9/11 &Adam Sandler &Don Cheadle &Drama Benjamin on 07 Aug 2007 01:01 am

Die Liebe in mir (Mike Binder, USA 2007)

Als Comedian ist Adam Sandler bekanntermaßen von mir verhaßt, was wohl nur zum kleinen Teil auf seine unsägliche deutsche Synchronstimme zurückzuführen ist. Don Cheadle hingegen versucht sich zwar auch regelmäßig im Comedy-Genre, kann aber auch mit zahlreichen gelungenen Filmen im Drama-Genre auftrumpfen, z.B. zuletzt in Hotel Ruanda, L.A. Crash und Traffic. Die beiden zusammen in einem Drama, welches als Handlungshintergrund die Tragödie des elften Septembers 2001 hat, das hatte auf jeden Fall genug Potential mein Interesse zu erregen.

Der Film erzählt die Geschichte zweier Männer, die sich nach Jahren wieder begegnen. Der eine (Sandler) hat beim Unglück des 11. Septembers seine gesamte Familie verloren, und lässt seitdem niemanden mehr an sich heran, der andere hat sich in seiner eigenen Familie und seinem Leben verloren.

Die Liebe in mir will ein Drama sein, doch die besten Momente hat der Film in seinen zahlreich vorhandenen lustigen Augenblicken. Nur dann wirken die Schauspieler so, als wenn sie sich im Film heimisch fühlen, besonders Sandler. Don Cheadle schafft es einmal mehr in seiner Rolle zu überzeugen, doch seine Rolle kann nicht funktionieren, wenn sein Gegenpart nicht glaubhaft rübergebracht wird. Und erwartungsgemäß versagt Sandler hier voll und ganz, auch wenn er sich größte Mühe gibt. Die Szene, in der er sich das erste Mal öffnet berüht einen nicht wirklich, wobei sie das Potential dazu gehabt hätte. Sein zweiter großer Moment gelingt hingegen vollkommen, ist aber überladen mit allzu klischeehaften Elementen, die einfach funktionieren müssen und bei jedem Zuschauer, egal ob Männlein oder Weiblein auf die Tränendrüse drücken.

Voll und ganz überzeugen können die Nebendarsteller. Dies ist um so verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass eine tragende Nebenrolle mit Liv Tyler besetzt ist. Im Gegensatz zu ihren sonstigen von mir gesehen Auftritten nimmt sie sich sehr zurück, spielt gefühlvoll, und füllt die Rolle trotz ihrer Jugend sehr glaubhaft aus, auch wenn sie sich ein “wenn sie das wollen” hätte schenken können, aber darauf hat wohl Drehbuch größeren Einfluss als sie selbst. Ebenfalls überzeugend ist Donald Sutherland, welchen ich eigentlich auch nicht mag, aber seine wenigen Szenen sind überaus gelungen.

So bleibt unterm Strich ein netter Versuch der Umsetzung eines Dramas mit einem dafür eher mittelmäßig begabten Sandler. Die Geschichte hätte man nicht zwingend den 11. September als Hintergrund haben müssen, aber die daraus resultierende zusätzliche Dramatik wertet die Story noch einmal zusätzlich auf. Kann man sehen, der Film hat durchaus seine Momente, muss man aber nicht. Für ne Sneak aber ein durchaus netter Film.

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