Komödie &Polizei Benjamin on 05 Jun 2007 03:00 am

Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Edgar Wright, Großbritannien 2007)

Die ultimative Actionkomödie des Jahres und wenn ich grad mal in meinem FTB so die Filme durchgehe welche im Jahre 2007 produziert wurden und die ich kenne so nimmt Hot Fuzz sogar einen recht einsamen Spitzenplatz ein, weit vor Spider Man oder FdK 3.

Nicholas Angel ist ein Londoner Vorzeigepolizist. Er nimmt seinen Job absolut ernst, ist Fachmann für Deeskalation, Meister der Verfolgunsjaden, beherrscht den Umgang mit Waffen und ist Experte im waffenlosen Kampf und seine Verhaftungsquote liegt 400% über der seiner Kollegen. Perfekt? Zu perfekt. Er lässt seine Kollegen und damit den gesamten Londoner Polizeiapparat sehr bescheiden aussehen. Aus diesem Grund wird er zum Sergant befördert – und in das idyllische Dörfchen Sandford versetzt, wo die Verbrechensrate praktisch gleich Null ist und welches schon desöfteren zum Dorf des Jahres gewählt worden ist.
Fortan bestehen seine Aufgaben im Auffinden von entlaufenen Schwänen und besänftigen von Nachbarschaftsstreitereien die sich ums Heckenschneiden drehen. Doch er geht der idyllischen Ruhe von Sandford auf den Grund, wo die Verbrechensrate zwar verschwindend gering, dafür die Unfallrate aber erstaunlich hoch ist. Kurz nach seiner Ankunft geschehen drei Unfälle die Todesopfer zur Folge haben und als Angel den Ereignissen auf den Grund geht, kommt er hinter das schreckliche Geheimnis Sandfords …

Der Film ist wirklich ein Kracher. Selten eine so konsequent wirklich lustige Komödie gesehen im europäischen Kino gesehen. Es gab ja in den letzten Jahren ähnliche Versuche, vorwiegend aus Skandinavien etwa mit Jalla Jalla oder ähnlichen Produktionen, welche allesamt halt so ein wenig lustig waren, meisten dann aber, wie die meisten Komödien zum Ende hin, als die Story dann ihre Auflösung finden solte nicht mehr lustig waren und man die konstruierte Geschichte mehr oder weniger spannend, dramatisch oder emotional zu Ende bringen wollte. Doch wo andere Filme versagt haben legt Hot Fuzz nochmal einen Gang zu, und das obwohl man sich eh schon im oberen Drehzahlbereich befindet.

Gegen Ende ist es mit der ländlichen Idylle vorbei und es wird aufgeräumt in der Kleinstadt. Der Film bedient sich bei zahlreichen Vorbildern wie z.b. “Die Superschnüffler”, „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis”, „Stirb Langsam”, „Nur 48 Stunden”, „Spur der Gewalt”, „Last Boy Scout”, „Leben und Sterben in L.A.”, „Ausgelöscht”, „Die Supercops – zwei irre Hunde”, der britische Klassiker „Die blaue Lampe”, „Gefährliche Brandung” und „Bad Boys 2”, kennt man einige der Filme so wird man Elemente von ihnen in dem Film wiederfinden. Allerdings nicht billig geklaut, sondern geschickt bestimmte bekannte Szenen in die Filmhandlung integrierend. Auch im Score finden sich viele Anleihen aus bekannten Filmscore, wobei mir der Matrixscore am ehesten aufgefallen ist.

Das alles verknüpft mit einer gehörigen brise tiefschwarzen britischen Humors und zahlreichen Tabubrüchen die so dermaßen überkandidelt sind dass sie gar nicht dramatisch wirken und sorgen für eine der unterhaltsamsten und lustigsten Komödien der letzten Jahre.
Ich kann jedem wirklich nur den Trailer empfehlen Http://www.youtube.com/watch?v=i7J_vYN5ZkY ans Herz legen. Wer danach denkt “Joa, könnte ja ganz lustig werden” der sollte sich den Film unbedingt ankucken – die Versprechen die der Trailer macht werde allesamt eingehalten und sogar noch übertroffen. Der Film ist defintiv jeder amerikanischen Komödie vorzuziehen und kommt noch dazu ohne jegliche Liebesgeschichte oder Romanze aus, die einzige Frau die wirklich eine Rolle spielt ist so herrlich schön unkorrekt in jeder einzelnen ihrer Bemerkungen, dass man … aber seht lieber selbst. Es lohnt sich :-)

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