Drama &Julianne Moore &Komplexer Film &Meryl Streep &Nicole Kidman &Zeitebenen Benjamin on 26 Jun 2007 01:25 am
The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit (Stephen Daldry, USA 2002)
Lange habe ich die Sichtung dieses Films vor mir hergeschoben, heute habe ich mir The Hours endlich angesehen. Der Film erzählt die Geschichte dreier Frauen. Alle drei Leben mit einer Lüge, und stellen ihr eigenes Leben für Leute die ihnen nahestehen zurück. In allen drei Leben spielt das Thema Selbstmord eine Rolle. Sie leben zu verschiedenen Zeiten, Virgrina Wolf in den 20er, Laura Brown in den 40ern und Clarissa Vaughan im Jahr 2001, und dennoch sind sie alle über den Roman “Mrs. Dalloway” von Virgina Wolf miteinander verbunden.
Virgina Wolf schreibt gerade an ihrem Roman Mrs. Dalloway, welchen Laura Brown ein paar Jahrzehnte später liest. Er öffnet ihr die Augen, dass sie in ihrem eigenen Leben Konsequenzen ziehen muss, da sie ansonsten dauerhaft unglücklich werden würde. Clarissa Vaughan wird von ihrer verflossenen großen Liebe oft auch Mrs. Dalloway genannt, da er findet, dass sie viele Ähnlichkeiten mit ihr aufweist. Alle drei Frauen leben ein Leben, dass irgendwie gar nicht ihr eigenes ist, und allen wird irgendwann klar, dass irgendwas passieren muss, damit sich etwas ändert, weil sie ansonsten zerbrechen. Der Film springt permanent zwischen den drei Zeitebenen hin und her, was aber überhaupt nicht verwirrend ist, da jede Zeitebene seine eigene Geschichte erzählt, die aber dennoch auf eine sehr subtile Weise miteinander verbunden sind.
Der Film ist bis in die Nebenrollen hinein erstk lassig und hochkarätig besetzt. Die drei Hauptdarstellerinnen Kidman, Streep und Moore spielen die wohl mit besten Performances ihres Lebens, aber auch John C. Reilly oder Ed Harris, besonders letzter Liefer Leistungen ab, die ihnen eigentlich ebenfalls eine Oscarnominierung beschert hat. Der Oscar für Kidman ist durchaus gerechtfertigt, auch wenn es eigentlich ungerecht ist, zwischen Kidman, Moore und Streep wählen zu müssen, da sie alle drei hochkarätig sind und der Oscar eigentlich an alle drei hätte gehen müssen. Mir persönlich haben die Szenen von Meryl Streep und gerade die Szenen mit Streep und Ed Harris gefallen, sie besitzen einfach eine ungeheure Intensität. Ed Harris gefällt in mir in letzter Zeit immer besser, der Mann hat einfach eine ungeheure Austrahlung und ist einen seinen Rollen sehr wandlungsfähig, wobei ihm die Exzentriker am besten liegen. An und für sich ist es eigentlich eine Farce dass der Oscar für den besten Film in diesem Jahr an das Musical Chicago und nicht an Der Herr der Ringe, Der Pianst oder The Hours ging. Sie hätten ihn meiner Meinung nach alle deutlich eher verdient.
The Hours ist Darstellerkino in höchster Vollendung, viel intensiver als es A Love Song for Bobby Long z.B. war. Die Geschichten der Frauen sind absolut verzweifelt, der Film berührt auf einer sehr tiefen ebenen, und trotzdem keimt immer wieder ein Funken Hoffnung auf. Ich werde wohl unbedingt den Roman Mrs. Dalloway lesen müssen, da man dann denke ich den Film noch besser versteht, bzw. er einem noch mehr gibt. Aber auch ohne ihn gelesen zu haben, bekommt man mit The Hours einen Film vorgesetzt, der schon mit seinem Erscheinen zu einem zeitlosen Klassiker geworden ist und einem große Schauspielerinnen in großen Rollen zeigt.
One Response to “The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit (Stephen Daldry, USA 2002)”
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.
on 29 Sep 2007 at 17:57 1.Lune said …
Ich finds toll, dass du immer wieder auch Filme schaust, die viele Männer wohl nichtfreiwillig schauen würden. (-: