Action &Michael Bay Benjamin on 03 Aug 2007 02:44 am
Transformers (Michael Bay, USA 2007)
“Autobots, transformiert euch!” war einer der Sätze, die in jeder Folge der Serie vorkam und bei dem man jedesmal jubelte und feierte, weil man wusste: “Jetzt gehts rund”. Aktuell hat Simpsons ja gezeigt, dass die Umsetzungen von Serien durchaus funktionieren können, denkt man aber z.B. an die letzte Realverfilmung von Spielfigurenserien zurück, wie z.B. an He-Man mit Dolph Lundgren, dann ist man doch eher skeptisch.
Transformers ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der negativen Seite steht in erster Linie die Story, welche man, auch ohne Kaligraph zu sein, auf einem Streichholz notieren könnte. Eine auf der Erde gelandete würfelförmige Energiequelle führt dazu, dass die Transformers, die sich in die guten Autobots und die bösen Deceptions aufteilen, auf der Erde einen Krieg um den Besitz dieses Würfels liefern. In diesem Sinne werden ziemlich viele Platte Phrasen um die Bedeutung von Freiheit für jedes Lebewesen geschwungen, wobei dies in der Serie durchaus üblich war, und wohl so etwas wie den pädagogischen Anspruch darstellen sollte. Durchdrungen ist das ganze vom baytypischen Patriotismus und natürlich spielt das Militär wieder eine ganz große Rolle. Nur so mag es wohl möglich sein, auf die Unterstützung der US-Regierung und des US-Militärs zu hoffen. Die für solche Filme typische Liebesgeschichte bleibt zum Glück im Hintergrund, gerade am Anfang des Films sorgt sie doch für einige sehr unterhaltsame Szenen. Alles in allem berührt einen die Story nicht so wirklich . Die Szene mit der Familie Witwicky drosseln das Tempo des Films ziemlich, sind sehr nervig und wäre Sam einfach ins Haus gegangen, hätte die Brille geholt und wäre dreißig Sekunden später wieder draußen gewesen, hätte das niemandem geschadet.
Positiv anzumerken ist natürlich das Durchleben von Kindheitserinnerungen. Zumindest nahezu jeder Mann im Alter von 20 – 37 dürfte wohl in seiner Kindheit in Berührung mit den Transformers gekommen sein, wobei die meisten sich wohl nur noch an die Namen Optimus Prime und Megatron, die Anführer der beiden Fraktionen erinnern dürften. Michael Bay feuert hier von der ersten Minute an ein Effektfeuerwerk ab, dass nahezu durchgehend das Tempo des Film bestimmt. Die Story dürfte wohl nur als Mittel dienen, um den Aneinanderreihungen von Actionszenen zumindest einen roten Faden zu geben. Und die haben es wirklich in sich. Ich kann mich nicht erinnern, jemals solch imposante Actionszenen in einer solchen Fülle in einem Film gesehen zu haben. Wahrscheinlich war das Budget die Grenze, hätte der Film ein noch größeres Budget gehabt, hätten wir vermutlich noch mehr Action und noch weniger Story geboten bekommen. Die Verbindung von CGI-Effekten und Film erreicht mit Transformers einen neuen Grad an Perfektion.
Mikaela Banes hat mich diverse Male an die 20 Jahre jüngere Version von Jennifer Conelly erinnert, mal schaun, ob man sie zukünftig auch in interessanteren Rollen sieht, oder ob sie einfach nur eine hübsche, junge Schönheit bleibt, die das Beiwerk in einem großen Sommerblockbuster war.
Alles in allem ist Transformers genau das, was man sich darunter vorstellt. Ein Actionblockbuster ohne wirklich fesselnde oder überraschende Geschichte, in dem die Transformer die wahren Hauptdarsteller sind. Wer weiß, auf was er sich einlässt, wird bestens unterhalten werden. Für Leute, die anspruchslose Filme nicht mögen, und mit Transformern an sich auch nicht viel anfangen können ist der Film hingegen sicher nichts.
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