Action &John Travolta &John Woo &Nicolas Cage Benjamin on 02 Apr 2007 04:51 am
Im Körper des Feindes (John Woo, USA 1997)
Nicolas Cage und John Travolta in einem der wohl besten John Woo Filme überhaupt.
Sean Archer ist Chefermittler einer Sondereinheit des FBI und ist seit zehn Jahren damit beschäftigt den Superverbrecher Castor Troy dingfest zu machen. Als es Archer schließlich gelingt Troy hochzunehmen kommt dieser dabei fast um und liegt fortan im Koma. Doch die Freude über den Erfolg währt nur kurz, denn Troy konnte zusammen mit seinem Bruder eine verheerende Bombe irgendwo in L.A. zu verstecken. Troys Bruder hat zwar überlebt, zeigt sich aber wenig kooperativ. Archer hatte eigentlich beschloßen, nach diesem Erfolg beruflich kürzer zu treten und sich mehr um seine unter dem Job leidende Familie zu kümmern, doch er erklärt sich bereit, mittels eines neuen Vefahrens in die Rolle Troys zu schlüpfen. Er lässt sich Troys Gesicht transplantieren und schlüpft so in dessen Rolle, um im Knast Kontakt zu Pollux, Troys Bruder aufzunehmen. Er erfährt den Ort an dem die Bombe deponiert ist und wähnt seinen Auftrag erfüllt. Doch dann bekommt er Besuch. Troy ist aus dem Koma erwacht und hat den zuständigen Arzt gezwungen, die gleiche OP an ihm vorzunehmen, so dass Troy fotan mit Archers Äußerem herumläuft und Archer sich den Rest seines Lebens in der Superhaftanstalt gefangen sieht. Doch er wagt und schafft den Ausbruch und die Jagd nach der eigenen Identität beginnt.
Beide Männer schlüpfen in die Identität des anderes. So müssen auch die Schauspieler jeweils den Stil und die eigenarten des anderen kopieren. Beide Charaktere nehmen so direkt Teil am Leben des anderen wie es nur möglich ist. Beide erkennen die Probleme des anderen und in vielen Szenen wird deutlich, dass der jeweils andere vieles im ihm eigentlich fremden Leben besser machen könnte. Doch im Grunde hängen beide an ihrem eigenen Leben und wollen es wieder. Und so werden wir Zeuge dieses temporeichen Actionspektakels bei dem schon allein die Anfangssequenz atemberauben ist, aber auch das Hightechsupergefängnis ist hervorragend in Szene gesetzt worden, genau wie die Einblicke ins Leben des anderen immer zu begeistern wissen. Das Erzählen der Geschichte wechselt sich geschickt mit hervorragenden Actionsequenzen ab – so muss ein Actionfilm aussehen. Die Story ist natürlich absolut fiktiv und unrealistisch, aber sie ist wenigstens mal interessant und lässt Platz für einen gewissen Tiefgang und gibt den Schauspieler wenigstens mal die Möglichkeit auch ein wenig schauspielerisches Können unter Beweis zu stellen.
Warum kann es nicht mehr Actionfilme dieser Güte geben?
9 / 10
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