Action &Comicverfilmung Benjamin on 11 Apr 2007 01:32 pm

Spiderman (Sam Raimi, USA 2002)

Peter Parker: I want you to know, that I will always be there for you; I will always be there to take care of you. I promise you that. I will always be your friend.
Mary Jane: Only a friend, Peter Parker?
Peter Parker: That’s all I have to give…

Wie soll man diesen Film nur beschreiben? Für mich eine der besten, wenn nicht die beste Comicverfilmung überhaupt. Tobey Maguire spielt den jungen Peter Parker. Ein lieber, netter junge Collegeboy, der aber ein Außenseiter an seine Schule ist und von allen verlacht wird. Seine große Liebe Mary-Jane Parker hat ihn noch nicht einmal wahrgenommen obwohl die beiden seit Jahren direkt nebeneinander wohnen. Auf einem Schulausflug wird er von einer mutierten Spinne gebissen und entwickelt auf Grund dessen Superfähigkeiten.

Diese Auswirkungen seine Superfähigkeiten sind sehr schön dargestellt. Anfangs verschwendet er keinen Gedanken an eine Rolle als Superheld, er überlegt nur wie er sie am besten nutzen kann, um Mary-Jane zu imponieren. Doch es kommt zu Verwicklungen in denen sein Onkel ermordet wird, dessen Mörder er bei einem Überfall auf einen Wrestlingausrichter hätte stellen können. Da ihn der Veranstalter aber um 2.900$ betrogen hat, lässt Peter den Überfall nicht sein Problem sein – und gibt sich damit hinterher indirekt die Schuld am Tod seines Onkels. Er beginnt zu erkennen, dass seine neuen Kräfte ihm auch eine gewisse Verantwortung übertragen und er beschließt diese Verantwortung anzunehmen und bekämpft schließlich aktiv die Kriminalität auf den Straßen New Yorks.

Tobey Maguire ist die perfekte Besetzung für Spiderman. Absolut charismatisch schafft er es gekonnt die Wandlung vom jungen, unbeholfenen Peter Parker hin zum verantwortungsbewußten Superhelden der seine wahre Bestimmung sucht und versucht sein Superhelden Dasein mit seinem Privatleben und vor allem seiner Liebe zu Mary-Jane zu vereinen.
Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Willem Dafoe nimmt man den Wahnsinn des Grünen Goblins voll ab, die Szenen vor dem Spiegel, wenn Dafoe mal böse gekuckt, bekommt man wirklich Angst, Gott kann der Mann böse kucken. Auch Kirsten Dunst als Mary-Jane wirkt anfangs etwas plump, spielt sich aber nach und nach in die Herzen des Zuschauers, immerhin spielt sie kein dummes kleines Dummchen. Das Zusammenspiel zwischen ihr und Tobey klappt einfach hervorragend und die Szenen der beiden gewinnen mit zunehmender Filmdauer an Intensität. Allein der Dia- bzw. Monolog im Krankenhaus *schwärm*
Heraus sticht auch J.K. Simmons als J. Jonah Jameson der für die überaus witzigen Momente im Film zuständig ist, und ohne den in seiner kleinen aber feinen Nebenrolle dem Film einiges von seinem Charme fehlen würde.

Tragisch wird der Film, als Peter einsehen muss, dass seine Liebe zu Mary-Jane keine Chance hat, solange er ein Doppelleben als Spiderman / Peter Parker führen muss. Man gönnt es den beiden so sehr und wünscht sich dass sie zusammen sein können, aber Peter muss seine Liebe leugnen, auch um Mary-Jane zu schützen. Gerade die letzten Szenen sind überaus gelungen sorgen für ein starkes Ende zu dem man sich dringend eine Forsetzung wünscht und hofft dass auch diese es wieder schafft wie der erste Teil nicht nur Action im Vordergrund stehen zu lassen sondern sich weiterhin so intensiv um die Charaktere zu kümmern und Action nur als Begleiterscheinung der Story beinhaltet und nicht wie in zahlreichen anderen Actiostreifen die coolen Actionszenen im Vordergrund stehen.

Interessant finde ich die Farbgestaltung in diesem Film. Die Farben wirken alle sehr satt und kräftig, so dass man obwohl alles realen Look hat sich ein wenig an einen Comic erinnert fühlt. Spidermans Kostüm ist hervorragend gelungen, wobei die Entwicklung von seinen anfänglichen diletantischen Schneiderversuchen hin zu seinem finalen Spidy-Outfit recht nett zu beobachten ist. Auch die CGI Effekte in denen sich Spiderman durch die Straßenschluchten New York Cities schwingt fügen sich perfekt in den gelungenen Look des Films ein, kombiniert mit einem Score der in Mark und Bein übergeht.

Irgendwie hab ichs mal wieder geschafft viel zu dem Film zu schreiben ohne wirklich was zu sagen…
Leider kann man sich an den Filmen, obwohl sie extrem gut gemacht sind satt sehen, daher bin ich sehr froh über und sehr gespannt auf den in drei Wochen erscheinenden dritten Teil und kann hoffen dass er an die große Klasse seiner beiden Vorgänger anknüpfen kann. Generell haben die Spidermanfilme eine emotionale Bedeutung für mich, was auch der Grund ist, warum ich den zweiten Teil noch besser als den ersten finde. Eine Sichtung wird sicher noch vor dem dritten Teil stattfinden :-)

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