Drogen &Thriller Benjamin on 01 Jun 2007 01:37 pm
Traffic – Die Macht des Kartels (Steven Soderbergh, USA / Deutschland 2000)
Traffic ist wohl der Drogenfilm der am meisten Aspekte des Themas vereint. Es werden mehrere Geschichten nebenbeinander erzählt die alle zusammengehören, ohne dass der Film wie ein Episodenfilm wirkt. Es werden die großen mexikanischen Drogenkartelle gezeigt, Cops, die sich im Undercovereinsatz in der Szene bewegen, ein Richter der zum Chef der Antidrogenbehörde befördert wird, die Geschichte seiner Tochter, die selbst in den Drogensumpf gerät, die Frau eines großen Drogendealers, die alles verliert als ihr Mann geschnappt wird und nun sogar um ihr Kind bangen muss. Wenn man im nachhinein drüber nachdenkt enthält dieser Filme so viele Geschichten, Fragmente und Teilaspekte des Themas dass man immer nur wieder verwundert ist, wie nahtlos sich all diese Geschichten in den Film einfügen und man nie das Problem hat einer Geschichte nicht folgen zu können oder nicht zu wissen, worum es eigentlich grade geht.
Die Schauspieler sind ein Hochgenuß, allen voran Benicio del Toro, Cathrine Zeta Jones, aber auch Michael Douglas, Don Cheadel, Dennis Quaid und auch die zahlreichen Nebenrollen sind mit bekannten Gesichtern besetzt, handwerklich ist der Film sehr gut umgesetzt, es wird viel mit Farben experimentiert, kurzum der Film ist einfach absolut sehenswert und wurde zurecht mit Oscars überhauft, auch wenn ein guter Film natürlich keine Oscars braucht.
Für mich bisher einer der besten Filme zum Thema Drogen, wobei so im Nachhinein und vergleichendem Rückblick Requiem for a Dream immer mehr gewinnt.
Besonders hängen bleibt bei mir immer die Geschichte des Richters, gespielt von Michael Douglas, der zum obersten Boss der Drogenbekämpfung aufsteigt, aber der das Drogenproblem in Form seiner Tochter direkt in seiner Familie gegenübersteht. Während er im Beruf das Gefühl hat mit kleinen Schritten was zu erreichen, steht er dem Problem mit seiner Tochter absolut hilflos gegenüber und verzweifelt daran. Sie ist ein typischer amerikanischer Junkie aus Langeweile. Nachdem bei einer Hausparty ein Freund von ihr fast an einer Überdosis stirbt werden sie und ihre Kumpels von der Polizei geschnappt als sie ihn vor der Notaufnahme eines Krankenhauses ablegen und fliehen wollen. Sie wird in eine Entziehungstherapie gesteckt, flieht aber von dort und kann nicht mehr nach Hause gerät immer tiefer in den Drogensumpf hinein. Ihr Vater versucht alles um seinen kleinen Engel zu retten und muss an ihrem Beispiel erkennen dass seine Arbeit im Grunde absolut sinnlos ist und der Kampf nicht in der Ferne gegen irgendwelche Drogenkartelle geführt werden muss, denn solange es Konsumenten gibt wird es immer wieder Leute geben die ihnen das Zeug verkaufen. Das Problem liegt oftmals in der eigenen Familie.
Der Film bezieht hier sehr eindeutig Stellung macht mehr als deutlich dass der Kampf gegen die Anbieter nicht gewonnen werden kann solange es Nachfrager gibt.
Für mich ein Film mit wenig Schwächen und vielen Stärken, den man durchaus gesehen haben sollte.
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