Boxen &Drama Benjamin on 04 Jun 2007 03:28 am

Rocky (John G. Avildsen, USA 1976)

Rocky gehört defintiv zu den Filmen die man einfach kennt. Jeder hat schon vom ihm gehört, einfach jedem ist Rocky ein Begriff. Und trotzdem habe ich diesen Film vor vier Wochen erst das erste Mal gesehen. Wievielen anderen das wohl noch so geht? Die meisten bisherigen Filme von und mit Sylvester Stallone haben mich lange Zeit auch nicht dazu veranlaßt diesen Zustand zu ändern, erst die guten Kritiken für Rocky Balboa haben mich auf den ersten Teil neugierig gemacht, da ich mir definitiv nicht den fünften Teile einer Serie ankucke ohne vorher zumindest den Ersten gesehen zu haben.

Und ich muss sagen Rocky ist wirklich ein klasse Film, er gehört vielmehr zu den besten Filmen die ich kenne würde ich sagen. Das Boxen an sich liefert nur die Rahmenhandlung und spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle.
Der Boxchampion Apollo Creed braucht auf Grund der Krankheit seines Herausforderes binnen weniger Wochen einen neuen Gegner damit der Fight nicht platzt. Allen anderen Profis ist die Vorbereitungszeit zu kurz und somit wird entschieden einen Amateuerboxer zu nehmen und ihm die Chance auf einen Titelkampf zu geben. Die Wahl fällt Rocky Balboa, den italienischen Hengst.
Und um diesen Rocky dreht sich der ganze Film. Wir sehen das Porträt eines kleinen unbedeutenden Mannes, abends boxt er Amateurkämpfe, tagsüber hält er sich als Geldeintreiber über Wasser. Er ist verliebt in die schüchterne, zurückhaltende Schwester seines guten Freundes Pauly, welcher ein Säufer ist, und mit seinem Boxtrainer hat er nur Ärger. Trotz alledem ist Rocky ein anständiger Kerl, der weiß dass er nur Mittelmaß ist und in seinem Leben vermultich nicht mehr viel erreichen wird, und der beschließt die Chance die sich ihm bietet zu greifen. Warum er Boxer geworden ist ? Weil er “nicht singen oder tanzen kann”

Der große Kampf selbst steht ganz am Ende das Filmes und die meisten Leute die den Film gesehen haben, wissen auch gar nicht mehr, wie er überhaupt ausgegangen ist. Der Kampf selbst ist relativ unbedeutend, der Boxchamp Apollo Creed ist auch nicht der Böse gegen den man unbedingt gewinnen muss, es gibt auch kein gut und böse in dem Film, es ist einfach eine sehr gelunge Portraitierung der Person Rocky Balboa mit dem Titelkampf als vermeintliches Ziel.

Es ist schon erstaunlich wenn man bedenkt dass Sylvester Stallone des Drehbuch in nur drei Tagen geschrieben hat, und man den Film gar als Charakterfilm bezeichnen kann, in dem es keine Szene gibt, die überflüssig ist, es gibt sehr viele sehr gelungene Szene, gerade die Szenen zwischen Adrian und Rocky sind sehr intensiv und liefern viele Schlüsselmomente des Films.

Es ist schade dass sich Stallone danach in endlosen Wiederholungen seiner beiden großen Filme verloren hat und sich nicht getraut hat ernsthafte neue Projekte anzugehen, wer weiß was dann aus ihm geworden wäre. Rocky ist auf jeden Fall ein top Film den man einfach gesehen haben muss und den ich persönlich immer und immer wieder kucken kann.
Ein wahrer Meilenstein der Filmgeschichte dessen Geschichte sich einfach so entwickelt ohne je konstruiert zu wirken. Ein Film voller kleiner und großer hell leuchtender Moment

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