Uncategorized Benjamin on 15 Sep 2007 06:29 am
Das Siebente Siegel (Ingmar Bergman, Schweden 1957)
Ein Film, den ich sicher nochmal sehen muss.
Gott würfelt nicht, aber der Tot spielt Schach. Eigentlich will der Tot den Ritter Antonius (Max von Sydrow), der nach 10 Jahren Kreuzzügen nach Schweden heimkerht, zu sich holen, doch dieser fordert den Tot zu einer Partie Schach heraus, die ihm eine Schonfrist verschafft. Die Szene in der Sydrow mit dem Tod am Strand Schach spielt, ist defintiv eine von zahlreichen Szenen aus dem Film, die sich bei jedem ins Gedächtnis brennen, und zwar unabhängig davon, ob er den Film nun gut und interessant fand oder nicht.
Wer ihn gesehen hat, hat auf jeden Fall dieses Bild, ebenso aber den Tot, der im wahrsten Sinne des Wortes am baum sägt, sowie den Reigen der am Ende hinter dem Tot hertanzt in Erinnerung. Ebenso ist der Einmarsch der Mönche in das Dorf sehr eindrucksvoll gestaltet.
Das Siebente Siegel war mein erster Ingmar Bergmann Film. Bergmann schafft hier eine interessante mittelalterliche Welt des 14. Jahrhunderts, die wirkt, als wären die bekannten Zeichnungen und Gemälde dieser Zeit, die man noch aus Schulbüchern kennt, Wirklichkeit geworden. Es ist eine Welt voller Mythen, geprägt von Marienerscheinungen und der Suche nach Gott. Auch Sydrow nutzt die Zeit des Schachspiels um Gott zu Suchen und so dem Tot ein Schnippchen zu schlagen, aber im pestverseuchten Schweden herrscht Angst vor dem Tod, Frauen werden als Hexen verbrannt, Leichen gefleddert, und Gott ist weit und breit nicht auszumachen, So tritt der Tot schließlich wirklich an die Tür und wird hereingebeten.
Die Thematik und das Setting bieten ideale Möglichkeiten eines der wichtigsten Stilmittel Bergmanns, den intensiven Gebrauch von Licht und Schatten, in Szene zu setzen, wobei man schon drauf achten muss, damit es einem auffällt, wenn man aber von dieser Technik weiß, dann fallen einem auch zahlreiche Szenen auf, in denen diese Effekte zur Unterstützung benutzt werden.
Der Film gilt heute als ganz großer Klassiker,und man muss nichtmal besonders großer Arthausfan sein, um ihn als solchen zu sehen. Jeder wird angesichts der sehr intensiven und einprägsamen Bilder das Gefühl haben, einen sehr interessanten Film gesehen zu haben, dem man auch noch eine zweite oder dritte Chance gibt, in der Hoffnung, ihn dann besser erfassen zu können.
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