Drama &Südamerika Benjamin on 03 Jul 2007 12:17 am
Rosario, die Scherenfrau (Emilio Maillé, Kolumbien / Mexiko / Spanien / Brasilien 2005)
Das südamerikanische Kino lebt und sendet nach dem überragenden City of God ein erneutes Lebenszeichen, diesmal mit Traumfrau Flora Martínez in der Hauptrolle. Sie spielt Rosario, eine wunderschöne, aber eiskalte Killerin, die ihren nichtsahnenden Opfern vor der Tat gerne einen leidenschaftlichen Kuss aufdrückt.
Die Geschichte beginnt zunächst interessant, sie beginnt mit einer Szene, in der ein junger Mann namens Antonio, die angeschossene Rosario in die Notaufnahme eines Krankenhauses bringt. Mittels Flashbacks wird nun im folgenden die Geschichte Antonios und Rosarios erzählt, die eigentlich zunächst die Geliebte seines besten Freundes Emilio war. Doch Rosarios Beziehung zu Emilio war sehr distanziert und körperlich, auf Grund ihrer Tätigkeit und ihrer Geschichte lässt sie nicht zu, dass irgendjemand zu nah an sie herankommt. Doch währrend sie Zeit mit Emilio verbringt, lernt sich auch Antonio kennen und mit der Zeit lieben. Parallel erfahren wir in den Flashbacks auch einiges über Rosario selbst, etwa dass sie als junges Mädchen von ihrem Stiefvater mißbraucht wurde, und in ihrer Vergangheit schwere Schicksalschläge hinnehmen musste, die sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist.
Dabei weiß Flora Martinez gerade in den anfänglichen Szenen ihren Körper sehr gekonnt einzusetzen, zeitweise fühlt man sich etwas an “Das wilde Leben” erinnert, allerdings läuft Martinez dann doch häufiger mit (immer noch sehr körperbetonten) Klamotten rum, als Averon seinerzeit. Die Story schafft es leider nur am anfang einen Spannungsbogen zu erzeugen, der nach 40 Minuten abgeflacht ist, und im Verlauf der Handlung nicht wieder zunimmt, der Film wird im zweiten Drittel eine Spur zu ruhig, hier hätte ein besseres Drehbuch den durchaus vorhandenen Ansätzen sehr gut getan, dann hätte es die Möglichkeit gegeben, herauszufinden, ob Martinez außer ihrem hübschen Körper auch schauspielerisches Talent hat, so gibt der Film der Figur leider nicht genug Potential. Die Vergangenheit Rosarios wird zwar klischeebeladen ausgeleuchtet, allerdings haben mir die Hintergründe und Motive für ihre heutigen Taten gefehlt. So bleibt es ein Film, der einzig und allein wegen der Hauptdarstellerin sehenswert ist, der aber dennoch zeigt, dass die südamerikansiche Kinolandschaft das Zeug hat, Filme zu machen, die zumindest auf handwerklicher Ebene überzeugen können. Jetzt muss nur noch wie bei City of God eine gute Geschichte folgen. Insgesamt Schade. Wirklich schön ist aber der Titelsong “Rosario Tijeras” von Juanes. Wer Napster oder iTunes hat kann ja mal reinhören.
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