Horror Benjamin on 29 Aug 2007
The Hills have Eyes (Alexandre Aja, USA 2006)
The Hills have Eyes ist das Remake des Jahrzehnte alten Wes Craven Klassikers mit selben Titel. Dem Orginal werden ja viele Qualitäten gerade bezüglich Aussagen und feinheiten im Plot nachgesagt. Dazu kann ich natürlich herzlich wenig sagen, da ich unbefangen das Remake gesehen habe, ohne Kenntnisse vom Orginal zu haben. Und man kann durchaus sagen das Aja seine Hausaufgaben gemacht hat, zumindest wenn heutige Maßstäbe ansetzt. Heutzutage erwartet man von einem Horrorfilm erstklassige Schockmomente und Szene die so intensiv sein, dass sie einem das Blut in den Adern gefrieren lassen bzw. für Szenen sorgen, die zunächst gefahrlos wirken, dann aber durch einfache Änderungen der Perspektive eine ungeheure Bedrohung offenbaren. Und somit gibt es hier ausreichen Gore und Splattereffekte, die Umgebung wird geschickt ausgenutzt, die Handlung teilweise an mehreren Orten parallel geführt. Besonders die Vergewaltigungsszene im Wohnwagen hat eine große Wirkung, ist sie doch intensiv und abschreckend zugleich. Sehr ironisch wirkt es, wenn der Vater der verstrahlten Familie krächzend die amerikanische Nationalhymne singt. Gerade diese Szene stellt die Ambivalenz des Filmes dar. Auf der einen Seite macht er für einen Horrorfilm erschreckend viele politische Aussagen (Atomkraft, Republikaner, Waffengesetze, etc.). Das ist neu und verleiht eine Ebene, die über den üblichen Horrorfilm hinausgeht. Auf der andere Seite sind diese botschaften derart aufdringliche, dass man quasi mit dem Kopf drauf gestoßen wird und wirklich auch jeder die Aussagen versteht. Ich weiß nicht ob man da einfach mal für ein Ahagefühl bei den sonst eher wenig an solchen Inhalten interessierten Horrorfans sorgen wollte, so dass auch der letzte hinterher sagen kann “hey, das war politisch und natürlich hab ich’s durchschaut”. Das macht die Aussagen des Films natürlich nicht schlechter, verringert aber die Wirkung die sie haben aber, da etwas meistens dann am stärksten wirkt, wenn man das Gefühl hat, selbst drauf gekommen zu sein, und nicht wenns einem auf dem Silbertablett gereicht wird. Früher war mir das Horrorgenre ja verhasst, mittlerweile habe ich doch recht viele seiner Filme gesehen. Mittlerweile habe ich es sogar recht lieb gewonnen, wobei sogar mir Veränderungen aufgefallen sind. Früher stand die Aussage mehr im Vordergrund, der Horror war zwar vorhanden, aber mehr nur ein Mittel um die Story voranzutreiben. Je mehr sich die Technik und die Maskentechnik entwickelt hat, desto mehr ist der Horror in den Vordergrund gerückt und oftmals wird die Story nur benutzt um Horrormomente aneinander zu reihen. Auf wirkliche Aussagen und Charaktere wird verzichtet und auch die Geschichten die erzählt werden, haben meistens nicht die handelnden Personen als Zentrum sondern halt die Geschichte und den Horror der um sie herum gesponnen wird. So ist es auch mit The Hills have Eyes, der zum Ende hin etwas verliert, ansonsten aber wirklich bestens unterhält, wenn man sich unter einem Horrorfilm solche an die grenzen gehenden Szenen verspricht, die dieser Film zahlreich bietet. Mir hat er auf jeden Fall gefallen und er kommt dem, was ich mir lange Zeit unter einem wirklichen Horrorfilm vorgestellt habe recht nahe. Wobei sich diese Vorstellung mittlerweile etwas gewandelt hat.