Fantasy Benjamin on 02 Apr 2007 04:51 am
Pans Labyrinth (Guillermo Del Toro, Mexiko/Spanien/USA 2006)
1944 Spanien. Der Bürgerkrieg ist gerade vorbei, das faschistische Franco-Regime ist an die Macht gekommen. Die junge Ophelia zieht mit ihrer hochschwangeren Mutter in die Berge in einen Außenposten des Militärs zu ihrem Stiefvater Hauptmann Vidal, welcher dort die letzten Rebellen die sich in den Wäldern der Berge verstecken ausräuchern will und dabei mit brutalsten Mitteln vorgeht.
Die Geburt steht unmittelbar bevor und Vidal will, dass der Sohn beim Vater zur Welt kommt.
Schon kurz nach der Ankunft wird Ophelia von einem mysteriösen Insekt in ein naheliegendes Labyrinth gelockt, wo sie einen Faun entdeckt, der ihr eröffnet, dass sie eine verlorene Prinzessin sein und einen Monat Zeit hätte, drei Prüfungen zu bestehen, um zu beweisen, dass sie wirklich die Wiedergeburt der verschollenen Prinzesin sei.
Der Film enthält mehrere Handlungsstränge.
Da ist zum einen Hauptmann Vidal. Er ist, leider muss man fast sagen, der interessanteste Charakter im Film. Er ist überaus brutal und in wirklich jeder einzelnen Szene mit ihm wird uns gezeigt, was für ein böser und widerwärtiger Mann Vidal ist. Ganz zu Anfang des Films werden ihm zwei Dorfbewohner vorgeführt, die angeblich die Rebellen in den Wäldern versorgt haben, sie selbst behaupten sie hätten Hasen gejagt. Nachdem die Männer nicht gestehen wollen, zerschlägt Vidal einem der Männer mit einer flache das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit so dass er schließlich stirbt. Der andere wird kurzerhand erschossen. Bei der Durchsuchung der Taschen stellt sich heraus, dass sie tatsächlich Hasen gejagt haben.
Es besteht ein ständiger Konflikt zwischen den Rebellen und Vidal und seinen Männern, er spürt eine Feuerstelle von ihm auf, sie überfallen sein Lager und rauben die Vorräte aus dem Lager. Bei der anschließenden Verfolgung wird einer der Rebellen gefangen genommen und im Stützpunkt von Vidal mit verschiednen Folsterinstrumenten bearbeitet. “Das erste brauche ich damit du redest, dass zweite damit du die Wahrheit sagst und nach dem dritten Glaub ich dir”. Der arme Mann wird aufs brutalste entstellt ist mehr tot als lebendig.
Diese Szenen werden uns auch äußerst detailliert gezeigt. Sowohl die Zertrümmerung des Gesichts als auch der gefangene Rebell nach seiner Folter.
Das ist wahrlich kein schöner Anblick und definitiv nichts für schwache Gemüter, ein Kinderfilm ist Pans Labyrinth defintiv nicht, die Brutalität in Vidals Szenen ist teilweise schon sehr extrem.
Dann ist d adie Geschichte von Mercedes und dem Arzt Vidals. Mercedes ist Haupthausfrau in Vidals Lager und bedient ihn und erüllt seine Wünsche und erträgt seine Launen. Sie kümmert sich um Ophelia, nachdem es ihrer Mutter immer schlechter geht. Sie ist aber acuh die Schwester des Anführers der Rebellen und versorgt sie nachts unter Einsatz ihres Lebens mit Medikamenten, Nahrung und überbringt Briefe von Angehörigen. Der Arzt kümmert sich um ihre verwundeten.
Und dann ist da naürlich noch die keine Ophelia, ein junges Mädchen von etwa 14 Jahren. Sie ist an einem Ort an dem sie gar nicht sein will, ihre Mutter ist dem Tode nahe und ihreren Stiefvater kann sie nicht ertragen und sie hat große Angst bei ihm bleiben zu müssen, falls ihre Mutter stirbt. Der Faun hat ihr drei Prüfungen auferlegt, bei denen sie tief in einem Baum einer überdimensionalen Kröte einen Schlüssel abjagen muss, mit diesem Schlüssel ein Schloß in einem Saal mit einer reichlich gedeckten Tafel öffnen muss, ohne davon zu naschen und aus dem Kasten einen Dolch holen und schließlich soll sie dem Faun ihren Bruder übergeben damit dieser mit dem Dolch das Blut eines unschuldigen vergießen kann, nicht viel, nur ein Kratzer, damit sie schließich als Prinzessin in ihr Reich zurückkehren kann.
Dieser Film hat wirklich teilweise wunderschöne Bilder, gerade die Szenen mit Opelia sind ein optischer Hochgenuß, währrend die Szenen mit Vidal ein Kontrastprogramm der Grausamkeit bieten. Ich hatte der Werbung nach den Film als eine Art Märchen für erwachsene verstanden, eine Mischung aus Amelie, Big Fish und Alice im Wunderland. Doch leider ist er dass nicht und er ist Meilen davon entfernt ein Meisterwerk zu sein.
Das Drehbuch ist einfach grottenschlecht. Die Rebellen sind selten dämlich und präsentieren Mercedes Vidal Quasi auf dem Silbertablett, der Stützpunkt wird überfallen, das Lager leer geräumt, aber die Tür ist absolut intakt und das wo doch Mercedes den einzigen Schlüssel gegeben hat. Tröstlicherweise liegt diese Dummheit wohl in der Familie. Nachdem Mercedes enttarnt worden ist und die Gelegenheit hat, Vidal zu töten piekst sie ihn ein wenig mit dem Messer droht damit ihm den Rest zu geben aber lässt ihn dann doch natürlich leben, und dies geschieht einfach nur aus dem Grund, weil das Drehbuch ihn später zwingend noch braucht.
Auch die Verknüpfung von Ophelias Phantasiewelt mit der Realität ist gründlich mißlungen, der Grund ist ganz einfach, es gibt keine Verknüpfung. Die eine Welt hat mit der andere nichts zu tun, man fragt sich öfter nach dem Grund für die Entstehung dieser Welt. Klar, eine Flucht vor den Grausamkeiten der Realität mag mancher sagen. Aber das einzige was wir sehen, ist das Ophelia Vidal nicht mag. Dass sie etwas von seinen Grausamkeiten mitbekommt und Zeuge der brutalen Welt des Krieges wird, wird uns nicht einmal gezeigt. Außerdem fragt man sich nach dem Sinn dieser Prüfungen und wo sie hinführen sollen.
Spoiler: hätte vidal ophelia am ende nicht erschossen wäre eine auflösung gar nicht denkbar gewesen und das ist ziemlich schwach SPOILERENDE.
Leider muss man auch sagen dass Ophelia absolut fehlbesetzt ist. Ivana Baquero ist eine kleine Nervensäge die nicht wirklich schauspielern kann und der beiweitem das Potential fehlt diesen Film zu tragen. Gerade diese Figur muss man als Zuschauer unbedingt ins Herz schließen können, das gelingt aber nur sehr bedingt. Auch ihr selten dämliches Verhalten in der Traumwelt (verbotenes Essen der Trauben, nicht einhalten der Zeitvorgabe, etc.) trägt nicht gerade dazu bei dass man sie ins Herz schließt, außerdem ist dieses Verhalten nicht nachvollziehbar.
Die Phantasiewelt hat auch nichts mit der realen zu tun, es gibt nie einen Auslöser nachdem sie sich flüchtet, es wrd einfach nach belieben hin und hergewechselt.
Dieser Film besticht weniger durch seine Darstellung einer Phantasiewelt als durch das Aufzeigen der erschreckenden Realität des Francoregimes, dem man als einzelenen Individuum hilflos gegenübersteht. Damit verfehlt dieser Film aber seinen eigenen Anspruch und ist für mich gescheitert.
Und die Kameraführung ist absolut anstrengend, ständig steht die Kamera hinter irgendeinem Baum, was mit zunehmender Filmdauer immer anstrengender wird.
Der Film bietet viele gute Ansätze, scheiter aber deren Ausarbeitung und Verknüpfung. Die Bilder können aber damit versöhnen und gesamtgesehen kann der Film auch durchaus unterhalten. Es sind nur leider die vielen kleinen Details und vor allem das miese Drehbuch, die leider ein Meisterwerk verhinder
5.5/ 10
P.S.: Viele Rechtschreibfehler sind momentan darauf zurückzuführen, dass mein Laptop eine Fehlfuntktion hat und der Cursor manchmal vor den gerade geschriebenen Buchstaben springt. Ein unkorrigiertr Satz wüde dann so aussehen und das macht sowo das tippen as auch das lesen auf auer etwas anstrengend, daher bitt ich um nachsicht.edllhrep
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