglicht. Das Drehbuch erweist sich leider in vielen Belangen als äußerst mangelhaft und lediglich König Leonidas sticht als Charakter ein wenig hervor.
Gewalt ist in diesem Film fast schon eine allgegenwärtige Begleiterscheinung in jeder zweiten Szene spritzt Blut, werden Körperteile abgetrennt und Körper durchstoßen, der Film weißt durchaus faschistoide Züge auf.
Aber diese sind natürlich brilliant in Szene gesetzt worden, und somit ist der Film am Ende genau dass, was man von ihm erwartet und endet sogar mit einem Orginalzitat aus dem realen Grab König Leonidas.
Man ist gespannt auf die nächste Frank Miller Verfilmung

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