Monthly Archive for "September 2007"



Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2007

Rambo – First Blood (Ted Kotcheff, USA 1982)

Ja manche die meine Filmographie kennen werdens sich schon fast denken, die heutige Sichtung von Rambo war meine Ersichtung. Wieder so ein Klassiker der mir bisher entgangen ist.
Und ich muss sagen, ich war vollkommen überascht. Ich habe zwar einen Vietnamfilm erwartet und gewissermaßen auch einen Vietnamfilm bekommen, aber ich hatte eigentlich erwartet, dass er auch in Vietnam spielt und nicht dass man die Geschehnisse einfach in die USA verlagert.

John Rambo ist ein Vietnamveteran, der den Krieg noch nicht ganz verarbeitet hat. Auf der Suche nach einem Kriegskameraden landet er in einem kleinen Dorf auf dem Lande. Der Freund ist verstorben und der lokale Sheriff möchte John Rambo nicht in seinem Dorf haben, da er Angst hat, dass der Landstreicher Ärger macht und die Ruhe stört. Schließlich nimmt der Sheriff ihn fest und geht ziemlich unsanft mit ihm um, so dass er sich an seine Zeit als Gefangener in Vietnam zurückversetzt fühlt, woraufhin er die Polizeistation aufmischt und flieht in den Wald. Bei der mehrtägigen Verfolgungsjagd tötet Rambo mehrere Polizisten, die es wiederum aber auch auf sein Leben abgesehen haben. Schließlich taucht sein alter Kompanieführer auf und letzten Endes ergibt sich Rambo.

Eigentlich ist der Film ganz gut. Rambo hat zwar viele Actionszenen aber ich würde ihn trotzdem nicht als Actionfilm bezeichnen sondern eher als sozialkritisches Gesellschaftsmelodram. Was den Film eigentlich ganz gut macht. Rambo leidet unter den Nachwirkungen des Krieges. Im Glauben etwas gutes für sein Land zu tun nach Vietnam gezogen wird er nach seiner Rückkehr wie viele andere als Kindermörder bezeichnet, der Zivilisten massakriert hat. In Vietnam vertraute man ihm Equippment im Wert von Millionen Dollar an und jetzt nach dem Krieg bekommt er nichtmal einen Job als Tellerwäscher. Es ist die geballte Wut einer Generation die im Krieg in Vietnam verheizt wurde, und der es jetzt nicht gedankt wird und für die sich kein Platz in der amerikanischen Gesellschaft finden lässt. So werden sie allein gelassen und müssen ihren Zorn zügeln. Da lassen sich grundsätzliche Ähnlichkeiten zu Taxi Driver feststellen. Die Ansätze und die Grundidee hinter dem Film sind also mehr als ein reiner dumpfer Actionfilm und und geben dem Film sehr viel Potential, welches für mich durch die Umsetzung vollkommen verschenkt wurde. Stallone macht seine Sache wie ich finde absolut hervorragend, aber der Anfang, die Begegnung von Rambo und dem Sheriff die hat mich enorm gestört, da der Umgang der Cops mit Stallone für mich absolut befremdlich, grundlos, und einfach total abstoßend ist. Das mag zwar so gewollt sein, ganz im Zuge der Botschaft die Vietnamveteranen grund und haltlos zu verstoßen und schlecht zu behandeln, aber dieses Motiv anzuwenden bevor man wirklich mit der weiteren Geschicht vertraut ist, hat für mich eine sehr große Distanz geschaffen, die ich erst im weiteren Filmverlauf ablegen konnte, wo allmählich deutlich wurde, dass hinter dem Film mehr steckt, als dummes Actionkino.

So stehe ich dem Film zwiegespalten gegenüber. Gute Idee, gute Botschaft, guter Hauptdarsteller, aber schlechter Anfang der mir das Eintauchen in den Film sehr schwer gemacht hat.

Uncategorized Benjamin on 29 Sep 2007

Mr. Smith geht nach Washington (Frank Capra, USA 1939)

Ein zeitloser Klassiker, der es auch heute noch mehr als wert ist, gesehen zu werden, mit einem grandiosen James Stewart, dem man vollkommen zu unrecht den Oscar für die Rolle des Mr. Smith vorenthalten hat.

Samuel Foley, der Senator eines US-Bundestaates stirbt. Nach amerikanischem Recht hat der Gouverneur des Staates, Hubert „Happy“ Hopper das Recht bis zur nächsten Wahl einen Nachfolger einzusetzen, der nicht gewählt oder sonstwie legitimiert werden muss. Da er zusammen mit Medienmogul Jim Taylor in den Bau eines Staudamms verstrickt ist, der zwar keinen wirklichen Nutzen hat, aber viel Steuergelder kostet, beschließen die beiden, einen Strohmann einzusetzen. Die Wahl fällt Mr. Smith, den Anführer der lokalen Pfadfindervereinigung, der zwar eine lokale Berümtheit ist, mit Politik aber so rein gar nichts am Hut hat, so dass die zwei davon ausgehen können, dass Smith ihren Plänen nicht mit eigenen Ambitionen in die Quere kommt. In Washington angekommen ist er zunächst von dieser neuen Welt überwältigt und tritt von einem Fettnäpfchen ins andere. Die Sekretärin seines Vorgängers wird auch seine Sekretärin und nimmt sich ein wenig seiner an. Zusammen mit ihr entwickelt er eine Eingabe an den Senat in der für einen Jugendzeltplatz sorgen will – ausgerechnet an der Stelle, an der Hoppers Staudamm entstehen soll.
Hopper versucht ihn einzubinden und von seinem Vorhaben abzubringen, aber Smith erweist sich als unbestechlicher Idealist und will die Sache öffentlich machen.
Schnell bekommt Smith die Machenschaften der Politik zu spühren. Hopper beschuldigt ihn, dass er selbst Grundstücke in dem Gebiet erworben hat, und sich mit dem Bau bereichern will. Es tauchen gefälschte Dokumente und Zeugenaussagen auf und Taylor sorgt für eine Medienkampange gegen Smith die entrüstete Proteste der Bevölkerung gegen Smith zur Folge hat. Ohnmächtig gegen diese Übermacht will er zunächst aufgeben, doch seine Sekretärin bringt ihn davon ab, so dass Smith zu einem letzten Mittel greift, dem Filibuster – eine Dauerrede im Senat, die die Parlamentarier und die Öffentlichkeit überzeugen soll …

Ein großartiger Film, der die Machenschaften und Korruptheit der Politik gnadenlos anprangert, und dass zu einer Zeit, wo so eine Kritik in dieser Form und vor allem diesem Medium nicht an der Tagesordnung war, gerade unter den Vorzeichen des drohenden Krieges. Wir sehen einen grandiosen James Stewar, der die Rolle des Dorfjungen der in der großen Metropole landet wirklich hervorragend spielt. Die ersten Szenen mit ihm in Washington, in denen er hochbegeistert über jede Statue einer historischen Berümtheit ist, und vor Entzücken über den Anblick des erleuchteten Weißen Hauses außer sich ist sind wirklich grandios, ebenso wie seine erste Rede im Senat, wo ihm vor lauter Nervosität die Hände zittern und er gänzlich schüchtern, unerfahren und unkultiviert wirkt – einfach grandios, gerade im Hinblick auf seine spätere Entwicklung und den großartigen Schlussteil seiner Rede, wo er all die Formalien und äußeren Umstände vergessen zu haben scheint und einfach direkt aus dem Herzen heraus zu den Herzen der anderen Politiker und Menschen im Saal spricht. Absolut sehenswert, ein Film der auch nach heutigen Maßstäben bestens zu Unterhalten weiß. Man könnte fast sagen ein typischer Capra-Film, der kleine Mann gegen das System, eine Geschichte vom guten im Menschen. Doch wo Ist das Leben nicht schön? märchenhaft war, ist Mr. Smith geht nach Washington sehr realitätsnah und kritisch, ohne dabei ja seine Wärme zu verlieren.

Uncategorized Benjamin on 29 Sep 2007

Resident Evil: Extinction (Russell Mulcahy, USA / Deutschland / Großbritannien / Frankreich / Australien 2007)

Das T-Virus hat mittlerweile fast die gesamte Menschheit ausgerottet und zu hirnlosen Zombies werden lassen. Alice trifft einige Überlebende unter denen sich auch Carlos Olivera befindet. Sie übergibt ihnen Aufzeichnungen, denen zufolge nach in Alaska ein Ort sein soll, in dem es keine Infizierten gibt, gewissermaßen dass El Dorado für die Überlebenden. Doch Dr. Isaacs von der Umbrella Corp. arbeitet mit Hilfe von Klonen von Alice an einem Serum, um die Infizierten zu kontrollieren und zu Arbeitsdrohnen zu machen. Doch die Klone sind ungenügend, er brauch die Version von Alice, die draußen durch die Welt streift und sich der Kontrolle durch die Umbrellasateliten entzieht.
Doch das Zusammentreffen mit den Überlebenden bringt sie auf die Route eines Sateliten und Alice entdeckt wird. Es kommt zu einer Auseinandersetzung in der viele Überlebende ums Leben kommen, aber auch Dr. Isaacs infiziert wird. Er spritzt sich die bisher gewonnen Antiviren und zwar alle die er auf Lager hat, wodurch er mutiert und zu einen Super-Mensch-Zombie-Hybriden wird. Der Computer der Umbrellaanlage, in welcher Dr.  Isaacs sich aufhält informiert Alice darüber, dass aus ihrem Blut ein Gegenmittel gegen den T-Virus gewonnen werden kann, zunächst aber Dr. Isaacs ausgeschaltet werden müsse.

Wie man sieht ist die Story doch überaus dünn und man hätte den Film auch Resident Evil: Ein Tag im Leben der Alice X nennen können. Man weiß auch nicht so wirklich, was jetzt das Hauptthema des Films ist, die Flucht der Überlebenden nach Alaska und ihre dabei auftretenden Probleme oder der Konflikt zwischen Umbrella, speziell Dr. Isaacs und Alice. Beides nimmt im Film in etwa den gleichen Anteil ein, ohne dass eine der beiden Geschichten wirklich konsequent erzählt wird.
Die Actionsequenzen sind durchaus vom Feinsten und der Film hat seine FSK 18 Freigabe durchaus zurecht, die Bilder sind doch stellenweise sehr brutal. Die Zombies sind immer noch im Grunde harmlos und schwach, es sei denn sie bekommen einen zu fassen und beißen einen. Da war der Ansatz mit den hochgezüchteten Zombies, die hochgezüchtet wurden, somit aggressiver, schneller und tödlicher sind, schon ganz nett und schafft eine neue Bedrohung.
Ich werde wohl nie verstehen, warum zwei Meter große klobige Monster, die die finale Bedrohung darstellen immer erst vier, fünfmal geheimnisvoll als Schatten in sekundenschnelle bedrohlich durchs Bild huschen müssen, bevor sie dann zuschlagen. Und wieso man in Zeiten wo ca. 99% der Menschheit ausgestorben sind absichtlich scheinbar durchaus fähige Wissenschaftler mit einem Lächeln opfert … na ja …

Schade eigentlich der Film hat echt gute Ansätze, eine hervoragende Optik, eine klasse zurückhaltenden aber in den entscheidenden Momenten impulsiv aufspielende Milla Jovovich, einen passenden Soundtrack, gute Spezialeffekte. Sogar beim Altmeister Alfred Hitchcock und einem seiner Meisterwerke Die Vögel hat man sich direkt bedient, wobei man aus dieser Szenen mit in paar ruhigen Momenten mehr durchaus mehr hätte rausholen können, aber sie sorgt auch so schon für hochspannung und der Auftritt der mutierten Alice sorgt für ein klasse Finale dieser Szene, dass mir besser gefallen hat, als das Finale des Endkampfes. Alles in allem bekommt man einen guten Actionfilm mit hervoragenden Actionsequenzen, einer angemessenen spielenden Hauptdarstellerin, dünnen Nebendarstellern und einer Story aus der man viel mehr hätte machen können. Ich bin mir sicher dass die Zuschauer noch mehr Geld in die Kinos tragen würden, wenn man nicht versucht ein wenig Story um ein paar geile Actionsequenzen zu spinnen und damit 90 Minuten krampfhaft füllen zu wollen, sondern die Actionsequenzen in eine intelligent erzählte Story verpackt und den Film halt 100 oder 105 Minuten dauern lässt.

Mal schauen, eine neue Chance bekommt RE dann wohl in zwei oder drei Jahren, wenn der sicher kommende vierte Teil mit einer geklonten Alice-Armee in die Kinos kommt. Potential ist auf jeden Fall da, und wenn die Geschcihte dieses Teils ein klein wenig weiter ausgebaut hätte, dann hätten wir hier den besten Actionfilm des Jahres serviert bekommen. Mal schaun was der nächste Zombiefilm I am Legend sowohl story- als auch actionmäßig zu bieten hat und ob er sich mit Genrefilmen oder seinem direkten Vorgänger messen lassen können wird

Uncategorized Benjamin on 29 Sep 2007

Dr. Jekyll und Mr. Hyde (John S. Robertson, USA 1920)

Schrecklicher Film. Stummfilme leben davon, dass die erzählte Geschichte musikalisch passend untermalt wird, wie es ja z.B. auch im Panzerkreuzer Potemkin wunderbar gelungen ist. Da passen Form und Inhalt perfekt zusammen und sorgen dafür, dass man als Zuschauer direkt ins Geschehen integriert wird und Emotionen entwickelt und Bindungen zu den Charakteren, selbst wenn es eine Masse wie die Besatzung der Potemkin ist, aufbaut.

Doch in dieser bereits fünften Verfilmung des Jekyll & Hyde Stoffes plätschert einfach 81 Minuten lang sakrale Orgelmusik ohne jeglichen Bezug zum Geschehen dahin. Da mag die Geschichte ja noch so interessant sein und auch die Bilder zu der Geschichte recht nett sein, aber die Musik ist wirklich absolut unpassend und verhindert jegliche Beteiligung. Selbst wenn sie in dramatischen Szenen etwas schneller wird, so hat man doch das Gefühl das jemand die ganze Zeit die gleichen fünf Akorde hoch und runter spielt.

Die Geschichte selbst sollte eigentlich recht bekannt sein, wobei ich sie selbst bis zum heutigen Zeit Punkt nicht kannte, ich wusste nur, dass es um einen Wissenschaftler mit zwei Persönlichkeit in sich geht.  Dr. Jekyll vererbt sein gesamtes Vermögen einem gewissen Mr. Hyde. Nach Jekylls Tod verschafft sich ein Freund von ihm Zutritt zu seinem Labor wo er entdeckt, dass Jekyll an einer Substanz gearbeitet hat, die das Böse im Menschen zum Vorschein bringt und verstärkt. Bei Experimenten mit der Substanz hat sich Dr. Jekyll in Mr. Hyde verwandelt. Doch Jekyll hat die Kontrolle über sein Experiment verloren und somit hat sein Alter Ego die Oberhand gewonnen.

Sicher eine interessante Geschichte über die Zwiespältigkeit des Menschen und der Frage nach dem Guten und dem Bösen im Menschen. Leider muss man schon sehr viel Ehrgeiz aufbringen, den Film bis zu seinem Ende zu sehe, um ihr ganz folgen zu können. Soviel Ehrgeiz hatte ich heute nacht nicht, was wie erwähnt in erster Linie an der unsäglich schlechten musikalischen Begleitung lag, so dass ich nach dem ersten Drittel angefangen habe die Rezension hier zu schreiben, und jetzt bei der Hälfte des Films werde ich ihn dann auch ausmachen. Ein Film von dem ich nur abraten kann und der meine alten Abneigungen gegen Stummfilme nur bestätigt hat, wobei ich mittlerweile ja auch schon ein paar Ausnahmen gesehen habe, die gezeigt haben, dass es auch anders geht, und auch Stummfilme wirkliche Meisterwerke sein können, die auch heute noch begeistern und mitreißen können.

Uncategorized Benjamin on 28 Sep 2007

Ein Andalusischer Hund (Luis Buñuel, Frankreich 1929)

Wer David Lynch Filme mag, der sollte mal einen Blick auf Ein andalusischer Hund werfen. Haben Lynchs Filme meistens irgendeine Bedeutung, bzw. dass was man sieht ergibt einen Sinn wenn sich selbst eine Interpration bastelt, so fehlt dieser Zusammenhang bei diesem Werk von Bunuel und Dali volllkommen, was durchaus beabsichtig war. Die beiden haben bei einem Treffen über ihre Träume geredet, Dali hatte den Traum von Ameisen die über eine Hand krabbeln und Bunuel von einer Messer, dass ein Auge zerschneidet so wie eine dünne Wolke den Mond zerschneidet, wenn sie an ihm vorbeizieht. Auf dieser Grundlage schufen sie ein Drehbuch aus allerlei surrealen Szenen die in keinem bewußten Zusammenhang zueinander stehen sollten und schlicht das Bewußtsein für die Surrealität öffnen sollte.Dennoch kann man sicher Zusammenhänge in diesem 15 minütigen Kurzfilm herstellen, dessen Titel so rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Aber zarte Gemüter seien gewarnt, obwohl für die Eingangsszene mit dem zerschnittenen Augen ein Kuhauge verwendet wurde, ist sie trotzdem starker Tobak, wohingegen der Rest des Films eher zahm ist. Wenn ich etwas Ruhe und Zeit habe, werde ich den Film mal einer näheren Betrachtung unterziehen und mir Gedanken machen, wofür die einzelnen Bilder und Szenen stehen könnten. Menschen, die Filme  solcher Art mögen, werden durchaus ihren Gefallen haben, wer mit David Lynch Filmen nicht viel anfangen kann wird den Film auch nicht mögen. Das Medium Film wird hier nicht als Massenunterhaltung benutzt sondern zur Kunstform stilisiert, gedacht für Leute, die sich gerne mit Kunst auseinandersetzen.

Uncategorized Benjamin on 28 Sep 2007

Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme (Dennis Dugan, USA 2007)

Larry ist Feuerwehrmann und seit drei Jahren Witwer. In seinem Leben ist er ständig mit dem Tod konfrontiert und er beginnt sich Gedanken darüber zu machen, was aus seinen Kindern werden würde, wenn ihm etwas zustößt. Seine Frau war die Empfängerin seiner Ansprüche und seine Versicherung akzeptiert eine Ändernung der Ansprüche nur bei Tod, Heirat oder Geburt, die Frist nach dem Tod seiner Frau hat Larry aber verstreichen lassen und eine neue Heirat kommt für ihn nicht in Frage. Sein bester Freund ist Chuck, Womanizer und ebenfalls Feuerwehrmann. Die beiden sind immer für einander da und helfen sich aus jeder Patsche. So bittet Larry Chuck, ihn zu heiraten. Natürlich soll diese Homoehe nur auf dem Papier existieren, damit seine Kinder abgesichert sind, für den Fall der Fälle.

Alles kein Problem, bis seine Versicherung mistrauisch wird, und ihnen einen Agenten ins Haus schickt, der die glückliche Ehe der beiden auf Herz und Nieren prüft. Fortan müssen Chuck und Larry also alles tun, um überzeugend als schwules Pärchen aufzutreten und alle Welt davon überzeugen, wirklich schwul zu sein, was insbesondere Larry schwerfällt, der beginnt, tiefe Gefühle für die Anwältin, die die beiden vertritt zu entwickeln. Außerdem bekommen die zwei die Ablehnung zu spüren, die ihr privates Umfeld, aber auch die Öffentlichkeit Schwulen entgegenbringt.

Obwohl ich Adam Sandler immer noch nicht so wirklich mag, beginnt er allmählich in meinem Ansehen zu steigern. In Chuck und Larry ist er wieder mal für die reißerischen Slapsticksprüche zuständig, aber beruhigenderweise steht ihm mit Kevin James ein ruhiger Gegenpol gegenüber, dessen Witz eher tiefgründig und bodenständiger und damit auch ungleich charmanter ist. Der Film greift viele Schwulenklischees auf, was bei einer so angelegten Komödie nicht zu vermeiden ist, aber er bedient sich nicht nur bei ihnen, er spielt mit ihnen und zeigt eigentlich immer deutlich, dass sie bewußt überzeichnet eingesetzt werden.

Leider enttäuscht das Finale des Films sehr, ohne dass es dadurch das vorher Gesehene abschwächt. Aber das hätte man deutlich besser hinbekommen können, für meinen Geschmack hätte der Vorgesetzte der beiden nicht seinen ziemlich dämlichen und stereotypen Auftritt haben müssen.  Aber nun gut, Chuck und Larry reiht sich ein in die mittlerweile recht lange Reihe gelungener Komödien diesen Jahres. Ich bin fast schon geneigt 2007 zum Jahr der Komödie zu erklären, sehr erstaunlich, weil dieses Genre zusammen mit dem Horrorgenre eigentlich das war, welches im am wenigsten mochte.  Mal kucken wie Superbad am Dienstag wird. Wer also einen Kinobesuch am Wochenende plant und ein wenig lachen möchte, macht mit Chuck und Larry sicher nichts falsch.

Uncategorized Benjamin on 28 Sep 2007

Der Anschlag (Phil Alden Robinson, USA 2002)

Am Superbowltag geht im Stadion eine Atombombe hoch., welche von Terroristen gezündet wurde, um Amerika und Russland in einen Krieg zu stürzen. Die Amerikaner halten es für einen russischen Anschlag und beginnen mit den Vorbereitungen für einen nuklearen Vergeltungsschlag. Die Russen reagieren und beginnen ihrerseits ihre Offensivstreitkräfte zu aktivieren. Die Welt steht am Rande des nuklearen Abgrunds.

Dieses überaus interessante und gar nicht mal so unrealistische Szenario simuliert Der Anschlag von  Phil Alden Robinson  nach einer Romanvorlage von Tom Clancy. Trotz Ben Affleck als Hauptfigur Jack Ryan ist dabei ein hochspannender und sehr realistisch gestalteter Politthriller entstanden, der zwar nicht ganz an die Klasse von Jagd auf Roter Oktober herankommt aber dennoch ein überaus gelungener und sehenswerter Film ist.

Der englische Titel “The Sum of all Fears” – Die Summe aller Ängste – finde ich viel passender als den deutschen Titel, ich weiß nicht, warum man ihn nicht einfach direkt übersetzt hat. Gerade die Nebendarsteller wie  James Cromwell aus Präsident der Vereinigten Staaten, Morgan Freeman als sein Berater und Ciarán Hinds, bekannt z.B. aus der Fernsehserie Rom, als russischer Präsident Nemorov.

Wer gerne spannungsgeladene Politthriller sieht, macht mit diesem Film sicher nichts falsch, zumal er auch keinerlei politisches Hintergrundwissen voraussetzt.

Uncategorized Benjamin on 27 Sep 2007

Panzerkreuzer Potemkin (Sergei M. Eisenstein, Sowjetunion 1925)

Panzerkreuzer Potemkin von Sergei Eisenstein gilt als einer der einflußreichsten Filme der Filmgeschichte und hat auch schon des öfteren den Titel als “bester Film aller Zeiten” verliehen bekommen. Ein guter Grund also, sich den Film einmal anzukucken, wobei meine Erwartungen gelinde gesagt mal wieder sehr niedrig waren. Metropolis war zwar sicherlich eindrucksvoll und auch einflußreich, aber die Story war einerseits verwirrend andererseits merkte man deutlich das Lang mehr Wert auf die Optik und das Handwerkliche bei seinem Film legte, statt eine interessante und gute Geschichte zu entwickeln. Auch die anderen bisher gesehenen Stummfilme haben allenfalls historischen Wert, wirklich unterhalten konnten sie mich bisher nicht wirklich.

Panzerkreuzer Potemkin ist anders. Seine Laufzeit beträgt nur erfrischend kurze knackige 75 Minuten und man ist binnen drei Minuten mitten im Geschehen und im Film und bereits nach fünf Minuten hat der Film seinen ersten Höhepunkt mit dem (auf realen Ereignissen des Revolutionsjahres 1905 basierenden) Aufstand der Besatzung. Die Crew wird von den Offizieren diktatorisch regiert und unmenschlich behandelt. Sie lehnt das Fleisch ab, dass ihr vorgesetzt wird, weil es absolut madenversucht und schlecht ist, der Schiffsarzt hält es aber für unbedenklich und meint, wenn man es abwäscht, sei es wieder wie neu. Die Besatzung reagiert empört, und rührt die ihnen aufgetischte Suppe nicht an. Im zweiten Teil beschließt der beschließt ein Exempel zu statuieren und einige Besatzungsmitglieder erschießen zu lassen, doch in letzter Sekunde werfen die Schützen ihr Vorhaben und es kommt zur Meuterei, wobei einer der Anführer, Vakulencuk, getötet wird. Im dritten Teil erreicht die Potemkin die Hafenstadt Odessa wo sich die Einwohner mit der Besatzung solidarisieren und um den verstorbenen trauern.  Doch im vierten Teil marschiert das Militär auf, und auf der berühmten Treppe von Odessa kommt es zu einem Massaker,  Im fünften Teil schließlich berät die Besatzung ob sie landen, und den Menschen helfen soll , oder ob sie das sich nähernde Admiralsgeschwader abfängt, wofür man sich schließlich entscheidet. Beim Aufeinandertreffen kommt zunächst Spannung auf und es ist ungewiss, ob die Geschwaderschiffe tatsächlich das Feuer auf die Potemkin eröffnen, doch es kommt zur Verbrüderung der Soldaten, worauf die Potemkin in freie Gewässer vorstoßen kann.

Der Film ist ganz klar ein Propagandawerk und weiß dennoch zu überzeugen. Man wird direkt auf emotionaler Ebene angesprochen und symphathisiert sofort mit den Soldaten. Die Potemkin ist dabei stellvertretend für ganz Russland. Auch im Russland dieser Tage litten die Menschen hunger und erhoben sich schließlich gegen ihre Unterdrücker, was der Auslöser für die Revolution war. So wurde der Film dann auch am 20. Jahrestag der Revolution uraufgeführt. Die Treppenszene dürfte wohl die bekannteste sein. Im Eifer des Gefechts stürzt ein Kinderwagen mit einem Baby drin die Treppe hinunter, eine Szene die auch schon in dem ein oder anderen Film zitiert wurde. Für mich ist Panzerkreuzer Potemkin  gazu klar der erste große Höhepunkt in der Filmgeschichte und damit das älteste, bisher mir bekannte Meisterwerk. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert und das trotz des hohen Alters nicht nur aus filmhistorischen Gründen. Der Film unterhält wunderbar und ist, obwohl es sich um einen Stummfilm handelt sehr emotional und mitreißend.

Apokalypse &Überleben &Vampire &Zombies Benjamin on 27 Sep 2007

The Last Man on Earth (Sidney Salkow/Ubaldo Ragona, USA/Italien 1964)

The Last Man on Earth basiert auf dem Roman I Am Legend von Richard Matheson aus dem Jahre 1954. Der Film erzählt sprichwörtlich die Geschichte des letzten Menschen auf Erden. Da in den nächsten Wochen eine neu Verfilmung des Stoffes unter dem Orginaltitel I Am Legend mit  Will Smith in der Hauptrolle in die Kinos kommt, gab es einen guten Anlass sich den Film einmal anzusehen, da ich in letzter Zeit viel zu oft Remakes gesehen habe, ohne das Orginal zu kennen.

Wie immer Achtung: Spoiler:
In den 60er Jahren breitet sich von Europa (vlt. gar aus Transylvianien) aus eine Epidemie um den gesamten Erdball herum aus. Die infizierten werden anfällig gegen Sonnenlicht, ertragen ihr eigenes Spiegelbild nicht mehr und habe eine starke Abneigung gegen Knoblauch, sie werden zu vampirähnlichen Wesen. Die Seuche breitet sich über den ganzen Erdball aus, und sehr bald ist die gesamte Menschheit ausgerottet und zu Vampiren transformiert. Alle Menschen? Nein, ein einsamer Mediziner namens Dr. Robert Morgan (Vincent Price) ist, evtl. auf Grund eines Fledermausbisses in jungen Jahren, immun gegen die Seuche und lebt seit mittlerweile drei Jahren einsam und allein als letzter Mensch auf Erden. Tagsüber sucht er Vampirverstecke um sie aufzupfählen und des Nachts schläft er. Ein trostloses Leben ohne wirkliche Hoffnung.
Bis ihm eines Tages namens Ruth Collins (Franca Bettioa), die die Wende bedeuten könnte. Doch er wird mißtrauisch und entdeckt, dass sie ebenfalls infiziert ist. Es gibt ein Serum, dass die Krankheit nicht heilt, aber unter Kontrolle hält. Es gibt noch mehr wie sie, gemeinsam versuchen sie, die Zivilisation wieder aufzubauen, doch sie fürchten Morgan, da einge von denen die er umgebracht hat zu ihnen gehörten. So wurde Ruth geschickt um ihn zu verwirren, damit er von den anderen in der Nacht getötet werden kann.  Zwar gelingt es ihnen, ein Gegenmittel gegen die Seuche zu entwickeln, mithilfe dessen man die Menschheit wieder neu aufbauen könnte, doch Ruth Leute vollenden ihren Plan in der Nacht. Die Legende, der letzte Mensch auf Erden, ist tot.

Der Mensch als Auslaufmodell. Die Darstellung des Vampirismus in diesem Film als Krankheit ist interessant und habe ich bisher so noch nicht gesehen. Im Grunde sind die infizierten eine Mischung aus Zombies und Vampiren, sie haben alle Schwächen der Vampire und sind zugleich träge, schwach und minder intelligent wie Zombies, was erklärt, warum sie es in der Nacht nicht schaffen in Morgans Haus einzudringen und er in Seelenruhe schlafen kann, um Kraft für sein zerstörerisches Werk am nächsten Tag zu schaffen.

Dabei werden die Vampire gar nicht mal wirklich als böse dargestellt. Die alte Menschheit ist nicht mehr existent. Die Vampire bilden die neue Gesellschaft, die den Planeten beherrscht, der Mensch hat keine Bedeutung mehr. Und dennoch übt ein letztes Exemplar Widerstand aus und bedroht diese neue Gesellschaft. Auf Grund seiner Immunität hat er keine Chance, Teil dieser Gesellschaft zu werden und es ist auch fraglich ob er seine Menschlichkeit überhaupt aufgeben würde, daher ist das Vorgehen der Vampire im Grunde sehr nachvollziehbar.

Durch diese Sichtweise hat der Film eine ganz andere Bedeutung als sein direkter Nachfolger Die Nacht der lebenden Toten, welcher direkt von ihm inspiriert wurde, was man beim Sehen auch sofort merkt. Die Stimmung und Atmosphäre der beiden Filme ist sehr ähnlich, beide in schwarz weiß gedreht, beide zeigen im Grunde ein apokalyptisches Szenario, nur ist The Last Man on Earth noch hoffnungsloser und verlorener. Ein tragisches Ende haben beide gemein, aber das Ende dieses Films ist durch seine Botschaft meiner Meinung nach wirkungsvoller. Und mit Vincent Price hat der Film auch den eindeutig besseren Hauptdarsteller.

Da der Film nie irgendein Copyright besaß ist er heute weitgehend frei verfügbar und sehr oft als Bonus bei irgenwelchen DVDs dabei, wer interessiert ist kann ich sich auch auf archive.org per Stream ansehen oder direkt runterladen. Sehenswert ist er definitiv und wer auf Zombie bzw. Endzeitfilme steht bekommt hier auf jeden Fall ein hervorragendes, stimmiges und atmosphärisches, aber zugleich auch sehr hoffnungsloses und düsteres Werk geboten.

Uncategorized Benjamin on 27 Sep 2007

20.000 Meilen unter dem Meer (Stuart Paton, USA 1916)

Der Film hat außer dem Titel und einigen Charakteren die Namen aus dem Roman tragen nicht wirklich viel mit Jules Vernes Roman gemein, er dient mehr als lockerer Ideengeber, und die Geschichte wurde noch mit einem weiteren Buch namens “The mysterious Island” verknüpft.

Die Nautilus kann nicht annähernd so fesseln wie die spätere Version von Disney und auch Kapitän Nemo ist nicht wirklich charismatisch. So hat der Film heute nur noch historischen Wert, zumal er damals bahnbrechend war und als erster Film Unterwasseraufnahmen gezeigt hat. Diese wurden nicht direkt unter Wasser gedreht, sahen aber auf Grund eines neu entwickelten Aufnahmverfahrens so aus. Somit nehmen Unterwasseraufnahmen, die einfach um ihrer selbst Willen da sind, viel Platz ein in dieser, erstaunlicherweise, bereits zweiten Verfilmung von Vernes Stoff. Die Erste stammt vom Urvater aller Special Effects Georges Méliès und entstand bereits 1907.

Ich habe mir den Film per Onlinestream angekuckt und war doch irgendwie recht froh, als nach der Hälfte des Films mein Browser abgestürzt ist. Als Filmhistoriker wird man dem Film evtl. einiges abgewinnen können, unterhalten tut er heutzutage beim besten Willen nicht mehr.

Audrey Hepburn &Melodram Benjamin on 27 Sep 2007

Frühstück bei Tiffany’s (Blake Edwards, USA 1961)

Ich habe mit Sicherheit mindeste vier Anläufe gebraucht, bevor ich es heute geschafft habe, Frühstück bei Tiffany  zu ende zu sehen. Kann man einen Film, zu dem man so schlecht Zugang findet hinterher als kleines Meisterwerk titulieren? Ja man kann. Meine Zugangsschwierigkeiten lagen wohl in erster Linie an meinen falschen Erwartungen an den Film. Wusste ich doch gar nicht, worum es geht, habe ich mich auf eine Komödie eingestellt. Und in der Tat trägt Frühstück bei Tiffany kömodiantische Züge, wie man es von Regisseur Blake Edwards nicht anders erwarten kann, aber im Grunde handelt es sich bei dem Film um eine romantische, melodramatische Charakterstudie mit einer absolut herausragenden Audrey Hepburn als Holly Golightly. Nicht so sehr die Liebesgeschichte oder die eigentliche Story sind es, was diesen Film ausmacht, sondern Audrey Hepburns Verköperung der Frau die keine Heimat hat, eine problematische Jugend hinter sich hat, und die sich selbst in einen Käfig aus Phantasien und Wunschvorstellungen eingesperrt hat, beseelt von dem Gedanken, einen reichen Mann zu heiraten. Sie ist ein Glamourgirl, dass auf jeder Party zu finden, wo sich reiche Menschen herumtreiben, sie lässt sich von ihnen aushalten, flüchtet aber immer bevor es zum Äußersten kommt durchs Toilettenfenster. In ihrer Wohnung stehen seit über einem Jahr die Kartons unausgepackt und ihre Katze hat noch nichtmal einen Namen. Sie ist eine Person ohne wirkliche Heimat, sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinne und scheut sich davor Bindungen einzugehen.

Eines Tages zieht Paul Varjak (George Peppard den meisten sehr bekannt aus Hannibal in The A – Team) in eine Wohnung über ihr. Paul sieht Hollys Bruder Fred sehr ähnlich, weswegen sie ihn auch so nennt. Die beiden kommen sich näher und werden Freunde. Paul ist für Holly da, wenn sie ihn braucht. Er selbst befindet sich in einer ähnlichen Lage wie sie. Er ist relativ erfolgloser Schriftsteller und lässt sich von einer älteren Frau aushalten. Schließlich verliebt er sich in Holly und die zwei verbringen eine schöne Zeit in New York, bis eines Tages ein Schatten aus ihrerer Vergangenheit wieder auftaucht, der ihre Bemühungen reich zu heiraten wieder erneut aufflammen lässt.

Es lässt sich nur schwer in Worte fassen, was die Fasziniation dieses Films ausmacht. Eigentlich hat man nur zwei Worte um ihn zu beschreiben: Audrey Hepburn. Auch hier die Empfehlung  den Film auf englisch zu sehen, die Synchro ist zwar sehr gut, aber Hepburns Stimme im Orginal einfach zuckersüß, etwas, was wie ich finde bei englischen Stimmen und gerade bei weiblichen sehr selten ist.

Den Tiffany-Angestellten fand ich übrigens sehr cool. Normalerweise hätte man eine eher pikierte Reaktion erwartet als Paul offenbart, dass ihr Budget nur 10$ beträgt, aber er reagiert doch wirklich auf eine sehr symphathische Art und Weise.

Uncategorized Benjamin on 27 Sep 2007

Die Faust im Nacken (Elia Kazan, USA 1954)

Nach dem ersten Satz von Terry Malloy (Marlon Brando) habe ich sofort zur Fernbedienung gegriffen, und die englische Sprachfassung angewählt. Die deutsche Synchro, speziell von Brando, ist grauenhaft schlecht und dürfte mit ein Grund sein, warum der Film Leuten, die ihn nur auf deutsch kennen vielleicht nicht so gefällt wie Leuten, die ihn im Orginal gesehen haben. Und dabei mag ich deutsche Synchros eigentlich, aber was man sich hier geleistet hat.

Die Fast im Nacken ist ein vielschichtiges, komplexes Drama vor dem Hintergrund der Anfänge der Gewerkschaften in den Hafendocks der USA. Chef dieser Gewerkschaft ist Johnny Friendly (Lee J. Cobb), der die Gewerkschaft wie eine Mafia führt. Hafenarbeiter, die nicht Mitglied sind bekommen keine Arbeit und wer sich gegen die Methoden der Gewerkschaft auflehnt, wird rücksichtslos beseitigt.
So kommt es, dass Terry Malloy unbewußt den widerspenstigen Hafenarbeiter Joey in eine tödliche Falle lockt. Nach seinem Tod lernt er Joeys Schwester Edie Doyle (Eva Marie Saint) kennen und verliebt sich in sie. Sie hat vor, den Mord an ihrem Bruder aufzuklären, was Terry in einen Konflikt bringt. Sein Bruder Charley (Rod Steige) ist der Anwalt der Gewerkschaft und somit tief in ihre Machenschaften verstrickt. Als bekannt wird, dass Terry vor Gericht aussagen will, zwingt Friendly ihn dazu, entweder seinen Terry davon zu überzeugen von seinem Vorhaben abzulassen, oder ihn zu töten.

Der Film ist in erster Linie großes, realistisches Darstellerkino mit einem brillanten Marlon Brando, dem ein ebenso gut aufspielender Lee J. Cobb gegenübersteht. Die Geschichte behandelt mehrere Aspekte wie z.B. Zivilcourage und Auflehnung gegen Unterdrücker, hat aber auch durchaus zeitgeschichtliche Züge, da in der sogenannten McCarthy-Ära in den USA regelrecht Jagd auf Kommunisten gemacht wurde, und Regisseur Kazan zahlreiche Kollegen denunziert und schwer beschuldigt hat. Die Faust im Nacken kann man gewissermaßen als filmische Rechtfertigung für dieses Verhalten sehen, ein Grund, warum Brando sich anfangs gesträubt hat, an dem Projekt teilzunehmen. Gut, dass er es dennoch getan hat, erhielt er doch für Die Faust im Nacken die vielleicht besten Kritiken seiner Karriere. Und immer dran denken: wer sich den Film ansehen möchte, unbedingt im Orginal (Untertitel helfen, zumal Brando im Orginal doch, wie in allen seinen Filmen, sehr nuschelt). Die Faust im Nacken gehört auf jeden Fall in die Champions League der amerikanischen Produktionen der letzten 100 Jahre.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

12 Uhr Mittags (Fred Zinnemann, USA 1952)

Sheriff Kane (Gary Cooper) erhält um kurz vor elf Uhr morgens die Nachricht, das Frank Miller, ein Killer den er vor Jahren dingfest gemacht hat, auf dem Weg in die Stadt ist und um 12 Uhr Mittags ankommen wird, inklusiver seiner Männer, und er hat Rache geschworen. Der Richter der Miller seinerzeit verurteilt hat schon längst reißaus genommen, doch Kane hart couragiert aus, und will die Stadt nicht den Gangster überlassen. Doch aus Angst vor Miller und seinen Männern verweigern ihm seine Hilfssheriffs die Gefolgschaft und auch sonst findet er keinen Rückhalt in der Bevölkerung, währen sich die Uhrzeiger immer weiter auf zwölf Uhr zubewegen.

Der Film ist relativ kurz und wird in Echtzeit erzählt. Dadurch bilden Ort, Zeit und Handlung eine für Western ungewöhnliche Einheit welche die Spannung des Films deutlich erhöht, ja sogar ausmacht, da man ja im Grunde von Anfang an genau weiß, was am Ende passiert. So ist Kane auch nicht der klassische Westernheld, sonder im Gegenteil, ein gebrochener und einsamer Mann. Den ganzen Film durchzieht eine eher negative Grundhaltung. Mal ein etwas anderer Western, der vor allem durch seine Struktur heraussticht. Mich persönlich hat er bei der ersten Sichtung allerdings nicht so wirklich gepackt. Aber dennoch ein guter, interessanter Western, der so oft zitiert wird, das man ihn einfach gesehen haben muss, um zu wissen worüber geredet wird. Gerade für Westernfans ein absolutes Muss.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

Brot und Rosen (Ken Loach, Großbritannien/Spanien/Deutschland 2000)

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

Ran (Akira Kurosawa, Japan 1985)

Gilt als ganz großer Klassiker des Schöpfers von Die sieben Samurai und als großes Epos. Mein Versuch, mir den Film zu Gemüte zu führen scheiterte nach ca. einer Stunde. Ein japanischer Großfürste, tritt zurück und das Reich an einen seiner Söhne ab, will sich aber dennoch einen gewissen Machtanspruch sichern. Schnell beansprucht der Sohn aber die gesamte Macht für sich und auch die anderen Söhne wollen ihren Vorteil aus der Situation ziehen, so dass es zu Konflikten, Intrigen und Bruderkriegern kommt, schließlich sogar der Vater verstoßen wird, der in diesem Zuge von seiner eigenen, sehr grausamen Vergangenheit eingeholt wird, als er auf die Hilfe des einfachen Volkes angewiesen ist, und schließlich wahnsinnig wird.  Ich werd irgendwann mal versuchen, die restlichen 100 Minuten zu sehen, sie liefen auch nebenbei, aber nach 60 Minuten habe ich einfach abgeschaltet, zu langweilig war das gezeigte für mich. Ich denke generell dürfte der Film, selbst wenn man ihn dann ganz gesehen hat einer derjenigen sein, die ihre Wirkung erst im Nachhinein entfalten wenn man sie in Bezug zu anderen Filmen setzt und über das gesehene nochmal nachdenkt.  Aber genau weiß ich das erst, wenn ich ihn ganz geeshen habe.

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