Drogen &Thriller Benjamin on 02 Jun 2007 01:38 pm

Traffic – Die Miniserie (Eric Bross, Stephen Hopkins, USA / Kanada 2004)

Nach der gestrigen Sichtung von Traffic – Die Macht des Kartells kam mir in den Sinn dass ich irgendwo noch die Traffic Miniserie rumliegen hatte zu deren Sichtung ich mich bisher noch nicht durchringen konnte, doch nach dem ziemlich guten Eindruck des Films sind die Erwartungen an die durch ihn inspirierte Serie doch gestiegen so dass ich sie mir heute nacht angesehen habe. Zunächst muss erwähnt werden dass die Miniserie weniger auf dem Film basiert als auf einer englischen (?) Miniserie von 1989 die ein recht ähnliches Thema behandelt.

Auch die Traffic – Die Miniserie erzählt wieder einige Handlungsstränge nebeneinander. Der DEA-Agent Mike McKay wird bei einem Drogeneinsatz in Afghanistan diskreditiert und kämpft verzweifelt um Gehör, als er von einem afghanischen Schiff erfährt, dass mehr als nur Drogen in die USA bringen soll. Der finanziell angeschlagene Studienabsolvent Ben übernimmt das Geschäft seines verstorbenen Vaters und erfährt, dass dies nur als Deckmantel für Deals mit dem Drogenboss Ronnie Cho fungierte. Der illegal in die USA eingereiste Taxifahrer Adam will herausfinden, wer seine Familie auf dem Gewissen hat. Die Schicksale der drei Männer überschneiden sich. So steht es auf Kino.de und es gibt recht knapp den Inhalt wieder. Insgesamt geht das Werk vier Stunden, für einen Film also deutlich zu lang für eine Serie allerdings auch für meinen Geschmack zu kurz.

Der Serie ist zwar durchaus sehenswert, allerdings merkt man ihr die im Vergleich zum Film weniger bekannten Schauspieler deutlich an, auch die Story leidet unter dem Konzept wie ich finde, wobei ich noch frisch unter dem Eindruck der fünften Staffel von 24 stehe, die thematisch und auch von der erzählweise mit mehreren parallelen Handlungen durchaus mit Traffic vergleichbar ist. Wenn man schon so einen vergleich aufstellt muss man sagen dass Traffic hier in jeder Hinsicht verliert, Handlung, Schauspieler, Dramatik, Tiefe, Innovation gegen 24 verliert. Gerade anfangs ist man etwas verwirrt was eigentlich wo passiert und warum, hier sieht der Film deutlich besser aus, der zu keinem Zeitpunkt eine Frage diesbezüglich offen lässt. Womit ich letztendlich nicht sagen dass die Miniserie schlecht wäre, nein sie ist solide Unterhaltungskost und sicherlich auch von Niveau her über dem Durchschnitt und sicherlich interessanter angelegt als normale Serien., aber sie ist auch nicht überdurchschnittlich gut. Wenn man 24 und Traffic mag findet man hier einen recht nett gemeinten Mix aus beidem, dem aber die absolute Klasse fehlt. Insgesamt habe ich mich aber doch ganz gut unterhalten gefühlt und war immer neugierig wie es weitergeht, wobei es hier leider wenig Überraschungen gab.

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