Danny Boyle &ScienceFiction Benjamin on 19 Apr 2007 01:35 pm
Sunshine (Danny Boyle, Großbritannien 2007)
Bildgewaltiger Overflow. Die Sonne als Zentrum unseres Sonnensystems ist auch Zentrum von Sunshine und wurde wirklich eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Schauspieler haben mir auch ziemlich gut gefallen, sogar Cillian Murphy, gegen den ich eigentlich seit Batman begins eine Abneigung entwickelt habe. Leider können sowohl Charaktere als auch das Drehbuch nicht mit den Bildern mithalten. Die Schauspieler wirken nahezu allesamt viel zu jung, wie mitzwanziger die man auf einer Wochenendparty aufgegabelt hat, aber keinesfalls wie erfahrene Wissenschaftler und Astronauten. Scheinbar möchte Hollywood hier die Zielgruppe mit Schauspielern im Alter der Zielgruppe erreichen.
Das Drehbuch bietet leider ebenfalls wenig neues, es wirkt wie ein Mix aus vielen altbekannten. Raumschiff fliegt zum Zielort, unterwegs passiert etwas, eine Außenmission wird erforderlich, ein paar Leute sterben unterwegs, was dem ausgehenden Sauerstoffvorrat natürlich zugute kommt; das kennt man alles und das überrascht einen nicht. Philosophische Fragen wirft der Film nicht auf und auch der religiöse Bezug besteht lediglich aus einem Irren der dreimal sagt dass er mit Gott gesprochen hat, wobei man nichtmal erfährt warum er Irre geworden ist. Naturwissenschaftlich ist der Film sicherlich nicht ansatzweise haltbar, was manchmal ganz schön nervt. Dabei kann man die großen Dinge an denen die Story, die ja nunmal Science-Fiction ist gerne verzeihen, es sind vielmehr die kleinen Details die einen stören.
Es ist wirklich sehr schade dass der Film von der Story her nicht mit seinen Bilder mithalten kann. Der gigantische Hitzeschild und auch die schwächelnde Sonne sind wirklich sehr eindrucksvoll, die Ikarus macht sowohl von Innen als auch von Außen gut was her und wirkt glaubhaft. Sunshine ist defintiv ein Film für die große Leinwand. Diese imposanten Bilder zusammen mit einem hervorragenden Score machen schon etwas her und sorgen auf jeden Fall dafür dass der Film auf der großen Kinoleinwand zu einem Erlebnis wird.
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