Drama &James Stewart &Weihnachten Benjamin on 08 Aug 2007 02:55 am

Ist das Leben nicht schön? (Frank Capra, USA 1946)

Viele Jahre lang war dieser Film ein klassicher Film für die Weihnachtszeit, gerade in den Jahren, in denen niemand das Copyright des Films innehatte, und die Fernsehstationen ihn kostenlos zeigen konnten. Die Geschichte strahlt einen unglaublichen Optimismus und einen Glauben an das Gute im Menschen aus, dass es schon fast an der Grenze zum Kitsch ist.

Sieerzählt die Geschichte vom aufrechten Amerikaner George, der in einem kleinen Dorf aufwächst und schon in seiner Jugend immer ein guter und anständiger Junge war, der aber immer den großen Traum hatte, einmal die Stadt zu verlassen, Brücken, Häuser und Eisenbahnen zu bauen, und Millionär zu werden. Als er älter wird, beginnt er im Büro seines Vaters zu arbeiten, der Building and Loan Bausparkasse, bis er das Geld fürs College zusammen hat. Schließlich ist es soweit und sein großer Abschied steht bevor, doch just in diesem Augenblick stirbt sein Vater. Der Raffgiere Mr. Potter sieht nun die Chance, die Building and Loan zu beseitigen. Er ist Großunternehmer und der reichste Einwohner der Stadt, dem zahlreiche Geschäfte gehören, unter anderem auch die Bank, die Post und vieles andere. Nur die Buildung and Loan war ihm schon immer ein Dorn im Auge, da sie günstig Kredite an arme Menschen vergibt, um ihnen den Traum vom eigenen Haus zu ermöglichen. Um zu verhindern, dass die Building and Loan aufgelöst wird, muss George in der Kleinstadt bleiben, und ihren Vorsitz übernehmen. So schickt er seinen kleinen Bruder Harry aus College gehen.

Ein paar Jahre später erreicht die Wirtschaftskrise die Stadt, und Mr. Potter setzt das Gerücht in die Welt, die Building and Loan seie pleite, worauf hin alle Kunden ihr Geld sofort ausgezahlt haben wollen. Dies würde die Bank natürlich ruinieren, zumal Mr. Potter ihnen Anlageaktien zum halben Preis verkaufen möchte. Somit hätte Potter zum einen die Menschen um ihr wohlverdientes Geld geprellt, als auch die Building and Loan zerstört. Schließlich gelingt es dem frisch verheirateten George die Leute davon zu überzeugen, nur das abzuheben, was sie notwendigerweise für die nächste Woche brauchen, und zahlt ihnen ihr Geld aus seinem Privatvermögen auf die Idee seiner Frau hin aus.

Wieder ziehen Jahre ins Land und es ist der 24. Dezember. Der Buchprüfer steht vor der Tür und gerade an diesem Tag kommen einem Mitarbeiter Georges 8.000$ abhanden und fallen ausgerechnet dem raffgieren Mr. Potter in die Hände. Die Building and Loan ist pleite und ihr droht der Bankrott. Vollkommen aufgelöst fleht er Mr. Potter um Geld an, der ihn aber eiskalt abblitzen lässt. George ist so verzweifelt, dass er sich von einer Brücke stürzen und umbringen will. Doch just in dem Moment erscheint ihm ein Engel, und zeigt ihm, da er mittlerweile bereut je geboren zu sein, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn es ihn nie gegeben hätte. Als er mit dieser alternativen Realität konfrontiert wird, findet er neuen Lebensmut, auch auf die Gefahr hin ins Gefängnis gehen zu müssen. Seines Lebens überfroh kehrt er nach Hause zurück, wo bereits die Polizei auf ihn wartet, da Mr. Potter Anzeige gegen ihn erstattet hat. Doch just in diesem Moment kommen zahlreiche Bewohner Bedfords vorbei, die alle zusammengelegt haben, um Georges, des Mannes der immer gerecht und fair mit ihnen war, und ihnen auch in Zeiten großer Krisen beigestanden hatte, und vielen von ihnen den Traum vom eigenen Haus ermöglich hat, was mit Mr. Potter undenkbar gewesen wäre, ausstehende Schulden zu bezahlen.

Wie man sieht, eine Story, deren Thematik wahrlich zur Weihnachtszeit passt, und die wirklich herzerwärmend ist, hervorragend gespielt von einem überzeugenden James Stewart. Wieder ein Film, den man heute so sicher nicht mehr drehen würde, der aber zielsicher die Nachkriegsstimmung im Amerika, und die Sehnsucht nach starken, aufrichtigen Persönlichkeiten ausdrückt, und der einfach einen unglaublichen Charme versprüht. Ein Klassiker, den man kennen sollte.

Der Film wirkt vermutlich auch deswegen so intensiv, weil sich fast jeder in ihm selbst wiederfindet. Die wenigsten konnten aus ihrem Leben dass machen, was sie sich ursprünglich vorgestellt hatten. Viele Kindheitsträume mussten der harten Realität weichen, und viele äußere Zwänge sorgen dafür, dass man einen anderen Weg einschlagen muss, als man eigentlich geplant hat, seien es nun die nicht ausreichenden Noten, die fehlenden monetären Mittel oder Schicksalschläge, die einem Steine in den Weg legen. Diese Thematik verleiht dem Film etwas ganz persönliches und sie verhindert auch, dass man das Ende als Kitsch sieht, denn einem wird vor Augen geführt, dass letzendlich doch alles so, wie es gekommen ist, ganz gut war, solange man immer getreu seinen eigenen Prinzipien gehandelt hat, und seinen Weg auch im Nachhinein vertreten kann.

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