Monthly Archive for "Mai 2007"



Scarlett Johansson &Woddy Allen Benjamin on 31 Mai 2007

Scoop – Der Knüller (Woody Allen, USA /Großbritannien 2006)

Netter kleiner Woody Allen Film. Wer was über den Film wissen möchte dem sei geraten sich den Trailer anzukucken. Allerdings kann man sich dann sparen den Film zu kucken, da der Trailer eigentlich alles über den Film erzählt was wissenswert ist, was auch der Grund war, warum ich ihn mir damals bei uns im Kino nicht angekuckt habe, aber jetzt wo er auf DVD im Regal stand musste ich einfach zugreifen ich kann einen Film in dem Scarlett Johansson mitspielt nicht nichtgesehen haben. Ich seh einfach zu gern :-) Wobei es schon seltsam von Woddy Ellen ist sie im gleichen Jahr in Match Point als ultimative Sexbombe darzustellen und jetzt in Scoop als vermeintliches hässliches naives Entchen mit großer Brille, das passt nicht, macht sie aber natürlich nicht weniger ansehnlich. Wünschenswert wäre es Johansson demnächst mal wieder in einer etwas tiefergehenden Rolle wie z.B. in Lost in Translation zu sehen. Sie und Woody Allen sind schon ein recht nettes paar das sich immer wieder mit ein paar netten Wortspielen ergänzt.
Auch Hugh Jackman zeigt hier sowie in Prestige dass er auch durchaus was anderes kann als Actionfilme zu spielen, wobei Prestige hier der deutlich bessere Film, wo Scarlett Johansson auch wieder mitspielt, allerdings ist ihre Rolle für meinen Geschmack viel zu klein. Ich bin schon sehr auf ihren neuen Film “The Nanny Diaries” gespannt in dem sie die Hauptrolle spielt. Scoop an sich ist wie gesagt ein netter kleiner Film, den man sehen kann man Woddy Allen oder Scarlett Johansson Fan ist, aber für alle anderen gibt es wirklich keinen nennenswerten Grund sich diesen Film anzukucken. Der Trailer reicht vollkommen.

Drama &Drogen Benjamin on 31 Mai 2007

Candy (Neil Armfield, Australien 2005)

Vor einem guten halben Jahr oder musste ich bei uns im Kino ne halbe Woche lang vorführen und in jeder Vorstellung in jedem Saal war der Trailer zu diesem Film direkt vor dem Hauptfilm und der Trailer hat eine sehr eigenartige Faszination auf mich ausgeübt. Abbie Cornish, Heath Ledger und Geoffrey Rush in einem Drogenfilm dessen Trailer mit dem Song “Sugar Man” unterlegt ist … das könnte sehenswert sein.

Und das war es auch. Wobei Candy den Drogenfilm sicher nicht neu erfindet, aber die Geschichte auf eine andere Art erzählt als so bekannte Drogenfilme wie Traffic, Trainspotting oder Requiem for a Dream. Es geht gar nicht so sehr um die Auswirkungen von Drogen auf die Gesellschaft und so was, es geht rein um die Beziehung von Dan (Ledger) und Candy (Cornish). Die beiden sind bis über beide Ohren verliebt und auch absolut liebenswert. Sie bedeuten einander die Welt. Aber er ist ein Junky und als Candy sich auch einen Schuß setzen will sagt er nicht nein. Beide haben keinen richtigen Job, sind Künstler, er schreibt Gedichte, sie malt, sie leben im großen und ganzen von der Sozialhilfe. Die Sucht wird größer und das Geld nicht mehr, also müssen neue Wege gefunden werden. Natürlich kommt das was kommen muss und Candy prostituiert sich.
Interessanterweise wirft “Candy” hier einen für mich in einem Drogenfilm neuen Aspekt auf, nach einiger Zeit fragt Candy Dan warum eigentlich sie diejenige ist die ihren Körper für Geld verkaufen muss, er könne genauso gut seinen Arsch hinhalten und Geld verdienen. Doch wie das bei Männern so ist tut er sich sehr schwer damit und wird schließlich zum Gelegenheitskriminellen der auf geschickte Art und Weise geklaute Brieftaschen zu Geld macht.

Aber eines Tages verkündet Candy das sie schwanger ist, was den beiden klar macht dass es so nicht weitergehen kann. Schließlich beschließen die beiden selbst einen Entzug durchzuführen, was man allerdings nicht in einer Schwangerschaft ohne ärztliche Überwachung versuchen sollte, denn nach einem Entzugsanfall blutet Candy aus dem Unterleib…

Der Film geht natürlich noch weiter aber ich möchte auch nicht zu viel über den Inhalt schreiben, dafür kann man sich irgendwo ne Inhaltsangabe durchlesen.

Besonders beeindrucken sind die beiden Hauptdarsteller. Heath Ledger hatte ja in seiner Anfangszeit so ein ekliges Schönlingssunnyboy Image, und wie man in Casanova sieht kann er das auch heute noch, aber zum ersten mal wirklich beeindruckt hat er mich in … Boys of Dogtown, oder Dogtown Boys … keine Ahnung wie der Film hieß, wir sind damals n paar Minuten zu spät zur Sneak gekommen, und jetzt halt hier in Candy kann Ledger wirklich auch sehr gut und glaubhaft abgewrackte Typen spielen.
Wobei er in Candy gar nicht mal so der typische abgewrackte Junky ist… Mehr verzweifelt und hilflos und was Abbie Cornsih an emotionalen Szenen abliefert ist wirklich eindrucksvoll. Die Szene im Krankenhaus ist von beiden wirklich grandios gespielt und beweist auf jeden Fall ihr Talent.
Der Film wird durch Untertitel in die Bereiche Himmel, Erde und Hölle aufgeteilt, was nichts wirklcih neues ist, aber die einzlenen Abschnitte des Films deutlich voneinander trennt. Alles in allem ein Drogenfilm der in seiner Art anders ist als andere Drogenfilme, Leute die noch nicht wirklich viele Drogenfilme gesehen durchaus schocken kann, hartgesottene Drogenfilmkenner dürfte er nicht wirklich vom Hocker hauen, aber der durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Fans der Schauspieler können hier auf jeden Fall nichts falsch machen.

Action &Comicverfilmung &Marvel Benjamin on 21 Mai 2007

Spider-Man 3 (Sam Raimi, USA 2007)

Green Goblin, Sandman und Venom. Nicht nur ein Gegner wie bisher, nein gleich mit dreien darf sich Spider-Man in seinem dritten Abenteuer herumschlagen. Das hat natürlich erstmal für Aufsehen gesorgt. Und zugleich auch Ängste geschürt. Bisher hat sich die Spider-Man-Serie durch eine nahezu perfekt ausbalancierte Mischung aus Actio und Story ausgezeichnet, so hatte man Angst dass unter dieser geballten Gegnerlast die Geschichte etwas auf der Strecke bleibt, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Auch im dritten Spider-Man teil legt Regisseur Sam Raimi wieder sehr viel wert auf seinen Hauptcharakter Peter Parker und so werden seine Gegner diesmal nicht so intensiv eingeführt wie es in den beiden Vorgänger der Fall war.
Wobei dies eigentlich auch gar nicht wirklich notwendig ist. Venom kam aus dem All mit einem Meteroiten und ist ein Parasit, Harry Osbornes Motive dürften nach zwei Filmen mehr als klar sein, und wir sind live bei Sandmanns Entstehung dabei und Erfarhen auch ein wenig über seine Motive und Hintergründe. Eingeführt werden die Charaktere also schon, aber “ein wenig” steht in diesem dritten Teil klar im Vordergrund bei den bösen Jungs.

Spiderman wird zu anfang allerdings in ein schlechtes Licht gerückt. Zum ersten Mal ist er nicht mehr der uneingeschränkte Symphathieträger. Im Gegenteil. NYC ist klar im Spidermanfieber, auf jeder Zeitung ist sein Foto, auf jeder Videoleinwand sind seine Ausflüge durch die Leinwandschluchten zu sehen, er wird zum Ehrenbürger ernannt und es gibt ganze Spidermanparaden. Und Peter badet im Erfolg und sonnt sich im Ruhm. Er wird von allen für den Größten gehalten und kommt sich auch wie der größten vor. Völlig auf sich selbst fixiert ist er blind für die Probleme seiner Freundin Mary-Jane. Schon nach der Premiere ihres Broadwaymusicals wird sie wieder gefeuert und muss einen Job als singenden Kellnerin in einer Jazzbar annehmen. Gedemütigt und völlig fertig sucht sie trost bei Peter, der ihr sogar einen Heiratsantrag machen möchte, aber er ist so mit sich selbst beschäftigt dass er für ihre Sorgen und Probleme blind ist und nciht sieht wie sich entfernen. Nachdem er sich bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft puplicityträchtig von der hübschen Schlüsselüberbringerin im bekannten Kopfüberkuss aus Teil eins küssen lässt, flüchtet sie sich in Harrys Arme. Harry nach einem spektakulären Kampf am Filmbeginn gegen Spiderman, bei dem er fast sein Leben verloren hätte, sein Gedächnis verloren, weiß nichts mehr von seiner Feindschaft mit Peter und verbringt so Zeit mit Mary Jane.

Das ist wahrlich nicht der Spidy den wir kennen und lieben. Als dann noch Venom einfluß auf Peter nimmt wird alles noch schlimmer. Mittlerweile hat, auch dank des sich erinnernden Harry, Mary-Jane verloren und als er Harry zur Rede stellen will tötet er ihn fast.

Der Held am Höhepunkt seines Ruhms, stolpert und erliegt dem Hochmut. Er ist nicht mehr er selbst, sogar plastisch dargestellt durch Venom, welcher sein Kostüm mit seinem schwarzen Körper überzieht. Nachdem er schließlich sogar der Rache erlegen ist und versehentlich Gewalt gegen Mary Jane anwendet kommt die Einsicht, die Katharsis. Bildlich befreit er sich von dem Venomkostüm, innerlich überwindet er seinen Hochmut und bekommt seinen Blick für die Realität wieder.

Doch es ist zu spät, Venom und Sandmann haben sich vereinigt, entführen Mary-Jane und holen aus zum vernichtenden Schlag gegen Spiderman. Dieser werht sich tapfer, doch der Übermacht des Gegners muss er schließlich erliegen. Doch Katharis ist das zentrale Motiv des Films, auch Harry hat mittlerweile seinen Fehler eingesehen und obwohl ihn Peter unter Venomseinfluß entstellt hat, entschließt er sich ihm zu helfen. Vereint kommt es zur finalen Schlacht gegen Sandmann und Venom …

Business as usual. Im Prinzip bietet der Film wenig Überraschungen. Sam Raimi bleibt seiner Linie treu und entwickelt seinen Charakter konsequent weiter. Das ist leider relativ vorhersehbar und weiß nicht zu überraschen. Die teilweise enorm überzeichnete Darstellungsweise, gerade des veränderten Peters, wirkt dabei nahezu albern. Es sind sicherlich eigentlich nette bis gute Szenen aber man weiß nicht so wirklich was man davon halten soll. Auch ist es vom Prinzip her das gleiche wie immer. Böse Buben, Spidermans Entwicklung und Mary-Jane, das kennt man seit drei Filmen und irgendwie wirkt alles wie schonmal gesehen, so haben mich irgendwann die ewigen Einstellungen von New York doch ziemlich genervt. Das muss zwar alles so sein, weil die Serie und die Comics so angelegt sind, aber irgendwie macht das alles im dritten Teil weniger Spass. Die Anfangsactionsequenz zwischen Harry und Peter ist dabei allerdings so actionreich und tempogeladen, dass sie diesen Balast nicht mittragen muss, sie reißt einen einfach vom Hocker. Die Actionszenen sind auch wie immer vom feinsten aber es hapert leider oftmals an der Story allen voran an der einst so mitreißenden Liebesstory. Mag bei mir vielleicht einfach daran liegen dass ich Kirsten Dunst in der Rolle nicht wirklich mag, sie hat für mich einfach nicht die wirkliche Ausstrahlung und schafft es in einigen Szenen einen voll und ganz in ihren Bann zu ziehen, in zahlreichen Szenen wirkt sie aber wie ein Fremdkörper. J. Jonah Jameson ist wie immer herrlich unterhaltsam und der Running Gag der Serie Bruce Campbell hat einen absolut köstlichen Auftritt als französischer Kellner.
Sobald die Freikartensperre abgelaufen ist werde ich ihn mir sicherlich noch einmal ankucken. Der Eindruck nach der ersten Sichtung ist doch sehr gemischt. Sicherlich bekommt man hier wieder Action auf höchstem Niveau geboten und Raimi hat versucht eine Charakterentwicklung konsequent weiterzuführen, doch man hat den Eindruck dass die Serie auf der Stelle tritt und sich nicht weiterentwickelt hat.

Gefundene Tippfehler darf man wie immer behalten :-)

Biopic &Wissenschaft Benjamin on 08 Mai 2007

Paul Ehrlich – Ein Leben für die Forschung (William Dieterle, USA 1940)

Handlung (Wikipedia.de):
Der an der Charité arbeitende Arzt Paul Ehrlich ist unzufrieden mit seiner Arbeit, da er mit dem Behandeln von Patienten auf der Stelle tritt und allein mit der Praxis keinerlei Fortschritte in der Bekämpfung der Syphilis erzielen kann. Mit seinem Drang, auch wissenschaftlich arbeiten zu wollen, stößt er bei seinen Kollegen und Vorgesetzten auf Unverständnis, die ihn wiederholt an seine Pflichten als Mitarbeiter der Klinik erinnern. Er will kündigen, doch seine Frau Hedwig überzeugt ihn vom Gegenteil.

Im Labor begegnet er zufällig Emil von Behring, der für das Institut von Robert Koch arbeitet. Sie kommen ins Gespräch. Tage später erhält er eine Einladung zu einem Symposium am Institut. Er geht hin, obwohl er zu dieser Zeit Dienst hat. Er erregt die Aufmerksamkeit Kochs, als er von der Möglichkeit spricht, Tuberkulose-Erreger durch Färbung sichtbar zu machen. Als er aber bei dem Treffen seinem Klinikleiter begegnet, wird er entlassen. Er stürzt sich jedoch mit Eifer in die Arbeit an einer ihm von Koch zur Verfügung gestellten Probe. Zwei Monate lang hat er keinen Erfolg. Als eines Tages seine Frau gegen seine Anweisungen den Ofen in dem notdürftig zum Labor umfunktionierten Raum seiner Wohnung anheizt, reagiert Ehrlich zunächst mit Zorn, weil er glaubt, die auf dem Ofen abgelegten Proben seien dadurch unbrauchbar geworden. Doch unter dem Mikroskop erkennt er, dass gerade die Wärme endlich zum gewünschten Resultat geführt hat. Jedoch hat Ehrlich sich durch die permanente Arbeit mit den Proben seine Gesundheit ruiniert und sich mit dem Erreger infiziert. Er bittet den anwesenden von Behring, niemanden etwas davon zu sagen.

Ehrlich präsentiert das Ergebnis Robert Koch. Der ist begeistert und bekommt durch diesen Fortschritt vom anwesenden Minister Althoff die lang ersehnte finanzielle Unterstützung vom Haushaltsausschuss in Aussicht gestellt. Koch verschafft Ehrlich eine Stellung am Institut. Als Ehrlich daraufhin mit seiner Frau und von Behring den Erfolg feiert, bricht er beim Tanzen zusammen. Von Behring und seine Frau können ihn überzeugen, eine Kur in Ägypten anzutreten.

Dort erholt Ehrlich sich etwas, hat aber nicht lange Ruhe, da er von den Einheimischen um medizinische Hilfe gebeten wird. Er kommt jedoch zu spät. Ein Junge wurde von einer Schlange gebissen und stirbt. Dessen Vater, der im Laufe seines Lebens schon mehrfach gebissen wurde, ist kerngesund. Dieses scheinbare Wunder lässt Ehrlich nicht los. Zurück in Berlin, möchte er mit Schlangen experimentieren, um die Auswirkungen des Giftes auf das menschliche Immunsystem zu untersuchen. Er macht rasch Fortschritte, während sein Freund von Behring nicht in der Lage ist, der sich ausbreitenden Diphtherie Herr zu werden. Es gelingt den beiden aber, ihre Ergebnisse zu kombinieren. Kontinuierlich höhere Dosen des Erregers sollen die Infizierten schließlich in die Lage versetzen, genügend Antikörper zu entwickeln.

Inzwischen hat sich die Diphtherie zur Epidemie entwickelt. Auf Anordnung des Ministers soll das entwickelte Serum in einem kontrollierten Experiment an der Charité getestet werden. Unter den Argusaugen seiner ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten verabreicht Ehrlich das Serum den kranken Kindern. Als er jedoch mehr als die von Klinikleiter Hartman erlaubten 20 Kinder behandelt, schreitet dieser ein, jedoch ohne Erfolg. Allerdings bekommen Ehrlich und von Behring später ein Hausverbot erteilt, als Ehrlich Hartman gegenüber Drohungen ausspricht.

Er wird zu Minister Althoff zitiert, der ihm Vorwürfe wegen seines Verhaltens macht, dem verdutzten Ehrlich aber auch mitteilt, dass sein Antitoxin Erfolge erzielt habe. Althoff möchte für Ehrlich ein großes Labor einrichten, wo er ungehindert nach einem ähnlichen Serum gegen Typhus forschen solle. Von Behring solle eine Professur an der Universität Marburg bekommen. Doch Ehrlich hat andere Pläne. Ihm schwebt die Bekämpfung von Krankheiten mittels Chemikaliencocktails vor, die er magische Kugeln nennt (die titelgebenden “magic bullets”).

15 Jahre später. Ehrlich ist inzwischen Leiter des Serum-Instituts in Frankfurt am Main. Er arbeitet an seiner Theorie von den magischen Kugeln, die später als Seitenkettentheorie in die Geschichte eingehen soll. Für seine Arbeiten um die Immunologie hat er den Nobelpreis erhalten. Er hat jedoch Probleme mit dem Haushaltsausschuss, der ihm die Mittel kürzen will, da er seine Zeit mit ihrer Meinung nach unnützen Experimenten an Mäusen und Kaninchen verbringt.

Jedoch bekommt er eine Abhandlung über die Entdeckung und Isolierung des Syphilis-Erregers durch Fritz Schaudinn zugeschickt. Er ist überzeugt, dass diese Krankheit mit Hilfe von Arsen, einem Hauptbestandteil seiner Zauberkugeln, bekämpft werden kann. Als er Besuch von seinem alten Freund von Behring bekommt, freut er sich zunächst und die beiden verbringen einen gemütlichen Abend mit Ehrlichs Frau Hedi. Als aber von Behring auf die wahren Gründe seines Besuchs zu sprechen kommt, geraten die beiden in Streit. Von Behring soll im Auftrage des Haushaltsausschusses seinen Freund davon überzeugen, von seinen Hirngespinsten über magische Kugeln abzulassen. Ehrlich wirft ihm im Gegenzug vor, nur am Status quo festhalten zu wollen und seinen Forscherdrang ad acta gelegt zu haben. Sie trennen sich im Zorn und der Ausschuss, dem inzwischen auch Ehrlichs Kollege und Kontrahent an der Charité, Dr. Hans Wolfert angehört, kürzt Ehrlich die Mittel.

Seiner Frau gelingt es, Kontakt zur wohlhabenden Franziska Speyer herzustellen, die als Witwe von Georg Speyer das Mäzenatentum ihres verstorbenen Mannes weiterführt. Ehrlich kann sie überzeugen, ihn finanziell zu fördern. Schließlich hat Ehrlich Erfolg. Nach 606 Testreihen gelingt es ihm, die Heilkraft des Arsens größtmöglich einzusetzen und gleichzeitig dessen schädigende Wirkung zu minimieren. Doch ein Test in der Praxis steht noch aus. Das Institut führt einen Test an einer Gruppe von Tagelöhnern und Bettlern, die sich freiwillig gemeldet haben, durch. Die Behandlungen zeitigen erste Erfolge. Doch Ehrlich ist sich noch nicht sicher und lehnt die Bitte, das Präparat 606 auch anderen Ärzten und Kliniken zur Verfügung zu stellen, zunächst ab, willigt dann jedoch ein, das Mittel freizugeben und die industrielle Produktion starten zu lassen.

Doch es kommt zu Komplikationen und ersten Todesfällen. Als die sich häufen, startet Dr. Wolfert eine Zeitungskampagne gegen Ehrlich und sein angeblich todbringendes Mittel. Ehrlich will nicht darauf reagieren, stimmt dann jedoch zu, Wolfert wegen Verleumdung zu verklagen. Im Verlaufe des Prozesses gerät jedoch der eigentliche Verhandlungsgegenstand in der Hintergrund und das Präparat 606 und Ehrlichs Verantwortung für die Todesfälle werden in den Mittelpunkt gestellt. Dann soll von Behring als Zeuge der Verteidigung für Wolfert aussagen. Doch er hält ein leidenschaftliches Plädoyer für das Präparat, die medizinische Forschung und Ehrlichs Arbeit. Vor Gericht kommt es zur Versöhnung der beiden. Wolfert wird der Verleumdung für schuldig befunden und Ehrlich rehabilitiert.

Auf seinem Sterbebett erinnert sich Ehrlich schließlich im Beisein seiner Freunde, Kollegen und Weggefährten an die Wichtigkeit zu forschen und gegen alle Widerstände für seine Ziele zu kämpfen.

Meinung
Vor einigen Wochen bin ich bei meinen wirklich seltenen Ausflügen ins Fernsehen im Nachtprogramm der ARD über diesen Film gestolpert und beim Zappen auf der im Fernsehen oft erfolglosen Suche nach guter Unterhaltung bei ihm hängen geblieben. Kaum vorstellbar dass der Film aus dem Jahre 1939 ist. Das Alter verleiht ihm wohl noch zusätzlichen Charme. Man bekommt hier ein außergewöhnlich gutes Biopic wie man es heute wohl nennen würde mit einem hervorragenden Edward G. Robinson in der Rolle des Paul Ehrlich. Trotz der fast 70 Jahre die dieser Film auf dem Buckel hat ist er auch heute noch absoult sehenswert und wenn er zukünftig wieder einmal seinen Weg ins Fernsehen findet sollte man überlegen ob man nicht mal einen Blick riskiert. Belohnt wird man mit einem wirklich packenden Film über ein wichtiges Stück Medizingeschichte und einen herausragenden deutschen Wissenschaftler.

8.5 / 10

Hugh Grant &Julia Roberts &Romanze Benjamin on 08 Mai 2007

Notting Hill (Roger Michell, Großbritannien USA 1999)

Notting Hill ist im Grunde genommen der wahr gewordene Traum eines jeden Mannes. Der weibliche Lieblingsfilmstar auf einmal zum Greifen nahe, mehr noch, die eigenen Avancen werden gar erwidert. So passiert es dem Buchhändler William Thacker (Hugh Grant) als eines Tages der Hollywoodsuperstar Anna Scott (Julia Roberts) währrend eines Londonaufenthaltes in seinem Buchladen in Notting Hill steht und sich ein wenig umsieht. Die beiden lernen sich kennen und es entwickelt sich eine sanfte Beziehung, die immer wieder durch Annas Berümtheit auf die Probe gestellt wird

Der Film ist eine der bezaubernsten Liebeskomödien Hollywoods. Hugh Grants Charakter ist durch seine schüchterne Zurückhaltung überaus liebenswert, der eher schlicht wirkt. Den Witz bezieht die Komödie aus seinen symphatisch liebenswert gestalteten Nebencharakteren welch in Form von Thackers Freunden auftreten, die für äußerst amüsante, aber auch tiefgehende Momente sorgen. Der Titelsong “Nothing at all” war damals mein erklärter Lieblingssong und auch heute noch ist es ein Film der voll und ganz in die Stimmung des Filmes passt. Von Julia Roberts könnte man sagen dass sie sich selbst spielt, auf die im Film gestellte Frage nach dem Honorar für ihren letzten Film antwortet sie 15 Millionen, was exakt der Gage für Notting Hill entspricht, wobei dies 1/3 der Produktionskosten des Films ausgemacht hat, aber auch sie spielt zurückhaltenden charmant.
Im Prinzip der perfekte Liebesfilm für einen Filmabend mit einer netten symphatischen Frau. Generell mag ich zugegebenermaßen Filme mit Hugh Grant, durch seine ganze Stimmung und seine wenig klamaukhafte Aufmachung sticht Notting Hill aber deutlich aus den üblichen britischen Liebeskomödien hervor

8 / 10

Action &Brad Pitt &Drama &Edward Norton &Geheimtipp &TopFilm Benjamin on 08 Mai 2007

Fight Club (David Fincher, USA 1999)

Mein persönlicher bester Film aller Zeiten, der es schafft sogar den epischen Herr der Ringe auf die Plätze 2 – 4 zu verweisen. Es gab wohl noch nie einen Charakter in der Filmgeschichte wie den Erzähler der bezeichnenderweise noch nicht einmal einen Namen hat, wir nennen ihn aber Jack. Ich werde nicht einmal ansatzweise in meiner Filmbeschreibung die Genialität dieses Meisterwerks erfassen oder gar beschreiben können. Die teils drastische, teils heftige Gewaltdarstellung kombiniert mit dem Filmtitel lassen manche Leute denken es handle sich um einen brutalen Actionfilm, bei dem es um Gewalt ginge und eben diese Mittel zum Zweck sei.
Wer dies so sieht oder äußert hat den Film einfach nicht verstanden, wobei es zugegebenermaßen schwer ist, den Film überhaupt einem Genre zuzuschreiben. Er vereint so vieles in sich, dass es schwer ist, seine einzelnen Komponenten zu entschlüsseln zumal sie oft mehrere Dinge gleichzeitig aussagen.

In erster Linie ist der Film etwas was man in Buchform als Entwicklungsroman beschreiben würde. Wir sind den ganzen Film über Zeuge der Entwicklung von Jacks Persönlichkeit. Alle auftretenden Charaktere sind im Grunde nur Facetten von Jacks Persönlichkeit. Bob, das Zwitterwesen ohne Hoden mit riesigen Brüsten ist Sinnbild für Jacks eigene Unsicherheit, er ist sich seiner Männlichkeit nicht bewußt und Bob stellt seine weibliche Seite da, währrend im Gegenzug Marla Singer eben diese Seite darstellt. Tyler Durden schließlich ist all das, was Jack selbst gerne selber sein würde, sogar Chloe, die nur einen sehr kleinen Part im Film einnimmt ist Teil dieser Persönlichkeit bzw. ein Wunschgedanke, denn sie hat das erreicht wonach Tyler und damit Jack strebt, sie ist am absoluten Nullpunkt angekommen.

Aber zugleich ist der Film auch Gesellschaftskritik. Er prangert Konsummuster und durch Werbung vorgegebene Ideale. Er sagt einem Mann sollen alles hinterfragen, seine Augen immer offenhalten, auch für eigentlich selbstverständliches, wie z.B. Sauerstoffmasken im Flugzeug, diese Botschaft bringt er aber auch auf eine andere, sehr subtile Weise rüber. So glaubt man zwei Stunden lang die Wahrheit zu sehen, man ist sich sicher, dass das was man sieht Realität ist und hinterfragt sie nicht, bis man nach fast zwei Stunden vor Augen geführt bekommt, dass man auch hier getäuscht wurde, und sich eine Selbstverständlichkeit, die Realität Tyler Durdens, in Nichts aufflöst.

Das Tempo das der Film dabei vorgibt ist mörderisch. Hat ein normaler Film im Normalfall 600 Schnitte, so hat allein die vorletzte Sequenz 300 Schnitte. Manche einminütigen Szenen haben über 50 Schnitte. Und all dies, jeder Satz, jede Szene, jedes Leuchten im Hintergrund jeder gesprochen Satz in diesem Film hat eine Bedeutung und gibt einem Aufschluß über die Charaktere und deren Bedeutung. Es gibt in diesem Film nichts was überflüssig ist. Und das ist wirklich selten, was einem sehr deutlich wird, wenn man gerade Private Ryan gesehen hat, bei dem man sich sicher auch 20 Minuten hätte schenken können.

Nicht so bei Fight Club. Hier hat alles Hand und Fuß. Der Film basiert auf einem Buch von Chuck Palahniuk. Der Film schafft es nahezu jedes wichtige Zitat aus dem Buch in den Film zu bringen und die meisten Dia bzw. Monologe sind direkt dem Film entnommen. Palahniuk selbst sagte, dass ihm das Ende des Film besser gefällt als das Ende seines eigenen Buches.

Dieser Film hat so unglaublich viele Facetten dass er jeden David Lynch Film noch übertrifft. Der Film tritt oft sogar aus dem Medium Film heraus und spielt mit sich selbst. Er nimmt sich selbst auf den Arm, geht ironisch mit sich um, zeitweilig treten aber auch die Schauspieler aus seinem Charakter heraus und wendet sich direkt an den Zuschauer (“Ich danke der Academy”).

Wie bereits eingangs erwähnt könnte nichts was ich schreiben würde dem Film gerechet werden. Ich kann jedem nur wärmsten empfehlen sich auf diesen Film einzulassen. Allein die Performance von Brad Pitt, der hier sein Saubermannimage in Grund und Boden spielt aber vor allem Edward Norten als namenloser Erzähler der uns mit seiner ruhigen symphatischen Stimme (egal welche Sprachversion man kuckt) uns direkt von Anfang an im Voiceover in seinen Bann zieht.
Der Film weiß sicher zu polarisieren und er wird nicht jedem gefallen, aber man sollte versuchen, über die Oberfläche hinweg zu sehen und ein wenig in die Tiefe von Fight Club zu blicken. Falsch machen kann man eigentlich nichts, denn mit dem richtigen Sinn für Humor ist Fight Club zugleich noch eine Komödie vom Feinsten, da viele Sprüche eine gewisse Ironie und einen Sarkasmus ausdrücken, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen.

Wer sich etwas näher mit dem Film auseinander setzen möchte und vor Augen geführt bekommen möchte, was wirklich alles in Fight Club steckt, dem lege ich die folgenden zwei Links wärmsten ans Herz, wobei nach deren Lektüre klar werden dürfte, dass jeder ganz eigene Ansichten zu Fight Club entwickeln kann und es auch hier keine allgemein gültige Lösung für das Verständnis des Films gibt.

http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/lia/21553.html
http://www.medienladen.ch/download/fight_club.pdf

Fakt ist aber dass so unglaublich viel in diesem Film steckt, dass man auch nach dem fünfzigsten sehen immer wieder neues für sich entdecken kann. Seien es nun Kleinigkeiten oder große Zusammenhänge im Film. Ein Film zum immer wieder anschauen und es ist wirklich schwer, sich an ihm satt zu sehen. Mir ist es auch nach sicherlich fast schon fünzig Sichtungen jedenfalls noch nicht gelungen

Für mich persönlich der mit Abstand beste und tiefgründigste Film den Holllywood in den letzten Jahren hervorgebracht hat und mein persönlicher All-Time-Number-One Film. David Fincher hat mit Seven schon ahnen lassen, dass viel in ihm steckt, The Game hat dies nocheinmal unterstrichen, mit Fight Club hat er sein Meisterwerk abgeliefert.

10/10

Antikrieg &Steven Spielberg &Tom Hanks &Weltkrieg Benjamin on 08 Mai 2007

Der Soldat James Ryan (Steven Spielberg, USA 1998)

Handlung (Wikipedia.de)
1. Teil: Die Landung in der Normandie

„Der Soldat James Ryan“ bietet eine der eindrucksvollsten filmischen Umsetzungen der Landung der Alliierten in der Normandie am „D-Day“ 6. Juni 1944. Während auf allen anderen Stränden die Landung durch Artillerie- und Luftangriffe gut vorbereitet war und weitgehend ruhig verlief, kam es auf dem im Film gezeigten Omaha Beach beinahe zu einer Katastrophe für die Alliierten. Durch ungenauen Beschuss blieben die deutschen Befestigungen und Mannschaften weitgehend intakt und konnten heftiges Gegenfeuer leisten, dem die Infanteristen am Strand schutzlos ausgeliefert waren und zahlreiche Boote voll Soldaten beim Ausstieg oder wenige Sekunden danach komplett niedergeschossen wurden. Gezeigt wird eine kleine Gruppe Soldaten, die die Landung am Strand überlebt haben und an einer genau bezifferten Stelle eine Bresche in die deutschen Befestigungsanlagen oberhalb der Dünenkette schlagen müssen. Anders als im Film, wo es sich scheinbar nur um eine halbe Stunde handelt, zog sich die Landung bis in den Nachmittag hin. Historisch korrekt muss dargelegt werden, dass die Alliierten auch an einen Rückzug an diesem Strandabschnitt gedacht haben. Die mit allen Mitteln der Illusionsmaschine Kino arbeitende Inszenierung des Grauens gilt als stilbildend und beeinflusste nachhaltig die filmische Darstellung des Krieges.

2. Teil: Die Suche nach James Ryan

Captain Miller macht sich nach der Landung in der Normandie (Omaha Beach) mit sieben Soldaten auf die Suche nach dem Fallschirmjäger James Ryan von der 101. Luftlandedivision, dessen drei Brüder bereits im Krieg gefallen sind. Auf der von zahlreichen Wirrnissen geprägten Suche nach Ryan geraten sie in eine Reihe von Gefechten mit den Deutschen, die sie zwar alle gewinnen und dabei zahlreiche Deutsche töten, bei denen aber auch zwei Mitglieder des Trupps auf dramatisch inszenierte Weise ums Leben kommen.

In einem Gefecht erschießen sie sämtliche deutsche Soldaten, die sie durch den Zusammensturz einer Mauer plötzlich in einem Verschlag antreffen und die der amerikanischen Soldatengruppe mit gleichfalls gezogenen Waffen gegenüberstehen.

Als ein Einwohner einer umkämpften französischen Stadt dem Soldaten Caparzo (gespielt von Vin Diesel) sein Kind anvertrauen will, wird der Soldat von einem deutschen Scharfschützen angeschossen und muss auf der Straße verbluten, da der Scharfschütze nur darauf wartet, dass weitere Amerikaner dem Verwundeten zuhilfe und ins Schussfeld des Scharfschützen kommen. Als der amerikanische Scharfschütze Private Jackson (gespielt von Barry Pepper) den Deutschen schließlich tötet, ist der am Boden liegende Amerikaner bereits tot.

In einem weiteren Gefecht stürmen sie eine deutsche MG-Stellung und töten alle Soldaten bis auf einen, den sie übersehen haben, wollen ihn jedoch ermorden, weil der amerikanische T-Medic Wade (gespielt von Giovanni Ribisi) bei dem Angriff ums Leben kam, was jedoch durch den Captain und Corporal Upham verhindert wird.

Ryan hat die Aufgabe, eine für beide Seiten wichtige Brücke mit nur einer Handvoll weiterer Fallschirmjäger gegen einen mit Sicherheit kommenden Gegenstoß der Deutschen zu verteidigen.

Er weigert sich, seine Kameraden im Stich zu lassen, und so fasst Miller den Entschluss, mit seinen Männern bei der Verteidigung der Brücke zu helfen. Die Schlacht überleben nur Ryan und zwei weitere Mitglieder des Trupps. Der deutsche Soldat, der zuvor von der Gruppe freigelassen wurde, wird von Corporal Upham erschossen. Daraufhin fordert Miller James Ryan auf, etwas besonderes aus seinem Leben zu machen und zu beweisen, dass er die Aktion wert war. Als alter Mann kehrt Ryan in die Normandie zurück und salutiert seinem Captain an dessen Grab vor seinen versammelten Kindern und Enkelkindern.

Meinung
Ich muss zugeben dass ich erst beim heutigen sehen dass Ende wirklich verstanden habe, wobei ich den Film das letzte mal im Kino gesehen habe, und da war ich doch noch recht jung.
Die anfängliche Schlacht um Omaha Beach gehört sicherlich zum eindrucksvollsten was je im Kino gezeigt wurde und stellt zugleich den vorgezogenen Höhepunkt des Films dar. Der weitere Filmverlauf enthält zwar auch Kriegshandlungen und zeigt Szenen mitten aus dem Irrsinn des Krieges, allerdings stehen die menschlichen Schicksale und Empfindungen eher im Vordergrund als irgendwelchen großen taktischen Manöver oder Schlachten, wobei gar nicht erst versucht wird die Schlachtfelder der Nomandie als Ort für ein großes Drama zu nutzen. Jeder Charakter bekommt nur wenige Zeilen Text um sich selbst zu charakterisieren und dennoch baut man sehr schnell eine Bindung zu den tapferen acht Soldaten auf, die sich auf diese vollkommen irrsinnige Mission begeben. Der Realismus des Krieges steht jederzeit im Vordergrund.
Spielberg hat versucht so nah an der Realität zu bleiben wie möglich und mehrere Veteranen die den Film gesehen haben, haben ihm bescheinigt dieses Ziel erreicht zu haben. So wird der Film zu einem bildgewaltigen Zeitzeugen dieser düsteren Epoche der Menschheitsgeschichte und man wohnt dem Geschehen fast dokumentarisch bei. Die Musik wird nur sehr spärlich und sehr hintergründig eingesetzt, in jeglichen Kriegsszenen fehlt sie zur Unterstreichung des Realitätsgedankens vollkommen.

Die Story rund um den Soldaten James Ryan wirft sicherlich einige pseudophilosophische Fragen auf, basiert sie zwar auf wahren Begebenheiten beziehungsweise wird von diesen inspiriert so ist sie doch vielmehr nur Grundgerüst für ein beeindruckendes Weltkriegsdrama mit großartigen Schauspielern (sogar Vin Diesel weiß hier mal zu überzeugen, wurde die Rolle doch extra für ihn geschrieben) welches atemberaubend in Szene gesetzt wurde. Sogar Tom Hanks schafft es hinter seinem Charakter zu verschwinden, und gibt eine hervorragende Leistung ab und es wäre nicht überraschend gewesen hätte er dafür seinen dritten Oscar bekommen.

Wo bei Apocalypse Now der Wahnsinn des Krieges durch Surrealität ausgedrückt wurde erdrückt einen Der Soldat James Ryan mit erschreckend real wirkenden Bildern.
Der Film zählt sicherlich zu den besten Filmen Spielbergs und reiht sich neben Apocalypse Now ein unter den besten Kriegsfilmen die je gedreht wurden.

9 / 10

Anitheld &Kultfilm &TopFilm Benjamin on 06 Mai 2007

The Big Lebowski (Joel Coen, USA 1988)

Handlung
Der Film spielt in Los Angeles Anfang der 1990er. Der Alt-Hippie Jeff Lebowski, von seinen Freunden nur der Dude genannt, schiebt im wahrsten Sinne des Wortes eine ruhige Kugel als Bowler: er entspannt sich zwischen den regelmäßigen Bowlingrunden mit seinen Freunden Walter und Donny mit dem Lauschen von Walgesängen, dem Trinken von White Russians und dem Rauchen von Joints in der Badewanne.

Dieses beschauliche Leben ändert sich schlagartig, als zwei Schlägertypen bei ihm eindringen, weil sie ihn für einen Millionär gleichen Namens halten, dessen Frau Bunny Lebowski ihrem Boss Geld schuldet. Um ihn einzuschüchtern, taucht ihn der eine kopfüber in die Toilette, und der andere uriniert auf seinen Teppich.

Der Dude fühlt sich als Opfer einer Verwechslung und verlangt Schadensersatz von seinem Namensvetter, für den ruinierten Teppich. Der Millionär Lebowski hält den Dude für einen faulen “Penner” und schickt ihn weg, doch durch eine Lüge dessen Assistent gegenüber wird ihm doch noch ein Teppich übergeben. Wenig später lässt der Millionär den Dude nochmals kommen. Seine junge Frau Bunny ist entführt worden und er nimmt an, dass die Entführer mit den Schlägertypen übereinstimmen. Deshalb soll der Dude das Lösegeld von einer Million Dollar übergeben und dabei falls möglich die Entführer identifizieren.

Der Dude willigt ein, vermutet aber, dass Bunny Lebowski ihre Entführung nur vorgetäuscht hat. Das erzählt er seinem Freund Walter. Dieser reißt die Geldübergabe an sich und versucht, die Entführer zu überlisten. Er erreicht aber nur, dass das Lösegeld nicht übergeben wird. Danach gehen sie zum Bowling und lassen das Geld im Auto. Während sie bowlen, wird das Auto gestohlen.

Jetzt meldet sich die Tochter des Millionärs Lebowski , die feministische Künstlerin Maude Lebowski beim Dude. Sie erklärt dem Dude, dass sowohl das Lösegeld als auch der Teppich ihr gehören, und nimmt den Teppich an sich. Zugleich bietet sie dem Dude hunderttausend Dollar, falls er es schaffen sollte, das verloren gegangene Lösegeld zurückbringen.

Das gestohlene Auto wird zwar von der Polizei gefunden, aber das Geld ist weg. Im Auto findet der Dude jedoch die Schularbeit eines gewissen Larry, den er für den Autodieb hält, der folglich das Geld haben muss. Walter und der Dude suchen den Jungen auf, können aber nichts herausbringen – das Geld bleibt verschwunden.

Der Millionär Lebowski stellt den Dude wegen des verloren gegangenen Lösegeldes zur Rede und präsentiert ihm eine abgeschnittene Zehe, die ihm von den Entführern zugeschickt worden ist. Auch die Schläger aus der ersten Szene suchen den Dude abermals auf und bringen ihn zu ihrem Auftraggeber, dem Pornofilm-Produzenten Jackie Treehorn. Treehorn meint, dass Bunny Lebowski ihm Geld schulde und setzt den Dude unter Drogen, um von ihm zu erfahren, wo Bunny zu finden ist. Aber der Dude weiß nichts.

Es stellt sich heraus, dass die Entführung tatsächlich vorgetäuscht ist und zwar von einer Gruppe Nihilisten aus Deutschland. Die abgeschnittene Zehe stammt von einer jungen Frau aus dieser Gruppe. Als den vermeintlichen Entführern klar wird, dass der Dude das Lösegeld haben muss, überfallen sie ihn und seine Freunde auf dem Parkplatz vor der Bowlingbahn. Bei dem anschließenden Kampf erleidet Donny einen Herzinfarkt und stirbt. Nach einer improvisierten Seebestattung gehen der Dude und Walter wie gewohnt zum Bowling.

Ungeklärt bleibt, wo Bunny wirklich war, und ob der Millionär Lebowski die Situation nur ausgenutzt hat, um den Verlust von einer Million Dollar erklären zu können, die er in Wahrheit selbst veruntreut hat.

Der Film enthält mehrere Anspielungen auf den Golfkrieg. So äußert Walter, der nicht müde wird zu betonen, dass er selbst am Vietnamkrieg teilgenommen hat, in einer Szene seine Meinung: Im Gegensatz zum Vietnamkrieg habe man es im Irak nicht mit einem ernst zu nehmenden Gegner zu tun. In der Anfangsszene im Supermarkt vernimmt man eine Rede von Präsident George H. W. Bush. Und in einer Traumszene („Gutterballs“) tritt ein Double von Saddam Hussein auf und überreicht dem Dude ein Paar Bowlingschuhe.

Meinung
Der Film der Bowlen endgültig in den Kultstatus erhoben hat. Wobei den meisten vermutlich noch gar nicht bewußt aufgefallen ist, dass man im ganzen Film den Dude nicht einmal selbst bowlen sieht und auch auf dem Foto vor dem er sich seinen White Russian einschenkt ist nicht er sondern Ronald Reagan beim Bowlen zu sehen. Zu dem Film wurde auch schon jede Menge geschrieben, wer ihn nicht kennt hat was verpasst und sollte dieses Versäumnis schleunigst nachholen. Jeff Leboswki aka The Dude ist wohl die perfekteste Verkörperung des Antihelden der je den Sprung auf die Kinoleinwand geschafft hat. Arbeitslos, irgendwo in den 70ern hängen geblieben geht er selbst zum Einkaufen im Bademantel und bezahlt die 53 Cent für die Milch auch schonmal mit nem Check.

Wie in jeder gut gemachten Komödie bezieht dieser Film viel Witz nicht aus platten Gags sondern aus den kleinen vielen Details, wie z.b. die Innenseite des Toilettendeckels nachdem die Brille runtergeklappt wurde und ich empfehle jedem dringend den Film im O-Ton zu kucken und mal darauf zu achten, woher viele Aussagen vom Dude stammen. Der Typ ist wirklich strohdumm und plappert eigentlich ganze Zeit nur Sachen nach, die er irgendwo mal gehört hat, auch hier sollte man beispielsweise mal wieder auf den schon erwähnten Anfang mit dem Check achten.

Der Film ist wirklich gut und genießt zurecht Kultcharakter und ist auch ein Film den ich gerne kucke, aber er gehört defintiv nicht zu meinen Toplieblingsfilmen. Im Prinzip hat er recht viel Ähnlichkeit mit Herr Lehmann. Bei Herr Lehmann hängt man in Kneipen rum, hier auf Bowlingbahnen. Was passiert ist eigentlich egal und solche Filme brauchen eigentlich keine Story, es reicht einem vollkommen den Charakteren einfach bei ihrem alltäglichen Tun zuzukucken.

8 / 10

Action &Comicverfilmung Benjamin on 06 Mai 2007

Hellboy (Guillermo Del Toro, USA 2004)

Handlung
Hellboy ist ein Dämon, den die Nazis im Jahre 1944 mit Unterstützung der Thule-Gesellschaft und Grigori Rasputin, einem nicht totzukriegenden Berater des letzten russischen Zaren, durch Öffnung eines Dimensionsportals heraufbeschworen hatten, um den Krieg mit Hilfe überirdischer Mächte zu gewinnen. Die Alliierten, unter ihnen Professor Trevor „Broom“ Bruttenholm, unterbrachen jedoch die Zeremonie und fanden einen kleinen, roten Dämonen, den sie Hellboy nannten. Danach nahm Bruttenholm Hellboy unter seine Fittiche.

Etwa 60 Jahre später ist Hellboy immer noch nicht ganz erwachsen, dafür zu einem riesengroßen und unkontrollierbaren Dämon geworden, der für die Behörde Bureau of Paranormal Research and Defence (einer Unterabteilung des FBI) auf Dämonenjagd geht. Er verfügt über große Kraft und Beweglichkeit und ist mit einem Revolver bewaffnet, der Weihwasserkugeln verschießt. Hellboy hat aber auch viele menschliche Eigenschaften: er raucht Zigarren, isst gerne Schokolade, Nachos und kümmert sich um kleine Kätzchen.

Schließlich wird Rasputin von seinen Gehilfen wiederbelebt und plant, mit Hellboys Hilfe die Apokalypse herbeizuführen. Er tötet Hellboys Ziehvater Bruttenholm und lockt den Dämon zusammen mit seinen Mitstreitern – dem Fischwesen Abe, der Feuer erschaffenden Liz und dem jungen FBI-Agenten John – nach Russland.

Rasputin provoziert Hellboy, unter anderem durch die Ermordung von Liz, in die der Dämon verliebt ist, bis aufs Blut, sodass dieser beginnt, das Tor zur Höllendimension zu öffnen. Doch John gelingt es im letzten Moment, Hellboy zu besänftigen. John erinnert den Dämon daran, dass dieser selbst Herr seines Schicksals ist und kein Dämon sein muss. Hellboy entscheidet sich für die Menschheit und vernichtet Rasputin. Danach gelingt es Hellboy, auch Liz wiederzubeleben und die beiden werden ein Paar.

Meinung
Mein zweiter Guillermo del Toro Film und seine Handschrift ist sehr markant. Inhaltlich kann man von seinen Filmen halten was man möchte, optisch sind sie absolut brilliant und perfekt in Szene gesetzt. Hellboy ist kein Superheld im eigentlichen Sinne. Er ist ein Dämon der durch eine Beschwörung in unsere Welt gekommen ist mit dem Plan böses zu tun, doch die Beschwörung durch Hitlers Schergen wurde von den Alliierten gestört, die ihn Hellboy nannten und groß gezogen haben, so dass er bei den Guten landete und heute hilft die Welt vor anderen Dämonen und Ungeheuern zu befreien. Er ist weniger Superheld als Handwerker, der einfach seinen Job erledigt, außer seine körperliche Robustheit und Stärke hat er eigentlich auch keine großen Kräfte. Wirklich viel Tiefgang haben weder Story noch Geschichte, das haben wir bei Spiderman und Batman in den letzten Verfilmungen deutlich besser gesehen. Der Film spielt eher in der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen oder Van Helsing. Auch wenn man dem guten Hellboy eine gewisse Coolheit nicht absprechen kann, seine Onliner sind zwar abgedroschen aber der Situation immer angepasst und nach jedem Fight wird sich erstmal die obligatorische Zigarette angezündet.

Auch wenn ich eingangs geschrieben habe, dass die Filme optisch sehr überzeugen, so ist dieser doch primär hübsch anzusehen, spektakuläre Actionszenen fehlen leider gänzlich und die in solchen Filmen obligatorische Bedrohung für entweder Welt oder Superhelden an sich fehlt leider auch bzw. kommt erst ziemlich zum Schluß. Ein Film den man sich abends nebenbei ansehen kann wenn man möchte, tut man es nicht hat man aber wie erwartet nicht wirklich ein filmisches Erlebnis verpasst. Da del Torro ein Hellboyfan ist, ist der Film für Hellboysfans allerdings sicherlich ein Hochgenuß da viele Details eingestreut sind, die man als Nichtkenner gar nicht so achtet.
Was wirklich gut gelungen ist, sie die dämonischen Nebencharaktere auf der Seite der Guten, wie etwa das sympathische aber etwas tuckige Fischwesen Ape und die feurige Liz, Hellboys große Liebe. Generell ist dieser Film alleine schon Ron Perlmanns wegen Van Helsing eindeutig vorzuziehen, aber er ist eher ein Abenteuerfilm als eine Comicverfilmung und da machen doch z.B. die Indiana Jones Filme mehr Spass, wobei die natürlich auch schon ziemlich ausgelutscht sind.

5 / 10

Abenteuer &Geoffrey Rush &Johnny Depp &Keira Knightley &Orlando Bloom &Pirat Benjamin on 01 Mai 2007

Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (Gore Verbinski, USA 2007)

Nach den enttäuschten Erwartungen von Spider Man 3 waren meine Erwartungen an FdK 3 doch eher gering. Doch in meinem Bekanntenkreis hörte ich von überall nur Lobeshymnen auf den Film daher sind sie drastisch angestiegen und ich habe mich doch sehr auf den Film gefreut. Aber leider muss ich vorweg nehmen dass ich den Film ziemlich schlecht fand. Der Film geht fast drei Stunden und ist damit deutlich zu lang. Ständig verschwören sich Piraten, Briten und anderes Gesocks, mal steht der eine auf der Seite von dem, dann wechselt der die Fronten, wird hier wer zum Kapitän ernannt und paktiert dann mit augenscheinlich dem um aber insgeheim doch wem anders die treue zu halten und einen plan zu schmieden. Diese ständigen Intrigenspiele und Frontenwechsel fand ich sehr anstrengend, sehr oft wusste man grad nicht wer auf wessen Seite steht und warum und es macht auch irgendwie alles keinen Sinn. Hätte man dieses Intrigenspiel etwas gestrafft hätte man den Film sicherlich eine Stunde kürzen können.

Dafür mehr Action und vor allem mehr gelungene Dialoge wie man sie aus dem ersten Teil kennt. Das hätte dem Fillm durchaus gut getan. Klar gibt es wieder zahlreiche lustige Momente, gelungene Actionszenen, das erwartet man und das bringt der Film natürlich auch. Auch wird wieder jede Menge Seemansgar gesponnen wie es sich für einen richtigen Piratenfilm bgehört, da wird schonmal am Ende der Welt die Scheibe runtergefallen und Meeresgöttinnen lassen riesige Strudel entstehen. Aber der Film lebt definitiv von Johnny Depp als Cpt. Jack Sparrow. Keira Knightley und und Orlando Bloom sind zwar etwas taffer als im ersten Teil aber bleiben doch zurück. Der einzige der mit Depp mithalten kann ist Geoffrey Rush der als Cpt. Barbossa absolut genial ist.
Mich konnte der Film nicht überzeugen und ich kann nur hoffen dass die Trennung von einigen Hauptfiguren einer möglichen Fortsetzung die Möglichkeit gibt, frischen Wind in die Serie zu bringen.

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