Monthly Archive for "August 2007"



Horror Benjamin on 29 Aug 2007

The Hills have Eyes (Alexandre Aja, USA 2006)

The Hills have Eyes ist das Remake des Jahrzehnte alten Wes Craven Klassikers mit selben Titel. Dem Orginal werden ja viele Qualitäten gerade bezüglich Aussagen und feinheiten im Plot nachgesagt. Dazu kann ich natürlich herzlich wenig sagen, da ich unbefangen das Remake gesehen habe, ohne Kenntnisse vom Orginal zu haben. Und man kann durchaus sagen das Aja seine Hausaufgaben gemacht hat, zumindest wenn heutige Maßstäbe ansetzt. Heutzutage erwartet man von einem Horrorfilm erstklassige Schockmomente und Szene die so intensiv sein, dass sie einem das Blut in den Adern gefrieren lassen bzw. für Szenen sorgen, die zunächst gefahrlos wirken, dann aber durch einfache Änderungen der Perspektive eine ungeheure Bedrohung offenbaren. Und somit gibt es hier ausreichen Gore und Splattereffekte, die Umgebung wird geschickt ausgenutzt, die Handlung teilweise an mehreren Orten parallel geführt. Besonders die Vergewaltigungsszene im Wohnwagen hat eine große Wirkung, ist sie doch intensiv und abschreckend zugleich. Sehr ironisch wirkt es, wenn der Vater der verstrahlten Familie krächzend die amerikanische Nationalhymne singt. Gerade diese Szene stellt die Ambivalenz des Filmes dar. Auf der einen Seite macht er für einen Horrorfilm erschreckend viele politische Aussagen (Atomkraft, Republikaner, Waffengesetze, etc.). Das ist neu und verleiht eine Ebene, die über den üblichen Horrorfilm hinausgeht. Auf der andere Seite sind diese botschaften derart aufdringliche, dass man quasi mit dem Kopf drauf gestoßen wird und wirklich auch jeder die Aussagen versteht. Ich weiß nicht ob man da einfach mal für ein Ahagefühl bei den sonst eher wenig an solchen Inhalten interessierten Horrorfans sorgen wollte, so dass auch der letzte hinterher sagen kann “hey, das war politisch und natürlich hab ich’s durchschaut”. Das macht die Aussagen des Films natürlich nicht schlechter, verringert aber die Wirkung die sie haben aber, da etwas meistens dann am stärksten wirkt, wenn man das Gefühl hat, selbst drauf gekommen zu sein, und nicht wenns einem auf dem Silbertablett gereicht wird. Früher war mir das Horrorgenre ja verhasst, mittlerweile habe ich doch recht viele seiner Filme gesehen. Mittlerweile habe ich es sogar recht lieb gewonnen, wobei sogar mir Veränderungen aufgefallen sind. Früher stand die Aussage mehr im Vordergrund, der Horror war zwar vorhanden, aber mehr nur ein Mittel um die Story voranzutreiben. Je mehr sich die Technik und die Maskentechnik entwickelt hat, desto mehr ist der Horror in den Vordergrund gerückt und oftmals wird die Story nur benutzt um Horrormomente aneinander zu reihen. Auf wirkliche Aussagen und Charaktere wird verzichtet und auch die Geschichten die erzählt werden, haben meistens nicht die handelnden Personen als Zentrum sondern halt die Geschichte und den Horror der um sie herum gesponnen wird.  So ist es auch mit The Hills have Eyes, der zum Ende hin etwas verliert, ansonsten aber wirklich bestens unterhält, wenn man sich unter einem Horrorfilm solche an die grenzen gehenden Szenen verspricht, die dieser Film zahlreich bietet. Mir hat er auf jeden Fall gefallen und er kommt dem, was ich mir lange Zeit unter einem wirklichen Horrorfilm vorgestellt habe recht nahe. Wobei sich diese Vorstellung mittlerweile etwas gewandelt hat.

Drama &Komödie &Maggie Gyllenhaal Benjamin on 29 Aug 2007

Secretary (Steven Shainberg, USA 2002)

Secretary ist eigentlich ein unmöglicher Film. Zum passt der Film von der Thematik her nicht wirklich ins sonst doch eher prüde Hollywood, nach allem was man so hört könnte man glauben, die Studios hätten Angst die Leute würden alle ihre Filme nicht mehr kucken, sobald sich einer ums Thema SM dreht, und somit so einen Film gar nicht ermöglichen würden. Zum anderen dass dieser Film das Thema SM absolut feinfühlig angeht und das Kunststück schafft, zum einen die Obsessionen und das Verlangen als Grundlage dieser Sucht zu übermitteln, auf der anderen Seite aber nie unter die Gürtellinie zu rutschen und in irgendeinster Weise billig oder aufgesetzt zu wirken.

*Achtung: Spoiler möglich* Dies ist zum einen natürlich dem Regisseur Shainberg zu verdanken, zum anderen aber auch den beiden gut gewählten und gut aufspielenden Darstellern Maggie Gyllenhaal und James Spader, den meisten aus Star Gate SG-1 bekannt, zu verdanken. Spader habe ich erst nach über der Hälfte des Films erkannt, sein zurückhaltendes, reserviertes, in den entcheidenden Momneten aber dennoch bestimmtes Spiel passt perfekt zur Figur des innerlich zerrütteten Edward Grey, der ebenso wie seine Sekretärin Lee Holloway Probleme hat, sich seinen Neigungen zu stellen. Leider wird nur einer der beiden Charaktere wirklich tiefergehend dargestellt, lediglich aus Lees Vorgeschichte kann man die Entwicklung ihrer Neigung nachvollziehen. Sie wird zu Filmbeginn gerade aus einer Psychatrie entlassen, wo sie wegen eines vermeintlichen Selbstmordversuches eingewiesen wurde. Sie hält das ganze doch nur für ein Mißverständnis, neigt sie doch von je her zu Selbstverletzendem verhalten. Sie beschließt nun sich zum ersten Mal einen Job zu suchen und landet schließlich als Sekretärin beim Anwalt Edward Grey. Nach einiger Zeit entdeckt er einige von Lees Wunden und der Film macht nicht ganz klar, ob er ihr seine alternative Version von Schmerzen vorstellt, um sie von diesem selbstverletzenden Verhalten abzubringen, oder ob er einfach nur eine lange unterdrückte Obsession ausleben will. Auf jeden Fall führt das erste Spanking in seinem Büro auf Grund diverser Rechtschreibfehler in von ihr geschriebenen Briefen dazu, dass sie ihr “Werkzeug”, welches sie vorher benutzt hat, um sich zu verletzten, entsorgt, und fortan darauf hinfiebert, erneut von Edward für kleine (absichtliche) Fehler bestraft zu werden. Doch Edward scheint mit sich selbst uneins zu sein, ob er nun wirklich gefallen daran findet, oder ob das ganze eine Perversion ist, die sich ein Anwalt nicht erlauben kann. So entfernt er sich zunächst wieder von ihr, was ihr Verlangen nach seiner dominanten Art nur noch mehr verstärkt. Nachdem er schließlich doch, für sie überraschend, in seinem Büro ihr nicht den Arsch versohlt, sondern auf selibgen onaniert, entfernt sie sich von Edward und will schließlich aus lauter Verzweiflung jemand anderen Heiraten. Doch in letzter Sekunde kann sie sich eingestehen, was sie eignetlich will und rennt noch im Brautkleid zu Edward, welcher ihr befiehlt, mit den Unterarmen auf dem Schreibtisch und den Füßen auf Boden am Schreibtisch sitzend auf ihn zu warten, bis er wiederkommt. Nachdem sie dies drei Tage lang mit eisernem Willen und trotz des Zuredens ihrer Familie durchhält, gesteht sich schließlich auch Edward seine Neigung ein, und die beiden werden ein Paar. *Spoilerende*

Eigentlich ist das kein Film über SM, wie z.B. die Geschichte der O oder 24/7. Es ist eine ganz normale, Hollywoodtypische Liebesgeschichte,nur dass diese Liebe mal durch etwas anderes vorangetrieben wird. Zwar ist die sadomasochistische Beziehungen zwischen Lee und Edward Dreh und Angelpunkt des Films, im Vordergrund steht aber die sich daraus entwickelnde Liebe der beiden. Das ganze ist beinahe ein Kammerspiel, der Großteil des Films spielt sich in Edwards Büroräumen ab, was dazu führt dass sich die Geschichte abseits von ständig wechselnden Schauplätzen voll auf die zwei Charaktere konzentrieren kann. Dabei ist der Film mehr Drama als Komödie, hat aber auch seine leichten humoristischen Momente, wodurch das Thema mit einer angenehmen Leichtigkeit aufbereitet wird, und auch Menschen, die eigentlich nichts mit dem Thema zu tun haben einen durchaus unterhaltsamen Filmabend beschert.

Horror Benjamin on 28 Aug 2007

Die Nacht der lebenden Toten (George A. Romero, USA 1968)

Ein Film, der das Zombiegenre in eine neue Richtung lenkte. Erstmals waren Zombies nicht durch Magie auferstanden, sondern haben sich aus eigener Kraft aus ihren Gräbern erhoben. Als Ursache dafür wird die Strahlung einer zur Erde zurückgekehrten Weltraumsonde vermutet. Diese Strahlung aktiviert das Hirn verstorbener, so dass diese als Zombies wieder auferstehen, und sich über die Lebenden her machen. Da das Hirn die Ursache für das Problem ist, ist es auch zeitgleich die Lösung, es muss einfach weggeschossen werden, um den Zombie zu töten. Feuerbestattungen werden wohl künftig gang und gebe sein.

All dies wissen unsere Protagonisten zu Beginn allerdings noch nicht. Ein Geschwisterpärchen besucht das Grab ihrer Eltern. Der Bruder erschreckt die Schwester mit Gespensteralbereien, und macht sich noch über einen über den Friedhof schleichenden Mann lustig, welcher ihn kurze Zeit später tötet. Sie flieht und erreicht ein Farmhaus, wo auch Ben Zuflucht sucht. Er hat auf seiner Flucht ebenfalls ähnliche Erlebnisse gehabt und zahlreiche Menschen gesehen, die ähnlich wie der Mann auf dem Friedhof agiert haben. Sie verbarikadieren notdürftig das Haus, um sich gegen die immer größer werdende Zahl Zombies zu schützen, als sie im Keller fünf Personen entdecken, die Familie Cooper, die sich dort versteckt hält. Ben ist wütend, dass sie ihnen nicht beim Sichern das Hauses geholfen haben, und es kommt zum andauernden Konflikt zwischen Harry Cooper und Ben. Ben möchte die Flucht ergreifen, und sich woanders in Sicherheit bringen, während Harry sich einfach im Haus verstecken möchte, und auf Hilfe warten will. Während sie weiter das Haus sichern und beraten was zu tun ist, bzw. darüber streiten, erfahren sie nach und nach die oben erwähnten Nachrichten aus dem Fernsehen und beginnen, ihre Situation zu verstehen. Schließlich versuchen, sie zu fliehen, was aber scheitert, beim dem Fluchtversuch kommen zwei Familienmitglieder ums Leben, so dass schließlich nur die Flucht zurück ins Farmhaus bleibt. Hier hat sich die Tochter Harrys, die von einem Zombie gebissen wurde, mittlerweile ebenfalls in einen Zombie verwandelt und es ist ihnen auch gelungen ins Haus einzudringen, so dass Ben sich im Keller verstecken muss, wo er die Tochter und Harry erschießen muss. Er schafft es bis zum nächsten Morgen im Keller auszuharren, doch als die Farmen, die die Zombies aus dem Weg räumen auftauchen und er sich in Sicherheit wiegt, kommt es zu einer Folgenschweren verwechslung.

Der Film ist auf der einen Seite sicherlich interessant. Da ist zum einen die neuausrichtung des Zombiegenres. Weiterhin die Kritik an verschiedensten Dingen, es werden zahlreiche Themen auf unterschiedliche Art und Weise bearbeitet, z.B. die unvorhersehbarkeit der Auswirkungen des Weltraumprogramms, das zu der Zeit gerade hochaktuell war, Rassenfeindlichkeit, wobei Ben, der einzige, der den Durchblick zu haben scheint, ein Schwarzer ist, der Verfall der Kleinbürgerlichen Familie, Feigheit und Heldentum, die Medien bzw. die leichtgläubigen Zuschauer und und und.

Aber dennoch passiert in dem Film weniger als man sich erhofft. Im Vergleich zu heutigen Zombiefilmen passiert über weite Strecken des Films einfach gar nichts. Nach 10 Minuten verkommt der Film zu einem Kammerspiel, das fast eine Stunde lang andauert, in dem die Konflikte der Protagonisten untereinander ausgetragen wird, und Informationen aus dem Fernsehen gesammelt werden. Ansonsten passiert in dieser Zeit, wohlgemerkt dem Hauptteil des Films so gut wie nichts. Nun das gibt dem Film zum einen natürlich Zeit die erwähnten Themen zu behandeln und die Personen ein wenig auszuleuchten, aber da es auch keine Nebenhandlungen gibt, passiert halt auch recht wenig. Dieser Umstand mag wohl in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass der Film quasi ein Freizeitprojekt war, bei dem die Beteiligten nur in ihrer Freizeit mitwirken konnten, und dementsprechend zum einen sowohl die Zeit als auch vor allem das Geld knapp war, und es somit recht einfach war, sich auf den Ort der Farm bzw. des Inneren des Hauses zu beschränken. Ein einziges Set kostet nunmal wenig Geld.

Mein Hauptproblem an diesem Film war wohl wiedermal rein pragmatischer Natur. Die Sichtung fand um drei Uhr nachts statt und mir stand nur die englische Version zu Verfügung, während ich nebenbei im Internet noch etwas gemacht habe. Immer ganz schlechte Voraussetzungen bei einem Film wo doch recht viel über den Dialog passiert. Zwar verstehe ich englisch ohne größere Probleme, aber es ist halt doch nur eine Fremdsprache die ich aktiv so gut wie nie gebrauche und sich passiv fast nur aufs Lesen von Dingen im Internet beschränkt, so dass ein einfaches nebenbei Zuhören nicht wirklich möglich ist, wenn der Film und somit der Inhalt neu ist.

Nichtsdestotrotz ist DNdlT ein sehenswerter Film, und für alle Zombiefans eh Pflichtprogramm da der Streifen eine Grundlage und Ikone des Genres ist. Vielleicht auch gerade durch den von mir angeprangerten Verzicht auf Splatter und Goreeffekte (soll zwar welche geben, da scheine ich aber gerade nicht hingekuckt zu haben) und Konzentration auf die handelnden Personen und ihre Beziehungen und Konflikte untereinander. Von diesem Standpunkt aus gesehen hat der Film sogar viel mehr zu bieten als die üblichen Zombiefilme, in denen das Phänomen Zombie an sich zum Hauptthema wird, und man sich überhaupt nicht für die Charaktere des Films interessiert. Und letzlich hat DNdlT ein überaus pessimistisches Ende, dass alle Hoffnung zu nehmen scheint. Ich bin schon gespannt, ob die Hoffnung in Dawn of the Dead wieder aufkeimen wird….

Horror Benjamin on 28 Aug 2007

Nightmare – Mörderische Träume (Wes Craven, USA 1984)

Und somit habe ich auch diesen Klassiker gesehen, ein Film, den man einfach kennen muss und kennen sollte. Überall wird von ihm geredet, scheinbar jeder kennt ihn, und er wird oft parodiert, da wurde es also mal Zeit sich das 90 minütige Spektakel einmal anzusehen. Freddy Krueger war einst ein Kinderschänder, der auf Grund eines Verfahrenfehlers ungestraft davon kam, anschließend aber von den Eltern der Kids gelyncht wurde. Jetzt kehrt er in den Träumen der Kinder zurück und rächt sich an ihnen. Tötet er sie in seinen Träumen, sterben sie auch in der Wirklichkeit – wieder ein Baustein, aus dem Matrix konstruiert wurde? Zart besaitete Menschen dürften nach dem Genuß dieses Filmes wohl ernsthafte Schwierigkeiten mit dem Einschlafen haben, zu groß wird die Angst sein, Freddy in seinem Traum zu begegnen.

Der Film beginnt mit fulminanten, grandiosen 20 Minuten, die wirklich im Fluge vergehen und eine passende Stimmung aufbauen und Freddy geklungen einführen, anschließend verliert der Film allerdings deutlich an Tempo und Intensität. Trotzdem bleibt man immer am Ball, denn schnell erkennen die Kinder dass sie sterben werden, wenn sie einschlafen – aber was sowohl wir als auch die Kinder wissen – irgendwann muss jeder schlafen. Und somit ist die Situation für die Kinder auswegslos, sie werden wohl oder übel sterben müssen, es sei denn, sie finden einen Weg, Freddy zu bekämpfen. Nightmare on Elm Street ist einer der wenigen Filme, in denen ich den Soundtrack absolut nervig finde, dieses 80er Jahre Synthiegedudel erinnert zeitweise na eine alte Die Drei ??? Kasette und nicht so sehr an einen Horrorfilm. Doch manchmal passt sie auch recht gut zum Film, wenn auch selten. Freddy ist hier in diesem Film wirklich böse und diabolisch, und wie es sich für so jemanden gehört, recht wortkarg, wodurch die durch ihn ausgestrahle Bedrohung nur noch größer wird.

Johnny Depp hat hier seinen ersten Filmauftritt. Ursprünglich hat er nur einen Freund zum Casting begleitet, wurde er dabei entdeckt und für eine recht wichtige Rolle besetzt, so ist durch Zufall eine Karriere entstanden, die den jungen Mann zu einem Hollywoodsuperstar machte. Alles in allem ist Nightmare für heutige Verhältnisse von den Effekten her eher harmlos, aber dieser Film bezieht seinen Horror auch nicht aus seinen Goreszenen, sondern mehr aus der Identifikation des Zuschauers, und der Übertragung der schauerlichen Geschichte auf einen selbst. Denn schlafen müssen wir alle irgendwann, und wenn wir dort auf Freddy Krueger treffen, können wir uns nicht wehren …

Uncategorized Benjamin on 27 Aug 2007

Cube (Vincenzo Natali, Kanada 1997)

Die Grundidee dieses Films ist überaus vielversprechend und mal etwas innovatives im sonst doch sehr reaktionären Hollywood. 6 Menschen befinden sich in quadratischen Raum, der auf jeder Seite einen Ausgang hat, also 6 insgesamt. Öffnet man einen der Durchgänge liegt dahinter wieder ein Raum, der mit dem, in dem man sich gerade befindet identisch ist. Die sechs Personen habe keine Ahnung, wie in dieses Gebilde gelangt sind, jeder ist hier einfach aufgewacht. Die Sechs stehen in keinem Zusammenhang zueinander, sie scheinen einfach zufällig zusammengewürfelt zu sein. Nirgends gibt es einen Gegner, einen Ansprechpartner, jemanden den sie fragen können, was all das zu bedeuten hat, warum sie hier sind, und warum man ihnen dies angetan hat. Einige der Räume sind mit Fallen gespickt, die absolut tötlich sind und somit wird die vermeintliche Flucht zu einem Spiel um Leben und tot. Aber können sie fliehen? Hinter jedem Durchgang findet sich wieder ein neuer würfelförmiger Raum. Bald beginnt man sich zu mißtrauen, ob nicht doch einer jemand mehr weiß als er zu gibt, vielleicht zu “denen” gehört und weiß was gespielt wird. Somit führen sie den wahren Kampf nicht gegen den Würfel, sondern gegen sich selbst und das ganze bekommt eine zusätzliche psychologische Spannung.

Der Film wurde mit einfachsten Mitteln gedreht, in der Tat war gerade einmal ein Raum für den gesamten Film nötig, er wurde einfach jeweils mit neuen Hintergrundfarben beleuchtet. Dies führt zusätzlich dazu, dass sich die Handlung voll und ganz auf die Personen selbst konzentriert. Da ist es natürlich schade, dass die meisten von ihnen relativ blass bleiben und wenig Identifikationspotential bieten. Gerade der “Leitwolf”, der schwarze Cop, der sich zum Alphamännchen der Gruppe macht, ist wenig symphatisch, was ein wenig Schade ist. Die Grundidee des Films ist überaus interessant, man hätte nur die handlenden Figuren ein wenig lebendiger und interessanter gestalten sollen. Nichtsdestrotrotz ist Cube ein absolut sehenswerter Film, der vom üblichen Hollywoodmainstream abweicht und den man heutzutage eigentlich kennen sollte.

Uncategorized Benjamin on 27 Aug 2007

Team America (Matt Stone/Trey Parker, USA 2004)

We’re dicks! We’re reckless, arrogant, stupid dicks. And the Film Actors Guild are pussies. And Kim Jong Il is an asshole. Pussies don’t like dicks, because pussies get fucked by dicks. But dicks also fuck assholes: assholes that just want to shit on everything. Pussies may think they can deal with assholes their way. But the only thing that can fuck an asshole is a dick, with some balls. The problem with dicks is: they fuck too much or fuck when it isn’t appropriate – and it takes a pussy to show them that. But sometimes, pussies can be so full of shit that they become assholes themselves… because pussies are an inch and half away from ass holes. I don’t know much about this crazy, crazy world, but I do know this: If you don’t let us fuck this asshole, we’re going to have our dicks and pussies all covered in shit!

Wer hätte gedacht dass ein Film mit Marionetten Menschenmassen ins Kino ziehen kann. Parker und Stone haben einen Film geschaffen, der überaus satirisch und bissig ist, und auch, bzw. gerade, den erwachsenen Kinogänger unterhalten kann. Die Marionetten wirken eigentlich nie lächerlich oder kindisch, im Gegenteil, durch den geschickten Einsatz von Soundeffekten und teilweise epischen Musikstücken, hat man gerade am Anfang den Eindruck, einen wirklich großen Film zu sehen, zumindest von den Bildern her. Die erste dreiviertel Stunde ist auch zeitgleich der Höhepunkt dieses Films, der danach ein wenig an Tempo verliert und sich mehr auf die Story besinnt, die satirischen Seitenhiebe werden anspruchsvoller und zahlreicher, der anfänglich noch stark vorhandene klassische Humor tritt in den Hintergrund. Der Film kritisiert auf satirische Art und Weise den amerikanischen Anspruch darauf, gewissermaßen die Polizei der Welt zu sein. So scheint auch das Team America keinen wirklichen Auftraggeber zu haben und agiert immer nur nach eigenem Ermessen, immer mit dem großen Ziel den Terror abzuwehren. Dazu scheint jedes Mittel recht, und so wird in der ersten Szene gleich mal halb Paris verwüstet, der Eifelturm gesprengt, der Arc de Trimuph (oder wie man den auch immer schreibt ^^) zerstört und der Louvre bombardiert. Aber koste es was es wolle, am Ende ist die Freiheit geschützt und die Terroristen bekämpft.

Aber nicht nur die Machtambitionen Amerikas werden parodiert, auch Hollywood selbst und vor allem die pazifistischen Schauspieler werden aufs Korn genommen, welche sich in der Film Actors Guild kurz fag, englisch für schwuchtel, zusammengeschlossen haben. Auch Filmemacher Michael Moore bekommt sein Fett weg, sowie zahlreiche Politiker rund um den Globus verteilt. Als Bösewicht dient der Nordkoreanische Diktator Kim Jong Il. Er wurde nicht zuletzt gewählt, weil er einerseits gegen den Westen wettert, andererseits eine Sammlung von ca. 20.000 westlichen Spielfilmen besitzt. In der recht ausschweifenden Sexszene wird die Prüderie Amerikas und des amerikanischen Kinos angeprangert, wobei die drastischsten Szenen, die in der aufeinander uriniert und anderer schweinkram gemacht wird, geschnitten wurden, sie sind aber in der DVD version enthalten. Fans von Soutpark werden auch hier wieder mit einem Werk belohnt, dass mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick scheint und das man sich durchaus auf einem Videoabend oder nebenbei einmal ansehen kann Kein Film den man zwingend gesehen haben muss, aber auf jeden Fall ein Film, den man gesehen haben kann, die 100 Minuten wird man sicher nicht als verschwendet ansehen .

Steven Spielberg Benjamin on 27 Aug 2007

Duell (Steven Spielberg, USA 1971)

Duell war Steven Spielbergs erster Spielfilm, welcher ursprünglich fürs Fernsehen gedreht wurde, wegen des großen Erfolges, wurden aber noch zusätzliche 16 Minuten gedreht, um den Film auf eine Länge von 90 Minuten zu bringen und in Europa nochmals in die Kinos zu bringen. Der Film erzählt die Geschichte von David Mann, der auf dem Heimweg durch Kalifornien ist, und abseits der großen Highways auf einer Landstraße. Irgendwann stößt er auf einen Truck vor ihm, den er nach kurzer Zeit auch überholen kann und seine beschauliche, langweilige Reise geht weiter, bis er nach kurzer Zeit urplötzlich mit hoher Geschwindigkeit von eben diesem Truck überholt, und schließlich selbst am überholen gehindert wird. Es entwickelt sich eine gefährliche Jagd, des riesigen und bulligen Trucks auf Mann in seinem kleinen Auto. Egal was dieser auch versucht, er kann ihm nicht entkommen. Der Plot klingt recht simpel, ist er auch. Gerade wenn man Death Proof erst kürzlich gesehen hat, wird man sich ernsthaft fragen, wie man so eine Story, die ja im Prinzip große Ähnlichkeit mit dem Ende von Death Proof hat, über 90 Minunten erzählen kann, und sie dabei auhc noch spannend bleibt. Und tatsächlich handeln nahezu die gesamten 90 Minuten lang von dieser Verfolgungsjagd, man befindet sich immer auf der Straße, es gibt nur einen ganz kurzen, aber genialen Ausflug, in ein Restaurant auf dem Weg, wo Mann versucht herauszufinden, wer der Fahrer des Trucks ist, was ihm aber mißlingt. Der Fahrer bleibt den gesamten Film über gesichtlos, sowohl für Mann als auch für den Zuschauer. Somit bleibt auch die Frage nach seinen Motiven ungeklärt, wir erfahren nie, warum er tut, was er tut, und können es auch nie erfahren. Somit bleibt eine Geschichte, die sinnbildlich für so vieles stehen kann. Den Kampf Mann gegen Maschine, den alltäglichen Wahnsinn im Straßenverkehr, wo man oftmals wirklich das Gefühl hat, das manche Idioten ihr Auto wie eine Waffe benutzen. Fernab von jeglicher Hilfe und Zivilisation ist Mann auf sich allein gestellt. Er kann nicht einfach zur Polizei gehen und andere seine Probleme lösen lassen, so unrecht sie auch sein mögen. Somit muss er aus seinem alltäglichen Leben und Denken ausbrechen, und selbst Initiative ergreifen um die Situation in Ordnung zu bringen, den Verfolger abzuhängen, und sein eigenes Leben zu schützen. Der Film schafft es tatsächlich über die vollen 90 Minuten spannend zu bleiben und kann durchaus als Spielbergs erstes Meisterwerk angesehen. Er schafft es, mit einfachsten Mitteln, den Zuschauer voll und ganz in seinen Bann zu ziehen. Gerade einmal 13 Tage hat er gebraucht, um diesen Film zu drehen, mit einem vermutlich sehr geringen Budget, aber der Film steht sinnbildlich, für viele seiner folgenden Werke. Gerade in den Filmen aus den 80er Jahren findet man zahlreiche Kameraeinstellungen, Schockmomente, Verknüpfungen von Musik und Bild, Schnitttechniken in Spielbergs Filmen wieder, die er hier schon benutzt hat, und auch eines seiner Grundtthemen, den Kampf eines Mannes (und es sind fast immer Männer bei ihm) gegen etwas größeres, eine nahezu übermenschliche Bedrohung, was ja auch Theme seines folgenden Films und des ersten Sommerblockbusters überhaupt, der Weiße Hai ist, greift er hier schon auf. Ein durchaus sehenswertes Erstlingswerk, das die Karriere eines der bedeutensten und einflußreichsten Hollywoodregisseure unserer Zeit begründet hat.

Charakterstudie &Drama &Ghetto &HipHop &Millieustudie Benjamin on 26 Aug 2007

Hustle & Flow (Craig Brewer, USA 2005)

Nachdem ich von der Wirkung und dem Stil Black Snake Moans schon recht beeindruckt war, war es an der Zeit, sich den ersten großen Hollywoodfilm von Craig Brewer anzusehen, der in den Kritiken zu BSM ziemlich hochgelobt wurde, unter anderem von spiegel online. Und tatsächlich schafft es Hustle & Flow sich an die Spitze der bis heute gesehenen Filme aus dem Produktionsjahr zu schieben und dabei Batman Begins von der Spitze zu stoßen. Die Grundgeschichte des Films wurde schon zig Mal erzählt, ein im Ghetto lebeneder Underdog, aus der schwarzen Unterschicht, hat den Traum, diesen Sumpf zu verlassen und durch Musik, durch Hip Hop, den Durchbruch zu schaffen. Die Grundidee ist als altbekannt. Die Art und Weise wie diese Geschichte erzählt wird, ist aber durchaus bemerkenswert. In BSM war der Blues der eigentliche Star des Films, auch wenn Jackson und Ricchie hervorragend gespielt haben, in Hustle & Flow schafft es der kraftvolle Hip Hop hingegen nicht, dem brillant aufspielenden Terrence Howard und seinen Nebendarstellern die Show zu stehlen.

Der Film spielt zwar im Millieu von Prostituierten, Zuhältern, Drogendealer und Junkies, aber dennoch hält er sich mit irgendwelchen Gesellschaftskritiken vornehm zurück, die Darstellung der Zustände und Verhältnisse wirkt einfach sehr natürlich, ohne ein großes Statment setzen zu wollen. Brewer legt sein Hauptaugenmerk auf die Charaktere, ihre Entwicklung und Beziehungen zueinander und trifft damit voll ins schwarze. So ist man anfangs verwirrt, weil man mit zahlreichen Schicksalenen und Charakteren konfrontiert wird, nach und nach fügt sich das ganze aber zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Jeder Charakter in diesem Film hat seinen eigene Geschichte und wirkt glaubhaft, es handelt sich in der Tat um eine der besten recherchierten und umgesetzten Milleustudien, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Und auch wenn die Geschichte wie schon erwähnt zwar schon oft erzählt wurde, so wie hier wurde sie selten erzählt, hier werden Hoffnungen geschürt und Träume zum Platzen gebracht, der Aufstreber mit der Realität konfrontiert und er droht im Sog seiner Herkunft unterzugehen. Und dennoch bleibt am Ende ein Funken Hoffnung. Das Ende schafft das Kunststück zugleich ein Happy End zu sein, auf der anderen Seite aber auch nicht. Sowas sieht man selten in einem Film. Brewer ist auf jeden Fall ein Regisseur, den man im Auge behalten soll, denn von Filmen, bei denen im Vorspann steht, dass sie MTV mitproduziert wurden, erwartet man eigentlich nicht wirklich viel.

In Hustle & Flow ist der Hip Hop, um den sich die Geschichte vordergründig dreht, die ganze Zeit im Hintergrund präsent, und drängt sich nur selten mit kraftvolles Beats in den Vordergrund, schafft es dann aber, auch über den Film hinaus im Gedächnis zu bleiben. So ist es Djays Hit, der einem auch nach dem Abspann noch durch den Kopf geht, und dazu anregt, über den Film nachzudenken. Aber acuh wenn es nicht um den Song selbst geht, ist der Score des Films immer auf den Punkt passend. Selbst wenn man, wie ich rein gar nichts mit Hip Hop anfangen kann, ist der Film absolut sehenswert, denn auch wenn der Hip Hop irgendwie immer da ist, schon allein weil fast alle gezeigten Charaktere Hip Hoper sind, geht es eben halt doch nur Hintergründig um den Hip Hop, sondern, ähnlich wie in Million Dollar Baby um die einzlnen Schicksale, ihre Hoffnungen, Träume und Wünsche. Und wenn einem wirklich etwas ans Herz geht, dann sind es wirkliche Menschen und hier hat man das Gefühl, einige auf einem Teil ihres Weges zu begleiten. Ob Brewers nächster Film wohl Rock’n'Roll als vordergründiges Thema hat? Man darf gespannt sein, sein nächstes Werk wird auf jeden Fall im Kino gesichtet.

Komödie &Travestie Benjamin on 26 Aug 2007

Manche mögen’s heiß (Billy Wilder, USA 1959)

Bis zum heutigen Tage habe ich noch nie einen Film mit Marilyn Monroe gesehen, und in meiner Erinnerung war sie immer eine eher nicht ganz so schlanke, eher stabilere Frau, die für mich jedem Schönheitsideal zum trotz doch sehr weit weg war vom Sexsymbol, so dass ich dass Brimborium dass um sie gemacht wurde und wird nie ganz nachvollziehen kann. Wie gesagt, bis zum heutigen Tage. Nach der ersten Sichtung eines Monroe Films kann ich nur bestätigten dass Marilyn noch im Alter von 33 Jahren ein absolutes Sexsymbol ist, und sie denke ich auch im heutigen Vergleich locker gegen andere hübsche Schauspielerinnen bestehen könnte. Sie als Archetyp des blondes Sexsymbols anzupreisen ist denke ich keine Untertreibung und mittlerweile kann ich dass Brimborium nachvollziehen. Allein in der Zugszene, in der sie zu Curtis in die Koje huscht enthält mehr Erotik und Sex als jeder Hardcorestreifen, allein durch Anspielung und leise Präsenz wird eine ungeheure Spannung aufgebaut und wohl so ziemlich jeder Mann hat mitleid mit dem als Frau verkleideten Joe, und wünscht sich doch insgeheim in seine Position, selbst wenn das bedeuten würde, Frauenkleider tragen zu müssen. In der Szene in der sie “I Wanna Be Loved By You” singt, setzt die geschickte Ausleuchtung der sexuellen Spannung noch einmal einen drauf. Das ganze wirkt heute immer noch beeindruckend, wo wir doch schon ganz anderes gewohnt sind, mich hätte durchaus die Reaktion der Männerwelt Anfang der 60er auf diesen Film interessiert.

Und das alles, obwohl es Monroe körperlich gar nicht gut ging. Sie leidete unter ihrer Drogensucht, hatte starke psychische Probleme, die dazu führten, dass sie manche Szenen bis zu 80 mal wiederholen musste und sie es nahezu 50 mal nicht hinbekommen hat, den Satz “It’s me, Sugar” richtig vorzutragen. In der Einstellung, in der sie es dann schaffte, stand sie mit dem Rücken zur Kamera, so dass Regisseur Wilder schließlich aufgab, und die Szene nachsynchronisieren ließ. Dazu kam, dass Monroe während der Dreharbeiten schwanger war (wie so oft wahrscheinlich eine Fehlgeburt, da sie keine bekannten Kinder hat), was ihre körperliche Konstitution nochmals verschlimmerte, was man später an manchen Stellen im Film auch sieht. Doch trotz all dieser Schwierigkeiten, und ihrer wohl eher mangelnden Fähigkeiten als Schauspielerin in dieser Lebensphase bleibt ihre Wirkung unverändert, auch wenn sie zunehmend unzufriedener damit war, auf die Rolle des blonden Dummchen festgelegt zu werden. Natürlich spielt sie in diesem Film ihre Paraderolle, ein blondes Dummchen. Nun, vielleicht nicht wirklich dumm, aber auf jeden Fall naiv.

Letztlich muss man aber wohl sagen, dass Monroe zwar ungemein wichtig für die Optik des Films ist, die wirklichen Stars, die den Film bestimmen und ihm Leben geben sind Tony Curtis und Jack Lemmon. Die beiden sind das Herz dieser Travestiekomödie, die wohl zurecht zu einer der besten, wenn nicht gar der besten Komödien aller Zeiten gewählt wurde (wobei solche Hitlisten ja immer nicht so übermäßig ernst zu nehmen, gerade unter Filmen wird es nie DEN besten einer Gattung oder eines Genres geben). Wilder wollte zwar Männer in Frauenkostümen, aber er wollte keine Tunten, so dass der Anlass der beiden die Rollen zu wechseln in durchaus ernster, gar lebensbedrohender ist, und ihre Notlage glaubhaft macht, und so spielen die zwei auch. Zunächst haben Lemmon und Curtis Frauenkleider auf dem Studiogelände getragen, und nachdem sie nirgends aufgefallen sind, haben sie an verschiedenen Orten auf Damenklos ihr Make-Up überprüft, und nachdem selbst dort keiner der anderen anwesenden Frauen etwas aufgefallen ist, waren sie überzeugt, dass sie durchaus glaubhaft den Mann im Frauenkostüm, der nicht auffällt spielen können. Um das ganze aber noch einen Tick glaubhafter zu machen, haben sie sich gegen das Trainig gewehrt, in welchem sie lernen sollten auf Stöckelschuhen zu gehen, denn schließlich sollten sie nicht aussehen wie Frauen die auf Stöckelschuhen gehen, sondern wie Männer, die versuchen wie eine Frau auf Stöckelschuhen zu gehen. Die beiden ergänzen sich prächtig und wirken in ihren Rollen als Frauen durchaus symphatischer als in der kurzen Zeit, in der sie als Männer agieren. Dieser Film ist wirklich ein Faszinosum, die zwei Stunden vergehen wie im Flug und die Geschichte bietet recht viel, durchdachten Witz, Millionäre, Blondinen, ein Frauenorchester, Mafiagangster, einen Killer in einer Geburtstagstorte, Travestie und Verwechslung, Musik, ein flottes Tempo, brillante Darsteller und eine herrliche Kamerarbeit, so dass der Film auch nach fast 50 Jahren noch voll überzeugen, begeistern und faszinieren kann, und sogar sein Ende hat immer noch die gleiche Wirkung wie seinerzeit, denn wer rechnet schon damit dass Fielding auf Daphnes Offenbarung “Ich bin ein MANN” mit “Niemand ist vollkommen” antwortet. Dieser Satz ist dann zugleich auch sinnbild für den Film, oft wird in diesem Gedanken der Einwand gebracht, dass auch Filme dass nicht sein können, man nach “Manche mögens heiss” aber durchaus zweifel daran bekommen könnte. Ob dem nun wirklich so ist, muss jeder selbst entscheiden :-) Wer diese Screwballkomödie bisher noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen.

Horror &Trash Benjamin on 25 Aug 2007

Severance (Christopher Smith, Großbritannien/Deutschland 2006)

Gleich in der ersten Szene wird man auf das eingestellt was einen erwartet, zwei junge hübsche Frauen die oben rum nur einen BH tragen sind in einer Grube gefangen, und ein in einer Fußfalle an einem Baum hängender Mann mittleren Alters wird von einem Killer so abgestochen, dass ihm das Blut literweise über den Körper läuft. Das ganze begleitet von relativ fröhlichen Popmusikklängen, die der Szene nahezu ihren gesamten Schrecken nehmen. Leider führt einen das ganze in die Irre. Die anfangs gezeigte Szene ist eine Szene vom Ende des Films und im folgenden bekommen wir zunächst gezeigt, wie es soweit kam. Severance will eine Horrorkomödie mit viel schwarzen, britischen Humor sein. Und tatsächlich ist der Film irgendwo dazwischen, ohne je das eine, oder das andere zu sein, und wirkt mehr wie eine Schnitzeljagd im Wald. Wirkliche Spannung kommt nie auf, geschweige denn Komik, von wirklichen Horroreffekten ganz zu schweigen. So ist einer der Höhepunkte des Films die Szene, in der versucht wird, ein abgerissenen Bein in einem Kühlschrank zu deponieren. Ansonsten strahlen die unheimlichen Gestalten im Wald nie eine Bedrohung aus, nie weiß man, warum sie durch den Wald rennen und Menschen killen, auch auf die Umgebung, die schon recht viel in die Handlung einbezogen wird, und irgendeinen alten Komplex darzustellen scheint, wird nie Bezug genommen. Es ist ja nicht schlimm, wenn ein Horrorfilm nicht viel Handlung hat, aber so ein wenig sollte schon erklärt werden, was geschieht und warum es geschieht, und sei es auch nur durch Hinweise. Der heute Nacht gesehene The Hills Have Eyes macht da doch viel mehr richtig. Vergleicht man die beiden Filme miteinander, so ist THHE zwar keine Komödie, doch dass ist Severance auch nie, dafür bietet THHE Story, Spannung, Charaktere, Gore, Splatter, Horror, wirkliche Bedrohung und sogar eine politische Aussage. Bei Severance fehlt irgendwie alles. Wenn er wenigstens komisch gewesen wäre, oder symphatische Charaktere gehabt hätte. Es gibt so viele gute Filme, die man sehen könnte. Sie alle sind diesem Film wohl vorzuziehen.

ScienceFiction Benjamin on 25 Aug 2007

The Fountain (Darren Aronofsky, USA 2006)

The Fountain wurde von der Kritikern verissen, von den Zuschauern jedoch geliebt, was sich u.a. an der recht guten IMDB Wertung von 7.6 ablesen lässt. Und in der Tat ist der Film recht kontrovers. Auf der eine Seite steht die Story des Films von Aronofsky, dem Schöpfer des genialen Requiem for a Dream. Sie spielt parallel auf drei Zeitebenen im Jahr 1500, 2000 und 2500. Die Geschehnisse in diesen drei Zeitabschnitten werden parallel erzählt, aber dennoch innerhalb der einzelnen Abschnitte chronologisch. Wie sie genau in Bezug stehen ist und bleibt unklar, und es bleibt dem Zuschauer überlassen, sie in eine Beziehung zueinander zu setzen. Wahrscheinlich ist, dass alle Zeitebenen im Jahr 2000 ihren Ursprung haben, da sich hier die Kernhandlung abspielt, und die 1500er Handlung der aus dem Buch Izzi entspricht, während die 2500er das letzte von Tommy geschriebene Kapitel darstellt, in dem er seine Erlebnisse rund um und nach dem Tod von Izzi verarbeitet. Das ganze ist durchaus esoterisch untermalt und hat religiöse Untertöne, und manchmal wird man als Zuschauer auch sehr direkt drauf gestoßen, etwa wenn Tommy wie Budda in gleißendes Licht gehüllt da sitzt, jedoch versucht der Film nie, ein religiöse Film zu sein.

Auf der andere Seite stehen die Bilder, die Optik, die visuellen Effekte, der Sound, und die Darsteller. Aronofsky entwickelt einen ganz eigenen Stil und schafft fantastische Welten, gerade die Zukunft in der Tommy und der Baum, der eine Reinkarnation ovn Izzi darzustellen scheint in einer Blase durchs Weltall reisen ist absolut mystisch und  fantastisch dargestellt. Aronfsky setzt dem Zuschauer eine, nein drei Welten vor, die alle eigenständig zu sein scheinen aber dennoch irgendwie zueinander in Bezug stehen. Es ist defintiv kein Film, den man einfach über sich ergehen lassen kann, man muss schon aufpassen und selbst Schlüsse daraus ziehen. Ob man aus dem dargebotenen dann auch wirklich etwas ziehen kann, oder ob es sich inhaltlich wirklich nur um den Trash handelt, von dem die Kritiker sprechen, bleibt jedem selbst überlassen, auf jeden fall ist The Fountain ein visuell und atmosphärisch sehr einnehmender Film, der auf jeden Fall mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Wie viel mehr, dass muss jeder selbst herausfinden.

Animationsfilm &Disney &Pixar Benjamin on 25 Aug 2007

Ratatouille (Brad Bird, USA 2007)

Manchmal ist es kaum zu glauben, dass es Pixar noch gelingen kann, sich selbst zu übertreffen, doch sie schaffen es immer wieder. Nach dem letzten und bisher ersten Ausrutscher Cars, gelingt es Pixar aber wieder zu alten stärken zurückzukehren und mit Ratatouille auf dem bisherigen Höhepunkt anzugelangen. Die Geschichte von Remy, der Ratte die das Schicksal hat als Feinschmecker geboren worden zu sein und sich in die franzsösische Küche verliebt hat, ist einfach brillant umgesetzt worden. Zeitweise vergißt man sogar, dass man eigentlich einen Animationsfilm sieht. Im englischen Orginal sind die Stimmen absolut treffend ausgewählt worden, und die Sprecher liefern eine Performance,die zu jeder Zeit zur Geschichte und zum Charakter passt. Hoffentlich liefern die deutschen Synchronsprecher eine ähnlich gute Leistung ab. Die Animationen sind absolut hervorragend, wenn sich die Macher von Jagdfieber diesen Film ansehen, werden sie sicher weinen müssen. Die Aufnahmen von Paris, die Zeichnungen des Essens und vor allem der Menschen, das ganze erinnert eher an einen klassischen Comic, denn an einen Animationsfilm, nur dass halt durch den Animationsfilm das Gesamtbild runder ist, die Farben kräftiger, die Einstellungen mehr Details enthalten und das ganze an sich einfach, … schwer in Worte zu fassen, für meine Begriffe vereint Ratatouille das beste aus den zwei Welten, die Stimmung eines klassischen Zeichentrickfilms kombiniert mit der technischen Klasse des heutigen Animationsfilms. So und nicht anders müssen Animationsfilme heute aussehen und jeder künftige Film eines anderen Studios, aber auch Pixar selbst, wird sich an diesem Film messen müssen. Und die Meßlatte liegt doch recht hoch, wenn man sich diese gerade kursierenden Pinguin- und Bärenfilme so ansieht. Genau wie der zuvor gesehen Knocked Up ist Ratatouille ein Film mit sehr viel Witz, sehr viel Wärme und vor allem, mit sehr viel Herz.

Komödie &Schwangerschaft Benjamin on 24 Aug 2007

Beim ersten Mal (Judd Apatow, USA 2006)

Hinter diesem Film steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Nach dem Trailer oder einer kurzen Inhaltsangabe denkt man, es handelt sich um eine normale amerikanische Liebeskomödie, vollgepackt mit sinnlosen Klamauk und Slapstick. Doch tatsächlich bekommt man eine Komödie und eine Romanze geboten, deren Handlung zwar unterhalb der Gürtellinie spielt, deren Niveau allerdings weit darüberliegt und der es gelingt, fast unbewerkt mehr Poesie zu versprühen als es manchen Filmen gelingt, die eben dies auf Krampf wollen.

Die junge attraktive Regieassistentin Allison ist soeben befördert worden und feiert dieses Zusammen mit ihrer älteren Schwester Debbie in einem Club. Dort lernt sie Ben kennen, einen nicht ganz schlanken, aber auch nicht wirklichen dicken, momentan arbeitslosen, und eigentlich nicht ganz ihrem Stil entsprechenden Kiffer. Doch der Alkohol tut seine Wirkung und so haben die beiden einen sehr amüsanten Abend, der in Allisons Bett und schließlich in einer Schwangerschaft landet. Von dieser bemerkt Allsion erst acht Wochen später etwas und entschließt sich, Ben davon in Kenntnis zu setzen, obwohl die beiden seit dem keinen Kontakt mehr hatten und sie eigentlich acuh gar nicht wild darauf war, diesen wieder zu haben. Zunächst geschockt geraten beide in einen Streit, an dessen Ende sie aber unerwarteter Weise beschließen sich nochmal neu kennenzulernen um zu sehen, ob sie nicht vielleicht doch zusammen passen und so dem Baby eine Art Familie bieten können. Im folgenden erzählt der Film von all den Problemen, die diese Art der Schwangerschaft und Beziehung mit sich bringt, seien es nun die emotionalen, die sozialen oder gar die körperlichen Folgen.

Mit Ben und Allison stehen sich zwei Welten gegenüber. Allison verkörpert das gehobene, erfolgsorientiere, prestigesüchtige Amerika, wo man Wert auf einen guten Job, einen gepflegten und gut verdienenden Partner legt, auf ein hübsches Haus, und auf das eigene gesellschaftliche Ansehen, wobei Allison durchaus eine sehr nette und symphatische Person ist, und keineswegs als Spießerin rüberkommt.  Auf der anderen Seite steht Ben, eine klassische Couchpotatoe, der in einer WG mit kiffenden Kumpels wohnt, die sich einen Spass draus machen, sich gegenseitig in die Kissen zu furzen und die ohne wirklichen Plan in den Tag hineinleben und deren derzeitiges Projekt eine Webseite ist, auf der man nachschauen kann, welcher weibliche Star in welchem Film zu welchem Zeitpunkt nackt ist, und was man von ihm sieht.

Und gerade in diesen Gegensätzen liegt die Magie des Films. In ihren Begegnungen liegt so viel alltägliche Wahrheit, dass man sich sehr oft erschrocken an sich selbst erinnert fühlt. In manchen Szenen und Dialogen liegt mehr Poesie und Wahrheit, als in manchen anderen Independentproduktionen, die sich genau um dieses Thema bemühen. Und gerade diese Szenen sind es, die den Film mit Wärme  füllen, und aus ihm nicht einfach noch eine weitere typische amerikanische Romedy machen, wie man es so unschön nett, sondern einen überaus sehenswerten Film, von den Machern und dem gleichen Team wie “Jungfrau, 40, männlich sucht…”. Schon erschreckend, dass dieses Jahr die Komödien die vorderen Plätze bei den Topfilmen einnehmen, aber der Film gehört ja eigentlich zum Produktionsjahr 2006. In diesem dürfte er allerdings die beste Komödie gewesen sein.

Animationsfilm Benjamin on 24 Aug 2007

Jagdfieber (Roger Allers/Jill Culton/Anthony Stacchi, USA 2006)

Der erste Animationsfilm aus Sonys neu gegründetem Animationsstudio bleibt ziemlich blass, wirkt uninspiriert und kann sich nicht mit den Werken von Disney oder Dreamworks messen. Jagdfieber wirkt einfach wie einer von vielen Animationsfilmen vom Fließband. Man sollte sich vielleicht, gerade bei einem Erstlingswerk eher auf Qualität beschränken, statt einfach irgendeinen Film zu drehen. Zwar hat glaube ich selbst schreck sich nicht getraut eine Anspielung auf Freitag den 13. zu machen, aber ansonsten bietet die Story ungefähr dass, wsa man vom Trailer her erwartet. Der Film enthält zwar einige nette Gags, aber allein die Animationen sind nicht auf der Höhe der Zeit, da kann die heutige Computertechnik deutlich mehr. Das fällt besonders auf, wenn man den Film als BlueRay sieht. Somit bleibt Jagdfieber in erster Linie ein Kinderfilm, dem erwachsene Zuschauer nicht wirklich viel abgewinnen können.

Western Benjamin on 24 Aug 2007

Vera Cruz (Robert Aldrich, USA 1954)

Gesehen. Vielmehr kann ich zu diesem Western wirklich nicht sagen. Filme die zu der Zeit auch tatsächlich in Mexiko gedreht wurden sind immer sehr leicht zu erkennen, da alle Mexikaner in den Filmen in weiße Kleidung gehüllt sind, die immer strahlend weiß ist, und nicht schmutzig ist. Auflage mexikanischer Zensurbehörden, damit die Amis überhaupt in Mexiko drehen durften. Garry Cooper und Burt Lancaster spielen die Hauptrollen in diesem Buddy-Western über amerikanische Abenteuerer im rebellionsgeprägten Mexiko der 1880er Jahre. Ihre beiden Charaktere sind gänzlich gegensätzlich und so ist auch ihre Beziehung zueinander. Mal sind sie Freunde, mal Feinde, mal Kontrahenten, mal Verbündete. Der Film ist sehr oppulent inszeniert und hatte wahrscheinlich ein recht großes Budget. Es gibt zahlreiche Massenszenen vor eindrucksvollen Kulissen und einige recht gelungen inszenierte Schlachten. Der Film ist einer der ersten die das Format 2:1 verwenden, allerdings wundert es mich, dass trotz dieser Technik relativ wenig Landschaftsaufnahmen zu sehen sind. Ein besonderes Statement ist mir bei diesem Film auch nicht wirklich aufgefallen, wobei ich ihn auch nicht sooo aufmerksam gesehen habe, er erzählt einfach eine Geschichte über das Abenteuer, übers Gold, Frauen und die Beziehung zweier Männer in den Zeiten des Wilden Westens.

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