David Fincher &Polizei &Thriller Benjamin on 09 Jun 2007 03:10 am

Zodiac – Die Spur des Killers (David Fincher, USA 2007)

Der Film erzählt die Geschichte rund um den Fall Zodiac. Zodiac ist ein Serienkiller, der von 1969 bis 1970 nachweislich fünf Morde begangen hat und sich in nachfolgenden Briefen zu 37 weiteren Morden bekannt hat, welche ihm aber nicht eindeutig zugeordnet werden konnten.
Der Fall beschäftigte die Polizei über Jahrzehnte, es gab zwar danach keine Morde mehr, nach ein paar Jahren folgten lediglich ein paar weitere Briefe, doch endgültig geschlossen wurde die Akte erst in diesem Jahrtausend, nachdem der Hauptverdächtige 1992 vor seinem Prozeß an einem Herzinfarkt starb.
Nach seinen ersten fünf Morden schreibt Zodiac in einem seiner Briefe dass die Polizei eh zu dämlich ist um ihn zu schnappen und dass er deswegen künftige Morde wie gewöhnliche Morde oder Unfälle aussehen lassen wird, was vermutlich mit ein Grund für das häufige Öffnen der Akte gewesen sein wird, da man immer noch befürchten musste, dass Zodiac unbemerkt wieder zuschlägt. Doch mit der Zeit gerät der Fall in Vergessenheit. Alle Spuren die zur Identität des Mörders führen könnten verlaufen sich im Sand, und nachdem die Briefe aufhören werden auch die Ermittlungen eingestellt.
Doch ein Mann ist von dem Fall besessen. Robert Graysmith arbeitete zu Beginn der Mordserie als Karikaturist beim San Francisco Chronicle, einer von drei Zeitungen, zu denen Zodiac Briefe mit einer Seite voll von Zeichen und Symbole geschickt hat, der Code, der laut ihm seine Identität preisgeben soll. Mit der Zeit verrennt er sich in den Fall und denkt dass er Zodiac überführen könne. Lange nach dem die Ermittlungen eingestellt wurden, stellt er immer noch Nachforschungen an, wobei er Unterstützung durch ehemals an dem Fall arbeitende Polizeibeamte erhält, die die Hoffnung haben, durch ihn vielleicht doch noch dem Täter auf die Spur zu kommen.
Und wer finden will, der wird auch fündig, doch immer wieder stellen sich die von ihm gefundenen Zusammenhänge die auf den ersten Blick richtig erscheinen als falsch heraus. Er ist so besessen von dem Fall dass ihn zurest seine Frau verlässt und er später seine Arbeit verliert.
Schließlich verfasst er ein Buch über den Fall das auch Grundlage des Films ist.
Der Film und der Fall weisen zahlreiche Parallelen auf. So ist der Film die ganzen 153 Minuten über spannend und unterhaltsam, obwohl außer den Morden am anfang relativ wenig auf der Actionseite passiert, die Ermittlungen gehen voran, versanden, wir sehen wie Graysmith den Fall inoffiziell übernimmt, wie der Fall ihn übernimmt und bekommen viele Ansätze und Verdächtige vorgesetzt, doch am Ende verliert sich der Fall im Sand bzw. der Verdächtige stirbt, wobei seine DNA Spuren nicht mit denen der Briefe übereinstimmen. Der Fall bleibt ungelöst.
Und trotzdem hat man das Gefühl einen sehr guten Film gesehen zu haben. Ein Kunststück das wohl nur ein David Fincher fertig bringen kann, der es geschafft hat, den spannenden langweiligen Film zu erfinden, wie es neulich mal ein Radioreporter bezeichnet hat, wobei der Film wie gesagt nie wirklich langweilig wird, die Frage nach dem Mörder beschäftigt auch den Zuschauer und die Schauspieler machen ihre Sache erstklassig und tragen mit dazu bei, dass man als Zuschauer immer mitfiebert und wissen möchte wie es weitergeht.
Finchertypische Kamerasequenzen gibt es leider nur sehr wenige, aber es gibt sie, besonders erwähnenswert ist die von oben gefilmte Autofahrt wobei die Kamera dem Auto folgt als wäre sie 50 Meter über ihr Montiert so dass das Auto quasi immer im Bildmittelpunkt bleibt und sich nur die Straße bewegt und dreht, eine ähnliche Sequenz gibt es nochmal aus der Vogelperspektive auf der Golden Gate Bridge.
Wer jetzt nicht unbedingt viel Action in einem Film braucht und wer auch mal mit einem hollywooduntypischen Ende leben kann, und wenn man sowieso eh David Fincher Fan ist, was unbewußt wohl jeder von uns sein dürfte, dem kann man diesen Film auf jeden Fall empfehlen. Man weiß zwar hinterher anfangs nicht so wirklich was man jetzt davon halten soll, da grade das Ende halt … na ja das Ende transportiert sehr gut dass Gefühl dass die Beamten und der Reporter die in diesem Fall ermittelt haben gefühlt haben müssen, eine gewisse Unbefriedigtheit, obwohl man doch eigentlich immer dachte so kurz vor des Rätsels Lösung gewesen zu sein. Wir hatten dennoch hinterher alle drei das Gefühl einen richtig guten Film gesehen zu haben. Daumen hoch Mr. Fincher man ist sehr gespannt womit er uns das nächste Mal überraschen wird

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