Drama &Drogen Benjamin on 01 Apr 2007 04:48 am

Requiem for a Dream (Darren Aronofsky, USA 2000)

Ein ganz, ganz großes Meisterstück. Der imposanteste und eindrucksvollste aller Filme die sich mit dem Thema Drogensucht beschäftigen. So die überschwenglichen Kritiken und Lobeshymnen, die man überall lesen kann.
Das setzt natürlich hohe Erwartungen, doch hält der Film auch was er verspricht?

Der Titel ist sehr maßgebend für den ganzen Film. Ein Requiem ist eine Totenmesse. Und dieser Film veranschaulicht auf sehr drastische Weise wie Drogen einen Menschen kaputt machen können und ihm all sein Träume nehmen.
Da ist zum einen die Hausfrau Sara. Sie ist ein Fernsehjunkie und den Süßigkeiten verfallen. Als sie eines Tages annimmt, dass sie einen Auftritt in einer populären Quizshow gewonnen hat, möchte sie unbedingt wieder in ihr altes rotes Kleid passen, welches ihr mittlerweile allerdings dank der vielen Süßigkeiten nicht mehr passt. Also lässt sie sich von ihrem Arzt Appetitzügler verschreiben, die zum einen dafür sorgen, dass sie abnimmt, zum anderen aber drogenähnliche Wirkungen haben, in dem sie die Stimmung aufbessern und berauschend wirken.
Dann sind da ihr Sohn Harry und sein Kumpel Tyrone. Beide setzen sich gerne einen Schuß, wollen nun aber eher Geld machen als den schnellen Rausch und beginnen Zeug in großem Stil zu kaufen, zu strecken und dann weiterzuverkaufen.
Und dann ist da Harrys Freundin Mariann. Von ihren Eltern bekam sie statt Liebe immer nur Geld und somit geht sie völlig in der Beziehung zu Harry auf, doch auch sie ist drogensüchtig. Eines Tages versiegt die Quelle und Harry und Tyrone haben weder Zeug für den eigenkonsum noch zum Verticken. Also beschließen sie selbst direkt zur Quelle zu fahren um für Nachschub zu sorgen.

Währrenddessen wird Saras Sucht immer größer. Ihre Dosis an Pillen reicht nicht mehr aus, um die gleichen rauschartigen Zustände wie zuvor hervorzurufen. Sie erhöht selbstständig ihren Konsum und ihre Wahnvorstellungen beginnen immer schlimmer zu werden, bis sie schließlich sogar von ihrem Kühlschrank bedroht fühlt und ihn für ein fleischfressendes Monstrum hält. Sie beschließt endlich den genauen Termin für ihren Auftritt in Erfahrung zu bringen und begibt sich von ihrer Sucht gezeichnet zur Organisation die ihren Auftritt vermittelt haben soll, wo sie schließlich in Polizeigewahrsam genommen wird.
Mariann schläft zunähst einmalig mit einem alten Bekannten, um das Geld für Harrys Ausflug zu finanzieren. Natürlich nimmt das die junge Frau mit, aber sie hat von jemanden gehört, der noch Stoff hat, ihn aber nur an junge hübsche Frauen herausgibt, so dass sie schließlich in die Prostituon abbruscht.
Harrys Arm ist vom unsachgemäßen Drogenkonsum ziemlich zugerichtet, Tyrone beschließt ihn in ein Krankenhaus zu bringen, wo der zuständige Arzt sofort die Drogen sucht erkennt und die beiden schließlich eingesperrt werden. Doch Harrys Arm ist nicht mehr zu retten.

Ein normaler Film hat 600 – 700 Schnitte, Requiem for a Dream hat 2000. Die durchaus verschiedenen Arten der Süchte werden uns in einer Art Reizüberflutung dargestellt, die ihre Wirkung durchaus nicht verfehlt. Die Musik unterstreicht das bizzare Wesen der Sucht noch zusätzlich.
Wie weit ist man bereit für seine Sucht zu gehen? Wo liegen die Grenzen der Moral, wo die Grenzen der Menschlichkeit? Wo liegen die eigenen Grenzen.
Der Film wirft Fragen auf und beantwortet sie in eindringlichen Szenen. Mich hat leider die Art der Inszenierung nicht wirklich vom Hocker hauen können. Der Film ist in den ersten 45 Minuten relativ schwach und unspektakulär, erst nach sehr langen 45 Minuten bekommt die Geschichte auf einmal Fahrt und man wird mitgerissen in den Strudel aus menschlichen Abgründen.

7 / 10

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