Anitheld &Kultfilm &TopFilm Benjamin on 06 Mai 2007 01:14 pm
The Big Lebowski (Joel Coen, USA 1988)
Handlung
Der Film spielt in Los Angeles Anfang der 1990er. Der Alt-Hippie Jeff Lebowski, von seinen Freunden nur der Dude genannt, schiebt im wahrsten Sinne des Wortes eine ruhige Kugel als Bowler: er entspannt sich zwischen den regelmäßigen Bowlingrunden mit seinen Freunden Walter und Donny mit dem Lauschen von Walgesängen, dem Trinken von White Russians und dem Rauchen von Joints in der Badewanne.
Dieses beschauliche Leben ändert sich schlagartig, als zwei Schlägertypen bei ihm eindringen, weil sie ihn für einen Millionär gleichen Namens halten, dessen Frau Bunny Lebowski ihrem Boss Geld schuldet. Um ihn einzuschüchtern, taucht ihn der eine kopfüber in die Toilette, und der andere uriniert auf seinen Teppich.
Der Dude fühlt sich als Opfer einer Verwechslung und verlangt Schadensersatz von seinem Namensvetter, für den ruinierten Teppich. Der Millionär Lebowski hält den Dude für einen faulen “Penner” und schickt ihn weg, doch durch eine Lüge dessen Assistent gegenüber wird ihm doch noch ein Teppich übergeben. Wenig später lässt der Millionär den Dude nochmals kommen. Seine junge Frau Bunny ist entführt worden und er nimmt an, dass die Entführer mit den Schlägertypen übereinstimmen. Deshalb soll der Dude das Lösegeld von einer Million Dollar übergeben und dabei falls möglich die Entführer identifizieren.
Der Dude willigt ein, vermutet aber, dass Bunny Lebowski ihre Entführung nur vorgetäuscht hat. Das erzählt er seinem Freund Walter. Dieser reißt die Geldübergabe an sich und versucht, die Entführer zu überlisten. Er erreicht aber nur, dass das Lösegeld nicht übergeben wird. Danach gehen sie zum Bowling und lassen das Geld im Auto. Während sie bowlen, wird das Auto gestohlen.
Jetzt meldet sich die Tochter des Millionärs Lebowski , die feministische Künstlerin Maude Lebowski beim Dude. Sie erklärt dem Dude, dass sowohl das Lösegeld als auch der Teppich ihr gehören, und nimmt den Teppich an sich. Zugleich bietet sie dem Dude hunderttausend Dollar, falls er es schaffen sollte, das verloren gegangene Lösegeld zurückbringen.
Das gestohlene Auto wird zwar von der Polizei gefunden, aber das Geld ist weg. Im Auto findet der Dude jedoch die Schularbeit eines gewissen Larry, den er für den Autodieb hält, der folglich das Geld haben muss. Walter und der Dude suchen den Jungen auf, können aber nichts herausbringen – das Geld bleibt verschwunden.
Der Millionär Lebowski stellt den Dude wegen des verloren gegangenen Lösegeldes zur Rede und präsentiert ihm eine abgeschnittene Zehe, die ihm von den Entführern zugeschickt worden ist. Auch die Schläger aus der ersten Szene suchen den Dude abermals auf und bringen ihn zu ihrem Auftraggeber, dem Pornofilm-Produzenten Jackie Treehorn. Treehorn meint, dass Bunny Lebowski ihm Geld schulde und setzt den Dude unter Drogen, um von ihm zu erfahren, wo Bunny zu finden ist. Aber der Dude weiß nichts.
Es stellt sich heraus, dass die Entführung tatsächlich vorgetäuscht ist und zwar von einer Gruppe Nihilisten aus Deutschland. Die abgeschnittene Zehe stammt von einer jungen Frau aus dieser Gruppe. Als den vermeintlichen Entführern klar wird, dass der Dude das Lösegeld haben muss, überfallen sie ihn und seine Freunde auf dem Parkplatz vor der Bowlingbahn. Bei dem anschließenden Kampf erleidet Donny einen Herzinfarkt und stirbt. Nach einer improvisierten Seebestattung gehen der Dude und Walter wie gewohnt zum Bowling.
Ungeklärt bleibt, wo Bunny wirklich war, und ob der Millionär Lebowski die Situation nur ausgenutzt hat, um den Verlust von einer Million Dollar erklären zu können, die er in Wahrheit selbst veruntreut hat.
Der Film enthält mehrere Anspielungen auf den Golfkrieg. So äußert Walter, der nicht müde wird zu betonen, dass er selbst am Vietnamkrieg teilgenommen hat, in einer Szene seine Meinung: Im Gegensatz zum Vietnamkrieg habe man es im Irak nicht mit einem ernst zu nehmenden Gegner zu tun. In der Anfangsszene im Supermarkt vernimmt man eine Rede von Präsident George H. W. Bush. Und in einer Traumszene („Gutterballs“) tritt ein Double von Saddam Hussein auf und überreicht dem Dude ein Paar Bowlingschuhe.
Meinung
Der Film der Bowlen endgültig in den Kultstatus erhoben hat. Wobei den meisten vermutlich noch gar nicht bewußt aufgefallen ist, dass man im ganzen Film den Dude nicht einmal selbst bowlen sieht und auch auf dem Foto vor dem er sich seinen White Russian einschenkt ist nicht er sondern Ronald Reagan beim Bowlen zu sehen. Zu dem Film wurde auch schon jede Menge geschrieben, wer ihn nicht kennt hat was verpasst und sollte dieses Versäumnis schleunigst nachholen. Jeff Leboswki aka The Dude ist wohl die perfekteste Verkörperung des Antihelden der je den Sprung auf die Kinoleinwand geschafft hat. Arbeitslos, irgendwo in den 70ern hängen geblieben geht er selbst zum Einkaufen im Bademantel und bezahlt die 53 Cent für die Milch auch schonmal mit nem Check.
Wie in jeder gut gemachten Komödie bezieht dieser Film viel Witz nicht aus platten Gags sondern aus den kleinen vielen Details, wie z.b. die Innenseite des Toilettendeckels nachdem die Brille runtergeklappt wurde und ich empfehle jedem dringend den Film im O-Ton zu kucken und mal darauf zu achten, woher viele Aussagen vom Dude stammen. Der Typ ist wirklich strohdumm und plappert eigentlich ganze Zeit nur Sachen nach, die er irgendwo mal gehört hat, auch hier sollte man beispielsweise mal wieder auf den schon erwähnten Anfang mit dem Check achten.
Der Film ist wirklich gut und genießt zurecht Kultcharakter und ist auch ein Film den ich gerne kucke, aber er gehört defintiv nicht zu meinen Toplieblingsfilmen. Im Prinzip hat er recht viel Ähnlichkeit mit Herr Lehmann. Bei Herr Lehmann hängt man in Kneipen rum, hier auf Bowlingbahnen. Was passiert ist eigentlich egal und solche Filme brauchen eigentlich keine Story, es reicht einem vollkommen den Charakteren einfach bei ihrem alltäglichen Tun zuzukucken.
8 / 10
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