Uncategorized Benjamin on 21 Sep 2007 04:41 am

Elephant (Gus Van Sant, USA 2003)

Elephant” ist ein Film der polarisiert.
Entstanden auf Grundlage der Ereignisse an der Columbine Highschool kam der Film in Deutschland kurz nach dem Schulmassaker von Erfurt. Er zeigt fast dokumentarisch den Alltag an einer amerikanischen High School.  Verschiedene einzelne Schüler werden gezeigt und von der Kamera begleitet. Viele Ereignisse bekommt man so aus anderen Perspektiven gezeigt. Die Schüler sind allesamt Laiendarsteller, die alle ihren eigenen Namen tragen. Das ganze mündet im Amoklauf zweier Schüler, die man vorher zu Hause beobachten darf.
Sie kucken Nazifilme, spielen Ballerspiele und bestellen Waffen übers Internet und da sie beide noch nie wen geküsst haben, mündet das ganze in einer kurzen homoerotischen Beziehung.

Ich finde den Film einfach nur unsäglich schlecht und überhaupt nicht mitreißend oder nachdenklich machend. Er ist am ehesten eine Unterstützung für Michael MooresBowling for Columbine” und ein Protestfilm gegen die Waffenpolitik der Amerikaner. Der Nutzen mancher Grundrechte ist manchmal nicht so offensichtlich. Aber das gehört mehr in eine Besprechung von Moores Film. Für “Elephant” kann ich eine meiner Lieblingsphrasen heranziehen: Der Film an sich wirft wenig Fragen auf und gibt noch weniger Antworten. Die beiden Amokläufer werden absolut klischeehaft dargestellt. Natürlich sind es wieder die Killerspiele und natürlich werden Nazifilme gekuckt. Die Frage nach sozialen Problemen und den wahren Ursachen für eine solche Tat wird gar nicht erst gestellt oder aufgeworfen, wobei sie doch das einzige gewesen wäre, was diesem Film Tiefe hätte geben können.

So sieht man aber nur vereinzelte Charaktere die meiste Zeit über von hinten und kann keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Klar, die Tat an sich ist schlimm, aber das wussten wir alle auch schon vorher und dieser Film sorgt nicht unbedingt dafür, dass ich ergriffener bin. Er rückt die Thematik an sich nochmal in den Vordergrund und sorgt vielleicht dafür, dass die Taten so schnell nicht vergessen werden, aber ansosnten kann ich Gus Van Sants Werk nicht wirklich viel abgewinnen. Für mich völlig am Thema vorbei und die handwerkliche Umsetzung ist zwar durchaus ungewöhnlich und interessant, kann den Inhalt aber nicht wirklich unterstützen.  Da empfehle ich jedem doch eher sich Bowling for Columbine anzukucken, Michael Moore wirft wenigstens zahlreiche Frage auf und gibt auch jede Menge antworten, wobei die Antworten zwar eher seine eigene Meinung sind, aber er führt dennoch dazu, dass man sich wirklich eine alternative Sichtweise über die Hintergründe der Tat erfährt, wenngleich auch mehr gesamtgesellschaftlich.

One Response to “Elephant (Gus Van Sant, USA 2003)”

  1. on 26 Sep 2007 at 02:53 1.Benjamins Medienblog » Bowling for Columbine (Michael Moore, USA/Kanada/Deutschland 2002) said …

    [...] schon Elephant nimmt sich auch Bowling for Columbine von Michael Moore des Massakers an der Columbine Highschool [...]

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