Monthly Archive for "Juli 2007"



Uncategorized Benjamin on 27 Jul 2007

Death Proof – Todsicher (Quentin Tarantino, USA 2007)

Death Proof ist eigentlich Teil des Film Grindhouse. Grindhouses nannte man die Kinos, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts zwei Filme in einem Doublefeature zum Preis von einem zeigten. Dabei handelte es sich meistens um B-Movies aus verschiedenen Genres. In “Donnie Darko” besucht Donnie zusammen mit seiner Freundin Gretchen ein solches Grindhouse, daher könnte es dem ein oder anderen schon geläufig sein.

In Amerika heißt der ganze Film “Grindhouse”, welcher in die Segmente Planet Terror von Robert Rodriguez und Death Proof von Quentin Tarantino unterteilt ist. In der Pause zwischen den beiden Filmen werden dann Werbefilme gezeigt, die ebenfalls speziell für diesen Film gedreht wurden. Leider bleibt allen Nichtamerikanern dieses Filmprojekt in seiner eigentlichen Intention vorenthalten, außerhalb der USA werden die beiden Segmente zu eigenständigen Filmen, die jeweils um 20 Minuten verlängert wurden. Die Verleiher mögen dies damit begründen, dass Grindhouses außerhalb der USA keine Tradition hätten, so dass niemand auf die Idee kommen könnte, der eine Film würde in zwei Filme aufgeteilt worden sein, um den Zuschauer doppelt zur Kasse bitten zu können. Dementsprechend wird Grindhouse einer der wenigen Filme sein, bei denen es wirklich Sinn macht, sich die US-Importversion zuzulegen.

Der Film an sich steht in krassem Gegensatz zu dem aktuell in Hollywood zelebrierten hochglanz Edelkino. Er ist eine Hommage an B-Movies aus den 60ern und 70er Jahren und dementsprechend hat Tarantino das Filmmaterial gestaltet. Obwohl der Film in der Gegenwart spielt, sieht er aus, als hätte er schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel, die Kopie wimmelt nur so von Kratzern, Laufstreifen und Schnittfehlern, mitten drin sind einige Minuten sogar einfach schwarz-weiß gehalten. Manche Kinobesucher scheinen sich über diese schlechte Qualität des Films beschwert zu haben, in unserem CinemaxX hing ein Zettel an der Saaltür auf dem Stand, dass die schlechte Qualität des Films beabsichtigt sei, und dass die Kinobetreiber keinen Einfluss auf dieses Stilmittel des Regisseurs haben – It’s not a bug, it’s a feautre.

Mit diesem Film als Nachfolger von Kill Bill bringt sich Tarantino in die Nähe von Regisseuren wie Rainer Werner Faßbinder oder Pedro Almodovar, die sich durch starke Frauen als tragende Figuren in ihren Filme auszeichnen. War in Kill Bill Uma Thurman als “The bride” noch auf sich alleingestellt, so sind es hier gleich ein halbes Duzend Frauen, die Tarantino in den Mittelpunkt seines Films rückt. Anders als bei Almodovar haben Tarantinos Frauen allerdings nicht viel mit klassischen Frauenbildern zu tun, es sind vielmehr Frauen in Männerollen in einem Männerfilm, die ihren Mann stehen. Fast möchte man meinen, Tarantino ist einfach wahnsinnig neugierig auf das, was Frauen so reden, wenn sie unter sich sind und kein Mann ihnen zuhört. So verliert sich auch dieser Film gerade anfangs in Dialogen, wie sie typisch für Tarantino sind, und wie immer sind es insgeheim die Dialoge und nicht die Action, die Tarantinos Film prägen. Doch auch hier spielt Tarantino mit dem Kino an sich, und diesmal ist er selbst es, den er zitiert, in dem die Dialoge, zwar einerseits wieder sehr treffend auf den Punkt sind und den Rhythmus des Films unterstreichen, sie perfekt mit der gewohnten, kultigen Musik vergangener Jahrzehnte harmonieren, aber auf der anderen Seite verlieren sich manche Dialoge in sich selbst und beißen sich gewissermaßen selbst in den Schwanz.

Horror Benjamin on 23 Jul 2007

Die Fliege (David Cronenberg, USA 1986)

Einer der guten alten Horrorfilme, die man heute höchstens noch als B-Movie betiteln würde. Der Wissenschaftler Seth Bundle entwickelt ein Gerät zur Teleportation, wobei er gute Fortschritte macht, die Teleportation von leblosen Gegenständen klappt mittlerweile ohne größere Probleme, lebendige Objekte überstehen die Teleportation allerdings bisher noch nicht unbeschadet. Nachdem ihm endlich mittels eines Pavians der Durchbruch gelingt, testet er das Gerät im Selbstversuch an Menschen. Bei der Testteleportation befindet er sich allerdings nicht alleine in der Kammer des Gerätes, eine Fliege befindet sich ebenfalls noch darin.

Zunächst bemerkt er davon nichts, und auch der Selbstversuch glückt, doch die beiden Wesen sind auf molekulargenetischer Ebene miteinander verschmolzen und so beginnt sich Bundle nach und nach zu verändern, sowohl körperlich, als auch geistig. Zunähcst empfindet er diesen Transformationsprozess positiv und möchte unbedingt seine Freundin Veronica überreden, es ebenfalls zu versuchen, um selbst diese belebende Veränderung zu erleben. Doch sie hat Angst und weigert sich und distanziert sich von Bundle nachdem sie entdeckt, was mit ihm vorgeht. Doch sie ist schwanger von ihm, und schließlich beschließt er, dass die Drei sich mittels Teleportation in einem Körper vereinigen sollen.

Es gibt glaube ich eine Simpsons-Halloweenfolge, die die Thematik des Films aufgreift, daher war er mir in erster Linie bekannt. Jetzt kenne ich das Werk, das Vorbild gestanden hat, auch wenn es ebenfalls nur ein Remake des Orginalfilms von 1958 ist, das auf der 1957 erschienen Kurzgeschichte “Die Fliege” basiert. Mit seinen 90 Minuten ist der Film angenehm kurz und so kann man ihn sich gut zwischendurch mal ansehen. Die meisten Horrorszenen haben bei mir eher für Ekel gesorgt, aber das ist ja durchaus vom Regisseur so gewollt und beabsichtigt, wobei die Technik zwar einerseits für damalige Maßstäbe recht gut ist, heute aber niemanden mehr wirklich vom Hocker hauen, geschweige denn ersthaft schocken kann.

Historisch &Rom &Serie Benjamin on 15 Jul 2007

Rom (Fernsehserie, USA, Großbritannien, Italien 2005 – 2006)

1. Staffel

S01E01 Der gestohlene Adler: Rom ist die neueste Megaproduktion des amerikanischen Bezahlsenders HBO, welcher auch schon  Miniserien wie z.B. Band of Brothers, Sex and the City, Six Feet Under und The Sopranos produzierte. Die Produktionskosten für Rom übersteigen die 100 Mio. US$, was die Serie zu einer der teuersten aller Zeiten machte. Dies dürfte mitunter wohl auch ein Grund dafür gewesen, sein, dass die Staffel auf zwei Seasons beschränkt blieb. Zugute kommt HBO bei seinen Produktionen, dass der Sender als verschlüsselter Privatsender nicht den strengen Zensurauflagen der FCC, der staatlichen amerikanischen Fernsehaufsicht, unterliegt und somit keinen Beschränkungen bei der Darstellung von sexuellen Szenen oder vulgärer Sprache unterliegt, wodurch die Produktionen meistens deutlich realer wirken und den Zuschauer direkter ansprechen.

Dieses spürt man als Zuschauer auch gleich in der ersten Folge. Man bekommt hier kein Hochglanzrom geliefert, wie man es aus den üblichen Sandalenfilmen kennt. Es wird lauthals geflucht, getöteten Gegnern werden die Zähne herausgeschlagen, beim Beischlaf sind die Herren von ihren Sklaven umring, welche ihnen Luft zufächern und Getränke reichen, usw. Kurzerhand versucht man ein deutlich realeres Bild des antiken Roms zu vermitteln, als man es bisher gewohnt ist. Zwar sind nicht sämtliche geschichtlichen Hintergründe und Bezüge vollkommen korrekt, allerdings hält sich die Serie dabei deutlich mehr an die historisch erforschten Fakten, als es in üblichen Film- und Fernsehproduktionen der Fall ist. Gerade Menschen die in der Schule Latein hatte, werden in der Serie viele Kleinigkeiten aus dem römischen Alltag und Herresleben wiederfinden, von denen einem damals schon der alte Lateinlehrer erzählt hat.

Die erste Folge weiß auch gleich rundum zu begeistern, führt sie doch schnell in die Handlung und Charaktere ein, und zeichnet auch schon den Weg der ersten Staffel vor, den Aufstieg Caesars zum Imperator. Dieser führt gerade seit acht Jahren seinen Bello Galico in Gallien und hat soeben Vercingetorix, den letzten gallischen Anführer, der alle Völker Galliens zu einem letzten Aufbäumen gegen Rom vereinte, unterworfen und somit seinen achtjährigen Krieg beendet. Dieser Krieg brachte ihm viel Ruhm und Ehre, aber auch einen selbst für römische Verhältnisse beträchtlichen Reichtum ein, während sein Freund Pompejus ihm im heimatlichen Rom den Rücken freihielt. Doch auch wenn die beiden Männer öffentlich eingestehen Freunde zu sein, so ist beiden doch klar, dass ein Konflikt zwischen beiden um die Vorherrschaft in Rom unausweichlich sein wird. Und so wird in der ersten Folge der Serie sehr lebhaft in vielen Variationen integriert. Worin diese Integrationen bestehen, kuckt man sich am Besten selbst an. Ich werde mir direkt noch die nächsten beiden Folgen zu Gemüte führen

S01E02 Wie Titus Pullo die Republik stürzte: Der Konflikt zwischen Caesar und Pompejus spitzt sich zu. Nach einer mißglückten manipulierten Senatssitzung wird Caesar öffentlich zum Feind der Republik erklärt, worauf dieser mit seinen Treu ergebenen Männern den Rubicon übertritt – ein absoluter Frevel, da zu dem damaligen Zeitpunkt jegliche bewaffnete Überquerung dieses Flusses in Richtung Süden eine direkte Kriegserklärung gegen Rom bedeutete, womit Caesar sozusagen den Point of no Return überschritten hat, von jetzt an kann er nur noch Rom unterwerfen oder selber sterben. Doch in dieser zweiten Folge kristalisiert sich vermehrt heraus, dass die Serie zwar den Aufstiegs Caesars in der ersten Staffel als Rahmenhandlung hat, sie sich aber vermehrt auf die zwei zu Freunden gewordenen Legionäre Lucius Vorenus und Titus Pullo konzentriert, welche mehr durch Zufälle als durch eigenen Wollens auf die Seite Caesars gezogen werden. Pullo ist eine Art antiker Lebemann, der sich mit Wonne den Freunden von Frauen und Alkohol hingibt, und der scheinbar auch keine Verpflichtungen in Rom hat. Vorenus hingegen trifft nach der Heimkehr das erste Mal auf seine Frau, bei ihrer ersten Beziehung trägt sie einen Säugling im Arm, worauf hin er sie als Hure beschimpft, sie aber beteuert, es sei das Kind ihrer mittlerweile vierzehnjährigen Tochter. Auch Vorenus seiner Frau in all den Jahren in Gallien immer treu geblieben ist, so haben ihn die Ereignisse doch sichtbar mitgekommen und ihn jeglicher Emotionalität beraubt, was zu einer großen Entfremdung von Vorenus und seiner wunderschönen Frau Niobe führt.

S01E03 Eine Eule im Dornbusch: Caesars Truppen nähern sich der Stadt. Da er nur eine Legion anführt, kann er sich sehr zügig auf Rom zubewegen, zügiger als Pompejus seine Truppen aufstellen kann. Also beschließt er zusammen mit seinen Anhängern die Stadt zunähcst zu verlassen, um sie dann in wenigen Tagen mit militärischer Übermacht zurückzuerobern. Vorenus hält das ganze nach wie vor für falsch und quitiert nach dem Erreichen Roms seinen Dienst, während Pullo zufällig über einen Teil des Staatsschatzes stolpert, welchen Pompejus in Sicherheit bringen wollte, um seine Männer bezahlen zu können. Ebenfalls eine sehr unterhaltsame Episode. Auch wenn die Ereignisse sich hier nicht so überschlagen wie 24 so gibt es doch wenig Hänger und die Serie bleibt konstant auf hohem Niveau, auch wenn gerade die Frauen vom Geschlecht der Julier dazu neigen ein unsägliches Overacting an den Tag zu legen – schon seit der ersten Folge und mitterweile habe ich wenig Hoffnung, dass sich dass noch ändern wird. Ansonsten sind die Schauspielerischen Leistungen aber allesamt hervorragend, und ebenfalls seit der ersten Folge tritt der überaus intelligente, politische gewiefte, aber noch sehr junge Octavian im Hause der Julianer immer wieder in Erscheinung. Über seinen Aufstieg wird sich die zweite Staffel drehen. Hoffentlich gibts morgen die zweite DVD in der Videothek.

Action &Arnold Schwarzenegger &James Cameron &ScienceFiction Benjamin on 13 Jul 2007

Terminator 2 – Tag der Abrechnung (James Cameron, USA 1991)

Der erste Film der Filmgeschichte überhaupt, der mehr als 100 Mio US$ gekostet hat, was man ihm auch in jeder Minute ansieht und anhört. Lustigerweise hat man den berühmtesten Spruch des Films “Hasta la vista, baby” in der spanischen Fassung des Films in  “Sayonara, baby” übersetzt. Terminator 2 gehört zu den Filmen, die man einfach kennen muss, es ist einfach Action Kino vom Feinsten. Die Actionsequenzen sind einfach großartig in Szene gesetzt, wirken aber jederzeit natürlich. Die CGI-Effekte steckten damals noch in den Kinderschuhen, was dem Film sehr zu gute kommt, die Action ist größtenteils noch handgemacht und wirkt deswegen authentisch. Edward Furlong, der junge Connor, ist währrend der Dreharbeiten sichtlich gealtert. Man beachte z.B. die zuerst gedrehten Szenen in der Wüste im vergleich zu den anderen, später gedrehten Szenen. Da Furlong in den Stimmbruch kam, musste er sich nnach Abschluß der Dreharbeiten selbst nachsynchronisieren.

Das gezeigte Zukunftsszenario wirkt nicht so unrealistisch. Die künstliche Intelligenz wird im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Die Entwicklung findet vor allem im Militär verwendung wo die KI nach und nach die Menschen ersetzt. Schließlich wird ein Supercomputer zur Verwaltung entwickelt, der nach einem knappen Monat am Netz ein eigenes Bewußtsein entwickelt. Als man den Stecker ziehen will wer er sicht und verwickelt die Menschheit in den dritten Weltkrieg, welcher über drei Milliarden Tote fordert und die Überlebenden in einen apokalyptischen Endkampf der Mennschehit gegen die Maschinen verwickelt, in denen es um der reine überleben der menschlichen Rasse geht. Nachdem im ersten Terminator Teil die Maschinen einen Terminator in die Vergangenheit, unsere Gegenwart geschickt haben, um die Mutter des späteren Anführer der menschlichen Rebellen zu töten, ein Vorhaben welches mißlang, wird nun im zweiten Terminator Teil ein weiterer, verbesserter Terminator, ein T-1000, von den Maschinen durch die Zeit zurück geschickt, um den John Connor, den späteren Anführer, als zehnjährigen zu töten. Doch auch die Rebellen verfügen ihrerseits mittlerweile über Terminatoren, wenn auch älterer Bauart, und so schicken die Rebellen einen T-800 Modell 101, Arnold Schwarzenegger, ebenfalls in die Vergangenheit, um zu verhindern, dass der T-1000 John Connor tötet. Das ist die Rahmenhandlung, die das Grundgerüst für die Jagd der beiden Terminatoren nach John Connor und den Zweikampf der beiden Terminatoren gegeneinander bildet.

Der gute Robert Patrick machte seine Sache als T-1000 perfekt. Er machte sie sogar so gut, dass er jahrelang keine Vernünftigen Rollen mehr bekam, weil von allen als seine Rolle aus T2 gesehen wurde. In irgendeinem Review habe ich mal gelesen, dass Edward Furlong John Connor wie einen Zweitgeboreren spielt, er laut Aussage eines Films aber Erstgeborener ist. Wie man zu dieser Aussage steht, mag jedem selbst überlassen bleiben. Arnold Schwarzenegger mimt hier den Terminator als gefühlskalte, absolut logisch denkende Killermaschine perfekt, auch wenn er längere Monologe im Auto von auf die Windschutzscheibe geklebten Zetteln ablesen musste :-) Bei dem Film bevorzuge ich auf jeden Fall die deutsche Synchro, zum einen passt Arnies Stimme wesentlich besser, zum anderen sind meiner Meinung nach auch viele Sprüche gut oder besser übersetzt, auch wenn die Übersetzung manchmal Macken hat, etwa wenn von neutralem statt neuralem Netzwerk die Rede ist. 14 Mio$ Gage bei 700 Worten Dialog – Hasta la vista, baby hat also gerade mal 83.000$ gekostet.

ScienceFiction Benjamin on 12 Jul 2007

Finsterer Stern (John Carpenter, USA 1974)

Ewig wollte ich diesen Film haben. Er zählt zu einem der Lieblingsfilmen meines Vaters und ich hab ihn irgendwann mal vor 15 Jahren oder so gesehen und konnte mich im wesentlichen nur noch an die sprechende Bombe und an das Kometensurfen erinnern. Ich hab in den letzten Jahren dann oft versucht rauszufinden wie der Film überhaupt heißt, aber ich habs nicht rausbekommen, und heute stand er dann auf einmal in der Videothek.

Die beste Bezeichnung für den Film wäre ScienceFiction-Trash-Komödienparodie. Er enthält klare Anspielungen auf 2001, welchen ich vlt. vorher hätte kucken sollen. Am Ende des Films bedroht eine Bombe das Schicksal des Raumschiffs Dark Star, da sie auf Grund einer Fehlfunktion sich nicht vom Raumschiff abtrennen lässt, aber darauf besteht, gemäß Programmierung in 20 Minuten zu explodieren. Die Bomben der Dark Star sind dafür gedacht, Planeten, die im Weg der Kolonisationsfirmen der Erde liegen zu sprengen und sind mit einem eigenen Bewußtsein ausgestattet. Also muss der Kommandant die Bombe versuchen davon zu überzeugen, dass ihre eigene Existenz zweifelhaft ist, und sie ja nicht auf Grund von zweifelhaften Tatsachen explodieren möchte. Wobei es sich nicht um den richtigen Kommandanten handelt. Der ist bei Unfall ums Leben gekommen und liegt jetzt tiefgefroren in einer Gefrierkammer. Mit seiner Seele kann man mittels eines Computers kommunizieren und in erster Linie freut er sich, dass mal wieder jemand kommt um mit ihm zu reden, schließlich ist es in der Gefrierkammer ganz schön einsam. Sehr kultig. Auch das Bordmaskottchen, das Alien, übrigens das erste Mal, dass in einem Science Fiction Film von “Alien” gesprochen wird. Der Drehbuch-co-Autor hat übrigens ein paar Jahre später das Drehbuch zu Alien geschrieben. Bei dem Alien handelt es sich um einen angemalten, aufgeblasenen Wasserball mit Füßen. Ich muss zugeben die Alienszenenn nehmen einen zu großen Teil des Films ein und stören etwas. Aber na ja. Viel mehr stört die Besatzung dass sich das Lager 9 selbst gesprengt hat und damit der gesamte Schiffsvorrat Toilettenpapier vernichtet worden ist. Um so bezeichneder dass am Ende in den Schiffstrümmern eine Toilette mit der Aufschrift THX 1138 herumfliegt.

Dark Star ist einfach 80 minütiger, absolut unterhaltsamer Science Fiction Trash, den man sich ruhig mal geben kann. Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen den Film nach so vielen Jahren mal wieder zu sehen, und hatte die arge Befürchtung dass er meine Erwartungen sehr enttäuschen würde, aber es war dann doch so grob dass, was ich in Erinnerung hatte. Schade das Carpenter nicht mehr solche Filme gedreht hat.

9/11 &Dokumentation &Kurzfilm Benjamin on 12 Jul 2007

11’09”01 – September 11 (Youssef Chahine u.a., Frankreich/Großbritannien 2002)

Der Film hat ein sehr interessantes Konzept. Die Produzenten des Films haben elf Regisseure aus elf unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen ausgesucht, über die USA, Frankreich, den Iran, hin zu Burkina Faso, Bosnien-Herzegovina und viele andere, jedem 400.000$ gegeben und sie gebeten, damit einen Kurfilm zu drehen, welcher 11 Minuten, 9 Sekunden und einen Frame lang ist. Das war neben dem Bezug zum 11. September die einzige Vorgabe, ansonsten wurde den Regisseuren vollkommen freie Hand gelassen.

Das führt dazu, dass diese Kurzfilmsammlung höchst unterschiedliche Beiträge erhält, die sich alle unterschiedlich mit dem Thema auseinander setzen. Das Ereignis selbst steht eigentlich nie im Vordergrund, sondern ist nur der Rahmen, oftmals aber auch einfach ein Ereignis, was zwar statt gefunden hat, aber nur dazu dient, vergleiche zur aktuellen Situation zu zeigen. So dreht sich z.B. der Beitrag Chiles über die Hilfe Amerikas beim Putsch der gewählten sozialistischen Regierung Chiles am 11. September 197x, in der viele Parallelen zum aktuellen Geschehen gezogen worden.

Ein anderes Mal wird die Beziehung einer Taubstummen zu einem Fremdführer für Taubstumme gezeigt, die am Ende ist. Sie ist Französin und hat ihn vor einem Jahr bei ihrem Besuch in Amerika kennen und lieben gelernt. Doch ihre Beziehung ist am Ende. In einem Abschiedsbrief verarbeitet sie ihre Beziehung zu ihm und macht mit ihm Schluß, während er mit einer Gruppe Taubstummer auf dem Weg zum WTC ist. Schließlich steht er überraschend wieder vor der Haustür und ist vom Staub bedeckt kalkweiß und völlig fertig. Interessant an diesem Beitrag ist zusätzlich noch, dass man in die Welt der Protagonistin versetzt wird, und man 11 Minuten lang so gut wie kein Geräusch hört, und so z.B. sieht, wie sie am Schreibtisch sitzt und schreibt, während im Fernseher live die Bilder vom Crahs des zweiten Flugzeug gezeigt werden, sie davon aber nichts mitbekommt, weil sie einfach nicht auf den Fernseher sieht, und die Kommentare nicht hört.

Der Beitrag Mexikos geht das Thema direkter, aber auch wesentlich abstrakter an. Alejandro Gonzales Inarritu (Babel, 21 Gramm) präsentiert dem Zuschauer lediglich einen schwarzen Bildschirm. Man hört Fernsehlivekommentare vom 11. September, gemischt mit Telefonaten von Menschen aus den Türmen, und bekommt nur manchmal Sekundenlang fast flashbackartig die dazugehörigen Bildern von Menschen die aus dem WTC springen oder den einstürzenden Türmen gezeigt.

Alle Kurzfilme aufzuzeigen würde zu weit führen, sie sind alle unterschiedlich und jeder auf seine Art und Weise interessant, wobei es natürlich wie bei so einer Sammlung zu erwarten schwächere und stärke Beiträge gibt, aber wie man jeden einzlenen Beitrag nun findet und rezipiert hängt immer vom Betrachter selbst ab, daher möchte ich hier keine Wertung abgeben. Ich muss lediglich meine Aussage zu United 93 revidieren, wo ich sagte, dass der Film der erste wäre, der sich mit dem 11. September auseinander gesetzt hat. 11’09″1 hat dies schon ein paar Jahre früher und quasi unmittelbar nach dem Ereignis getan. Schade dass der Film so unbekannt ist.

Clint Eastwood &Sergio Leone &Western Benjamin on 12 Jul 2007

Zwei glorreiche Halunken (Sergio Leone, Italien 1966)

Der Abschluß der Dollar Trilogie Leones. Gilt gemeinhin als bester Wester aller Zeiten, er belegt in der Internet Movie Database den vierten Platz. Aus dem Duo Eastwood und Van Cleef ist ein Trio ergänzt durch Eddie Wallach geworden, und wieder dreht sich offenkundig alles ums Geld. Ein vergrabener Goldschatz der Regierung ist das Ziel des Trios. Bei der Suche müssen sie sich durch den amerikanischen Bürgerkrieg schlagen, was dazu führt, dass sich der Film auch mit dem Krieg an sich auseinander setzt und somit sogar als Anti-Kriegs-Western angesehen werden kann, wobei die Kriegskritik nie selbst ein eigenständiges Thema ist, sondern immer direkt in die Westernhandlung und die gezeigten Bilder verwoben ist.

Die Filmmusik passt diesmal absolut perfekt und gehört zusammen mit dem von Spiel mir das Lied vom Tod sicherlich zu einer der besten der Filmgeschichte.

Der große Showdown am Ende des Films reiht sich ein in diese Aufzählung der Superlative. Die drei Protagonisten stehen sich mitten auf einem Friedhof im Dreieck gegenüber. Jeder gegen jeden, es geht um 200.000$. In anfangs endlos langen Szenen filmt Leone das psysche Duell der Drei, währrend die Schnitte immer schneller, die Einstellungen kürzer und die Musik immer energischer wird, so dass die Spannung schließlich zum Siedepunkt gebracht wird. Ganz, ganz großes Kino. Sollte es je eine Wiederaufführung im Kino geben, werde ich mir den Film auf jeden Fall noch einmal auf der großen Leinwand ansehen. Gesamtgesehen ein sicherlich guter Western, der für mich leider einige Längen hatte, aber ich habe den Film auch nicht mit so viel Aufmerksamkeit wie SmdLvT gesehen, welcher mir deutlich besser gefallen hat, und eine wesentlich intensivere Wirkung auf mich hatte, wohl auch, wegen der noch eindringlicheren Filmmusik und der etwas tiefergründigen Geschichte.

Clint Eastwood &Sergio Leone &Western Benjamin on 12 Jul 2007

Für ein paar Dollar mehr (Sergio Leone, Italien 1965)

Im zweiten Teil der Dollar Trilogie bekommt Eastwood mit Lee Van Cleef diesmal einen Partner an die Seite gestellt, auch wenn man den Begriff Partner hier nicht mit Buddy oder Freund gleichsetzen darf, es ist mehr eine Zweckpartnerschaft die endet, wenn der Zweck nicht mehr gegeben ist. Die Story ist diesmal etwas verwobener und komplexer als im ersten Teil, ohne die Tiefe von Spiel mir das Lied vom Tot zu erreichen.

Der namenlose Eastwood bekommt nun erstmals einen Namen, er nennt sich selbst Monco, was italienisch für Linkshändig ist. Und in der Tat macht er alles mit seiner linken hat, essen, trinken, sich prügeln; die rechte Hand ruht jederzeit auf seinem Revolver.

Die Musik in diesem Teil ist irgendwie seltsam. Es blitzen wieder geniale Momente auf, aber ein Großteil des  Scores ist für meinen Geschmack eher durchschnittlich, gewöhnlich und nichs besonderes. Und gerade die Filmmusik ist bei den Leonefilmendoch ein zentrales Element. Wobei sie gesamtgesehen immer noch als gut zu bezeichnen ist.

Clint Eastwood &Sergio Leone &Western Benjamin on 11 Jul 2007

Für eine Handvoll Dollar (Sergio Leone, Italien 1964)

Wohl einer der wichtigsten Filme der Filmgeschichte, in vielerlei Hinsicht. Zum einen war er Clint Eastwoods Durchbruch als Schauspieler. Was für Filme hätten wir versäumt, wäre ihm dies nicht gelungen, wobei ich da am ehesten an seine Filme als Regisseur denke, wie der grandiose Million Dollar Baby, Mystic River, oder Erbarmungslos, Flags of our fathers und Letters from Iwo Jima. Viele grandiose Filme, die es ohne diesen Film vlt. nie gegeben hätte. Schade dass Eastwood mittlerweile schon 77 ist, ich hoffe sehr, dass wir noch drei, vier gute Filme von ihm sehen werden.

Aber auch für das Westerngenre an sich war der Film unglaublich wichtig, wobei ich mich da nur auf das beziehen kann, was ich gelesen habe, da ich keinen einzigen Western von vor 1964 kenne (und auch so gut wie keinen späteren), aber dieser Film soll ja das Western Genre revolutioniert haben, mit seinem durch und durch dreckigen und schmutzigen Look, den rauen und boshaften Gaunern und dem noch raueren und hinterhältigeren Helden.

Und natürlich war dieser Film der Grundstein der Dollar Trilogie, deren Sichtung mir jetzt bevorsteht. Ich bin echt gespannt ob es Zwei gloreiche Halunken wirklich schafft den epochalen Film Spiel mir das Lied vom Tot noch zu übertreffen. Meiner Meinung nach kann ein Western nicht besser sein als dieser Film.

In Für eine Handvoll Dollar findet man auch bereits schon einen sehr eindrucksvollen, in Erinnerung bleibenden Score, der Film entwickelt sich relativ schnell, hat keine Hänger in der Story und ist mit 90 Minuten recht kurzweilig. Die Story basiert auf eine japanischen Samuraifilm, in dem ein Samurai ein Dorf von zwei rivalisierenden Banden befreien möchte. Diese Geschichte wurde durchaus gelungen ins Westerngenre transportiert, wobei mir die Motivation von Eastwoods Charakter noch unklar geblieben ist; möchte er einfach die Ungerechtigkeit bekämpfen und das Dorf erlösen, oder geht es ihm wirklich nur ums Geld und möchte er beide Parteien so gegeneinander ausspielen, dass er den größtmöglichen Gewinn herausholen kann? Ich denke ich werde mir heute nacht noch die restlichen zwei Teile ansehen, um dann ein Gesamtresüme zu ziehen. Für eine Handvoll Dollar ist auf jeden Fall ein überaus gelungener Western, mit nachhaltiger Filmmusik, einer einfachen, aber gut umgesetzten Story, dass deutlich erkennen lässt, dass noch einiges folgen wird.

Uncategorized Benjamin on 11 Jul 2007

Schräger als Fiktion (Marc Forster, USA 2006)

Ganz in Ordnung ^^

Geheimtipp &Kino Benjamin on 11 Jul 2007

Cinema Paradiso (Giuseppe Tornatore, Italien/Frankreich 1989)

Cinema Paradiso ist eine einzige liebevolle Hommage an das Kino an sich. Es ist erstaunlich mit anzusehen, wie es Tornatore gelingt, seine Zuneigung und Liebe zum Kino in Form eines Films auszudrücken und auf die Leinwand zu bringen. Nachdem man diesen Film gesehen hat, betrachtet man das kleine Programmkino, welches man in fast jeder Stadt zum Glück noch vorfindet, mit anderen Augen.

Erzählt wird die Geschichte des Kinos Cinema Paradiso, dass in einem kleinen sizialischen Dorf neben der Kirche der wichtigste öffentliche Ort ist. Hier vergessen die Bewohner, für ein paar Stunden die Sorgen des Alltaglebens und tauchen ein in eine Welt der Träume. Die Geschichte des Kinos, wird anhand des kleinen Toto erzählt, wobei sich der Film in drei Abschnitte gliedert, die Alfredo im Alter von ca. 10 Jahren, im zweiten Abschnitt im Alter von ca 18 Jahren, und im dritten Abschnitt mit gut 50 Jahren, zeigen.

Über die Story möchte ich nicht zu viel verraten, in erster Linie dreht sich alles ums Kino und die mit ihm verbundenen Personen. Die Story ist oftmals an der Grenze zum Kitsch und ins übermäßig Sentimentale abzudriften, aber dass macht diesen Film auch aus. Die unbedingte Liebe zum Kino. Man fragt sich, ob der Regisseur autobiographische Elemente in dem Film verarbeitet hat. Ich selbst habe bisher in drei Kinos gearbeitet, und alles drei waren solche Programmkinos, daher hat mich der Film natürlich besonders angesprochen, da ich auch als Vorführer gearbeitet habe, und daher doch einen sehr engen Bezug zur Welt Totos habe, auch wenn ich die Zeit des noch leicht entflammbaren Zelluloidfilms nicht mehr mitgemacht habe.

Cinema Paradiso ist ein netter kleiner Film über das Kino an sich aus europäischem Hause. Er liegt in zwei Versionen vor, der internationalen von mir gesehenen zwei Stündigen Version und außerdem noch in einem Director’s Cut, welcher aber leider nur auf italienisch vorliegen soll. Nach allem was ich so gelesen haben, sollen die zusätzlichen 50 Minuten vollkommen neue Perspektiven des Films eröffnen und auch ein anderes Ende haben, daher hoffe ich sehr, dass irgendwann mal den DC zumindest mit deutschen oder englischen Untertiteln in die Hände bekomme.

Christina Ricci &Drama &Samuel L. Jackson Benjamin on 05 Jul 2007

Black Snake Moan (Craig Brewer, USA 2006)

Everything ist hotter down south” – Die Werbezeile des Plakates ist recht vieldeutig, denn mit hotter ist hier nicht nur das Klima gemeint. Das Plakat des Films führt den Zuschauer auch zugleich in die irre, der breitbeinig dastehende, in ein Feinrippunterhemd gekleidete, muskulöse Samuel L. Jackos steht vor der in Ketten gelegten, äußerst knapp bekleideten und vor ihm knienden Christina Ricci. Was für ein Film mag das wohl werden, das Plakat hätte auch für den Film Death Proof werben können, greift es doch die 70er Jahre B-Movies auf, bei denen sich Tarantino so gerne bedient.

Sie ist die hübsche, sexsüchtige Nympomanin Rae, er ein frisch von seiner Frau verlassener, in die Jahre gekommener Gitarrist. Doch der eigentliche Star des Films hat nur drei kleine, aber brachiale und gewaltvolle Auftritte: Der Blues des Südens, transportiert in die heutige Zeit. Man ist erstaunt, wie glaubhaft Samuel L. Jacksons seine Songs rüberbringt, ganz so, als würden sie wirklich aus seinem tiefsten Herzen kommen. So hat man auch gut daran getan, in der deutschen Kinofassung die Songs nicht zu untertiteln. Das ist zwar ärgerlich für Leute die des englischen nicht ganz so mächtig sind, spiegeln die Songs doch auch des Seelenleben ihrer Sänger wieder, aber Untertitel verleiten dazu die Aufmerksamkeit auf den Text und nicht auf die Musik zu legen. Doch so kann jeder einzelne, der selten auftretenden und wohlplatzierten Songs seine Wirkung voll und ganz auf den Zuschauer entfalten. Auf http://www.moanmovie.com/ kann man sich unter “Launch Soundtrack Music Player” den Soundtrack des Films anhören, wer neugierig ist, sollte sich in einer ruhigen Minute zurückziehen, seine Anlage auf “sehr laut” drehen und sich die Songs 7 und 14 anhören. Natürlich wirken die Songs im Kino (und nicht auf dem heimischen PC / DVD Player) wesentlich intensiver, da die von ihnen erzeugte Stimmung durch das Gewitter und die Blitze beim einen, und durch die tanzende und bebende, vor erotischer Spannung knisternden Menschenmenge beim anderen, noch zusätzlich verstärkt wird.

Der Film verfügt durchaus über einige Momente, die man so schnell nicht vergißt, etwa Rae auf den eintretenden, eigentlich so netten Nachbarsjungen zuläuft und sich ausgehungert ihr Shirt über den Kopf streift, ihm einen leidenschaftlichen Kuss aufdrückt, und den guten ehe er weiß was eigentlich passiert, entjungfert hat.

Doch warum ist sie angekettet? Lazarus (Jackson) findet sie eines morgens quasi vor seiner Haustür. Halbnackt und und zielich übel zugerichtet, absolut unter Drogen stehend. Schnell findet er raus was mit ihr los und er macht es sich zu seiner Mission ihr zu helfen ihr Leben in den Griff zu bekommen. Er selbst wurde gerade zuvor von seiner Frau verlassen und sieht in dieser Aufgabe einen neuen Sinn. Um zu verhindern, dass sich Rae sofort auf die Suche nach einem neuen männlichen Geschlechtsteil macht, kettet er sie kurzerhand an. Die beiden sind sich an und für sich vollkommen fremd und aus absolut unterschiedlichen Welten, doch als Zuschauer hat man schnell das Gefühl, dass die beiden Seelen Berührungspunkte haben, die sehr tiefgehen. Doch schließlich gibt Lazarus auf und erkennt, dass er Rae ihr Leben so leben lassen muss, wie sie es für richtig hält. Doch die entstandene latente Freundschaft zeigt Folgen.

Brad Pitt &Cate Blanchett &Drama &Episodenfilm Benjamin on 05 Jul 2007

Babel (Alejandro González Iñárritu, Frankreich, USA Mexiko, 2006)

Ein monumentaler Titel für einen beeindruckenden Film. Mit Babel schließt Regisseur Iñárritu seine aus den Filmen Amores Perros, 21 Gramm und Babel bestehende Trilogie über Leid, Gewalt und menschliche Abgründe ab. Auch dieser Film besitzt wieder keine lineare narrative Struktur, sondern erzählt die drei Geschichten auf drei Kontinenten in Episoden, die zeitlich versetzt, und alle zunächst nur in losem Bezug zueinander stehen, wobei die Ordnung der Ereignisse nicht so verworren ist, wie noch in 21 Gramm.

Babel. In dieser biblischen Geschichte maßen sich die Menschen, welche alle eine gemeinsame Sprache sprechen, an, einen Turm zu Bauen, der bis zum Himmel, bis zum Reich Gottes reichen soll. Um diese Anmaßung zu stoppen und dem menschlichen Größenwahn einhalt zu gebieten, verwirrt Gott die Sprache der Menschen, so dass sie fortan alle unterschiedliche Sprachen sprechen und sich nicht mehr verstehen.

Der Film Babel greift dieses Thema in abstrahierter Form auf. Sprachliche Distanz steht auch immer für die Fremde, für ein Verwirrtsein, eine Form der Nicht-Integration und der Ausgeschlossenheit, aber natürlich auch daraus resultierenden Nichtverrstehens, auch wieder in vielfältiger, nicht nur in sprachlicher Hinsicht. So wird die Geschichte der jungen Chieko erzählt. Chieko ist Japanerin und taub. Ihre Mutter hat sich vor neun Monaten das Leben genommen.  Sie ist eine junge Frau, die gerade erwachsen findet und ihren Platz sucht, dabei aber immer wieder auf Konflikte durch ihre Behinderung stößt. Nachdem sich ein junger Mann, den sie nett findet über sie lustig gemacht hat, beschließt sie ihre Grenzen zu erkunden und aus sich rauszugehen. Ohne Unterwäsche unter dem typisch japanischen Rock reizt sie junge Männer auf, küsst ihren Zahnarzt währrend er sie untersucht, und bringt schließlich einen jungen Polizeibeamten in eine äußerst prekäre Situation. Sie fühlt sich durch ihre Behinderung manchmal wie eine Fremde in der eigenen Kultur.

Die Geschichten alle einzeln zu erläutern, würde zu weit führen, wobei sie in engerem Zusammenhang zueinander stehen, als Chiekos Geschichte mit dem Rest. Sie verknüpfen auf sehr tragische Weise das Leben und Schicksal einer marokkanischen Bauernfamilie, mit der beiden US – Touristen Richard und Susan, welche gerade im Marokko Urlaub machen. Der Schicksalschlag der die beiden trifft, bringt ihre mexikanische Haushälterin in Schwierigkeiten, die sich illegal in den USA aufhält und eigentlich zur Hochzeit ihres Sohnes nach Mexiko möchte, aber eigentlich auf die Kinder von Richard und Susan aufpassen muss. Schließlich entschließt sie sich, die beiden Kinder mitzunehmen, was nicht schlimm wäre, wenn ihr Freund und Fahrer nicht an der Grenze durchdrehen würde, und so die ganze Situation eskalieren lässt.

Der Film zeigt deutlich, dass die Vorstellung, dass die Welt heute durch das Telekommunkationszeitalter sehr, sehr klein geworden ist, sich vielleicht zu Hause am Fernsehbildschirm bemerkbar macht; befindet man sich selbst aber draußen in dieser Welt, so stellt man fest, dass die Distanz immer noch sehr groß ist, und man in der Fremde oft verloren ist. Auf kulturelle Konflikte stößt man in vielen Formen, und Vorurteile beherrschen auch heute noch das Denken vieler Menschen, und leider wird ihnen oft mit Gewalt begegnet.

Babel gelingt es wieder ein herausragendes Drehbuch mit hervorrangend spielenden Schauspielern, wobei es sich großteils im Laienschauspieler handelt, zu kombinieren und dieses in Einklang zu bringen mit wunderschön abgefilmten Bildern, und einem absolut treffenden, passenden und nicht zu dominanten Score. Auf diese Weise erreicht der Film eine ungeheure Intensität und Wirkung, und die über zwei Stunden sind im Nu vorüber. Die Schicksale sind dabei so bewegend und glaubhaft dargestellt, dass man sehr schnell seine eigene oder sogar mehrere Identifikationsfigur in dem Film findet und sehr schnell eine Beziehung zu den Charakteren und an ihrem Schicksal anteil nimmt. In Folge dessen ist natürlich, dass der Film recht versöhnlich endet, zur generellen Stimmung des Films hätte ein etwas intensiveres und mutigeres Ende aber besser gepasst, zumal es den Zuschauer auch wesentlich betroffener zurückgelassen hätte.

Babel wäre auf jeden Fall mein persönlicher Gewinner bei der diesjährigen Oscarverleihung gewesen. Departed ist sicherlich kein schlechter Film, aber es ist eben nur ein Film. Babel ist mehr. Babel ist persönlicher und spricht den Zuschauer indirekt direkt an und schafft es den Zuschauer nicht nur beobachten, sondern auch teilnehmen zu lassen.
In kürze wird sicherlich noch einmal die Sichtung von Amores Perros und 21 Gramm folgen. Hoffentlich war Babel nicht schon das Meisterstück, aber wenn doch ist natürlich trotzdem interessant sich die Entwicklung hin zu Babel noch einmal anzusehen. Auf jeden Fall ein überaus empfehlenswerter Film für ein intenisves Filmerlebnis

Japan &Samurai Benjamin on 05 Jul 2007

Die sieben Samurai (Akira Kurosawa, Japan 1954)

Schon vor einigen Jahren ist mir der Film aufgefallen, als Samuraifilm, der in der IMDB unter den Top10, momentan auf Platz 9 ist. Sowas erregt natürlich Interesse, die meisten Filme, die in dieser Userhitliste auf den ersten 50 Plätzen stehen, stehen dort auch zurecht. So war es nun an der Zeit sich diesen Film, der Vorlage für so viele folgende Filme war auch einmal anzusehen.

Erzählt wird in fast dreieinhalb Stunden Länge (wobei meine DVD Version nur 150 Minuten geht -.-), die Geschichte eines kleines japanischen Dorfes, dass nur von Bauer bewohnt wird. Es wird regelmäßig zur Ernte von Banditen überfallen wird, welche den Bewohnern alles rauben und ihnen manchmal nicht genug zum Leben lassen. Auch in diesem Jahr steht die Ernte und damit der Überfall wieder kurz bevor, doch diesmal entschließt man sich, Widerstand zu leisten. Natürlich ist den Bauern klar, dass sie allein nichts gegen die bewaffneten Banditen ausrichten können, und so entschließen sie sich, einen kleinen Trupp auszusenden, der Samurai ausfinden machen soll, die ihnen helfen. Als Lohn haben sie nichts zu bieten, außer drei Mahlzeiten am Tag und die Ehre die sie erlangen. Der Film gliedert sich dabei in drei Teile. Der erste Teil zeigt, wie die sieben Samurai gesucht werden und sich zusammenfinden.

Der zweite Teil beschäftigt sich dann ausgiebig mit den Samurai und dem Dorf. Ausgiebig wird das Dorf inspiziert und auf Schwachstellen untersucht, und der kommende Kampf gegen die Banditen geplant. Der dritte Teil schließlich zeigt den Kampf der Samurai und der Bauern gegen die Banditen, welcher auch zahlreiche Opfer fordert und den Samurai die Erkenntnis bringt, dass die einzigen die bei diesem Krieg überhaupt etwas gewonnen haben, die Bauern sind.

Eine große Bedeutung soll der Film unter anderem deswegen haben, weil er viele heute alltägliche Szenen in Actionfilmen erstmals einführte und z.B. Zeitlupen 40 Jahre vor Matrix schon für Actionzwecke nutzte (wobei mir nur zwei (recht kurze) Zeitlupeneinstellungen aufgefallen sind. sind). Dazu kann ich leider wenig sagen, da mir die Vergleiche fehlen, ich kenne einfach so gut wie keine anderen Filme aus dieser Epoche.  Aber auch ohne viele andere Filme zu kennen, ist es schwer vorstellbar, dass es vergleichbare Film gibt. Filme die ihre Geschichte ähnlich episch erzählen und dabei so gewaltig inszeniert worden sind waren damals sicher eine Seltenheit und ich kann mir gut die Wirkung auf die damaligen Kinogänger vorstellen. Nach der gestrigen Sichtung von Spiel mir das Lied vom Tod kann mich Die sieben Samurai nicht wirklich vom Hocker hauen. Dafür ist die Wirkung von Spiel mir das Lied vom Tod einfach viel zu intensiv. Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass Sergio Leones Meisterwerk auch komplett ohne Text auskommen würde und nur die Bilder und Musik für sich auch bei einer über zweistündigen Laufzeit die gleiche intensive Wirkung entfalten würden. Der Film transportiert über diese beiden Mittel einfach unglaublich viele Emotionen.

So bleibt festzuhalten, dass Die sieben Samurai Pflichtprogramm für jeden ist, der sich für Filme und Kinogeschichte interessiert, allein um zu sehen, woher viele andere Filme ihre Vorlage haben, aber ein wirklicher Topfilm, den man allen des Films und seiner Geschichte gesehen haben muss, ist er für mich nicht.

Wem man den Film allerdings dringend ans Herz legen muss, ist jeder Stephen King Fan. Nach der Sichtung dieses Film weiß man wovon sich King bei der Schlacht der Revolvermänner um die Calla hat inspirieren lassen und zwar maßgeblich. Eine Tatsache die er auch nicht leugnet, sondern in fast jedem Vorwort vom Dunklen Turm auch anfüht, aber es ist trotzdem dann interessant, das Vorbild einmal selbst vor Augen zu sehen, und sich in Erinnerung zu rufen, was King aus der Vorlage gesetzt hat und wie er sie in sein eigenes Epos integriert. Epos / episch ist eines meiner Lieblingswörter, ich mag einfach Filme, die so angelegt sind. Von daher ist es schon erstaunlich wie King es schafft, ein eigenes Epos zu kreieren, in dem er zahlreiche andere Epen, wie Der Herr der Ringe, Die sieben Samurai, die Sergio-Leone Trilogien, einfach aufgehen lässt und zu etwas noch viel gewaltigerem und vielschichtigerem verarbeitet.

Letzendlich kann ich mir allerdings schwer vorstellen, dass es bis heute einen Samuraifilm gibt, der die Intensität dieses Urfilms erreicht hat. Wer doch einen kennt, kann mich ja in den Kommentaren informieren.

Charles Bronson &Henry Fonda &Sergio Leone &Western Benjamin on 04 Jul 2007

Spiel mir das Lied vom Tod (Sergio Leone, USA Italien 1968)

Sergio Leones Meisterwerk ist einer der wohl bekanntesten Western überhaupt. Nach Leones Dollar-Trillogie, dessen Sichtung noch bevorsteht, ist Spiel mir das Lied vom Tot der erste Teil Leones Amerika Trilogie, eine Tatsache, die wohl den meisten nicht bekannt sein dürfte. Die Filme Todesmelodie und Es war einmal in Amerika sind die anderen beiden Teile diese Trilogie, welche sich mit wichtigen Epochen Amerikas auseinandersetzt, was auch das einzige Bindeglied dieser Filme ist, inhaltlich haben sie nichts miteinander zu tun.

Spiel mir das Lied vom Tot setzt sich mit der Veränderung der amerikanischen Gesellschaft auseinander, als dessen Sinnbild die Eisenbahn steht. Sie ist bestimmend für die Handlungen und Motive aller im Film auftretenden Charaktere und verbindet sie miteinander. Der Film unterteilt dabei in die alte Welt, für die zahlreiche Nebencharaktere, aber auch Cheyenne und Mundharmonika stehen, und in die neue Welt, dessen offensichtlichstes Sinnbild die Eisenbahn ist, aber auch Frank und Morten stehen für diese neue Welt.  Jill, die einzige weibliche Hauptrolle, ist ein anpassungsfähiger Charakter, der zwar auch für die neue Welt steht, aber nicht zwingend von ihr abhängt.

Die alte Welt steht dabei für Anstand, Tugendhaftigkeit und ehrhaftes Verhalten.  Geld ist hier zwar nötig zum Leben, spielt aber keine entscheidende Rolle. In der neuen Welt ist Geld die Triebfeder für alles, Gewalt wird unehrenhaft angewendet und das Geld ist dabei, die Gewalt als Zweck abzulösen.

Auch der Tod ist ein zentrales Thema des Films. Es ist interessant zu beobachten wie, bzw. unter welchen Umständen jemand stirbt und was nach seinem Tod geschieht. Die meisten zentralen Personen sterben sinnbildlich für das Leben das sie geführt haben, entweder durch Verrat als Verräter, als ehrbahre Menschen durch unehrenhaftes Verhalten. Manche Menschen bleiben einfach im Sand liegen, anderen wird die letzte Ehre zuteil.

Diese einzelnen Punkte könnte man alle noch viel weiter ausführen, wie Stephan Siemens es getan hat, wer also über die inhaltlichen Zusammenhänge mehr erfahren möchte, dem sei diese Seite wärmstens ans Herz gelegt, allerdings ist eine mindestens einmalige, besser zweimalige Sichtung des Films vorher dringend zu empfehlen. Alles in allem zeigt allein dieser kurze Ansatz einer inhaltlichen Interpretation wie tiefgehend und gut die Story ist, etwas, was man bei einem Western nicht unbedingt. Auch breitet sich die Geschichte dem Zuschauer nicht, wie man es aus heutigen Produktionen gewohnt ist, auf dem roten Teppich aus, so dass einem das Nachdenken erspart bleibt, sondern viele Beziehungen und Zusammenhänge müssen selbst erdacht werden. So etwas macht unter anderem ein gutes Drehbuch aus.

Erzählt wird die Geschichte fast schon in Form eines Epos, welches sich in fast drei Stunden entfaltet, und in dem, wie in den meisten Leone Filmen, Musik ein zentrales Thema ist. Jeder Hauptcharakter hat sein eigenes musikalisches Thema, welches charakteristisch ist und immer in Zusammenhang mit dem Charakter ertönt. Der Film lässt sich unglaublich viel Zeit, seine Geschichte zu erzählen, ein weiteres Leone Merkmal. Auf lange ruhige Passagen folgt oftmals kurze, konzentrierte Action, wobei diese ruhigen Passagen nie langweilig werden, sondern durch die beeindruckende Bildsprache Leones und seine interessant gestalteten Charaktere immer Interessant finden, so dass einem die fast drei Stunden am Ende dann doch kürzer vorkommen als in so manchen deutlich schneller erzählten Film.

Allein die Anfangssequenz dauert 13 Minuten (die längste Anfangssequenz der Kinogeschichte) und ist ein sogenannter “Magic Moment” des Kinos, eine Szene, die sich jedem Zuschauer unwideruflich ins Gedächnis einbringt, wozu auch die Szene am Ende gehört, in der Mundharmonikas Verhältnis zu Frank und der Grund für seine Rachegelüste endgültig offenbart werden, nachdem sie anfangs schon angedeutet wurden, wobei diese Szene durch ihren Sadismus und ihre absolute Kälte besticht und erschrecken lässt.

Ich habe früher in meiner Kindheit recht viele Western gesehen, bei meinem Opa, mit meinem Vater, aber das war so bis zum Alter von ca. 12 Jahren. In den letzten 13 Jahren habe ich bewußt so gut wie keinen Western gesehen, kann daher auch keinen qualitativen Vergleich zu anderen Filmen anstellen, aber wenn ein Film auf Platz 20 der IMDB steht, dann hat dass sicher seinen Grund. Es ist bizar, dass ein Italiener, der kein Wort englisch spricht und mit seinen amerikanischen Schauspielern nur über Dolmetscher kommunizieren konnte, die mit Abstand besten Western der Filmgeschichte inszeniert hat. Genauso sinnbildhaft ist es, dass dieser Film, der den Anfang einer neuen Trilogie darstellt, dessen Ende nichts mehr mit Western zu tun hat, als Thema auch das Ende des Westerns hat, welcher eine Lebensart darstellt, die aussterben wird, wenn sich die neue Welt durchsetzt, was sie im Film am Ende tut.

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