Drama &Gericht Benjamin on 05 Jun 2007 03:26 am

Wer die Nachtigall stört (Robert Mulligan, USA 1962)

To Kill A Mockingbird … der Film mit dem lustigen Namen taucht in zahlreichen Filmlisten ziemlich weit oben auf und wird auch oft als einer der zentralen Filme zum Thema Rassismus dargestellt und nach dem mehr als enttäuschenden Miss Daisy und ihr Chauffeur war ich sehr begierig auf einen guten Film zu dem Thema.
Man muss To Kill A Mockingbird wohl insbesondere im Kontext der Zeit sehen in der er enstanden ist. Im Jahre 1962 war diese enorm ausgeprägte Form des Rassismus im Süden der USA nicht viel weniger ausgeprägt als in den 30er Jahren, in denen der Film spielt und für uns heute, für mich zumindest, sind die Werte für die Atticus Finch einsteht eine absolute Selbstverständlichkeit, zur damaligen aber nicht.
Atticus Finch lebt zusammen mit seinen beiden Kindern in einer Kleinstadt im Süden der USA. Seit dem Tot seiner Frau ist er alleinerziehend und arbeitet als Anwalt und Abgeordneter. Der Film wird weitestgehend aus Sicht seiner Kinder dargestellt und setzt sich somit auch ein wenig mit der Kindheit an sich, dem Größer werden, den Phantasien in die sich Kinder flüchten, aber auch mit den Schwierigkeiten Kindern die richtigen moralischen Werte mit auf den Weg zu geben auseinander.
Nach einer sehr langen Einführung wird Atticus Finch zum Pflichtverteidiger für den schwarzen Farmarbeiter Tom Robinsons berufen. Robinsons wird vorgeworfen eine weiße Frau vergewaltigt zu haben. In dem stattfindenden Prozeß kann Finch mit Leichtigkeit beweisen dass Robbinson unmöglich der Täter sein konnte und dass die Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihrem Vater bedrängt wurde.

Doch der Fall hat als einzige Beweise die Aussagen vom Robbinson und der weißen Frau sowie die ihres Vaters. Die Geschworenen bestehen nur aus weißen Männer und es gilt das ungeschriebene Gesetz dass man der Aussage eines Schwarzen nicht glaubt wenn sie ohne weitere Beweise gegen die eines weißen steht, egal wie eindeutig die Beweislage ist.
Somit wird Robbinson schuldig gesprochen und schließlich bei einem Fluchtversuch erschosFsen.
Die Einwohner seiner Gemeinde nehme es Atticus Finch sehr übel dass er sich auf die Seite der Schwarzen geschlagen hat und im Prozess den Vater bloßgestellt hat.
So werden er und seine Kinder fortan Opfer von Anfeindungen und eines Nachts werden die beiden Kinder sogar direkt vom Vater der “vergewaltigten” Frau bedroht, wobei er in Folge des Gerangels ums Leben kommt, wobei dieses tragische Ereignis als Unfall dargestellt wird, um nicht noch mehr unnötigen Aufruhr zu verursachen.

Für meine Begriffe ist der Anfang des Filmes mindestens 20 Minuten zu lang, das ist aber auch das einzige was man wirklich aussetzen kann, wobei ich mir sicher bin, dass es bessere Filme gibt die sich mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen. Als Gerichtsfilm kann man den Film auch nicht wirklich ansehen, dafür sind die Szenen im Gericht doch zu kurz, wobei sie zu den deutlich bewegesten Momenten im Film gehören.
Allerdings habe ich in den letzten Tage ja recht viele Filme gesehen und habe bei sehr vielen, wie z.B. dem letzten Kaiser festgestellt, dass sie mich direkt beim Sehen nicht unbedingt so intensiv angesprochen haben, ihre Nachwirkung dafür aber um so stärker war. Diese Nachwirkung bei Filmen finde ich immer sehr wichtig, wenn ein Film noch präsent ist, wenn er schon lange aus ist und einen Szenen und Inhalte noch im Kopf rumschwirren dann hat ein Film oftmals mehr erreicht als ein Film den man z.B. im Kino beim Sehen noch total toll findet, man ihn aber hinterher wenn man sich eigentlich mal wirklich mit dem Inhalt auseinandersetzt doch ziemlich blöd findet, wie es bei mir etwa zu Letzt bei Pans Labyrinth der Fall war.

Im zeitgeschichtlichen Kontext seiner Zeit ein herausragender Film mit einem sehr guten Gregory Peck, der aber in der heutigen Zeit seine Wirkung zumindest auf mich nicht mehr voll entfallen kann. Wen aber interessiert warum der Film in allen Listen soweit oben auftaucht der sollte ihn sich unbedingt ansehen

Trackback This Post | Subscribe to the comments through RSS Feed

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

kostenloser Counter