Monthly Archive for "Juli 2007"



Roadtrip Benjamin on 03 Jul 2007

Aaltra (Gustave de Kervern, Benoît Delépine, France / Belgium 2004)

Aaltra ist kleiner Independendfilm aus europäischer Fabrikation. Er erzählt die Geschichte von zwei ländlichen Nachbarn, die offensichtlich schon seit Ewigkeiten im Nachbarschaftsstreit liegen und sich nicht wirklich ausstehen können. Sie machen sich das Leben gegenseitig mehr als schwer. Eines Tages stauen sich die Agressionen so weit auf, dass es zu einem Gerangel kommt, in dessen Verlauf sie von der Schaufel ihres Traktors der Marke Aaltra begraben werden. Als Folge des Unfalls landen die beiden zunächst im Krankenhaus, wo sich herausstellt, dass sie zukünftig im Rollstuhl sitzen müssen. Bevor sie sich in Lethargie ergeben, beschließen die beiden einen Roadtrip als Anhalter nach Norwegen zu unternehmen, wo der Hersteller Aaltra seinen Sitz hat, um bei ihm Schadensersatz einzufordern.

Der Film zeigt die Reise der beiden, quer durch Frankreich, Belgien, Deutschland und Holland. Dabei begegnen sie Menschen die durchaus Anteilnahme und Mitleid an ihrem Schicksal zeigen, welches von den beiden jedoch schamlos ausgenutzt wird. Diese Begegnungen machen den Film aus. Der Film entwickelt dafür einen sehr feinfühligen Humor für Szenen und Begegnungen. In manchen Szenen muss man erst einmal etwas suchen, bis man die beiden dann an Stellen wieder entdeckt, an denen man sie eigentlich gar nicht vermuten würde. Die beiden nutzen die generelle Hilfsbereitschaft der Menschen aus, gehen ihnen dabei aber mitunter so auf die Nerven, dass ihnen nach einem Strandbesuch das Wasser schonmal bis zum Hals steht. Hier gibt es keinen großer Lacher, Leute die nur auf Komik a la “Verrückt nach Mary” stehen, können mit diesem Film sicher nicht viel anfangen. Der Humor wird einem nicht aufgezwungen, man kann ihn selbst entwickeln.

Dabei wirkt der Film mehr wie ein Porträt, die Kamerarbeit lässt den Film halbdokumentarisch wirken. Farbmäßig ist er Schwarzweiß gehalten und der gesamte Film ist im OTon und wurde nicht synchronisiert. Diese kategorische Weigerung der Übersetzung lässt den Zuschauer auch sehr aktiv das Gefühl eines multikulturellen Roadtrips miterleben, da die beiden nur französisch und englisch sprechen, wissen sowohl sie als auch wir nicht, was die Norweger ihnen da wohl erzählen. Untertitel haben nur die französischen Passagen, was den Zuschauer in die Rolle der beiden Rollstuhlfahrer hineinversetzt, ein sehr interessantes Stilmittel.

Alles in allem ein sehr ruhiger, ein sehr besonnener Film, der Filmfreunden durchaus gefallen dürfte, Leute die auf klassische Hollywoodproduktionen stehen sind hier völlig fehl am Platz. Wer den Film also in seiner Videothek findet, darf beherzt zugreifen.

Drama &Südamerika Benjamin on 03 Jul 2007

Rosario, die Scherenfrau (Emilio Maillé, Kolumbien / Mexiko / Spanien / Brasilien 2005)

Das südamerikanische Kino lebt und sendet nach dem überragenden City of God ein erneutes Lebenszeichen, diesmal mit Traumfrau Flora Martínez in der Hauptrolle. Sie spielt Rosario, eine wunderschöne, aber eiskalte Killerin, die ihren nichtsahnenden Opfern vor der Tat gerne einen leidenschaftlichen Kuss aufdrückt.

Die Geschichte beginnt zunächst interessant, sie beginnt mit einer Szene, in der ein junger Mann namens Antonio, die angeschossene Rosario in die Notaufnahme eines Krankenhauses bringt. Mittels Flashbacks wird nun im folgenden die Geschichte Antonios und Rosarios erzählt, die eigentlich zunächst die Geliebte seines besten Freundes Emilio war. Doch Rosarios Beziehung zu Emilio war sehr distanziert und körperlich, auf Grund ihrer Tätigkeit und ihrer Geschichte lässt sie nicht zu, dass irgendjemand zu nah an sie herankommt. Doch währrend sie Zeit mit Emilio verbringt, lernt sich auch Antonio kennen und mit der Zeit lieben. Parallel erfahren wir in den Flashbacks auch einiges über Rosario selbst, etwa dass sie als junges Mädchen von ihrem Stiefvater mißbraucht wurde, und in ihrer Vergangheit schwere Schicksalschläge hinnehmen musste, die sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Dabei weiß Flora Martinez gerade in den anfänglichen Szenen ihren Körper sehr gekonnt einzusetzen, zeitweise fühlt man sich etwas an “Das wilde Leben” erinnert, allerdings läuft Martinez dann doch häufiger mit (immer noch sehr körperbetonten) Klamotten rum, als Averon seinerzeit. Die Story schafft es leider nur am anfang einen Spannungsbogen zu erzeugen, der nach 40 Minuten abgeflacht ist, und im Verlauf der Handlung nicht wieder zunimmt, der Film wird im zweiten Drittel eine Spur zu ruhig, hier hätte ein besseres Drehbuch den durchaus vorhandenen Ansätzen sehr gut getan, dann hätte es die Möglichkeit gegeben, herauszufinden, ob Martinez außer ihrem hübschen Körper auch schauspielerisches Talent hat, so gibt der Film der Figur leider nicht genug Potential. Die Vergangenheit Rosarios wird zwar klischeebeladen ausgeleuchtet, allerdings haben mir die Hintergründe und Motive für ihre heutigen Taten gefehlt. So bleibt es ein Film, der einzig und allein wegen der Hauptdarstellerin sehenswert ist, der aber dennoch zeigt, dass die südamerikansiche Kinolandschaft das Zeug hat, Filme zu machen, die zumindest auf handwerklicher Ebene überzeugen können. Jetzt muss nur noch wie bei City of God eine gute Geschichte folgen. Insgesamt Schade. Wirklich schön ist aber der Titelsong “Rosario Tijeras” von Juanes. Wer Napster oder iTunes hat kann ja mal reinhören.

Uncategorized Benjamin on 02 Jul 2007

L.A. Confidential

Großartiger Neo-Noir Thriller im Polizeimilleu basierend auf dem Roman Stadt der Teufel aus der Feder von James Ellroys, der auch schon die literarische Vorlage für Black Dahlia lieferte. Weiße Polizisten, die nach außen hin ehrbare und tugendhafte Männer sind offenbaren ihre niederen und unmoralischen Charakterzüge und ihr dubiose Verwicklungen und Verstrickungen ins organisierte Verbrechen. Brutale Polizeiexzesse und ein Massenmord in einer Bar in den ’50ern bilden das Grundgerüst der Handlung, in welchem die einzelnen Charaktere nach und nach ihre Beziehungen und Motive enthüllen.

L.A.Confidential ist bei der ersten Sichtung nur schwer zu fassen, da die Beziehungsverflechtungen sehr komplex sind, und man viele Handlungen selbstständig einordnen muss, was dafür sorgt, dass man nach der ersten Sichtung das Gefühl hat, einen überaus gelungenen Film zu sehen, der einen trotz der dann schon bekannten überraschenden Wendungen des Plots dazu einlädt, den Film in absehbarer Zeit noch einmal zu sehen. Ausführlichere Besprechung kommt dementsprechend nach der nächsten Sichtung.

Generell lässt sich aber sagen, dass der Film ein Staraufgebot hat, welches fast an Ocean 11 erinnert und man in vielen kleinen Nebenrollen bekannte Schauspieler wiederfindet.

George Lucas &ScienceFiction Benjamin on 01 Jul 2007

THX 1138 (George Lucas, USA 1971)

THX 1138 ist der erste von George Lucas gedrehte Spielfilm. Lucas dürfte für diesen Film eindeutig Inspiration aus literarischen Werken wie Brave New World und anderen Zukunftsutopien gewonnen haben.

Die Menschheit, zumindest der uns gezeigte Teil von ihr, lebt unter der Erde in einer riesigen unterirdischen Stadt. Die Menschen werden von der Regierung mit Drogen unter Kontrolle gehalten, deren tägliche Einnahme Pflicht ist, Zuwiederhandlung wird strengstes bestraft. Die Drogen dienen zusätzlich noch der Steigerung der Effizienz der Menschen als Arbeitsdrohnen. Außerdem unterdrücken sie effizienzgefährdende Emotionen und sexuelle Lust. Nach Schichtende findet Entspannung in Form von Betrachtung surreal wirkender Hologramme. Sexuelle Bedürfnisse werden mittels eines Computers befriedigt. Die gesamte Umgebung ist weiß und steril gehalten, die Zimmer und Räume klein und spartanisch, die Menschen haarlos und ebenfalls in weiß gekleidet. Ihre Sorgen und Beschwerden können sie einem Programm mitteilen, dessen teilnahmezeigende Antworten allerdings sehr automatisiert wirken und keine wirkliche Anteilnahme ahnen lassen.

In der ersten halben Stunde des mit 83 Minunten sehr kurzen Films wird dem Zuschauer diese Utopie nahegebracht. Man erhält überhaupt keine zeitlichen Bezüge und weiß nicht wann und wo dieser Film überhaupt spielt. Auch auf eine wirkliche Erzählstruktur wird verzichtet und dennoch zählt diese erste halbe Stunde zu Lucas’ filmischen Glanzleistungen. Er erzeugt hier die Vorlage für zahlreiche später Sci-Fi Filme, die sich dieses Settings bedienen, am deutlichsten, unter den von mir gesehen Filmen, sind die Anleihungen bei “Die Insel” mit Scarlett Johansson und Ewan McGregor, der die “Geschichte” und grundsätzliche Struktur des Films nahezu übernimmt, sie allerdins auf den heutigen Stand transportiert.

Der Film enthält zahlreiche interessante Details, wirkt aber acuh durch das Nichtvorhandensein einer wirklichn Erzählstruktur befremdlich. Möchte man wissen was genau gerade passiert, muss man dem Film seine volle Aufmerksamkeit widmen und kommt nicht drum herum, selbst gesehen Dinge zu interpretieren und Zusammenhänge herzustellen. Wer wissen möchte, wo sich heutige Regisseure ihre Anspielungen für gesellschaftskritische Filme herholen, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt. Gewissermaßen spiegelt er auch ein wenig den Zeitgeist der anfangenden 70er Jahre wieder, in denen die Technisierung begann, sich im privaten Bereich durchzusetzen und einzubringen, was eine Art Angst in der Gesellschaft vor dem Verlust der Individualität und der totalen technischen Überwachung, dem Verlust des Privaten und der ständigen Kontrolle mit sich brachte, Themen, die in diesem Film behandelt und reflektiert werden.

Brad Pitt &David Fincher &Morgan Freeman &Thriller &TopFilm Benjamin on 01 Jul 2007

Sieben (David Fincher, USA 1995)

Ausführliche Besprechung kommt später

Kurzfazit:

Unangefochtener Thrillergenrekönig, mit einem herausragend guten Drehbuch und einem sehr starken Enden. Ein Muss für jeden.

Wer sich inhaltlich etwas mehr mit dem Film auseinander setzen möchte, dem sei http://www.konradlicht.com/Texts/analytics/fincher/sieben.html ans Herz gelegt

Ben Stiller &Komödie &Owen Wilson Benjamin on 01 Jul 2007

Nachts im Museum (Shawn Levy, USA 2006)

Larry Daley ist ein erfolgloser Träumer und lebt in New York City. Seine geschiedene Frau Erica droht, er werde den gemeinsamen Sohn Nick nicht mehr sehen können, sollte er weiterhin ein ungeregeltes Leben führen. In letzter Not nimmt er eine Stelle als Nachtwächter im Museum of Natural History an und glaubt, einen leichten Job gefunden zu haben. Weil die Geschäfte des Museums schlecht laufen, werden die Stellen der Nachtwächter abgebaut – die bisherigen drei Nachtwächter wurden gefeuert.

An seinem ersten Arbeitstag stellt Daley fest, dass sämtliche im Museum ausgestellten Exponate zum Leben erwachen, sobald die Sonne untergeht. Sein neuer Arbeitsplatz wird von einer schier unüberschaubaren Zahl verschiedenster Wesen heimgesucht. Das Skelett eines Tyrannosaurus rex fordert ihn zum Apportieren heraus; Kriegsherren, Seefahrer, wilde Tiere und Steinzeitmenschen machen das Museum unsicher, und Daley wird klar, dass er diesen Job massiv unterschätzt hat.

Daley hatte von den früheren Nachtwächtern ein Benutzerhandbuch für den Nachtwächterposten erhalten, welches aber von Dexter, einem Kapuzineraffen aus der Afrikaabteilung, zerrissen wird. Und so muss sich Daley ohne Hilfe den abendlichen Geschehnissen stellen. Daley freundet sich mit der Wachsfigur von Theodore Roosevelt an, welcher Daley hilft und ihm Mut macht, seinen Job fortzuführen, nachdem dieser kurz vorm Aufgeben ist.

Als er am nächsten Morgen den Heimweg antritt, trifft er – völlig erschöpft und desillusioniert – auf seinen Sohn, welcher ihn um eine Museumsführung bittet. Dies sagt er ihm zu, und so tritt er doch noch zur nächsten Schicht an.

In der nächsten Nacht versucht Daley alles besser zu machen. Er hat über den kompletten Museumsinhalt angefangen zu recherchieren. Doch dies bringt wieder nur Probleme mit sich, als er zum Beispiel den Höhlenmenschen ein Feuerzeug gibt, und diese sich damit in Brand stecken. Einer von ihnen bricht aus dem Museum aus und wird von der aufgehenden Sonne vernichtet.

Wegen der Wachsfigur wird Larry gefeuert, kann aber wieder eine Gnadenfrist erbitten. Am nächsten Abend nimmt Daley seinen Sohn Nick mit ins Museum, um ihm zu zeigen, wie die Ausstellungen zum Leben erwachen und ihn zu beeindrucken. Doch die Exponate bleiben leblos, wie Daley herausfindet, weil die für das Erwachen schuldige goldene Tafel des Pharaos Ahkmenrah, die im Museum ausgestellt wird, verschwunden ist.

Als Nick und Daley die Tafel im Lager der Nachtwächter finden, werden sie von den drei alten Nachtwächtern attackiert und in die Kammer des Pharaos gesperrt. Diese machen sich nun auf die Suche nach weiteren wertvollen Stücken, um diese zu verkaufen. Der Pharao erwacht derweil zum Leben, da Nick die Tafel des Pharao wieder aktiviert hat und veranlasst eine Suche nach den drei alten Nachtwächtern, wobei sie von den Exponaten des Museums unterstützt werden. Einer der Nachtwächter ist bereits nach draußen geflohen und wird von allen, auch den Exponaten, verfolgt. Das ist gefährlich, da bei Sonnenaufgang alle Exponate, die sich außerhalb des Museums befinden, zu Staub zerfallen. In einer wilden Verfolgungsjagd wird auch der letzte Gauner gestellt. Allerdings sind die Exponate mittlerweile in alle Winde verstreut, und Daley bittet den Pharao um Hilfe. Dieser schafft es mit Hilfe der Magischen Tafel, die Exponate vor Sonnenaufgang zurück ins Museum zu lenken.

Am nächsten Tag zeigt der Museumsdirektor Daley in den Nachrichten ausgestrahlte Berichte über seltsame Vorkommen im Park und im Museum und auch Videos, die die Exponate außerhalb des Museums zeigen, und stellt ihn zu Rede. Dieser beteuert, nichts darüber zu wissen und wird gefeuert. Als der Direktor aber die vielen, durch die Fernsehberichte angelockten, Museumsbesucher erblickt, stellt er Daley wortlos wieder ein. In der Nacht darauf feiert das ganze Museum eine großes Fest.

Im Abspann sind die alten drei Nachtwächter zu sehen, die sich unterhalten und dankbar dafür sind, dass Larry sie nicht verraten hat, und die nun als Reinigungskräfte im Museum arbeiten. (wikipedia.de)

Ich hasse Ben Stiller und ich hasse Ben Stiller Filme. Flirting with Desaster und Glauben ist alles sind die einzigen beiden Filme mit ihm die ich einigermaßen unterhaltsam oder sogar gut finde. Besonders schlimm ist Ben Stiller im Zusammenspiel mit Owen Wilson. Ich kann nicht verstehen wie jemand diese Art von Humor auch nur im geringsten wirklich lustig finden kann.

Mit all diesen Vorbehalten bin ich natürlich auch an Nachts im Museum herangegangen und zu meiner eigenen Überraschung muss ich sagen, dass der Film durchaus funktioniert. Gut er ist nun nicht besonders lustig und witzig. Aber das Szenario ist recht interessant und die einzelnen in ihr vorkommenden Charaktere sind allesamt doch sehr nett herausgearbeitet. Der Film entwickelt sich und ist auch eigentlich kurz nachdem es losgegangen ist schon wieder vorbei, teilt er sich doch im wesentlichen in drei Teile, die erste Nacht, in der Stiller mit allem überfordert ist, dann die zweite Nacht, wo er dank des Handbuchs wesentlich routiniert auftritt, und dann beginnen in der nächsten Nacht auch schon die Ereignisse sich zu überstürze, so dass zu keinem Zeitpunkt längen entstehen. Also Nachts im Museum ist sicherlich alles andere als ein guter Film, nie im Leben ein anspruchsvoller Film und auf gar keinen Fall ein wirklich lustiger Film, aber durchaus ein Film, der einem mit einem guten Gefühl zurücklässt. Zumindest wenn man nicht einen von den drei genannten Filmen erwartet. Und an manchen Filmabenden möchte man doch eigentlich gar nicht mehr.

Joaquin Phoenix &Nicolas Cage &Thriller Benjamin on 01 Jul 2007

8mm – Acht Millimeter (Joel Schumacher, USA 1999)

Tom Welles (Nicolas Cage) ist Privatdetektiv. Eines Tages bekommt er von einer reichen Witwe den Auftrag die Herkunft eines 8mm Films aufzudecken, den sie im Safe ihres verstorbenen Mannes entdeckt hat. Der Film zeigt wie ein junges Mädchen brutal gefoltert und getötet wird, und wirkt überaus echt. Solche Filme nennen sich Snuff Filme und ihre tatsächliche Existenz ist umstritten, meist handelt es sich nur um extrem gut gemachte Fakes. Welles geht dem Fall nach, nach kurzer Zeit kann er die Identität des Mädchen herausfinden und tritt in Kontakt zu ihrer Mutter, die ihre Tochter seid über sechs Jahren vermißt. Mit ihrer Hilfe und der Hilfe ihres damaligen Freundes findet er eine Spur, die ihn zu den Hintermännern des Videos bringt. Um mit ihnen in Kontakt zu treten, gibt er selbst einen solchen Film in Auftrag. Schließlich gelingt es ihm, die Verwicklung des Mannes der reichen Witwe aufzudecken, doch er selbst ist bereits sehr tief in den Strudel der Ereignisse hineingezogen worden, und hat bei seinen Recherchen Dinge gesehen, die über die normale menschliche Vorstellungskraft hinausgehen, Bilder die ihn nicht loslassen. Für ihn ist es mittlerweile mehr als nur ein Fall, dem er distanziert gegenübersteht und im Wirbel der Ereignisse bringt er die Hintermänner um.

Das Ende ist auch zugleich eine große stärke des Films. Hier wird uns von Schumacher keine Moralkeule aufgedrückt, Welles Taten werden nicht als zwar rechtlich falsch, aber moralisch korrekt dargestellt. Ob seine Tat nun richtig, oder falsch ist, dass darf jeder Zuschauer für sich selbst beantworten. Viele Filme und viele Regisseure wären hier einen anderen Weg gegangen und hätten uns ihre deutliche Wertung spüren lassen. Dieses gelungene Ende lässt den Zuschauer selbst aber auch sehr verstört zurück. Die Ereignisse und Vorgänge werden sehr selten wirklich direkt gezeigt, aber dadurch dass man auf dieses Thema aufmerksam wird und mit zahlreichen theoretischen Details konfrontiert wird, entwickeln sich die Szenen in der Phantasie des Zuschauers, und die ist oftmals sehr viel grausamer und intensiver, als es gezeigte Szenen sein könnten. Daher ist dieser Film nichts für schwache nerven. Er zeigt Randgebiete unserer Gesellschaft, Dinge die es zwar gibt, die aber von dem meisten Menschen einfach verdrängt werden, zum einen weil mit ihnen gar nicht zu tun haben, zum anderen weil sie sich mit solchen grausamen und perversen Dingen nie auseinander setzen würden.

Nicolas Cage Rolle geht hier weit über seine sonst üblichen Action oder Liebesschnulzenrollen hinaus und er schafft es sogar in Richtung Charakterschauspieler zu gehen und ist durchaus die richtige Wahl für die Rolle. In einer relativ wichtigen Nebenrolle bekommen wir den hier noch recht jungen Joaquin Phoenix zu sehen, der auch wieder eine recht gute Figur macht. Der Score ist sehr unauffällig, aber sehr treffend und der Film ist sehr gelungen und stimmig in Szene gesetzt worden, die Kameraarbeit muss wirklich gelobt werden, sie fängt die bizare, düstere Stimmung gekonnt ein.

Ein sehr guter, sehr gelungener, sehenswerter Film, der allerdings nichts für Schwache nerven ist.

Animation &Zeichentrick Benjamin on 01 Jul 2007

Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück (Andrew Adamson, Vicky Jenson, J. David Stem, David N. Weiss, USA 2004)

Shrek Filme gehören einfach ins Kino. Diesen zweiten Teil, der nach nur zwei Wochen mit 340 Mio$ Nemo vom ersten Platz der erfolgreichsten Animationsfilme verdrängt hat, habe ich nur zu Hause auf DVD gesehen und ich bin nie mit ihm warm geworden.

Dabei hat der Film wieder alles was einen Shrek Film ausmacht. Unzählige Anspielungen, auf andere Filme, auch außerhalb des Märchengenres, viele interessante Charaktere von denen sicherlich der gestiefelte Kater einer der interessantesten neuen Charaktere ist, er wurde ja auch im dritten Teil weiter entwickelt, Seitenhiebe auf Disney, den amerikanischen Schönheitswahn,viele detaillierte Anspielungen die einem nicht unbedingt immer alle auffallen. Vielen Leuten hat der Film ja deutlich besser gefallen als der erste Teil, er ist vermutlich auch besser, es ist schon Jahre her, dass ich den ersten Shrek gesehen habe, aber  na ja …. wie gesagt … Shrek Filme gehören defintiv ins Kino, wie eigentlich die meisten Komödien. In der Masse zünden die meistens Witze doch besser, zumindest bei dieser Art von Humor. Filme mit etwas feinsinnigerem, subtilen Humor kann man sich auch gut zu Hause ansehen, wobei für mich Komödie meistens nur im Kollektiv wirken.

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