Sarah Roemer &Shia Lebouf &Thriller Benjamin on 21 Sep 2007 01:25 am

Disturbia (D.J. Caruso, USA 2007)

Die Stilmittel sind altbekannt: Der Protagonist Kale (Shia Lebouf) ist auf Grund einer elektronischen Fußfessel bewegungsmäßig eingeschränkt und muss zu Hause verweilen. Dabei entdeckt er, dass die Nachbarschaft reichlich interessantes bietet. Am interessantesten erscheint zunächst die neue attraktive Nachbarin Ashley (Sarah Roemer), welche er heimlich von zu Hause aus beobachtet, aber auch die Nachbarnskinder die sich heimlich Nachts Softsexfilme ankucken, oder der Nachbar, der regelmäßig wenn seine Frau zum Tennisspielen geht die Haushälterin vernascht. Besondere Aufmerksamkeit erregt aber Mr. Turner (David Morse), den er verdächtig, ein gesuchter Serienmörder zu sein, der mit Vorliebe junge rothaarige Frauen zu seinen Opfern zählt. Je mehr er in seine Privatssphäre eindringt, desto mehr verstärkt sich sein Wunschdenken, dass Mr. Turner wirklich der gesuchte Mörder sei.

Wer sich ein wenig mit Filmen auskennt wird die deutlichen Parallelen zu Hitchcocks “Das Fenster zum Hof” erkannt haben. Und man muss Caruso zugestehen, dass der Transfer von Hitchcocks Meisterwerk in die Gegenwart durchaus geglückt ist. Allerdings hat Caruso einen Genremix daraus gebastelt, der mal Komödie, mal Romanze, in erster Linie aber ein Psychothriller ist, der es schafft regelmäßig Spannung zu erzeugen, nur um die Ängste Kales dann als völlig unbegründet erscheinen zu lassen. Die Hauptdarsteller machen dabei ihre Sache erstaunlich gut, Shia Lebouf schafft es den schüchternen, vom Tot seines Vaters sehr mitgenommenen Vorstandjungen zu bringen, ohne ihn dabei übertrieben in irgend Klischee verfallen zu lassen. Auch Sarah Roemer macht ihre Sache als junge, attraktive Schönheit, die durchaus gerissen und keck ist, sehr gut. Auch wenn ich sie gerne noch in mehr solcher Rollen sehen würde, sollte sie aufpassen, dass sie nicht in naher Zukunft auf solche Rollen festgelegt wird und nur die Schöne an der Seite eines starken Mannes spielt, um dann irgendwann wenn neue junge attraktive Schauspielerinnen nachrücken. Im Vergleich zu seinen jungen Kollegen bleibt David Morse ein wenig blass. Obwohl er im Finale durchaus schaurig und bedrohlich wirkt, fehlt ihm über die gesamte Laufzeit die nötige Leinwandpräsenz um wirklich zu überzeugen.

Auch wenn der Film es nicht schafft, ein ähnliches Meisterwerk von “Das Fenster zum Hof” zu werden, ist er doch auf jeden Fall eine der besseren Produktionen des laufenden Kinojahres. Und das, wobei ich anfangs durchaus skeptisch war, da ich nach dem Trailer eher mit einem langweiligen 0815 Teeniepseudopsychoschocker gerechnet habe. Sein Eintrittsgeld ist er absolut wert, zumal man nur im Kino voll und ganz in seine Atmosphäre eintauchen kann. Zu Hause kuckt man einfach nur einen Film, im Kino erlebt man ihn. Wer also am Wochenende noch nichts vor hat, der macht mit einem Kinobesuch sicher nichts falsch, wenn der Film der Wahl Disturbia heißt. Daumen hoch

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