Uncategorized Benjamin on 08 Sep 2007 01:41 am

Attentat auf Richard Nixon (Niels Mueller, USA 2004)

Ist es ein Zufall dass der Protagonist Samuel Bicke heißt? Ähnlichkeiten zu Travis Bickle aus Scorseses Taxi Driver sind da nicht von der Hand zu weisen. Allgemein weist der Plot auffallend viele Ähnlichkeiten mit dem Meisterwerk aus den 70ern. Bicke steht stellvertretend für das Scheitern des amerikanischen Traums. Er ist Verkäufer und erträgt die Falschheit seines Berufes nicht. Ständig muss er versuchen, Kunden übers Ohr zu hauen, um den Profit zu steigern. Auch ein Firmenwechsel bringt nicht viel. Von seiner Frau und seinem Kind lebt er getrennt. Bicke hat noch die Hoffnung, dass er wieder zu seiner Frau findet, doch dann erhält er die Scheidungspapiere. Er hat die Idee, eine eigene Firma aufzumachen, wo er seine Vorstellungen verwirklichen kann, doch benötigt er dafür einen Kredit. Die Bank hat jedoch Zweifel an seinem Geschäftsmodel und so wird der Antrag wieder und wieder überprüft und zur nächsthöheren Stelle weitergeleitet. Sein bester Freund nimmt ihn nicht mehr ernst. Nach und nach sieht er, wie sein Leben zusammenfällt und sein Glaube an Amerika bröckelt. Er beginnt die Werte, für die Amerika steht zu verachten und plant, seinen Aggressionen Luft zu machen. Als Sinnbild für all das, worauf er einen Hass entwickelt hat, steht für ihn der amerikanische Präsident Richard Nixon, also beschließt er, ein Flugzeug zu entführen und es in Weiße Haus zu lenken, um Nixon zu töten …

Das kommt einem alles sehr bekannt vor. Trotzdem ist AaRN ein eigenständiger Film, mit einem sehr guten Sean Penn in der Hauptrolle. Scheitern ist das zentrale Element dieses Films. Scheitern im Beruf, in der Familie und im ganzen Leben. Leider ruht sich der Film auf dieser Aussage und auf seiner eigentlichen Story aus. Wo Taxi Driver Tiefgang hatte, bleibt AaRN nur an der Oberfläche. Auch wenn man den Film wohl als eigenständig betrachten sollte, so kann ich ihn auf Grund der frischen Impressionen vom Taxi Driver nur mit diesem Vergleichen. Unterm Strich bleibt AaRN ein guter Film, nachdem man sich aber unbedingt das große Vorbild sehen sollte. Wer Taxi Driver schon kennt, der bekommt mit Attentat auf Richard Nixon einen Film mit ähnlichen Thema vorgesetzt, welches aber aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet wird. Diesmal steht kein gebrochener Vietnamveteran im Vordergrund, sondern ein ganz einfacher Familenvater, dessen Leben zerbricht.

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