Apokalypse Benjamin on 05 Apr 2007 04:54 am

Children of Men (Alfonso Cuarón, USA Großbritannien 2006)

Handlung (Wikipedia)
Im Jahr 2027: Die Menschheit hat seit 2009 die Fähigkeit verloren, sich fortzupflanzen, der Untergang der menschlichen Rasse ist wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten. Die Welt ist von Gewalt und Chaos geprägt, Umweltzerstörung, Terrorismus, Hysterie und staatliche Unterdrückung bestimmen das alltägliche Bild. Der Ort der Handlung ist Großbritannien, das sich vom Kontinent abgeschottet hat und versucht als Polizeistaat die Kontrolle zu behalten. Ausländische Flüchtlinge werden rigoros verfolgt, eingesperrt und in ghettoartige Aufnahmelager abgeschoben. Diese Praxis wird von terroristischen Untergrundorganisationen wie den „Fishes“ bekämpft.

In dieser Situation wird Kee, eine junge, illegale Immigrantin, als erster Mensch seit 18 Jahren schwanger. Über seine Ex-Freundin Julian, die mittlerweile eine Anführerin der Fishes ist, erhält der in Depressionen und Desillusion verfallene Regierungsagent Theodore Faron die Aufgabe, die junge Frau und das ungeborene Baby an einen sicheren Ort zu bringen. Ziel ist das mysteriöse „Human Project“, ein geheimer Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die am Fortbestehen der menschlichen Rasse forschen und auf einem Schiff vor der Küste erreichbar sein sollen.

Die Reise entwickelt sich für Theo und Kee zur Flucht, als Mitglieder der Fishes Julian töten um das Baby für ihre politischen Ziele zu nutzen. Über verschiedene Stationen gelangen sie in das „Aufnahmelager“ Bexhill, wo Kee ein Mädchen zur Welt bringt.

Ausgelöst durch den Einbruch einer Gruppe von Fishes-Aktivisten in die hermetisch abgeriegelte Stadt entwickelt sich ein erbitterter Häuserkampf zwischen der britischen Armee und den Aufständischen. Durch eine – allein aufgrund der Anwesenheit des Babys ausgelöste – kurzfristige Waffenruhe gelingt es den beiden, dem apokalyptischen Kriegsschauplatz zu entkommen und auf einem kleinen Ruderboot den Treffpunkt mit dem Schiff zu erreichen. Aufgrund einer vorher unbemerkten schweren Verwundung erlebt Theo allerdings die Ankunft des Schiffes nicht mehr.

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Meinung:
Selten hat mich ein Film zugleich so sehr enttäuscht und zugleich begeistert wie Children of Men. Enäuschend ist die Story. Es geht wirklich nur darum Theo Kee zur Freedom bringt. Das dauert gar nicht mal so lang, die zwei haben nur zwei relativ handlungsarme Stationen. Der Film lässt mir persönlich zu vieles im Dunkeln. Warum ist die Menschheit unfruchtbar, was ist in New York passiert, warum ist Groß Britannien der zentrale Anlaufpunkt für alle Flüchtlinge, warum bekriegen sich alle, etc. pp. Für mich waren das zentrale Fragen die sich im Filmverlauf gestellt haben und man hatte anfangs noch die Hoffnung, dass der Film einfach eine absolut starke Erzähltechnik hat und diese Details im Storyverlauf nebenbei erklärt, etwa als Randbemerkungen der Darsteller, sei es auch nur durch unbedeutenden Nebendarsteller. Aber man wird als Zuschauer vollkommen im Dunkeln gelassen. Bei manchen Filmen wie Mulholland Drive funktioniert dass und macht gerade den Reiz aus, hier enttäuscht es. Die Geschichte an sich hat absolut keinen Tiefgang. Da habe ich mir deutlich mehr erwartet, zumal der Film doch sehr viel potential hat.

Doch was hat begeistert? Das gezeigte Zukunftsszenario wirkt sehr realistisch, die Welt könnte in 20 Jahren wirklich so aussehen. Es ist wie der Sprung von 1987 ins Jahr 2007. Es hat sich nciht wirklich viel getan, keine fliegenden Autos oder Raumstationen im All sondern es gibt viele kleinere und größere technische Fortschritte die man auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt. Die gezeigte Welt wirkt real und nimmt sehr oft bezug zu aktuellen weltpolitischen Themen und im Grunde wird eine Welt gezeigt die einige heutige Entwicklungen fortführt und in sehr extreme Bahnen lenkt.
Aber im Endeffekt ist mir das zu wenig. Sobald absehbar ist, dass die Geschichte nicht mehr Tiefgang bekommen wird und dass die offenen Fragen offen bleiben werden weicht die anfängliche Begeisterung ob der tollen Optik und der vielen schönen Uncutszenen einer tiefen inneren Leere.

5 / 10

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