Abenteuer Benjamin on 05 Jun 2007 03:26 am

Der Unsichtbare Dritte (Alfred Hitchcock, USA 1959)

Mein allererster bewußt gesehener Hitchcock war Vertigo den ich nach ca. einem drittel ausgemacht habe. War dann doch wohl zu alt der Film für so einen Jungspund wie mich damals. Der nächste Film war dann der berühmt berüchtigte Psycho. Na ja … Film mit hübscher Frau neben einem gekuckt … ihr kennt das ja …. eingeschlafen … war auch schon spät … hab trotzdem irgendwie das meiste mehr oder weniger bewußt gesehen und konnte damals ebenfalls nicht nachvollziehen was alle an dem Film finden, wie gesagt … *gähn*

Doch schon längere Zeit habe ich immer wieder gutes über North by Northwest (den deutschen Titel finde ich mal wieder schrecklich) gelesen, und da er in der Videothek im gleichen Regal wie To Kill A Mockingbird stand hab ich ihn dann einfach mal eingepackt. Und ich muss sagen es ist der erste Hitchcockfilm der mich absolut überzeugt hat.
North by Northwest ist defintiv der Vorläufer von James Bond, und ein Agentenfilm der sich in keinster Weise vor einer heutigen 150 Millionen Dollarproduktion verstecken muss.

Kaplan ist der Name eines fiktiven US-Agenten, der vom US Geheimdienst erfunden wurde, um seine echten Agenten zu schützen. Die Täuschung ist allerdings so perfekt, dass der Feind denkt, dass es Kaplan wirklich gibt. Die Beschreibung scheint wohl auf R.O. Thornhill zu passen, ein einfacher Werbefachmann der sich gerade mit Bekannten in einem Restaurant trifft, wo er von gegnerischen Agenten entführt wird.
Nachdem er einem Anschlag auf sein Leben nur knapp entgehen kann bleibt Thornhill nichts übrig als auf eigene Faust zu fliehen, wobei er grob die Richtung Nord-Nordwest einschlägt und so über verschiedene Stationen von New York zum finalen Schauplatz Mt. Rushmore gelangt.

Die folgenden Szenen kennt man nur allzugut aus zahlreichen James Bond Filmen, angefangen bei der Zugfahrt, über die weniger oft kopierte Maisfeldszene, hin zu einer sehr amüsanten Auktionsszene bis zum Finale auf den Köpfen der US Präsidenten am Mount Rushmore. Man bekommt hier einen Mix aus zahlreichen Genres geboten, Abenteuerfilm, Agentenfilm, Romanze, Action, Komödie, ein Mix der vom Meister so zubereitet wurde dass er voll aufgeht. Die Story geht nie zu tief, ist aber durchaus von einigen Intrigen durchzogen, denen man aber immer ohne Probleme folgen kann.
Carry Grant aka Thornhill hat dabei wirklich recht viel Ähnlichkeit mit Bond, auch wenn er kein ausgebildeter Agent und auch über keine Gadgets verfügt. Aber er findet aus jeder Situation einen Ausweg, ist immer adrett gekleidet und die Frauen fliegen ihm nur so zu, und es geht auch ohne viel Vorgeplänkel gleich zur Sache.

Das einzige was ein ganz klein wenig gestört hat bei dem Film war dass man ihn auf DVD gesehen hat, vermutlich auch noch digital restauriert. Bei normalen Filmen ist dies ja wünschenswert, hier hat man aber zu deutlich gesehen dass der Film der zu 75% draußen in verschiedenen Locations in den USA spielt zu 90% im Studio gedreht wurde, man sieht doch leider sehr deutlich dass die Schauspieler im Studio vor Leinwänden stehen. Wenn man da nun nicht grade permanent dran denkt, dann stört es aber auch nicht wirklich. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob man dies auf einer VHS -Kasette weniger sehen würde.

Auf jeden Fall ist North by Northwest ein Film der Maßstäbe setzte, vielleicht sogar das Popcornkino in Form von seichter, spannender Unterhaltung überhaupt erst begründete. Sollte man gesehen haben.

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