Steven Spielberg Benjamin on 14 Aug 2007 05:31 pm

Der Weiße Hai (Steven Spielberg, USA 1975)

Der guten Steven war gerade mal drei Jahre älter als ich es momentan bin, als er mit diesem Film die Geschichte des modernen Sommerblockbusters begründet hat. Schon erstaunlich. Das von Roy Schneider improvisierte Filmzitat “You’re gonna need a bigger boat” zählt zu meinen Lieblingszitaten, besonders, wenn man sich an die Szene erinnert, in der es enstanden ist… und seiner folgenden andauernden Sorge, dass ihr Boot doch zu klein sein.
Der Film gliedert sich klar in zwei Abschnitte, den “Strand” und das “Meer”. Im ersten Abschnitt versuchen die Verantwortlichen der Ferieninsel den “Zwischenfall” mit dem Hai runterzuspielen. Die Insel lebt vom Tourismus und die Sommersaison steht unmittelbar bevor. Das Schließen der Strände würde eine Abwanderung der Gäste zur Folge haben, und bisher war es ja gerade mal ein Opfer, und das mit dem Hai … das könnte ja auch ne Schiffsschraube gewesen sein, in die das betrunkene Mädchen gekommen ist. Typisches Verhalten von Funktionären in so einem Fall. Die Gefahr solange runterspielen, bis es noch mehr Opfer gibt. Prävention, die einen finanziellen Verlust mit sich bringen könnte, kommt erstmal nicht in Gefahr, man verschließt einfach die Augen. Das wirkt schon irgendwie teilweise verängstigender und bedrohlicher als der zweite Teil.

Auf dem Meer kommt es dann schließlich zum Kampf des Hauptdarstellertrios gegen den Hai, von dem man meinen könnte, er würde sie und ihr Boot absichtlich weit aufs offene Meer hinauslocken. Leichte parallelen zu Moby Dick liegen einfach in der Natur der Handlung und des Schauplatzes. Ursprünglich sollte Quints Abgang noch mehr Ähnlichkeiten mit selbigen Film haben, aber Spielberg hat dann wohl entschieden, dass die Parallelen zu groß werden würden, und das Ende ein wenig geändert. Die ständige Bedrohung des Ungeheuers aus der Tiefe, eingefangen mit, aus heutiger Sicht, relativ einfachen  technischen Mitteln, kombiniert mit der fantastischen, stimmigen Music von John Williams erzeugen auch heute noch eine sehr stimmige Atmosphäre, und auch nach über 30 Jahren wirkt der Film, abgesehen von der schlechten deutschen Synchro, überhaupt nicht alt. Auf jeden Fall ein Klassiker den man sich immer wieder ankucken kann.

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