Uncategorized Benjamin on 04 Sep 2007 05:11 am
Dogtown Boys (Catherine Hardwicke, USA / Deutschland 2005)
Als der Film in der Sneak damals angekündigt wurde, konnte ich mir recht wenig darunter vorstellen. Dann kam die erste Szene. Irgendein typischer hipper Teenie, der übermütig auf einem Skateboard eine abschüssige Straße hinunter fährt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon auf das übliche Sneakniveau eingestellt. Auf Grund der zahlreichen Raubkopien, die bei solchen Vorfürhungen entstehen, gibt es keine vernünftigen Filme mehr für Sneaks und so wird man meistens mit billigen und nervigen Hollywoodkomödien abgespeist, die selten lustig sind. Selten war ich froh, dass ein erster Eindruck so getäuscht hat.
Dogtown Boys erzählt die Geschichte der legendären Z-Boys, die gewissermaßen die Mitbegründer des professionellen Skateboardsports waren. Aus diesem Team von befreundeten Jugendlichen gingen die ersten Skateboardweltmeister hervor und unter ihnen sind die Gründer einiger der erfolgreichsten und bekanntesten Skateboardfirmen. Der Film davon, wie ihnen zunächst von den Lokalgrößen untersagt wurde, an den angesagten Strandabschnitten zu surfen, was für die Jugendlichen der 70er an der Westküste eine mittlere Katastrophe war. Der Besitzer des Surfshops, in dem sie die meiste Zeit abhängen ist Skip (genial gespielt von Heath Ledger), der mit der Verbreitung eines neuen Rollenkunstoffs beschließt Skateboards zu bauen und mit den Jungs aus seinem Laden ein eigenes Skateboardteam zu begründen. Fortan zeigt der Film den unaufhaltsamen Aufstieg der Jungs, von denen einige wirklich zu den besten der Besten werden. Aber er zeigt auch die Schattenseiten, den Zerfall der Freundschaften, den Keil, den das Geld zwischen sie treibt und auch wie der Erfolg manchen so zu Kopf steigt, dass sie absolut abheben. Am Ende des Films führt ein Schicksalschlag alle wieder zusammen.
Drehbuchautor war einer der Z Boys, Stacy Peralta, der ebenfalls mit Skateboarding den Durchbruch geschafft hat.
Er ist mittlerweile erfolgreicher Independentregisseur und drehte auch schon einen Dokumentarfilm über die gleiche Thematik. Auch Jonny und Tony haben den Dreharbeiten unterstützend zur Seite gestanden, was mich etwas verwundert hat, da sie teilweise in dem Film nicht wirklich gut wegkommen, aber scheinbar scheint sich der Film wirklich sehr eng, an die tatsächlichen damligen Begebenheiten zu halten, und die Jungs scheinen zu ihrer Vergangenheit zu stehen. In einigen besonders schwierigen Skateszenen haben die Orginale sogar die Schauspieler, die sie spielen gedoubelt
Heath Ledger war für mich fast die größte Überraschung in dem Film.
Normalerweise mag ich ihn ja nicht wirklich und auch in diesem Film könnte gerade in der deutschen Version seine Synchronstimme, die unsäglich nervig ist, dafür sorgen, dass man seine Rolle hasst, aber die Rolle an sich hat es einfach in sich. Er spielt einen wirklich kaputten Charakter, der seinerseits Charakter hat und obwohl er eigentlich ziemlich abgewrackt ist, ist er doch gewissermaßen das Herz des Teams, dem das ganze mit der Zeit vermutlich mehr ans Herz wächst, als allen bewußt ist. Dogtown Boys ist ein packender, mitreißender Film, der dokumentarische Züge aufweist, aber weit davon entfernt ist, eine Doku zu sein. Es ist ein überaus sehenswerter Film auf die Anfänge der Skateboardbewegung, der einem auch sicherlich gefallen wird, wenn man, wie ich, mit Skateboarding nichts am Hut hat.
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