Uncategorized Benjamin on 08 Aug 2007 11:47 pm
Die Unbestechlichen (Alan J. Pakula, USA 1976)
Packender Politthriller, der gänzlich ohne Gewalt, Verfolgunsjagden und ähnliches auskommt und dennoch die gesamte Dauer über hochspannend ist und nahezu keine Längen aufweist. Robert Redford und Dustin Hoffmann überzeugen voll und ganz als junge, engagierte Journalisten, die trotz aller Hindernisse auf ihre Intuition hören und ihre Story weiterverfolgen, und so eine Verschwörung aufdecken, die sich bis in die allerhöchsten Regierungskreise erstreckt, und direkte Auswirkungen auf die Politik Amerikas hat. Die Watergate-Affäre dürfte ja jedem bestens bekannt sein, zum Zeitpunkt des Drehs war sie hochaktuell. Damals hat Hollywood noch nicht so lange gebraucht, sich an aktuelle, brisante Themen ranzuwagen, wie es heute oft der Fall ist. Da der Film ja auf Tatsachen beruht, und die Archivaufnahmen noch gut zugänglich waren, sieht man ständig in den Redaktionsräumen reale Aufnahmen mit Aussagen der einzelnen Beteiligten und Verdächtigen im Fernsehen. Die Redaktionsräume sind eh der Dreh und Angelpunkt des Films. Ständig hört man das Klappern der Schreibmaschinen, die Telefonate der Reporter und das ständige Gewusel im Redaktionsraum, so dass der Film sehr viel Atmosphäre bekommt. Eine Lobpreisung auf die Macht der Medien und freien Meinungsäußerung, die aber immer sehr zurückhaltend bleibt. So ist es bezeichnend, dass der Film kein spekatuläres Ende hat, sondern wir die Ereignisse, die aus den Recherchen der beiden schlußendlich resultieren lediglich auf dem Newsticker mitlesen können, während der Film langsam ausklingt. Ganz großes Hollywoodkino der 70er.
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