Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2007
Rambo – First Blood (Ted Kotcheff, USA 1982)
Ja manche die meine Filmographie kennen werdens sich schon fast denken, die heutige Sichtung von Rambo war meine Ersichtung. Wieder so ein Klassiker der mir bisher entgangen ist.
Und ich muss sagen, ich war vollkommen überascht. Ich habe zwar einen Vietnamfilm erwartet und gewissermaßen auch einen Vietnamfilm bekommen, aber ich hatte eigentlich erwartet, dass er auch in Vietnam spielt und nicht dass man die Geschehnisse einfach in die USA verlagert.
John Rambo ist ein Vietnamveteran, der den Krieg noch nicht ganz verarbeitet hat. Auf der Suche nach einem Kriegskameraden landet er in einem kleinen Dorf auf dem Lande. Der Freund ist verstorben und der lokale Sheriff möchte John Rambo nicht in seinem Dorf haben, da er Angst hat, dass der Landstreicher Ärger macht und die Ruhe stört. Schließlich nimmt der Sheriff ihn fest und geht ziemlich unsanft mit ihm um, so dass er sich an seine Zeit als Gefangener in Vietnam zurückversetzt fühlt, woraufhin er die Polizeistation aufmischt und flieht in den Wald. Bei der mehrtägigen Verfolgungsjagd tötet Rambo mehrere Polizisten, die es wiederum aber auch auf sein Leben abgesehen haben. Schließlich taucht sein alter Kompanieführer auf und letzten Endes ergibt sich Rambo.
Eigentlich ist der Film ganz gut. Rambo hat zwar viele Actionszenen aber ich würde ihn trotzdem nicht als Actionfilm bezeichnen sondern eher als sozialkritisches Gesellschaftsmelodram. Was den Film eigentlich ganz gut macht. Rambo leidet unter den Nachwirkungen des Krieges. Im Glauben etwas gutes für sein Land zu tun nach Vietnam gezogen wird er nach seiner Rückkehr wie viele andere als Kindermörder bezeichnet, der Zivilisten massakriert hat. In Vietnam vertraute man ihm Equippment im Wert von Millionen Dollar an und jetzt nach dem Krieg bekommt er nichtmal einen Job als Tellerwäscher. Es ist die geballte Wut einer Generation die im Krieg in Vietnam verheizt wurde, und der es jetzt nicht gedankt wird und für die sich kein Platz in der amerikanischen Gesellschaft finden lässt. So werden sie allein gelassen und müssen ihren Zorn zügeln. Da lassen sich grundsätzliche Ähnlichkeiten zu Taxi Driver feststellen. Die Ansätze und die Grundidee hinter dem Film sind also mehr als ein reiner dumpfer Actionfilm und und geben dem Film sehr viel Potential, welches für mich durch die Umsetzung vollkommen verschenkt wurde. Stallone macht seine Sache wie ich finde absolut hervorragend, aber der Anfang, die Begegnung von Rambo und dem Sheriff die hat mich enorm gestört, da der Umgang der Cops mit Stallone für mich absolut befremdlich, grundlos, und einfach total abstoßend ist. Das mag zwar so gewollt sein, ganz im Zuge der Botschaft die Vietnamveteranen grund und haltlos zu verstoßen und schlecht zu behandeln, aber dieses Motiv anzuwenden bevor man wirklich mit der weiteren Geschicht vertraut ist, hat für mich eine sehr große Distanz geschaffen, die ich erst im weiteren Filmverlauf ablegen konnte, wo allmählich deutlich wurde, dass hinter dem Film mehr steckt, als dummes Actionkino.
So stehe ich dem Film zwiegespalten gegenüber. Gute Idee, gute Botschaft, guter Hauptdarsteller, aber schlechter Anfang der mir das Eintauchen in den Film sehr schwer gemacht hat.