ScienceFcition Benjamin on 18 Sep 2007 03:29 am
Am Rande des Rollfelds (Chris Marker, Frankreich 1962)
Eine Empfehlung aus dem Buch “1001 Filme die sie gesehen haben sollten”. Ein 26 minütiger Kurfilm der ausschließlich aus Schwarzweiß Fotos besteht und kein einziges bewegtes Bild enthält, lediglich ein Sprecher führt uns durch die Bilder und erzählt uns die Geschichte dieses Films, der als einer der einflußreichsten Science Fiction Filme gilt.
Und tatsächlich ist die Grundstory sehr komplex und sein eigentlich sehr schwieriges Thema, welches in Filmen immer wieder zu Logiklöchern führt: Zeitreisen. Dieser Film hat wohl maßgeblich und sehr direkt Terry Gillam zu seinem “Twelve Monkeys” inspiriert, hat der Film doch eine recht ähnliche Geschichte.
Die Welt liegt nach dem dritten Weltkrieg in Trümmern, ein paar überlebende haben sich unter den Trümmern von Paris gesammelt. Einige Wissenschaftler haben die Methode der Zeitreise nutzbar gemacht und senden Leute in die Vergangenheit um die Vergangenheit zu ändern. Doch die meisten von ihnen werden wahnsinnig, drehen durch und sterben. Schließlich wird ein Mann ausfindig gemacht, der wegen besonders starker Kindheitserinnerungen prädestiniert ist. Und tatsächlich gelingen die Experimente und er findet sich auf einer Aussichtsplattform auf einem Flughafen wieder, wo er eine Frau sieht, mit der sich im Zuge weiterer Reisen eine Liebegeschichte entwickelt.
Schließlich schicken ihn die Wissenschaftler in die Zukunft, wo er tatsächlich auf ein hochtechnisiertes Volk stößt, welches ihm einen Apparat gibt, mit dem sich die Menschheit aus ihrer Lage befreien kann. Doch kaum zurückgekehrt, wollen ihn die Wissenschaftler umbringen. Er war nur Mittel zum Zweck und wird jetzt nicht mehr benögit. In einer Vision nimmt er Kontakt zu den Wesen aus der Zukunft auf, die bereit sind, ihn zu retten und in ihre Gesellschaft zu integrieren. Doch er möchte lieber in die Zeit seiner Kindheitserinnerung zurückversetzt werden, was auch geschieht. Ein Bestandteil dieser Erinnerung war ein Mann, der auf der Aussichtsplattform tot hingestürzt ist. Nachdem ihn die Wesen in diese Zeit versetzt haben, erkennt er, dass er selbst dieser Mann ist, der von einem Agenten aus der eigentlichen Gegenwart ermordert wird, so dass der Mann letztlich in seiner Kindheit seinen eigenen späteren Tot von neuem sieht und der Kreislauf von neuem beginnt.
Durchaus interessante Ansätze und eine faszinierende Geschichte, die hier trotz der eigentlich sehr abstrakteren Inszenierung weniger abstrakt als in “Twelve Monkeys” wirkt, den ich immer noch recht verwirrend insziniert finde. Falls jemand weiß, wo man eine deutsche Version des Films bekommen kann, kann er sich ja mal melden, ich würde ihn gerne mal auf deutsch oder mit Untertiteln sehen. Und er beihnhaltet auch gewisse Parallelen zu Hitchcocks, ebenfalls heute von mir gesehenem, Film Vertigo, in dem ebenfalls die Obsession nach einer Person aus der Vergangenheit Thema ist.
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