Horror Benjamin on 28 Aug 2007 05:20 am

Die Nacht der lebenden Toten (George A. Romero, USA 1968)

Ein Film, der das Zombiegenre in eine neue Richtung lenkte. Erstmals waren Zombies nicht durch Magie auferstanden, sondern haben sich aus eigener Kraft aus ihren Gräbern erhoben. Als Ursache dafür wird die Strahlung einer zur Erde zurückgekehrten Weltraumsonde vermutet. Diese Strahlung aktiviert das Hirn verstorbener, so dass diese als Zombies wieder auferstehen, und sich über die Lebenden her machen. Da das Hirn die Ursache für das Problem ist, ist es auch zeitgleich die Lösung, es muss einfach weggeschossen werden, um den Zombie zu töten. Feuerbestattungen werden wohl künftig gang und gebe sein.

All dies wissen unsere Protagonisten zu Beginn allerdings noch nicht. Ein Geschwisterpärchen besucht das Grab ihrer Eltern. Der Bruder erschreckt die Schwester mit Gespensteralbereien, und macht sich noch über einen über den Friedhof schleichenden Mann lustig, welcher ihn kurze Zeit später tötet. Sie flieht und erreicht ein Farmhaus, wo auch Ben Zuflucht sucht. Er hat auf seiner Flucht ebenfalls ähnliche Erlebnisse gehabt und zahlreiche Menschen gesehen, die ähnlich wie der Mann auf dem Friedhof agiert haben. Sie verbarikadieren notdürftig das Haus, um sich gegen die immer größer werdende Zahl Zombies zu schützen, als sie im Keller fünf Personen entdecken, die Familie Cooper, die sich dort versteckt hält. Ben ist wütend, dass sie ihnen nicht beim Sichern das Hauses geholfen haben, und es kommt zum andauernden Konflikt zwischen Harry Cooper und Ben. Ben möchte die Flucht ergreifen, und sich woanders in Sicherheit bringen, während Harry sich einfach im Haus verstecken möchte, und auf Hilfe warten will. Während sie weiter das Haus sichern und beraten was zu tun ist, bzw. darüber streiten, erfahren sie nach und nach die oben erwähnten Nachrichten aus dem Fernsehen und beginnen, ihre Situation zu verstehen. Schließlich versuchen, sie zu fliehen, was aber scheitert, beim dem Fluchtversuch kommen zwei Familienmitglieder ums Leben, so dass schließlich nur die Flucht zurück ins Farmhaus bleibt. Hier hat sich die Tochter Harrys, die von einem Zombie gebissen wurde, mittlerweile ebenfalls in einen Zombie verwandelt und es ist ihnen auch gelungen ins Haus einzudringen, so dass Ben sich im Keller verstecken muss, wo er die Tochter und Harry erschießen muss. Er schafft es bis zum nächsten Morgen im Keller auszuharren, doch als die Farmen, die die Zombies aus dem Weg räumen auftauchen und er sich in Sicherheit wiegt, kommt es zu einer Folgenschweren verwechslung.

Der Film ist auf der einen Seite sicherlich interessant. Da ist zum einen die neuausrichtung des Zombiegenres. Weiterhin die Kritik an verschiedensten Dingen, es werden zahlreiche Themen auf unterschiedliche Art und Weise bearbeitet, z.B. die unvorhersehbarkeit der Auswirkungen des Weltraumprogramms, das zu der Zeit gerade hochaktuell war, Rassenfeindlichkeit, wobei Ben, der einzige, der den Durchblick zu haben scheint, ein Schwarzer ist, der Verfall der Kleinbürgerlichen Familie, Feigheit und Heldentum, die Medien bzw. die leichtgläubigen Zuschauer und und und.

Aber dennoch passiert in dem Film weniger als man sich erhofft. Im Vergleich zu heutigen Zombiefilmen passiert über weite Strecken des Films einfach gar nichts. Nach 10 Minuten verkommt der Film zu einem Kammerspiel, das fast eine Stunde lang andauert, in dem die Konflikte der Protagonisten untereinander ausgetragen wird, und Informationen aus dem Fernsehen gesammelt werden. Ansonsten passiert in dieser Zeit, wohlgemerkt dem Hauptteil des Films so gut wie nichts. Nun das gibt dem Film zum einen natürlich Zeit die erwähnten Themen zu behandeln und die Personen ein wenig auszuleuchten, aber da es auch keine Nebenhandlungen gibt, passiert halt auch recht wenig. Dieser Umstand mag wohl in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass der Film quasi ein Freizeitprojekt war, bei dem die Beteiligten nur in ihrer Freizeit mitwirken konnten, und dementsprechend zum einen sowohl die Zeit als auch vor allem das Geld knapp war, und es somit recht einfach war, sich auf den Ort der Farm bzw. des Inneren des Hauses zu beschränken. Ein einziges Set kostet nunmal wenig Geld.

Mein Hauptproblem an diesem Film war wohl wiedermal rein pragmatischer Natur. Die Sichtung fand um drei Uhr nachts statt und mir stand nur die englische Version zu Verfügung, während ich nebenbei im Internet noch etwas gemacht habe. Immer ganz schlechte Voraussetzungen bei einem Film wo doch recht viel über den Dialog passiert. Zwar verstehe ich englisch ohne größere Probleme, aber es ist halt doch nur eine Fremdsprache die ich aktiv so gut wie nie gebrauche und sich passiv fast nur aufs Lesen von Dingen im Internet beschränkt, so dass ein einfaches nebenbei Zuhören nicht wirklich möglich ist, wenn der Film und somit der Inhalt neu ist.

Nichtsdestotrotz ist DNdlT ein sehenswerter Film, und für alle Zombiefans eh Pflichtprogramm da der Streifen eine Grundlage und Ikone des Genres ist. Vielleicht auch gerade durch den von mir angeprangerten Verzicht auf Splatter und Goreeffekte (soll zwar welche geben, da scheine ich aber gerade nicht hingekuckt zu haben) und Konzentration auf die handelnden Personen und ihre Beziehungen und Konflikte untereinander. Von diesem Standpunkt aus gesehen hat der Film sogar viel mehr zu bieten als die üblichen Zombiefilme, in denen das Phänomen Zombie an sich zum Hauptthema wird, und man sich überhaupt nicht für die Charaktere des Films interessiert. Und letzlich hat DNdlT ein überaus pessimistisches Ende, dass alle Hoffnung zu nehmen scheint. Ich bin schon gespannt, ob die Hoffnung in Dawn of the Dead wieder aufkeimen wird….

Trackback This Post | Subscribe to the comments through RSS Feed

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

kostenloser Counter