Drama &Rassimus &Steven Spielberg &Südstaaten &Whoppie Goldberg Benjamin on 18 Jun 2007 09:29 pm

Die Farbe Lila (Steven Spielberg, USA 1985)

Beeindruckendes schwarzes Südstaatendrama, mit Whoppie Goldberg in ihrem ersten Kinofilm. Viele sagen Spielberg sei erst 1993 mit Schindler’s Liste seiner juvenilen Phase entronnen und hätte seinen ersten erwachsenen, ernsthaften Film gedreht, doch in Wirklichkeit hat er dies schon 1985 mit Die Farbe Lila getan.

Ein Drama über die Konflikte der Schwarzen mal aus einer anderen Perspektive. Nicht die Weißen sind hier die Bösen, auch wenn die sie betreffende Rassenproblematik natürlich auch eingangen, nein in diesem Drama bleibt die schwarze Bevölkerung der Südstaaten unter sich. Whoopie Goldberg spielt die junge Celie. Sie wird kurz nach dem Tot ihrer Mutter als junges Mädchen an den ebenfalls farbigen Johnson verheiratet, der nach dem Mord an seiner Frau einen Ersatz für seinen Haushalt und seine Kinder braucht. Vielmehr ist sie dann für ihn auch nicht, eine billige Arbeitskraft und Haushälterin, welche er nach Belieben schikaniert und demütigt. Er trennt sie von ihrer Schwester, dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben und macht ihr fortan das Leben zur Hölle, schließlich holt er auch noch seine Geliebte die Jazzsängerin Shug Avery ins Haus, mit der sich Celine anfangs nicht versteht. Mit der Zeit entwickeln die beiden Frauen aber eine Freundschaft zueinander, die teilweise über das rein freundschaftliche hinausgeht. Schließlich lernt Celine dass sie sich wehren muss und beschließt, als Shug nach Chicago gehen will, ihren Mann zu verlassen, im letzten Moment verlässt sie dann aber doch der Mut.

Nach 14 Jahren kehrt Shug zurück und entdeckt im Briefkasten einen Brief an Celie von ihrer Schwester Nettie, die bei der Trennung versprochen hat, ihr immer zu schreiben solange sie lebt. Johnson hat Celie verboten den Briefkasten zu öffnen und scheinbar die Briefe all die Jahre immer abgefangen. Gemeinsam machen sich die beiden Frauen auf die Suchen nach den Briefen und entdecken sie schließlich in einem Versteck, woraufhin Celies Hass gegen ihren Peiniger überhand nimmt und sie ihn obwohl sie keine Perspektive im Leben hat verlässt.

Der Film greift verschiedene Themen auf, Inzest, lesbische Lieben, patriarchische Gewalt, Rassenkonflikte unter den Schwarzen auf, die es so vorher noch nicht zu sehen gibt. Whoppie Goldberg liefert für ihren ersten Film eine beeindruckende Leistung ab, für die sie auch gleich für einen Oscar nominiert wurde. Ein Film der ans Herz geht und einen zutiefst bewegt. Warum kann Spielberg nicht mehr solche Filme drehen? Dass er es kann hat er hier zum ersten Mal bewiesen.

Trackback This Post | Subscribe to the comments through RSS Feed

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

kostenloser Counter